Heizen, aber wie?

11.12.2009 Elstertaler



Auch wir haben uns mit dem Thema Heizen bzw. Heizung für unser Haus beschäftigt. Es müssen ca. 150m² Wohnfläche beheizt werden. Fest steht für uns, dass eine Gasheizung aus technischen Gründen nicht möglich ist (kein Erdgasanschluß, keine Stellmöglichkeit für einen Flüssiggastank) und eine Ölheizung nicht in Frage kommt. Unsere ersten Überlegungen gingen deshalb in Richtung Pelletzentralheizung mit Solarunterstützung. Doch unser etwa um 1900 errichtetes Haus wurde über die Jahre mehrfach an und umgebaut. Fast jede(r) Wand/Raum besteht deshalb aus einen anderen Material und hat deshalb auch ein anderes Heizverhalten.
Alternativ interessieren wir uns deshalb für eine dezentrale Elektroheizung. Angedacht ist dabei eine Fußbodenheizung kobiniert mit getrennt regelbaren Infrarotheizstrahlern im gesamten Haus und einen Kaminofen im Erdgeschoß. Die favorisierten Infrarotheizelemente sollen außerdem durch ihre Heizstrahlung die Wände im Raum stärker aufheizen als die im Raum befindliche Luft, was die Austrocknung von feuchten Wänden begünstigen würde.
Unsere Fragen: Sind unsere Überlegungen richtig? Hat jemand Erfahrung mit den Betrieb einer Elektroheizung? Gibt es Erfahrungen mit dem am Markt angebotenen Infrarotflachheizungen? Oder ist die Pelletheizung die bessere Alternative?

Schon mal danke für Eure Meinungen
und herzliche Grüße
Jens der Elstertaler



Infrarotwärmewellenheizung



Hallo Jens,
ich habe keine eigene Erfahrung mit der Heizung. Hab mich aber vor 2 Jahren mal ziemlich intensiv damit befaßt. Schau mal bitte über Google. Hier gibt es ein Forum mit ziemlich informativen Erfahrungsberichten. Was ich da so gelesen habe, hört sich gut an. Der eine hat geschrieben, dass er bei einer gefühlten Raumtemeratur von 24 Grad ca die Hälfte Kosten hat wie mit Gas. Ich hoffe das hilft Dir ein winziges bischen weiter.
Herzliche Grüße
Andrea



Wenn Sie



Infrarotheizelemente schon favorisiert haben, warum stellen Sie dann noch die Frage?
Die zukünftigen 10% regenerative Energie bekommen Sie über Ihren Kaminofen,wenn er gross genung ist.

Die Pelletsheizung mit solarer Heizungsunterstützung ist zu 100% regenarativ und somit ohne Zweifel der Infrarotheizung vorzuziehen.



Heizen, aber wie?



Nun warum stelle ich diese Fragen?
Wir haben uns noch nicht entscheiden können welches Heizungssystem im Haus instaliert werden soll. Uns geht es darum die beiden Systeme miteinander zu vergleichen und möglichst alle Vor- und Nachteile aufzudecken. Die Elektroheizgeräte sind dabei für uns absolutes Neuland.



Stellen Sie



sich einfach die Frage, von was Sie zukünftig abhängig, im Zeichen von steigenden Energiepreisen, sein wollen.
Holz ist nachwachsend, Sonne ist allgegenwärtig, Strom muss produziert werden.
Eine Pelletsheizung mit der Sie auch Holz verbrennen können, macht Sie auch weitgehend vom Preis der Pellets unabhängig.
Einziger Haken wäre dann viel Arbeit mit Brennholz Beschaffung

Grüsse



Strom vom Dach



Hallo
Schon mal herzlichen Dank für Eure Tips und Denkanstöße.

Was ist wenn der Strom für die Elektroheizung vom Dach kommt? (Photovoltaik) Diese Anlagen werden ständig weiterentwickelt und werden immer Leistungsfähiger.

Ein weiteres Vergleichsargument ist für uns der Anschaffungs bzw. Installationspreis. Bei der Pelletheizung mit Solaranlage und Warmwasserbereitung kommen wir inklusive nötiger Schornsteinsanierung auf ca. 30.000 Euro. Bei der Elektroheizung mit Warmwasseraufbereitung und ohne Photovoltaik - Anlage kommen wir auf etwa 8.000 Euro. Das bedeutet, selbst wenn bei der Elektroheizung die jährlich Heizkosten um 1.000 Euro höher wie bei der Pelletheizung sind, können wir mit dem eingesparten Geld 20 Jahre heizen. Da sind die Wartungskosten für die Pelletheizung noch nicht berücksichtigt.



Hallo,



ja denn mal los, machen und gut isses.

Gruß J. Simon





Stückholzheizung ....
Als Holzvergaser ........ verbrennt alles was unbehandeltes Holz ist .... Sparsam in Verbindung mit einen ausreichend großen Pufferspeicher und Solar.
Holz kann man das ganze Jahr bekommen und sammeln.
Bezahlbar ist es auch ... wenn man zb. von Sägewerken oder Landschaftsgärtnern bezieht.
Ist allerdings auch Arbeit ..... das Holz machen, allerdings auch billiger wie Pelletts und Strom ...
LG
Joachim



Eigentlich...



...hat Joachim Pfeiff Recht.

Billiger gehts nimmer, als mit Stückholz.
So oder so ähnlich habe ich hier im Forum vor ca. vier Jahren auch geschrieben.

Ich habe mich seinerzeit auch für eine Stückholzheizung entschieden. Aber: die Preise steigen ebenso wie beim Öl. Dazu kommt dann noch die Arbeit die man damit hat.

Man sollte sich bei dieser Entscheidung im Klaren darüber sein, dass die Brennholzbeschaffung einen Großteil der winterlichen Freizeit frisst.
Es sei denn, man hat 5 bis 6 Freunde, die auch auf dem Tripp sind. Dann macht man es gemeinsam und die Zeit wird kürzer!

Oder man lässt es sich liefern und zahlt dann eben 1800 Euro für 30 Rm (und das ist noch günstig).

Überschätzt die Verwendung von Stückholz bitte nicht, es sei denn ihr seit so "Grün" eingestellt, dass euch die Brennholzbeschaffung auch am Herzen liegt und der Einsatz der Freizeit für solche Dinge nichts ausmacht (nicht momentan, sondern über Jahre hinweg).

Erdgas, Flüssiggas oder Öl würde ich aus Kosten- und Umweltgründen aber sicher ausschließen. Erfahrungsgemäß sind Elektroheizungen ein Geldfresser vor "dem Herren".

Aber: Autarkie ist schön, man muß sie nur "bedienen" können, gell? Berücksichtigt das bei euren Überlegungen zum Heizsystem. Ökologie und Okonomie sind ein Aspekt, da gibt es aber auch noch andere!

Aus heutiger Sicht würde ich tatsächlich eine Pelletanlage mit automatischer Befüllung favorisieren. Man hat sich einmal Jährlich um die die Lieferung zu bemühen und gut ist´s. Vorrausgesetzt es gibt genügend und geeigneten Raum zu Lagerung.

Grüße
Martin





Ich heize auch mit Stückholz.

...auch beim Holzmachen ist der Lagerplatz entscheidend! Man muß das Holz für 3 Jahre lagern können (Trocknungszeit Eiche/Buche).
Ich plane etwa 5 Tage Arbeit pro Jahr ein, Allerdings zahle ich 50 eur (ca. 15 Ster) Heizkosten im Jahr, was man als günstig bezeichnen kann.

Für mich käme keine Pelletsheizung in Frage, schließlich zahl ich dann den Preis, den die Industrie vorgibt.

Gruß P.



@Peter...



...kriegst du das Holz geschenkt, oder zerkleinerst du es mit der Handkante?

Rosarote Brille lässt grüßen oder wie?

Bei 15 rm zahlst du demnach etwas mehr als 3,30 Euro. Das geht normalerweise schon mal für den Sprit der Kettensäge drauf. Von den Ketten selbst, dem Schärfen, den Schmierstoffen mal ganz zu schweigen.

Selbst wenn deine Angaben stimmen, so sind sie nicht der Normalfall.

Bei uns (und wir sind hier wirklich im ländlichen Raum) verlangt die LFV schon mal 22 Euro in Selbstwerbung! Das zahlt man dafür, dass man es Aufarbeiten kann. Zuhause ist es bei dem Preis noch nicht und auch nicht Ofenfertig.

Wenn dann noch ein Schlepper zum Einsatz kommt, kann man dann auch noch die Betriebskosten dafür in Ansatz bringen.

Also hütet euch vor Milchmädchenrechnungen. Bleibt realistisch und bezieht reale Kosten in eure Überlegungen mit ein.

3 Jahre Trochnungszeit braucht es übrigens auch nicht. Entscheidend ist die Restfeuchte. Um 20 % Restfeuchte zu erhalten genügen je nach Lagersituation und Aufarbeitungsgrad auch schon mal 1 Jahr!

Grüße
Martin



Holzvergaser...



ich heize nun im 3 Winter mit Stückholz.
War eine gute Investition, für mich. Aber ich arbeite auch mit dem Rohstoff. Aber als nicht Forstmann/-arbeiter o.ä. muss man schon sehr viel Liebe zum Brennholzwerben haben..

Grundsätzlich kann man in einem Holzvergaser ganz problemlos Nadelscheitholz (auch gut getrocknet) verbrennen. Das ist (noch!) erheblich günstiger als Bu/Ei. Der Verbrauch ist nur geringfügig höher.
Auch Pellets sind aus Nadelholz!

Also alles von allen Seiten ansehen und rechnen.

Grüße aus dem Bergischen

Stefan

Grüße



Kombikessel?



hallo Jens,
ich kann mich mit meinen eigenen Erfahrungen einbringen. Ich habe 2008 von Gas auf Pelletsheizung umgestellt. Dabei gab es im Vorfeld ähnliche Fragen, wie du sie jetzt auch hast. Aus der Fülle der angebotenen Anlagen muss man bestimmte Eigenheiten beachten.
Hackschnitzel fällt weg, weil nur bei größeren Anlagen sinnvoll. Stückholzvergaserkessel macht Sinn, wenn genügend Holz beschaffbar ist(eigenes Aufkommem). Als Nachteil ist die kurze Vorhaltezeit zu nennen. Es muss regelmäßig nachgelegt werden. Preislich gut zu stemmen.
Die Pelletsheizung kann auch schon für unter 20.000€ realisiert werden. Es muss ja nicht vollautomatisch sein. Aber mit einem gewebetank kann man dann auch schon ein paar Tage wegfahren ohne Angst zu haben.
Zu beachten ist, dass es dafür reichlich Fördermittel gibt. Ich habe von der BAFA 5.000€ abgegriffen. Das war ein Drittel der Kaufsumme.
Auch bei zusammengewürfelten Gebäuden macht diese Heizung Sinn, wenn der hydraulische Abgleich in Verbindung mit der Wärmeschutzberechnung raumweis durchgeführt wird. Da kann dann auch mit Fußbodenheizung variiert werden.
Als eine machbare Alternative sind auch Kombikessel im
Angebot. Ist jemand im Haus und genug Holz vor der Hütte wird mit Stückholz geheizt. Bei längerer Abwesenheit wird der Pelletspeicher genutzt.
Und die persönliche CO2 Bilanz stimmt.

Lothar Hunziger



ich habe einen Kombikessel.



meine Kritik an dem Ding ist die gallopierende Bequemlichkeit, sprich: Warum soll ich Holz machen, wenn die Pellets bollern?

Pellets und wasserführender Kaminofen, das isses, das Herz der Anlage ist die Pufferspeicher, Solar willkommen...

Gruß...J.



Nochmals danke...



für Eure Tips.
Hat auch jemand Erfahrungswerte mit einer Elektroheizung in Verbindung mit einer Photovoltaik - Anlage?



Elektroheizung in Verbindung mit einer Photovoltaik - Anlage?



habe nur die Anlage - in den letzten Tagen hatte ich 1 KW bei 54 Platten - 40 te Anschaffungskosten. Da hätte ich tüchtig gefrohren. Auch betriebswirtschaftlich rechnet sich das nicht, beim Verkauf bekommst Du um die 40 Cent/KWh, der Strom aus der Leitung würde Dich nicht mal die Hälfte kosten. Also wenn - dann verkaufen und dann neu einkaufen. Nicht direkt. Ist zwar iregndwie i...., aber so ist es nun mal. Im übrigen habe ich eine Kachelofenluftheizung (20 Jahre alt) , für Stückholz oder Kohle, nicht mal 500 Euro pro Jahr fürs ganze Haus, Wasser ist aber extra.