Heizungsunterstützung über Solar

03.03.2012



Hallo zusammen, wer kann mir aus eigener Erfahrung ab- oder zuraten ob eine Heizungsunterstützende Solaranlage bei Leistenheizung mit ca 70 Grad Wassertemperatur sinnvoll ist. Oder eventuell nur im Übergangszeitraum für ein paar Stunden heizen kann.Die Wassermenge bei der Leistenheizung wären ca 70 Liter, bei Pufferung ca 800-1000 Liter. Wie verhält sich der Brennstoffverbrauch, ist er bei Solar höher oder wie? Interessant ist momentan die Förderung der Anlagen mit Kesseltausch,Heizungsunterstützung und Kombibonus. Nur wenn man dann mehr Brennstoff benötigt oder die Anlage total uneffizient ist bringt der schönste Anreiz nichts. Also hat jemand schon Erfahrung gemacht und wenn ja, welche. Danke im Voraus Bernd Mühlbacher



Solarheizung



Ich habe eine Solarheizung (ca. 4 m²) zur Heizungsunterstützung, dazu eine Brennwertherme sowie einen Schichtladespeicher für ca. 120 m² Wfl.und 3 Personen. Die Heizung läuft über normale Wandheizkörper.
Der Gasverbrauch ist deutlich gesunken, obwohl der Waschmaschinenanschluß jetzt über Warmwasser läuft. Der Vorteil liegt nicht sosehr beim Heizkreislauf sondern in der Warmwasserbereitung. Die läuft im Sommer praktisch ohne das die Therme anspringt. Das spart nicht nur Gas sondern schont auch die Anlage, die vorher im Sommer oft mit ungünstigem Wirkungsgrad gelaufen ist.

Viele Grüße



Heizungsunterstützung über Solar



Danke,Herr Böttcher, für die prompte Antwort, mit 4qm Solarheizung meinen Sie die Heizfläche im Schichtenspeicher oder Solarfläche am Dach? Wie gross ist der Schichtenspeicher? Wieviel qm Solar haben Sie am Dach? Viele Grüsse Mühlbacher



Heizung



Wenn ich schreibe eine Solarheizung mit 4 m² dann meine ich die Solarheizung und nicht den Speicher. Mit Solarheizung bezeichne ich die beiden Sonnenkollektoren die auf meinem Dach sind. Die Brennwerttherme in meinem Keller ist im Gegensatz dazu eine Gasheizung, auch kein Schichtladespeicher.

Viele Grüße



Solar



Hallo,
meine Erfahrung mit solarer Heizungsunterstützung und Brauchwassererwärmung sind so, dass ich es jederzeit wieder machen würde. Wobei die Bedingungen hier sicher andere sind als bei Deiner Anlage. Solarfläche ca 12 qm. Wohnfläche ca 300 qm, überall Heizkörper, 10 Personen, Dachausrichtung fast genau Süd, Dachneigung leider nur ca 35°, Pufferspeicher mit 800 l, Frischwasserstation, Gas-Brennwertkessel, der in den Puffer einspeist.
Also, wenn bei Dir die gleiche Anlage unter den gleichen Bedingungen geplant wäre, dann mach es!
Ansonsten musst Du schon ein wenig mehr verraten, zB. Dachausrichtung, Dachneigung, Heizlast, geplantes Anlagenschema (Hydraulik).
Die von Dir erwähnte hohe Vorlauftemperatur von 70° für eine Sockelleisten Heizung ist schon fast ein K.O.Argument für jede effiziente Heizung. Die Energie, die zur Aufheizung auf diese Temperatur nötig ist, kostet auf jeden Fall. Die Wintersonne wird dies auf keien Fall über die gesamte Heizperiode alleine schaffen.
Aber wie gesagt, ohne weitere Informationen ist alles nur Kaffeesatzlesen.

Viele Grüße



Moin Mühlbacher,



wir heizen jetzt seit 2 Jahren mit Gasbrennwerttherme, Solarkollektoren und wassergeführtem Kaminofen in 1000 l Schichtspeicher unsere nach Enev-2009-Standard (75KWh/m²/a) sanierten 2 DHH und verbrauchen logischerweise deutlich weniger als vorher.

Welchen Anteil die Solaranlage an der Ersparnis genau hat, kann ich mangels Wärmemengenzähler schlecht rausfiltern. Dat Ding lief jedenfalls auch im Februar bei Aussentemperaturen unter -10°C, auch wenn die Temperaturdifferenz VL/RL nur um die 5K lag.

Die Mehrinstallation zur Heizungsunterstützung wird ja gerade deshalb gefördert, weil es sich finanziell (noch) nicht rechnet, wir aber im Sommer geschätzte 1m³/m² Wfl. Gas weniger verbrauchen - Kleinvieh macht auch Mist.

Stell' die Frage doch auch nochmal im Haustechnikforum, die sind da spezialisierter.

Gruss, Boris



Na ja...



Es hängt sehr vom Wetter ab!

In einigen Gebieten Deutschlands (Norden/Westen) ist es im Winter wochenlang bedeckt ohne Sonnenschein. In diesen Monaten kannst Du solare Heizungsunterstützung vergessen. Deswegen legt man dort die Anlagen so aus, dass sie im Herbst und im Frühling möglichst viel ernten (Kollektorneigung 50-60 Grad).

In den südlichen Gefilden hat man u.U. im Winter viel kalte, klare Luft und Sonne. Da kann man auch im tiefsten Winter was erreichen, optimale Neigung ca. 70 Grad.

Da Du hohe Temperaturen brauchst, solltest Du Vakuum-Röhrenkollektoren verwenden, die in der Lage sind, diese hohen Temperaturen ohne große Verluste zu erzeugen. Deinen Pufferspeicher muss Du auch etwas größer dimensionieren, denn das Wasser darin kannst Du maximal bis 95 Grad oder so erhitzen, und durch den geringen Abstand zur benötigten Temperatur (70 Grad) ist das Speichervermögen gering. Also schon mal doppelt so gross wie normal dimensionieren, dazu den Speicher und alle Rohre DICK Isolieren (es sei denn, Du willst den Raum, in dem der Speicher steht, mitheizen).

Du siehst, Deine hohe Vorlauftemperatur verlangt der Solaranlage einiges ab - mit einem 0815-System von der Stange wirst Du da nicht glücklich.

Noch was zu Deinem angedachten "Kombiangebot" mit Kesseltausch: bei 70 Grad Vorlauf hast Du 50-60 Grad Rücklauf. Eine Brennwertheizung sollte aber nicht mehr als 40 Grad Rücklauf haben, sonst funktioniert das mit dem Brennwert nicht (die Rauchgase kondensieren nicht am Wärmetauscher, weil der zu warm ist). Also ist Brennwertheizung rausgeschmissenes Geld für Dich.

Was den Brennstoffverbrauch angeht, ist das mit solarer Unterstützung natürlich weniger als ohne. Der Hauptnutzen ist aber, in der warmen Jahreszeit die Heizung ganz abstellen zu können und das warme Wasser vollständig durch Solar zu gewinnen. Heizungsunterstützung ist schwer wirtschaftlich zu kriegen, und bei 70 Grad Vorlauf noch schwerer (s.o.)



Heizungsunterstützung über Solar



Danke an alle Teilnehmer für die tollen Antworten, eine Brauchwassersolaranlage ist das Mindeste was her muss, unter Umständen lohnt sich also eine Heizungsunterstützung auch. Grüsse Bernd Mühlbacher



Je niedriger die max. Vorlauftemperatur



der Heizung ist umso größer ist der Wirkungsgrad bei solarer Heizungsunterstützung.

Auch der Anstellwinkel der Solaranlgage spielt hier eine wichtige Rolle.

Grüße



Vollbrennwerttechnik



heißt das Schlüsselwort!
Es gibt aber nicht viele Hersteller dieser Technik, einer der Hersteller ist z.B. Kroll.

Heizkessel nach diesem Prinzip kühlen die Rauchgase nicht mittels des Rücklaufes des Heizungswassers, sondern über die zur Verbrennung angesaugte Außenluft. Meine Abgastemperatur beträgt nie mehr als 46°C, die Abgase kondensieren also sicher aus trotz Heizleisen und entsprechend hohen Rücklauftemperaturen.

Ob sich die Installation einer Solaranlage wirtschaftlich rechnet, sei mal dahingestellt. In Verbindung mit einem Vollbrennwertkessel der Firma Kroll kann man aber den einzigen Nachteil dieses Heizkessels den ich sehe ausgleichen. Um eine Kondensation von Abgasen am Kessel und damit Korrosion während des Startvorganges zu verhindern, sorgt die Steuerung für permanent mindestens 50°C Kesseltemperatur auch im Sommer. Hier sollte die Solaranlage dann zu höheren Einsparpotentialen beitragen, als es sonst der Fall wäre.

Vie Erfolg.

Kalle.