Hausbau

31.10.2010



Hallo zusammen, ich möchte mich erst einmal vorstellen.
Ich komme aus NRW, bin 20 Jahre Jung und studiere im Moment Bauingenieurwesen. Ich bin handwerklich begabt und werkle leidenschaftlich gerne.

Nun habe ich großes vor. Ich würde mir gerne ein Haus kaufen/bauen.

Meine Gedanken dazu sind, mir ein renovierungsbedürftiges Haus zu kaufen und dieses den heutigen Standards anzupassen.

Da meine Leidenschaft das Holz ist, tendiere ich stark zu einem Fachwerkhaus. Das eine Thema ist die Finanzierung aber das soll hier nicht das Thema werden.

Viel mehr geht es mir drum erst einmal einen Überblick zu kriegen ob mein Gedanke fundamentiert werden könnte.

Der finanzielle Rahmen des Hauses denke ich liegt so bei ~60000€ + 40000€ Renovierungskosten. Zuerst einmal die Frage, ist dies realistisch?

Ich dachte dabei an ein Haus mit etwa 100m^2 und 1000m^2 Grundstück. Diese sind hier bei uns in der Gegend (Rheinland) um etwa 50000€-60000€ zu ergattern. Allerdings dann Renovierungsbedürftig bzw "für Handwerker".

Die Frage ist nun was man bei der Renovierung alles beachten sollte...Ich kenne dies nur von Massivhäuser, ein solches haben wir vor 3 Jahren bereits grundrenoviert. MIch treibt es jedoch zum Holz:)

Was sind Kritikpunkte bzw. Ausschlaggebende Punkte beim Kauf eines solchen Hauses? Ich denke das vorallem Bereiche wie: Heizung, Dach, Fenster, Fundament und Fachwerk die wichtigen Punkte sind.

Was gibt es noch zu beachten, auch in Bezug auf evtl. Denkmalgeschütze Häuser o.Ä.

Ich hoffe ich habe nicht zu viel gefragt aber ich bin im Moment in einer Findungsphase, wenn man es so nennen kann:D

Danke im Vorraus
T4nK



Findungsphase,



klingt schon mal lustig;-)).
Und ein altes Haus auf Vordermann bringen, macht enormen Spass. Und kostet kaum das doppelte eines Neubaus. ;-)).
Aber nun mal ernsthaft, 40.000,- € sind bei entsprechender Eigenleistung realistisch, um erstmal den Einzug zu ermöglichen.
Und für die "Findungsphase" mal sehr gründlich hier im Forum stöbern. Zu allen Themen ist hier was zu finden. Dann kann man schon mal die persönliche Zielsetzung vornehmen. Wenn´s dann an die konkrete Objekt"findung" geht, nach einem Gebäude suchen, an dem möglichst wenig saniert wurde. Ein paar marode Balken austauschen ist billiger, als tolle "Sanierung" mitzukaufen, die anschliessend teuer entsorgt werden muss. Und bei konkreter Sachlage rechtzeitig einen erfahrenen und kompetenten Fachmann hinzuziehen. Da die theoretischen Kenntnisse ja schon erworben werden ;-)) wär hier ein erfahrener Praktiker der ideale Partner.
MfG
dasMaurer



Moin T4nk,



bevor du dir neben deinem Studium einen weiteren "full-time-job" ans Bein bindest, würde ich mir an deiner Stelle erstmal über dein zukünftiges Zeitbudget gedanken machen: Wieviel Stunden die Woche kannst du realistisch über mehrere Jahre selbst Hand anlegen? Wenn mal dringende Aussenarbeiten, wichtige Prüfungen und die beginnende Schlechtwetterperiode zusammenfallen wirds verdammt eng......oder du musst andere dann bezahlen.

Fachwerk hat i.d.R. den Vorteil, dass man die Wände peu a peu selber reparieren kann, ohne dass gleich das ganze Haus absackt, dafür bestehen oft Holzschäden, die gemacht werden müssen, bevor man einziehen kann. "Handwerkerhäuschen" bedeutet: Es rechnet sich nicht, das alles von einer Firma machen zu lassen, d.h. du brauchst Zeit, Geld und viele Freunde die mit anpacken.

Aber mal ganz allgemein gefragt:

Willst du dich wiklich jetzt schon mit einer Immobilie an die Region binden? Ne Baustelle verkauft sich schlecht bzw. nur mit Verlusten......

Was ist, wenn in ein paar Jahren ein sehr interessantes Angebot kommt in Dubai zu arbeiten, oder ne schnuckelige Braut aus Bayern dein Herz entflammt?

Ich kenne halt ein paar Jungs und Mädels, die mit den schönsten Häuschen irgendwo in der Prärie ziemlich einsam geblieben sind.......

Ansonsten ruhig auch mal von der anderen Seite anfangen: Objekte angucken, KV für Fenster und Heizung einholen und am konkreten Objekt (Fotos!) hier nochmal nachfragen.

Gruss, Boris



Kostenfrage



Nabend!
Konkrete EU-Angaben machen hier nicht beliebt, aber mit
40 000 eu kannst du schon viel auf die Beine stellen. Kumpels vorausgesetzt.

Kommt eben auch darauf an, was bei deinem Haus zeitnah gemacht werden muß und wie hoch deine Ansprüche sind.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen:
Bei 40 kEU waren bei mir noch keine Elektrik, Dach, Heizung dabei. Heimelich bewohnbar war es aber allemal!

Na dann mal los,

Gruß P.



Genau...



...das sind die Antworten die ich mir erwünscht habe:) Eigene Efahrungen...besonders so Aussagen wie: 40reichen aber ohne Dach, Heizung, etc

Das gibt mir Richtiwerte und Kriterien wo ich drauf achten sollte.

Bitte schreibt mir weitere Efahrungberichte und Kostenaufzählungen
Danke
T4nk



Richtwerte



Hallo,
renoviere (wie man an Galerie sehen kann) gerade selber, hier meine momentanen Richtwerte, die ich auch ganz gut einhalte:

260qm beheizbare Grundfläche:

40.000 Heizung Sanitär OHNE Badeausstattungen (3 Bäder)
15.000 denkmalgerechter Innenputz
15.000 Elektrik komplett KEIN Bus - System
20.000 Zimmerer für Statik, Fermacell und Ständerwände inkl.allem Material

Aber wie gesagt, variiert von Haus zu Haus, habe dabei auch schon viel selber gemacht und es kamen noch mehr Gewerke. Insgesamt denken wir kommt die Renovierung inkl. Küche und so bei 150.000 € an, nennen es aber daher auch fast Sanierung.

ich hoffe, diese Daten helfen weiter.



Unsere Erfahrungen



Zum Finanziellen: Wie ein Vorredner schon sehr richtig (und nicht als Witz!) gesagt hat, kostet eine gruendliche Sanierung leicht das Doppelte wie ein Neubau.
In unserem Fall waren das EUR350k fuer 150qm, wofuer wir aber nun ein Schmuckstueck auf Neubaustandard haben, das leicht (in Stuttgart heisst das: teuer) vermietbar ist und auf unsere Rueckkehr wartet.
Man kann billiger wegkommen, wenn das Haus in gutem Zustand ist - bei kostenguenstigen Fachwerkhaeusern ist das aber eher unwahrscheinlich.
Insgesamt rein finanziell keine gute Investition, aber der Spass und Stolz macht es wieder wett.

Zum Persoenlichen: Du musst bereit sein, ueber Jahre jede freie Minute zu werkeln und alles andere hinten an zu stellen (in unserem Fall: Kinderwunsch, aber bei Dir vielleicht auch Urlaub oder Karriere). Meiner Meinung nach ist es noetig, waehrend der Arbeiten woanders zu wohnen - der Feierabend und ab und zu ein freier Tag ohne die Misere auf der Baustelle zu sehen sind fuer die geistige Gesundheit unabdingbar!

Bei uns kam dann der auch schon erwaente "Job in Dubai" (ich schreibe gerade aus Thailand), die Tochter ist auch inzwischen da, nur die Strapazen am Bau vergisst man nicht so leicht (wir wussten oft nicht ob wir dem Weinen oder dem Bankrott naeher waren!).

Wuerd' ich's wieder machen? Ja, nein, vielleicht ...

Ich wuensche viel Glueck, Organisationstalent und Sturheit - alle drei wirst Du brauchen!