heizung im alten Fachwerkhaus

02.11.2010



ist eine elktroheizung wirklich eine Alternbative zu einer aufwendigen Zentralheit´+zung (egal ob Öl oder Gas)??

Danke Hannes reinhard



E- Heizung Fachwerk



Was die Kosten angeht, nein.
Fachwerk- Altbestand benötigt viel Heizenergie, Strom ist mit Abstand der teuerste Energieträger.
Dann sind ebenfalls Investitionskosten nötig, die nicht zu unterschätzen sind.
Für die Stromversorgung ist ein gesondertes Verteilungsnetz erforderlich, es sei denn man stöpselt in jedem Zimmer einen mobilen Heizkörper in die Steckdose.
Ob das die normale Elektroverteilung mitmacht bezweifle ich.
Die Heizkörper selber sind auch nicht gerade billig.
Dazu kommen noch die Investitionen für die Warmwasserbereitung, bei einer Zentralheizung ist die WW- Aufbereitung inklusive.

Viele Grüße



Ich kann



mich da meinem Vorredner nur anschnließen.
In einem sehr gut gedämmten Haus kann das eine Alternative sein. Wie schon gesagt ist nicht nur die Heizenergie relevant sondern auch die Wassererwärmung.

Grüße



Abgesehen davon



ist Elektroheizung (zumindest nach allen mir bekannten Wirkungsgrad-Rechnungen) als Gesamtsystem ineffizient, Verfechter der E-Heizung ignorieren nur sehr gerne die Verluste im Kraftwerk und bei der Übertragung und geben nur den Wirkungsgrad der Umsetzung des bereits produzierten Stroms in Wärme an. Es ist einfach nicht wirklich sinnvoll, Energie zweimal umzuwandeln wenn man es denn vermeiden kann.

Von der Energieseite bzw. Ökobilanz sind im städtischen Bereich Fernwärme und im ländlichen Raum Festbrennstoffe wie Pellets oder Hackschnitzel das Optimum. Preislich liegt Stückholz sogar noch darunter, dafür sinkt der Komfort.

CO2-Neutralität einmal beiseite gelassen dürfte bei Vorhandensein einer Erdgasversorgung vor allem bei kleineren Anlagen ein Gas-Brennwertgerät das Optimum sein, bei Festbrennstoffen kommt immer das Problem der Brennstofflagerung, sofern kein großer trockener Keller oder ein nahes Nebengebäude vorhanden ist.

Elektroheizungen halte ich für ein Auslaufmodell, Tagstromheizkörper sind im Betrieb sehr teuer (die Vorbesitzerin unseres kleinen Hauses mit 60m2 hatte pro Jahr 4000 Euro Stromkosten und das Haus wurde trotzdem nicht richtig warm). Nachtspeicheröfen verbrauchen viel Platz im Raum, sind für Einsteiger kompliziert in der Bedienung und man ist vom Goodwill der Stromtarife abhängig. Manche Stromanbieter bieten gar keine neuen Anschlüsse mehr an, bei anderen hat sich der Nachttarif schon so dem Tagtarif genähert, daß sich Nachtstrom kaum mehr lohnt.

Portable/steckdosengebundene Heizgeräte sind auch nicht unbedingt das Optimum. Man braucht mindestens 1000W pro Raum, bei 230V sind das 4,3 A. Eher ist aber von 2300W und ähnlichen Werten (10A) auszugehen, das ist pro Raum schon einmal ds, was bei alten Installationen ein Stromkreis für eine halbe Wohnung ist. Bei elektrischer Heizung ist also noch dazu mit einer Verteuerung der Elektroinstallation zu rechnen, vor allem wenn man dem ausführenden Elektriker sagt was man vor hat (gemäß VDE 0100 sind für Lasten über 1500W jeweils eigene Stromkreise vorzusehen wenn sie zum zeitpunkt der Installation bereits bekannt sind).



„Nobelpreis für die Strahlungsheizung“ – Elektroheizung im Fachwerkhaus als sinnvolle Alternative



Grundlegendes zur Strahlungsheizung / Infrarotheizung wurde bereits im Jahr 1900 von Max Plank präsentiert.
Als Anerkennung des Verdienstes, das er sich durch seine Quantentheorie um die Entwicklung der Physik erworben hat, erhielt Max Plank im Jahr 1918 den Nobelpreis.

„Durch die Arbeit von Max Plank, Ludwig Bolzmann und Josef Stefan kann die Wärmeleistung berechnet werden.“

Strahlungsheizung ist Quantenmechanik und Konvektionswärme ist Thermodynamik, hier beginnt die ausdrückliche Unterscheidung der Heizsysteme.

Einfach ausgedrückt worum es bei der Strahlungsheizung z. Bsp. Elektrische Heizung geht.

Über das Stefan-Boltzmann-Gesetz wird die thermisch abgestrahlte Leistung in Abhängigkeit von seiner Temperatur berechenbar.“

Thermische Leistung - Kurzform
2 x 5,67 x ((273 Kelvin + Oberflächentemperatur) / 100) „“hoch Exponent 4““
Zum nachrechnen mit 95 Grad Oberflächentemperatur = 2.079 Watt/qm

Beliebiges hochwertiges Strahlungselement mit Oberflächentemperatur 95 Grad
1.00 m x 0,6 m = 0,60 qm – Leistungsaufnahme 600 Watt
Thermisch abgestrahlte Leistung beträgt 0,60 qm x 2079 Watt/qm = 1.247 Watt

Entscheidend ist der Wirkungsgrad an Wärmestrahlung in Bezug auf die aufgenommene Leistung in Watt. Produkte mit geringem Wirkungsgrad werden preisgünstig angeboten sind aber immer teurer, da die Anzahl der Elemente und der Stromverbrauch maßgeblich sind. Nicht der Anschaffungspreis ist entscheidend, sondern die der Anteil an Wärmestrahlung gegenüber der erzeugten Warmluft (Konvektion)


Es werden immer mehr Infrarot-Wärmeelemente angeboten und unterscheiden sich wesentlich von einander. Entscheidend ist der Wirkungsgrad an Wärmestrahlung. Bei einem sehr hohen Wirkungsgrad wird entsprechend Strom gespart. Ist der Wirkungsgrad gering benötigt man mehr Elemente und mehr Strom.

Den Wirkungsgrad / Leistungszahl von Strahlungsheizungen kann ein jeder einfach nachrechnen.
(Oberflächentemperatur / (Heizfläche x aufgenomme Leistung)) x 100 = Leistungszahl

Berechnungsbeispiel:
Strahlungsheizkörper mit Oberflächentemperaturen von ca. 95 Grad. Für einen Raum von ca. 20 qm benötigen Sie ca. 1,80 qm Strahlfläche mit angenommenen 20 qm x 2,50 m x 30 W/cbm = 1.500 Watt entspricht 75 Watt/qm. In diesem Beispiel ist die Heizlast pauschaliert über die Kubatur mit 30 W/cbm angenommen worden.

Die Vorteile einer Hüllflächenheizung / Infrarotwellenheizung ermöglichen die Reduzierung der Raumlufttemperatur, Reduzierung der Lüftungswärmeverluste da die Luft nicht erwärmt wird (mit der Infrarotwellenheizung werden Feuchteschäden reduziert) und Vermeidung von Tauwasserausfall an den Hüllflächen und somit trockne wärmespeicherfähige Bauteile.

Das gleiche für die Außenhülle, bei Verwendung von Wärmespeicherfähigen Dämmstoffen kann der winterliche Sonneneintrag für die Hüllflächenheizung genutzt werden.

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet oder kontaktieren Sie mich, falls Sie weitere Informationen über Infrarot-Wärme-Elemente möchten.
Reselw – Infrarotheizsysteme – Hüllflächenheizung





die abgestrahlte Leistung wäre bei 95 Grad nur dann 1247
Watt, wenn das Teil im Weltraum schweben würde. Bei
einer Wandtemperatur von 20 Grad Celsius absorbiert die
Platte aber gleichzeitig wieder 501 Watt. Bleiben
746 Watt. Der Unterschied zu 600 Watt deutet einfach
auf falsche Zahlen bei der Leistungsaufnahme und/oder
Oberflächentemperatur hin bzw. auf ein nichtideal
schwarzes Verhalten (d.h. es wird weniger abgestrahlt
und absorbiert). Ein gewissser Konvektionsanteil ist
auch noch da. Die Energieerhaltung gilt auch in der
Quantenmechanik.



Hallo JensD,



ein super Artikel!!

Die Erzeugung von Strom mit Ihrem Wirkungsgrad von 40% und deren verlustreicher Transport sind um Wärme zu erzeugung der denkbar schlechteste Energieträger.

Der Strahlungsanteil bei diesen hohen Oerflächentemperaruren ist sehr klein. Je größer die Temperaturdifferenz der warmen Oberfläche zur Raumteperatur ist um so größer wird der Konverktionsanteil.

Bei 95°C frage ich mich gibt es denn überhaupt noch Strahlungswärme?

Und meine Vorredner sagte es schon nciht nur die Wärme die rausgeht sollte angegeben werfden, sondern was zähl ist die Differenz.

Alle andere ist UNSERIÖS.

Grüße





Hallo Gerd,

der Strahlungsanteil wird mit der Temperatur vermutlich
trotzdem steigen, auch wenn die Konvektion zunimmt.

Grüße,
Jens



Hallo Jens,



ich denke der Strahlungsanteil reduziert sich je höher die Oberflächentemperstur ist.

Grüße Gerd





Hallo Gerd,

Du hast da als Lehm- und sicherlich Wandheizungsbauer sicherlich mehr Erfahrung als ich. Meine Vermutung
basiert nur auf dem T^4 Gesetz, allerdings hat man
da ja auch nur relative kleine Änderungen gegenüber
den 293 Kelvin Raumtemperatur und die Konvektion wird
ggf. auch nichtlinear von der Temperatur abhängen.



Jenseits aller Heizungstheorie,



meine Meinung zur Ausgangsfrage: Nein.

Grüße

Thomas