Wandflächenheizung und Fußbodenheizung??

09.01.2007



Hallo, wir haben ein Bauernhaus Bj.ca. 1890 gekauft, welches 1963 aufgestockt wurde. Mit einem bausachverständigen habe ich ein passendes Energiekonzept (Niedrigeneriestand) erstellt. Im Erdgeschoß soll eine Innendämmung entstehen. Welches Material wissen wir noch nicht. Darauf soll eine Wandflächenheizung. Mein Gedanke war diese nur um die Fenster & Ecken zu verlegen. Ist das denn ausreichend/sinnvoll?? Zudem wird der Fußboden erneuert & meine Freundin will trotzdem zusätzlich noch eine Fußbodenheizung. Kann mir jemand einen Tip geben, ob das Sinn macht oder ob wir uns nicht Nachteile & unangenehmes Raumklima holen?! Zudem soll noch ein Kachelofen gebaut werden, also eine zusätzliche Heizquelle. Durch diesem will ich ein Cu Rohr Verlegen & Wärme in den bestehenden Speicher pumpen, welches der Flächenheizung wieder zur Verfügung steht. Funktioniert das oder ist das nicht alles etwas zuviel?? & hat jemand Erfahrung wie lang das Rohr im Ofen sein muß (wir wollen keinen Wassereinsatz).
Bin unheimlich dankbar für jegliche Anregung
Sven



Kostet ja auch alles Geld...



Erst mal Wärmebedarf/m2 der Räume ausrechnen und sehen, was man an Heizflächen benötigt.
Zwei Anfragen vorher war was recht ähnliches...
Brauchen wird man/frau die Hitze vom Kachelofen bei gedämmter Bauweise sicher nicht, das kann auch mal zu warm werden. Bei Heizungsunterstützung würde ich mir eine Lösung vom Ofenbauer holen.



Alles ist möglich...



Hallo,

grundsätzlich ist ja alles möglich, ob es dann jedoch sinnvoll bzw. wirtschaftlich ist, entscheidet das Detail. Eine Wandheizung als Verbraucher stellt immer eine geeignete, z.T. auch alternativlose Variante dar und bringt gerade im Altbau und insbesondere im Verbund mit einer Innendämmung zusätzlich günstige bauphysikalische Effekte.

Eine Fußbodenheizung bringt insofern Nachteile, weil sie mit einen höheren konvektiven Anteil des Wärmeintrages arbeitet und somit in Bezug auf das Behaglichkeitskriterium ‚Luftbewegung’ ungünstig wirkt. In Räumen mit kurzer Aufenthaltsdauer im Besonderen in Bädern kann eine zur Wandheizung zusätzlich installierte Bodentemperierung einen Komfortzuwachs bedeuten. Generell sei bemerkt, daß eine Wandheizungsfläche immer auch die Bodenflächen erwärmen wird.

Das Einbinden eines Ofens, idealerweise eines Grundofens mit großer Speicherfähigkeit, in die Heizungsanlage kann immer sinnvoll sein, bedarf jedoch einer gescheiten Speicherlösung (Pufferspeicher). Die Rohrlänge des Wärmetauschers ist dann abhängig von der Größe des Ofens, dessen nutzbare Flächen sowie dem Rohrdurchmesser des Wärmetauschers. Ein Ofen bringt bei einem Niedrigenergiehaus die Freude am Heizen und sicher auch die Möglichkeit, in besonders kalten Tagen (momentan eher selten) eine intensive Wärmestrahlung zu erzeugen. Letztlich steht doch bei jeder Entscheidung für das Eine oder Andere immer noch das Wohlbefinden als größtes Kriterium.

Im Bild sehen Sie eine Rohbauphase eines Grundofens mit integriertem Wärmetauscher.

Mit besten Grüßen
Uwe Berghammer



Bei guter Dämmung...



ist es Wurst ob die Flächenheizung mit 22 Grad Oberflächentemperatur sich an der Wand oder am Boden befindet, das mit der Konvektion/Strahlung hatten wir ja gerade
hier...
mal versucht zu klären, auch eine Wandheizung kommt ohne Konvektion nicht aus, und so'n Grundofen produziert noch mehr heisse Luft ;)...

Eine Wandheizung auf einer Innendämmung (es soll ja sogar Leute geben die das ohne machen...) hat trotzdem einen höheren Wärmeverlust durch die Wand zur Folge.



Vielen Dank



Vielen Dank für die helfenden Antworten. Werden das auf jeden Fall mit dem Ofenbauer durchsprechen & vorher natürlich nochmal eine Wärmebedarfsberechnung machen.

Wie ist das denn aber mit der Innendämmung? Mir schwebt eine Holzfaserplatte vor. Kann man die selbst verlegen oder lieber machen lassen. Mir ist nicht ganz klar wie das mit der LuftDichtheit ist & ob diese hohlraumfrei (unebene Wände) angebracht werden muß? An einer Wand ist von unserem Vorgänger bereits eine Gipskartonplatte mit Styropor angebracht worden (Dort soll eigentlich nicht mehr groß gebaut werden, auch keine Flächenheizung). Hinter dieser ist ein ungleichmäßiger Hohlraum. Kann mir jemand einen Hinweis geben ob die trotzdem rausmuß??
Sven



Fußboden vs. Wand



Bei dem angepeilten NE-Standard wird vermutlich die FB-Heizung genügen. Wärmeverluste gegenüber der Wandheizung werden geringer ausfallen. Eine moderne Fußbodenheizung erzeugt Oberflächentemperaturen im Wohlfühlbereich.

Kupferrohr im Kachelofen? Das klingt etwas "heimwerkerlich". Welche Gründe haben sie, da keinen Wassereinsatz zu wollen? Die höheren Kosten bekommen Sie doch durch die höhere Wärmeausbeute wieder herein. Der zusätzliche Aufwand für das Einbinden lohnt sich bei einem einfachen Kupferrohr vermutlich nicht.

Ansonsten gab's das Thema schon oft im Forum, einfach 'mal blättern.

Styropor an der Innenwand ist kein Dämmstoff, sondern ein Bauschaden. Da werden Sie wohl noch 'mal 'ran müssen.


@ Uwe Berghammer

"Eine Fußbodenheizung bringt insofern Nachteile, weil sie mit einen höheren konvektiven Anteil des Wärmeintrages arbeitet und somit in Bezug auf das Behaglichkeitskriterium ‚Luftbewegung’ ungünstig wirkt."

Wo haben Sie denn das her? FBH geht über die gesamte Raumfläche, WH erwärmt die Wände. Insofern ist die höhere Luftbewegung bei der WH zu erwarten.

Grüße

Thomas



Wobei



sich die Frage stellt ob der angepeilte Standart sinnvoll ist.
Es hat sich gezeigt das eine Innendämmung bis zu 6 cm unkritisch ist. Darüber hinaus empfiehlt sich eine genauere bauphysikalische Betrachtung.

Aus der angesprochenen Dämmung resultiert ein u-Wert von ca. 05. Um einen solchen Raum nur mit einer Fußbodenheizung zu beheizen reichen bei -12°C Außentemperatur ein Fußbodenoberflächentemperatur von 22°C nicht aus.

Richtig ist: "Eine moderne Fußbodenheizung erzeugt Oberflächentemperaturen im Wohlfühlbereich" Nur: Sprechen wir hier im Forum selten über moderne Häuser!

Grüße Gerd



Hallo Gerd,



natürlich können unsere Aktivitäten hier eine Berechnung der FBH nicht ersetzen. Letztlich wissen wir fast nichts von dem Haus und der angedachten Dämmung.

Eine Berechnung sollte der Systemlieferant kostenlos erstellen. Und wenn's denn nicht reicht (Da war doch auch noch ein Ofen), kann man natürlich Wandpartien mit einbeziehen.

Grüße

Thomas