feuchte Wände /Sanierheizung

12.11.2008



Hallo,
wir sind leider völlige Laien und bräuchten einen Rat bei folgendem Problem:

wir renovieren das Erdgeschoss eines Hauses BJ 1920.
Der Keller besteht aus Buntsandstein und ist feucht,
er reicht etwa 80cm über das Straßenniveau.

Die Hälfte des Hauses wurde nicht mit einer Horizontalsperre versehen(die andere Hälfte nach dem 2. Weltkrieg mühsam per Hand).
An diesen Wänden war die Tapete zum Teil schimmelig,Putz und Ziegelwand auf Fußbodenniveau gut feucht.
Die Mieter heizten diese Räume nur sehr sporadisch, aber dort war es auch schon früher etwas feucht.

Aufgefallen ist mir, dass die Wandbereiche, an denen sich Heizkörper und Heizungsrohre befinden bei weitem nicht so betroffen waren.

Da die Heizungsrohre aus Kupfer seit 30 Jahren liegen und jetzt sowieso alles renoviert wird, meint der Heizungsbauer, wir sollten neue Rohre und Heizkörper Verlegen lassen.
Diese Rohre möchte er viel tiefer legen, dass würde heutzutage so wegen der notwendigen Rohrdämmung gemacht.
Die alten Rohre liegen mit etwas Glaswolle umgeben direkt unter Putz.

Der Statiker,findet die Idee wegen der Destabilisierung der Wände nicht so gut, da doch ein größerer Teil der Wände mit jeweils 2 tiefen Schlitzen (oberes und unteres Heizkörperniveau) ausgestemmt werden müsste.

Als ich dem Statiker von meiner Beobachtung mit der Feuchte an Stellen ohne Heizungsrohr berichtete schlug er vor, an diesen Stellen eine "Sanierheizung" einzubauen, dass heißt, die ca 4-5 m Wand ohne Rohre noch mit Heizungsrohren zu versehen, um die Wandfeuchte in den Griff zu bekommen.

Was halten sie von dieser Idee, und wie bringe ich sie ggf. meinem sehr konservativen Heizungsbauer bei?
Könnte man an die 3 Heizkörper einfach jeweils noch eine Kupferrohrschleife anbringen, um die feuchten Wandteile trocken zu bekommen?
Oder sollte man diese 3 feuchten Stellen (jeweils ca 1,5m breit) vom Keller aus mit Rohren versehen?
Welche bezahlbaren Möglichkeiten gibt es noch, die finanziellen Mittel sind leider sehr begrenzt ?

Mit freundlichen Grüßen und Dank im Voraus
lila



kommt drauf an



Hm, es gibt ja verschiedene Möglichkeiten, woher die Feuchte stammt. Ist es Kondenswasser, wird eine Wandtemperierung was bringen. Ist es Feuchte von unten oder aussen, wird durch die höhere Temperatur mehr und mehr Wasser verdampfen - das zieht dann Salze mit, die im Mauerwerk verbleiben. Was auf Dauer gar nicht gut sein soll.

Soweit ich weiss.

stt



Feuchte Wände



Ihr Statiker hat recht.
Ohne statischen Nachweis dürfen Wände nur bis zu einer Tiefe von max. 30 mm waagerecht geschlitzt werden.

Grundsätzlich sollten erst einmal die Feuchteursachen ermittelt werden, ehe man über Sanierungsmöglichkeiten nachdenkt.

So wie Sie den Fall schildern, betrifft die Durchfeuchtung die Wände im Erdgeschoß.
Da der Keller 80 cm über Gelände reicht und die Kellermauern aus Naturstein bestehen, kann Kapillarfeuchte und Spritzwassereintrag aus dem Sockelbereich schon einmal ausgeschlossen werden.
Ehe Sie Geld und laufende Kosten in eine Wandaufheizung investieren, wäre es besser, Ursachenermittlung zu betreiben und die Sanierung des Hauses ganzheitlich zu betrachten.
Da Sie einen Statiker erwähnen, gehe ich davon aus, daß Sie sich bereits professionellen Rat einholen.

Geben Sie dem Planer eine klare Aufgabenstellung über das Ziel, was Sie mit der Sanierung erreichen wollen und lassen Sie ihm als Fachmann die Wahl der Mittel, um zu diesem Ziel zu kommen.

Viele Grüße



heizung



Hallo,
natürlich muß man erst einmal schauen wo die feuchte herkommt, dafür kann es viele ursachen geben und erst sollten diese gefunden und behoben werden.
gerade für ein altes haus ist eine starhlenheizung sehr sinnvoll. entgegen herkömmlichen heizörpern erwärmt diese nicht nur die luft, sondern funktioniert eben über wärmestrahlen. genau das haben eben die heizungsrohre auch getan.
es gibt eine Heizung nach große-schmidt. bei dieser heizung werden kupferrohre unter Putz gelegt und diese straheln die Wärme dann ähnlich einer Wandheizung ab.
der vorteil ist eben dass die wände dadurch auch trocken werden. genau das gleiche ist ja bei euern zuleitungen zu den heizörpern auch passiert.
also ist es ja das beste beispiel dafür dass das auch funktioniert.
ich habe bisher auch nicht geklaubt, dass das als heizung ausreicht und mich für eine Sockelleistenheizung entschieden.
kürzlich habe ich freunde besucht die das erstgenannte system einsetzen und die rundum zufrieden sind.
allerdings wird mit so einem system ein "konservativer" heizungsbauer nicht zu überzeugen sein....
google einfach mal nach strahlenheizung... nach grosseschmidt heizung oder geh mal auf die seite von sancal.

grüße aus dem unterallgäu



Wer zahlt, schafft an.



Ihr Statiker hat die Situation richtig erkannt --> keine Schlitze in den Wänden dafür die Rohre an der kompletten Außenwand entlang. Was ihren Heizungsbauer betrifft, er muß zwar die Verantwortung des Einbaues übernehmen, aber im Haus gemütlich und gesund wohnen müssen Sie. Entweder er macht es so wie Sie / ihr Statiker es wollen oder eben nicht!
Schöne Grüße
Bernhard Fürstberger





Vielen Dank für Ihre Antworten.
Viele Grüße
lila