Mein Projekt (BJ 1906)

11.06.2012 fons



Hallo ihr Fachwerkfachfrauen und -männer,

da ich demnächst öfters hier sein werde, will ich mich zuerst Vorstellen. Ich habe ein "Gründerzeit" Haus BJ 1906 gekauft. Es ist zwar kein Fachwerk aber das macht ja hoffentlich nix. In diesem Beitrag möchte ich meine Erkenntnisse, Fragen und Informationen mitteilen. Hoffentlich kann ich anderen auch damit Helfen.

Hier erstmal die Grundlegenden Infos:

Bestand:
BJ ca. 1906 mit Nebengebäude
Kleiner Umbau ca 1970
unbewohnt seit ca 4 Jahren
subsanz größtenteils trocken
2x 70qm + Dachgeschoß

Mauern:
50cm Vollklinker bayerisches format
Außenstuck
Grundfläche 8m x 10m
Teilunterkellert (preußische Kappendecke - rostend) 6x3m
Teilweise Risse im Haus verteilt (laut erfahrenen Statiker mit Altbauerfahrung ohne Probleme Behebbar)

Dach:
Walmdach freitragend (ca 1970 erneuert mit den originalen Balken)

Fenster, Türen, Böden:
Alle Kastenfenster original
Türen teilweise noch mit Kastenschlößern
Fast alle Dielenböden vermutlich noch von damals

Was ich gerade mache:
vom Staatsarchiev die Orginalen Pläne suchen :) und planen....

Wie ich anfangen möchte / Was ich tun möchte (mit entsprechenden Fachmännern):
Statik - Holzbalkendecke zusammenhängen
Statik - Dachstuhl verstärken
Statik - Kellerdecke außbessern/abstützen
Zum Erdreich isolieren
Aufdachdämmung (Sichtdachstuhl)
Neue Heizung, Bad, Elektrik


Fragen - Was mir noch nicht ganz klar ist:
Wieviel Heizleistung ist nötig für ca 250qm, wenn ich an den Fenstern und der Wand nichts machen würde. Natürlich will ich dazu auch noch einen Energieberater kontaktieren.
Fußleistenheizung (in der Wand) ODER Fußleistenheizung an der Wand ODER Wandheizung? ODER im EG sogar Fußbodenheizung?
Warum hat die Garage im Nebengebäude einen Kamin?

Die ersten Bilder sind in meinem Profil...

Schöne Grüße
Alfons



Gratulation



Hallo "Fonsi"

Da haben Sie anscheinend Glück gehabt mit dem Schätzchen.

Mein Rat: Machen Sie so wenig als möglich und nur so viel wie unbedingt nötig!

Wenn sei Glück haben ist auch beim Aussenputz nur die Farbe, die nicht so astrein ist.

Bei den Rissen keine Panik - eher schauen als erstes: Woher kommen die?
Keine Zementären Verpressungen machen lassen.

Rostende Balken: in Feldmitte oder an den Randbereichen (an der Wand)?

Ihr "to do" Liste ist ja noch nicht so voll, sollte aber auf ein ordentliches Gesamtkonzept abgestimmt sein, damit sie da keine groben Fehler machen: Die Kette (das System) ist so stark (oder schwach) wie das schwächste Glied - nicht wie das Stärkste!

Bei der Heizung würde ich auf ein Temperiersystem setzen.

Falls Sie reale Hilfe brauchen können Sie sich ja gerne bei mir melden.

Gutes Gelingen

FK



Die Gunst der Stunde



Hallo,

bei Ihrem Schmuckstück können Sie derzeit auf günstige Fördermittel der KfW mit 1,00 Prozent Zins (Stand Juni 2012) zugreifen und/oder Zuschüsse bis zu 20 Prozent der Bausumme.

Für eine Heizlastberechnung benötigen Sie die Ermittlung der Umfassungsflächen und des jeweiligen U-Wert - Hier benötigen Sie einen Gebäudeenergieberater sowie gegebenenfalls den Nachweis für den Hydraulischen Abgleich

Nehmen Sie einen Architekten/Gebäudeenergieberater in Anspruch. Derzeit werden bis zu 4.000 € für die Baubegleitung als Zuschuss gewährt, wenn Sie mindestens den KfW Standard 115 erfüllen.
Dabei werden die Kosten im Programm 431 für wesentliche Modernisierungsplanungen erfasst; dass heisst bei max. 8.000 € Planungskosten werden 4.000 € als Zuschuss gewährt.

Viel Freude beim Ausbau.



Nehme 3 zahle drauf!



Die übelste Marketingmasche der Banken und Hirnverdreher!

Hier ein Zuschuss, dort ein "Billigzins" … und wenn Sie alles auf einmal nehmen noch 5 % Skonto!

BALDI - like!
Kotz ist Geil!

Aber irgend wie müssen die Semianarkosten ja wieder reingeholt werden.

Leider büssen es letztendlich immer die Bauten und die Bauherrn selbst in dem sie Schäden nehmen oder im 2. Fall doppelt zahlen!

Aber Hauptsache: gespart!

Mein Umsonst - Tipp:
Bauherr sei wachsam!

FK



KfW Billigzins und die EnEV 2009 - Geiz ist Geil?



Derzeit wird über die KfW und L-Bank ein Fördermittelzins von 1,00 bzw. 0,75 Prozent Zins angeboten. (Stand Juni 2012)

Voraussetzung für die Fördermittel ist, ein Architekt / Gebäudeenergieberater berechnet das Gebäude als zugelasener Sachverständiger und unterschreibt den Antrag entsprechend des Programms.

Billigzins und die Wirtschaftlichkeit gegenüber dem Auftraggeber. Es ist zwingend notwendig, den Auftraggeber über finanzielle Nachteile aufzuklären bzw. zu informieren.

Mit der Vorgehensweise, der Kunde wird in Architektur und Gestaltung beraten und was das kostet sowie die Wirtschaftlichkeit werden ausgeblendet; ist ein Wirtschaftsdelikt gegen Treu und Glauben.

Der Kunde hat einen Anspruch informiert zu werden auf den Billigzins der KfW und L-Bank und den Zuschüssen in barer Münze.

Gefordert wird bei Modernisierungsarbeiten die Einhaltung der EnEv sowie die Anforderungen der KfW. Selbst ohne Fördermittel muss der Planer die Anforderungen einhalten - Warum sollte der Kunde auf den "Billigzins" verzichten?

Jedem Planer ist es somit ans Herz gelegt dem Kunden die Wirtschaftlichkeit der Energetischen Modernisierung und die Fördermittel aufzuzeigen; die Möglich sind.



Ganz



grober Erfahrungswert: 160W Heizleistung pro m2 Wohnfläche. Das ersetzt keine Heizlastberechnung, gibt aber schon eine Vorstellung, in welchem Bereich man landet. Bei den 140m2 hier wären das 22,4kW.

Zur Hüllflächentemperierung sage ich persönlich gar nichts, ohne so ein System selbst erprobt zu haben. Die obigen Angaben sind Richtwerte bezogen auf eine klassische Warmwasserheizung mit Stahlheizkörpern und Vorlauftemperaturen zwischen 55 und 70 Grad je nach Witterung.



....



ENEV und Außenstuck und Kastenfenster - das alles erreichen wird wohl spannend.... (wohl auch kaum möglich)
KFW Kredit fällt da wohl weg, weil ich dann an zuviele Vorschriften gebunden bin.
Das Haus lebt davon. Wenn ich die Fenster tausche oder Außen Isoliere, dann ist das Seele des Hauses ein wenig gestorben...

Normale Heizkörper haben meiner Meinung nach zu viele Nachteile. Dazu muesste ich Nischen in die Wand hauen. Wand/Bodentemperierung scheint für mich die elegantere Lösung. Ob das durchführbar ist muss ich noch prüfen.

Für 20KW brauch ich ja eine sehr große Kraft-Wärme-Kopplung ...



WIe



gesagt, die Überschlagsrechnung gilt für klassische Heizung. Ich bin sowieso Elektro- und kein Heizungstechniker, aber mit solchen alternativen Formen habe ich gar keine Erfahrung, kann daher auch keine Werte angeben.

Stuck und Fenster zu belassen ist meiner persönlichen Meinung nach ein sehr löblicher Ansatz!
Ich würde auch stark vermuten, dass sich Dämmmaßnahmen bei so einem Gebäude finanziell kaum amortisieren.



Schreckgespenst EnEV



Warum soll es nicht möglich sein bei Ihrem Objekt die EnEV nicht einhalten zu können? Das ist vermutlich einfacher als man denkt.
Hauptaugenmerk sollten Sie auf die Heiztechnik legen, der Gedanke mit Temperierung ist schon mal sehr gut.

Grüsse Thomas



Denkmal?



Hallo Alfons,

mein "Bauchgefühl" sagt grad Bescheid: Keine Ahnung wie das im LK Freising ist, in manchen Gegenden könnte Dein Haus unter Denkmalschutz stehen. Und das bringt seit April bei der kfw wichtige Änderungen, da man dann spezielle Berater braucht.

@Florian Kurz: Wenn es Fördermittel gibt, darf man als Eigentümer schon mal durchrechnen, ob sie einem Vorteile bringen. Das bedeutet nicht, dass man deswegen Lemming-like Unvernunft an den Tag legt.

Viele Grüße - und ich bin gespannt darauf, wie Dein Haus irgendwann ausschaut!

Dirk



Denkmalschutz



Hallo Alfons,

das ist ja ein wirklich schönes Haus. Auf jeden Fall schon einmal viel Spaß damit.

Sofern das Haus noch nicht unter Denkmalschutz steht würde ich an deiner Stelle einmal ausloten, wie die Chancen stünden, das Haus unter Schutz stellen zu lassen. Hängt natürlich davon ab, was genau du vorhast und ob du mit den örtlichen Denkmalpflegern kannst.

Aber deine Pläne klingen sehr Denkmal-kompatibel, und wenn man mit den entsprechenden Denkmalpflegern gut auskommt kann man mit einem Denkmal Geld "sparen", da man die Kosten von der Steuer absetzen kann.

Was die KfW angeht braucht man zwar tatsächlich einen "Spezialberater" für Denkmäler oder gleichartige erhaltenswerte Bausubstanz, dafür aber sind auch die Anforderungen geringer.

Tina



...



ich hoffe es stört keinen wenn ich hier meine Fortschritte schreibe... weniger wirds bestimmt von selber...

Bevor ich zum Denkmalschutz gehe, muss ich mich da erst einlesen ob sich das mit meinen Plänen verträgt.

Jetzt steht erst mal Plaung auf der Tagesordnung. Das Staatsarchiv hat noch Pläne... juhu ... das dauert wohl aber noch 2 Wochen.
Statiker kontaktieren...
Wohin das Bad... Wohin die Küche...

Fons



EG Boden



... so jetzt habe ich in einer Ecke den Boden geöffnet.

freie Balken im Kies... ansonsten nichts.



Na



immerhin Kies und kein sandig-lehmiger Bauschutt usw., der so richtig schon erdfeucht ist und den Dielenboden von unten vermodern lässt.



Und was will



uns Kellergassenkatze dazu sagen???????