Fragen zum Wand / Deckenaufbau

04.11.2008



Hallo Fachwerk Community,

seit längerer Zeit lese ich hier schon mit. Jetzt habe ich mich auch angemeldet ;)
Morgen werden wir endlich unser kleines Zechenhaus (Bj. ca 1920) kaufen. Wohnen tun wir allerdings schon ca. vier Jahre drin. Jetzt da wir Eigentümer sind wollen wir natürlich einiges verändern. Unser Hauptanliegen ist die energetische Sanierung. Geplant haben wir unter anderem den Einbau einer Deckenheizung, Austausch von Fenstern und Türen, Pelletsheizung oder Wärmepumpe und eine Dämmung der Fassade.
Das Haus könnte man als Fachwerkhaus bezeichnen. Der Wandaufbau unterscheidet sich jedoch von allem was ich bisher gesehen oder gelesen habe. Das Fachwerk ist quasi freistehend. Auf der Innen- und auf der Außenseite wurden ca. 5cm dicke Gips / Strohplatten aufgenagelt. Auf den Platten dann Putz. An der Innenwand ca. 1cm. Bei der Außenwand kann ich es nicht genau sagen.
Nun zu meinen Fragen:
1. Würde eine Fassadendämmung überhaupt was bringen? immerhin liegt zwischen Außenwand und Innenwand eine 12cm Luftschicht.
2. Wird hier an irgendeiner Stelle eine Dampfbremse benötigt?
3. Damit die Deckenheizung funktioniert, muss ich die Decke dämmen. Einbringen wollte ich eine ca. 12cm dicke Hanfdämmung darüber sind dann noch ca. 6cm Luft bis zum Dielenboden des zwar ausgebauten aber unregelmäßig beheizten Dachbodens. Ist hier ein Feuchteproblem in der Luftschicht zu erwarten?

Wir hatten auch schon einige Betriebe vor Ort, aber konstruktive Vorschläge kamen eher selten. Ich hoffe Ihr könnt mir ein paar Tips, Anregungen oder sonstiges geben.



Wand/Deckenaufbau



Hallo Oliver,
theoretisch würde eine Außendämmung etwas bringen.
Warum nur theoretisch?
Weil man Deine Fragen und damit die Sanierung nur im Zusammenhang betrachten und lösen kann.
Dafür braucht Ihr unbedingt fachliche Hilfe und Unterstützung, beginnend mit der Planung und Konzipierung der Sanierungsmaßnahmen bis zur Baubegleitung.
Auch wenn Ihr aus finanziellen Gründen nur einige Sachen jetzt machen könnt, ist solch ein Gesamtkonzept unbedingt notwendig.

Zum Schluß noch zwei Fragen:
Warum wollt Ihr eine Deckenheizung verwenden und wie soll diese Heizung bei Euch funktionieren?

Viele Grüße





Guten Morgen,

ich bevorzuge warme Füße und einen kühlen Kopf. Von daher
bevorzuge ich Fußbodenheizungen.
Die freistehenden Leichtbauwände sind vermutlich Innenwände.
Nicht unwahrscheinlich, daß sie mal ausgemauert und verputzt waren. Kriegszerstörungen und nachfolgende Basteleien haben gerade im Ruhrgebiet viel verändert.
Die Außenwände als Hohlwände sind ein Problem. Die sonst üblichen Innendämmungen könnten hier zur Folge haben, daß daß der Taupunkt schon in der Innenschale liegt. Kerndämmung lehne ich wegen der geringen Effizienz und der Probleme mit dem Absacken infolge Feuchtigkeit ab. Bleibt Außendämmung mit all ihren Anschlußproblemen und den Auswirkungen auf das Ortsbild. Wie sieht das Haus denn aus ? Und die Nachbarschaft ? Liegt es in einer Siedlung mit irgndwelchen Satzungen ?

Grüße aus Duisburg



Wand/Deckenaufbau



Erst einmal vielen Dank für die Antworten. Zum Thema Deckenheizung: Funktionieren soll das ganze über Wärmestrahlung und nicht über Konvektion. Da der Fußboden von der Decke angestrahlt wird, wird dieser auch erwärmt. In die Decke sollen Kapillarmatten eingebracht werden. Bei so einem System sollte die Vorlauftemperatur <= 30 Grad sein. Ansonsten gibt es einen heißen Kopf. Wie das ganze funktionieren soll ist z.B. hier beschrieben http://geoclimadesign.com/kapillar/index.php?m=4&p=1&lang=de
Eine genaue Wärmebedarfsrechnung steht noch aus. Wenn die Deckenheizung alleine nicht ausreichen sollte, werden wir noch zusätzlich Wandheizungen einbauen. Die Deckenflächen boten sich für uns als Heizfläche an, da diese sowieso erneuert werden müssen. Wir haben nur Spalierdecken die teilweise durchhängen.
Ausgemauert waren die Wände nie. Ich sollte vielleicht noch sagen, dass es ein Reihenmittelhaus ist. Auflagen oder Satzungen gibt es eigentlich nicht. Das äußere Erscheinungsbild ist (noch) nicht das hübscheste (Grober Putz und alte Farbe). Darüber das hier etwas gemacht werden muss bin ich mit meinen Nachbarn einer Meinung.
Klar ist das alles eine Sache für den Fachmann. Um diesem aber auf den Zahn fühlen zu können möchte ich mir vorher über die Problematik im klaren sein ;-)



Reihenmittelhaus



Das ist so eine Sache mit den Zahnärzten:
Wer fühlt eigentlich wem auf den Zahn ?

Also RMH, das heißt wenig Anreiz zum Energiesparen weil die Nachbarn eh alles umsonst liefern. Dachform flach ?
Oder ist die Zeile im Heimatstil errichtet ?

Nach meiner Kenntnis bringt es was, Kellerdecke unterseitig und Dachfläche (Flachdach) zu dämmen. Da sind nämlich keine nachbarn. Außen kann man sich dann schenken, weil 2/3 der Sparmaßnahme schon erledigt sind.
Von Ihrer tollen Kapillarmatte halte ich übrigens nichts als Grundlasterzeuger. Sollte es nämlich ein klitzekleines Wassermolekülchen wagen, sich mit ein paar groben Brocken zu verbinden, dann ist die ganze Matte dicht. Das passiert in alten Schwerkraftheizungen auch, aber die brauchen dafür ein paar Jahrzehnte länger. Ansonsten ist es dasselbe Prinzip.

Trotzdem viel Spaß