Wandheizung




In unserem Haus hat an vielen Balken der Holzbock gewütet.Um dem Austausch sämtlichen Holzes entgegenzuwirken(wir wissen ja nicht,ob das Vieh noch aktiv ist),wurde uns der Vorschlag einer Wandheizung unterbreitet.Diese soll durch ihre direkte Wärme der Vermehrung des Holzbocks entgegenwirken und die Feuchtigkeit,die diese possierlichen Tiere wohl bevorzugen,aus den Balken nach außen drücken,so das ihnen die Grundlage quasi entzogen wird.Hat jemand Erfahrungen mit Wandheizungen gemacht und kann davon berichten?Wie ist die Qualität der Luft in den Räumen und wieviel der Wärme geht durch die direkte Lage an der Außenwand verloren?Es grüßt Euch
Christine von der Brücker Mühle



Sehr Abenteuerlich



Mal davon abgesehen, das ich als Wandheizungsnutzer nie wieder auf ein anderes Heizungssystem zurückgreifen würde, und mal davon abgesehen, das Wandheizungen zur thermischen Sanierung von Gebäuden eingesetzt werden können, auch davon abgesehen, das dann dei Heizung natürlich genzjährig mit einer entsprechenden Grundtemperierung laufen sollte, halte ich es fü ausgesprochen Absurd, mit einer "normalen" Heizung einen tierischen Holzschädling vertreiben zu können.
Jetzt erst einmal: Entschuldigung für diesen langen Satz. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, Schädlinge in Holzkonstruktionen über Wärmebehandlungen zu bekämpfen und einem weitern Befall vorzubeugen. Das bedeutet allerdings, das im Kern des Holzen über einen längeren Zeitraum Temeperaturen um die 80 Grad erreicht werden müssen. Damit werden nicht nur die Schädlinge abgekocht, es verändert sich auch die Eiweissstruktur im Holz, so das Sie für tierische Schädlnge keine Nahrungsgrundlage mehr bietet.
-viel wichtiger ist die Frage nach dem Befall. Ist eis ein Primärbefall oder ein Sekundärbefall? Habt Ihr jemanden in der Nähe, der das beurteilen kann?
Wenn nicht, Sind auf jedenfall viel mehr zusätzliche Informaionen nötig, um überhaupt eine (unsichere) Aussage treffen zu können.
Gerne stehe ich euch mit meinem Rat zur Verfügung, besser aber, Ihr findet jemanden, der sich das Problem vor Ort anschaut.
Wo wohnt Ihr überhaupt?
h.g.
Ralf Femmer



Wandheizung



Hallo Ralf,
wir wohnen in Ratingen in der Nähe von Düsseldorf.
Der Holzbock soll wohl durch die Wandheizung nicht vertrieben werden können,aber die Möglichkeit der Vermehrung könnte so eingedämmt werden(habe ich so verstanden),da der gemeine Holzbock wohl eher ein feuchtes,kühleres Klima bevorzugt.Der Befall ist nicht akut,das heißt,es sind Wurmlöcher da,aber keines von den Biestern ist zu sehen oder zu hören.Heißt,es ist nicht genau festzustellen,ob da überhaupt noch etwas ist.Der Holzgutachter,den wir vor Ort hatten,ist der Meinung,daß es besser wäre,alles Holz mit Wurmlöchern auszutauschen,denn mit Chemie oder gutem Zureden wird man die Böcke nicht los._Eigentlich gibt es überhaupt kein Mittel dagegen,aber eine Wandheizung könnte,falls da noch einer aktiv sein sollte,dem entgegenwirken und wir könnten vielleicht einen großen Teil der alten Balken noch erhalten und bräuchten von außen nur aufzudoppeln.Puh,ich hoffe,ich habe das alles richtig verstanden,ich würde ungern etwas falsches erzählen.Prinzipiell entnehme ich Deiner Antwort aber,daß Wandheizungen echt gut sind,oder?Viele Grüße sendet
Christine von der Brücker Mühle



Regeln zur Sanierung



Guten Tag,
es gibt Regeln zur Sanierung von Hausbockbefall, das Kernstück der Regeln ist DIN 68800 Teil 4. Dort wird neben chemischen Bekämpfungsmitteln auch die Begasung und das Heißluftverfahren geregelt. Eine Wandheizung kann nie die Anforderungen des Heißluftverfahrens erfüllen. Sollte wirklich noch ein aktiver Befall vorliegen macht die Heizung keinen großen Unterschied. Der Hausbock kann relativ hohe Temperaturen und Holzfeuchten von 10% aufwärts vertragen. Die Heizung wird die Larven also nicht wesentlich hemen. Die Hitzeanforderung im Heißluftverfahren ist übrigens 55°C im ungünstigsten Holzquerschnitt, nicht 80°C. Sie müssen "sich aber ganz schön auf den Kopf stellen", zum 55°C im Holzinneren zu erreichen. Das die Holzeiweiße (und anderen Holzbestandteile) so verändert werden, dass bei Hitzebehandlung kein Neubefall möglich ist, wird z. Zt. in Fachkreisen diskutiert. Wenn Geld für Testreihen da ist wird daran auch immer mal wissenschaftlich weiter geforscht. Bewiesen ist ein Schutz aber noch nicht.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Aktiv oder nicht aktiv



Das ist hier die Frage.Lieber Herr Arnold,wie stelle ich als Laie denn fest,ob der Holz-oder Hausbock noch aktiv ist?In meinem Profil habe ich zwar Lebendiges Wohnen als Überschrift,aber diese possierlichen Tierchen hatte ich dabei eigentlich nicht im Sinn.Gibt es überhaupt eine Möglichkeit,ihn loszuwerden?Oder muß ich das ganze Holz,in dem Löcher zu finden sind,austauschen?Was halten sie z.B. von der Aussage,daß Holzweichfaserplatten nicht zur Dämmung genutzt werden sollten,weil die Fasern aus minderwertigem Material,sozusagen Abfallprodukten,hergestellt werden und sich darin auch der Holzbock ausgebreitet haben kann?Wenn ich damit dämmen würde,hätte ich in ein paar Jahren trotz Austausch des Holzes wieder das gleiche Problem.Es grüßt Sie ganz herzlich
Christine von der Brücker Mühle



Der gewärmte Hausbock


Meine Wenigkeit im Büro  1   (der junge Kerl)

Liebe Marie Christine

Zu den vielen sachlich richtigen Antworten, die du schon bekommen hast, noch einige Anmerkungen und Klarstellungen:

1) Der Schädling heißt "Hausbock" (hylotrubes bajulus)
- nicht "Holzbock"

2) Die angeblich vorbeugende Wirkung einer thermischen
Behandlung ist widerlegt. Siehe Untersuchungen durch
Dr. Grosser (Holzfoschungsinstitut der TU München)

3) Befallsspuren genau untersuchen zu lassen macht
wirklich Sinn.
Bitte im Zweifelsfall unbedingt durch eine seriösen
Sachverständigen machen lassen, es lohnt sich.
Eigenuntersuchungen erscheinen mir sehr risikobehaftet.

Hat ihr Sachverständiger Aussagen über Vitalität des
Befalls, über Möglichkeiten einer thermischen
Sanierung etc. gemacht?

4) Holzweichfaserplatten werden nicht befallen



Mit besten Grüßen



Lutz Parisek



Und weiter



Vielen Dank ersteinmal für die Richtigstellungen zum Holzbock und vielen Dank auch für den lateinischen Namen. Aber was mich wirklich dazu noch interessieren würde, so unter Fachleuten, was macht eigentlich ein Holzwurmmassenmörder so den ganzen Tag ? :-)
Liebe Marie Christine
Zu allererst einmal ist in Deutschland natürlich alles geregelt. Da ist der Hinweis mit der DIN 68 800 schon ganz richtig. Allerdings hat sich die Frage des vorbeugenden und bekämpfenden Holzschutzes inzwischen zur Anschaungsfrage entwickelt. Letzlich steht immer die Frage, wo Ihr euch selber wieder findet.
Grundsätzlich stellt sich, wie schon erwähnt, die Frage nach der Art des Befalles. Also ist der Schädling aktiv oder hat sich nur ein anderes "Tierchen der vorhandenen Gänge bemächtigt.
Dazu einfach nur einmal ein paar ganz persönliche Überlegungen.
1. Wie alt ist die Konstrution von der hier geredet wird?
Wenn selbige älter als Hudert Jahre ist, würde ich persönlich davon ausgehen, das aufgrund der veränderten Eiweißstruktur im Holz selbst keine Nahrungsgrundlage mehr für die Hausbocklarve vorhanden ist.
2. Die Löcher, die zu sehen sind, sind Ausfluglöcher. D. h., zumindest diese Larve ist bereits ein Käfer und schon über alle Berge. Die Frage ist, ob noch Lebendbefall vorhanden ist. Um das herraus zu finden, sollte einfach an verschiedenen Stellen das Holz bebeilt werden. Wenn das aufmerksam geschieht, wird man unter Umständen auf die eine oder andere Larve treffen, so sie denn da sind.
3. Gibt es überhaupt noch so etwas wie Splintholz? Sollte die Hausbocklarve bei euch gewütet haben, ist es bei einem alten Gebäude sehr wahrscheinlich, das er schon alles aufgefressen hat was es so zu holen gibt.
4. Wie sieht es mit dem tragfähigen Restquerschnitt aus?
Sollte dieser ausreichend sein ist ein Austausch der Hölzer nicht nötig. Vor allem nicht, wenn es sich dabei um Kernholz handelt.
Wenn Ihr wollt, kann ich euch gerne die Telefonnummer von einem Freund in Köln geben, der sowohl über den nötigen Sachverstand wie auch über eine substanzerhaltende Grundhaltung verfügt. Vor allem, nach möglichkeit chemiefrei.
h.g.
Ralf Femmer



Wandheizung und Hausbock



Hallo

Habe ihr Problem gelesen,da wir in der Denkmalpflege
mit solchen Tieren öfters zu tun haben kennen wir da ein
sehr gutes Mittel ist absolut Giftfrei. Aus der Praxis
kennen wir sehr viel Häuser wo diese Nager vertrieben
wurden,und seit jahren kein Befall mehr vorkam.
Sie können dem Hersteller unter www:Masid .de erreichen.
Auf dieser Seite gibts auch sehr viel info.
Ansprechpartner dort Frau Runkel

mfg
Albert Ruf



Der gescheckte Nagekäfer



hallo Ihr Lieben,
er hat nun einen Namen,es ist der gescheckte Nagekäfer,hm.Gesehen hat ihn noch keiner bei uns im Haus,es gibt wohl nur eine Stelle an der Inneren Fachwerkkonstruktion,wo vermutlich,eventuell,möglicherweise,vielleicht ein aktiver Befall vorhanden ist.Der Rest des Holzes scheint in Frieden leben zu dürfen.Empfehlung des FAchmannes: Austausch des Holzes oder Abtöten mit Heißluftverfahren oder Mikrowellenverfahren.,danach Abbeilen bis auf den harten Grund,Aufbringen eines egalisierenden Lehms mit anschließend davor zu montierenden Eichenbohlen.Na,wie hört sich das an?Kann damit dem gescheckten,gemeinen,geldgierigen Nagekäfer der Garaus gemacht werden?Oder kann ich davon ausgehen,daß(sorry,die Rechtschreibreform fruchtet bei mir nicht wirklich)bei 225 Jahre altem Holz der Käfer an Altersschwäche gestorben ist und ich mach einfach nix?Ach ja,lieber Ralf Femmer,immer her mit den Telefonnummern,ist aber nicht zufällig Herr Bernhard,der Statiker?Und Dank an Herrn Ruf für die Internetadresse,werde mich da auch mal kundig machen.Bis auf weiteres grüßt alle Antworter/innen
Christine von der Brücker Mühle





Hallo ersteinmal
Hier mal ein paar Auszüge von www.holzfragen.de

"Ein besonderer Spezialist ist der Bunte oder Gescheckte
Nagekäfer, Xestobium rufovillosum (De Geer 1774), der als treuer Helfer dem Sachverständigen für Holzschutz immer auf Pilzbefall aufmerksam macht. Er ist Pilzfolger und nutzt z.B. das zuvor von holzzerstörenden Pilzen aufbereitete Holz überwiegend der Eiche.
Wird er angetroffen ist meistens alles zu spät, die Hölzer sind schon vom Pilz zerstört."
".....haben holzzerstörende Insekten dabei gewisse Mindestansprüche an die Holzfeuchte: In Räumen mit Zentralheizung, wo das Holz weniger als 10% Wasser enthält, kann der bekannte "Holzwurm" das ist der Gemeine Nagekäfer, Anobium punctatum (De Geer, 1774) (gehört zu der Familie der Nagekäfer, Anobiidae) nicht überleben, und auch der gefährlichere Hausbock, Hylotupes bajulus (Linnaeus 1758) ist weit von seinem Optimum entfernt. Obwohl, gerade er kann auch längere Trochenphasen heil überstehen, weshalb er eben unterm Dachstuhl gut überleben kann."
Vieleicht hilft das ja ein wenig dabei, eine Entscheidung zu treffen.
Ich würde wahrscheinlich garnichts machen. Allerdings ist das aus der Ferne schwer zu beurteilen.
Die Telefonnummer folgt per Mail.
h.g.
Ralf Femmer



Käfer mit Kamm



Liebe Marie Christine

Kollege Femmer hat wahrscheinlich recht, der Befall von "xestobium" beschränkt sich auf vorgeschädigtes Holz. Das heißt Schädigungen entfernen, bzw. behandeln und sich nicht mehr verückt machen.
Noch ein Satz zum Angebot vom Kollegen Ruf. Das angebotene Mittel mag zur Vorbeugung ja geeignet sein, jedoch damit eine Bekämpfung anzubieten halt ich für ganz schön verwegen.
Ich würde einmal darüber nachdenken, was falsche Ratschläge für Schäden anrichten können. Hier bestehen moralische Verpflichtungen gegenüber dem Ratsuchenden!



Yeep



Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
h.g.
Ralf Femmer



Danke



an alle, die mich so kräftig unterstützen,ich werde mich mit Sicherheit von einigen der ältesten Balken verabschieden müssen,leider,die sind arg geschädigt und sehr faul,alle anderen werden abgebeilt und hoffentlich erhalten werden können.Die Wandheizung wird mir immer sympathischer und viel teurer als eine normale Heizung mit Heizkörpern ist sie wohl auch nicht.Aber wir sind ja gerade erst am Anfang,ich werde bestimmt noch mit vielen anderen Fragen und Problemen im Netz auftauchen und freue mich schon auf Euch.Bis dahin grüßt Euch
Christine von der Brücker Mühle