Schimmel auf Lehmputz



Liebe Fachleute, gestern bin von einer leidgeprüften Bauherrschaft um ein Urteil gebeten worden zu folgendem Schadensbild. Es bildet sich weisser und auch schwarzer Schimmel an der Wandinnenseite, es handelt sich um ein vor 5 Jahren kernsaniertes belgisches Bruchsteinhaus, Wandstärke ca 50 - 60 cm, Innenseitig verputzt mit Claytec LehmUnter- und Oberputz, Schichtstärke im Mittel 3 cm.Es gibt weder aussen noch innen eine Wärmedämmung. Der Befall findet sich an 2 Stellen, beidemale an Gebäudeaussenecken in der ersten Etage ( deswegen möchte ich aufsteigende Feuchtigkeit schonmal ausschliessen).Das Mauerwerk ( Mischung aus belgischem Granit und Sandstein, ist mit Trass(kalk oder Zement ist nicht bekannt)neu ausgefugt und in sehr gutem Zustand. Es handelt sich jeweils um die Kinderzimmer. Bei Entnahme von Putzproben bis aufs Mauerwerk konnte ich kein Schimmelbefall am Stroh in der Putzschicht feststellen. Für mich drängt sich die Vermutung auf das zu wenig gelüftet wird, dies in Verbindung mit neuen dichten Fenstern...
Wer hat einen Hinweis auf die Ursache ?
Es grüsst Henrik Preßler, Naturkonzept Lehmbau



Das sind dann wohl



die kältesten Stellen im Raum, auch noch über den Fenstern.

Vielleicht sind ja auch die Fenster schlecht eingebaut, und es gibt undichte Bereiche.

Soweit das aus der Ferne zu beurteilen ist: Kondenswasser

Grüße

Thomas W. Böhme



Würde ich auch sagen.



Luftfeuchtigkeit messen und die Temperatur in den Ecken. Bei einem guten Hygrometer wird auch der Taupunkt angezeigt.
Es sind wahrscheinlich auch konventionelle Heizkörper im Raum, die die Raumluft und den Staub verwirbeln!

Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Ich stimme Herrn Vidirks Verdacht zu: wahrscheinlich kommt die



ungesunde Warmluft-Wärme der handelsüblichen Radiator-Heizkörper nie bis in die Hausecken rein. Eine sehr praktikable Lösung wäre das Umrüsten auf Heizleisten montiert entlang der Außenwände, die bei gleichen Vorlauftemperaturen wie Radiatoren funktionieren.



Kondensfeuchte



sollte man nicht vordergründig mit Heizleisten bekämpfen (besonders weil ich deren Wirksamkeit für Schäden unter der Decke und auch noch über Fenstern bezweifle), letztlich würden nur große Konvektoren durch kleine ersetzt. Wenn die Heizleisten in diesem Fall etwas bringen sollten, müsste man sie unter die Decke schrauben :-) Vielleicht würde es dann aber in den unteren Außenecken schimmeln.

Wie schon geschrieben ist das Ermitteln der Wandtemperaturen sehr hilfreich (und das Abstellen eventueller baulicher Mängel), und natürlich richtiges Lüften.

Trotz Regen ein schönes Wochenende wünscht

Thomas



Bauteiltemperierung



Oftmals ist der Grund für Tauwasserbildung nicht eine objektiv zu hohe rel. Raumluftfeuchte (messen wäre auf jeden Fall ratsam) sondern die, durch die Heizkörper hervorgerufene Umverteilung der vorhandenen Feuchte (Verdunstung im erwärmten Bereich, Konvektion der warmen Luft in die anderen Bereiche des Raums, Kondensation der Feuchtigkeit im kalten Bereich). Da können sie dann noch so viel Lüften... ist dann auch wieder ungesund.

Schon eine geringfügige Temperaturanhebung um 1-2K der kalten Wandbereiche hebt die Oberflächentemperatur oftmals über den Taupunkt. Eine Umrüstung auf Heizleisten und Beheizung des Raums über die Wandoberfläche ist häufig nicht nötig (und nicht zuletzt vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadiskussion bei ungedämmten Außenwänden auch kaum sinnvoll).
Zur geringfügigen Temperierung der Wandoberfläche sollten vielmehr die Vorlauf-Heizungsrohre genutzt werden. Statt direkt in den Heizkörper werden diese zunächst unten an den Außenwänden entlanggeführt und münden dann erst in diesen. Um den Widerstand für die Umwälzpumpe nicht zu groß werden zu lassen und eine ausreichende Wärmeabgabe zu erreichen, sollten die Leitungen nicht zu dünn gewählt werden (in schwach geheizten Schlössern & Kirchen haben sich nach H.Künzel 10W/m Heizleistung als ausreichend erwiesen, bei 20-22°C darf es sicher etwas mehr sein, Tabellen zur Wärmeabgabe von Rohren gibts im Netz oder beim Heizungsbauer). Wenn die mit Schimmel befallenen Putzflächen erneuert werden, kann man zusätzlich den Unterputz mit Blähton "magern" (1RT fetter Lehm + ca. 1-2RT Blähton), die Kapillarität bleibt erhalten, die kältesten Stellen sind dann jedoch ein klein wenig besser Isoliert als der Rest.

Die große, konventionelle Rundumsanierung (Innenisolierung, Außendämmung....) mag dieses Problem garantiert beseitigen, kostet aber ein vielfaches und verursacht womöglich auch neue Schäden.

Trotz allem sollten sie die Fassade gründlichst nach evtl. Rissen absuchen, nicht daß doch irgendwo der Wind Regenwasser ins Gemäuer treibt...

Gruß Frank

p.s. reine Kalkfarbe ist im Gegensatz zu heute gewonnenem Lehm (saurer Regen) alkalisch, das mögen Pilze nicht... als flankierende Maßnahme???



@Herrn Böhme zur Heizleisteninfo:



Es müssen keine Heizleisten an die Decke geschraubt werden, da sich vor der Außenwand nach kurzer Anwärmzeit ein Wärmeschleier bildet.(unsichtbar, ist jedoch durch Infrarotaufnahmen bewiesen.) Dieser Wärmeschleier ist für die Strahlungswärme-Übertragung verantwortlich. Somit bleiben die Wandoberflächen trocken,Schimmelpilze können nicht überleben, sofern die Außenwände wirklich trocken ist und keine kapillare Feuchtigkeit zieht.



Schleierhaft, dieser "Wärmeschleier"



Wodurch genau soll sich die warme Luft, die von einem kleinen Radiator (Heizleiste) aufsteigt, von der warmen Luft unterscheiden, die von einem großen Radiator (konventioneller Heizkörper) aufsteigt? Denn es handelt sich hier um keinen Schleier, der da vor der Wand hängt, sondern um jede Menge bewegte Luft. Sicherlich, in jedem der beiden Fälle erwärmt die aufsteigende Luft auch geringfügig die Wand (Luft ist kein guter Wärmeleiter!); daß das aber ca. 2,5m über der flachen Heizleiste noch nennenswerte Wirkung zeigt, bezweifle ich nach wie vor.
Möglicherweise wird die Verteilung warmer Luft im Raum ja etwas besser, trotzdem sollten statt willkürlicher und kostspieliger Umbauten, die nur an Symptomen kitten:

-eventuelle bauliche Mängel aufgespürt und beseitigt werden (da gefällt mir der Vorschlag von Frank Holberg ganz gut, den Lehm an dieser offensichtlich besonders kalten Stelle abzumagern)
-das Lüftungsverhalten überprüft werden (ca. dreimaliges Stoßlüften täglich, vor und nach dem Schlafen und tagsüber jeweils nur 3-5min, aber mit völlig geöffneten Fenstern, am besten über Eck)
-das Fenster nachts ein klein wenig offen halten, also Spaltlüftung (Fensterhebel in eine Mittelposition zwischen offen und geschlossen, wo das Fenster noch nicht aufgeht, sich aber doch schon 3-4mm öffnet). Vermutlich sind diese Probleme erst nach dem Einbau der neuen Plastefenster aufgetreten.

Luftige Grüße

Thomas



Gleiches Problem!



In meiner Verwandtschaft tritt genau das selbige un d leidliche Thema auf!
Lehmverputz, 2-lagig.
Und nun nach drei (3) Jahren beginnt in den schlecht zirkulierenden Außeneckbereichen (hier zwar im Erdgeschoßbereich!), eine Schimmelpilzengtwicklung.
Zur damaligen Zeit empfahl ich eine ringtemperierende Leitung in den Putz zu integrieren und an die bestehende Konvektorheizung anzubinden, doch dies kam nicht zum tragen.
Nun ist aber genau zu diesem damaligen Gedanken dieser Sachverhalt eingetreten und wir werden dort eine nachträgliche Veränderung vornehmen.
Bauteiltechnische Betrachtungen sind unbedingt von Nöten und auch von hoher Sachrelevanz.
Lehm ist nun einmal auch kein Allheilmittel!

Grüße Udo



wenn man nicht genau sieht ...



sollte man den Schleier lüften ...

Die schleierhaftigkeit der Temperierungen oder Heizleisten kann evtl erhellt werden wenn man sich die sancal-Seiten durchliest o.Ä.
Die Heizleisten funktionieren optimal, wenn die Temperaturen der Vorläufe nicht zu hoch ist ... wenn die Temperaturen erhöht sind reisst der Warmluftschleier ab und bewegt sich von der Wand weg und wird zur "Warmluftwalze" die man von den üblichen Konvektoren kennt ...

Vielleicht wird's so anschaulicher?

DasThema Schimmel und Lehm ist ein weitverbreitetes - Wie ich schon oft geschrieben habe sollte man die Bauteile nicht Teil für Teil "optimieren" und nicht an die Systeme oder Abhängigkeiten dabei denken - es ist halt nicht nur die Frage: Lehmputz oder nicht sondern betrifft dann noch die Heizung, die Lage des Hauses, und zig weitere bauliche Parameter ....

und das Argumment: mangelhafte Lüftung ist so ein Placebo-BlaBla - ein Haus muss auch funktionieren, auch wenn man nicht "drei mal am Tag Stoßlüftuung" macht ... da stimmt dann was nicht - so oder so!

schönes Wochenende

FK



Vermutlich hat ja aber



das Haus auch ohne 3maliges Stoßlüften besser funktioniert - bis neue und dichte Fenster reinkamen.

Und was sollte man gegen richtiges Lüften sagen? Schließlich muß man ja nicht im selbst produzierten Mief ersticken!

Grüße

Thomas





herr Schillberg und Herr Kurz

das mit den Heizleisten und dem Warmluftschleier interessiert mich brennend. Wo finde ich hierzu mehr Informationen?

Vielen Dank



heizleisten



unter anderem unter
www.sancal.de

gutes Gelingen



Schimmel auf Lehmputz



Liebe Antworter, vielen Dank erstmal für die zahlreichen Äusserungen zu meiner Frage, ich bin schwer begeistert in welch kurzer Zeit so viele brauchbare Infos zusammen kommen: weiter so ! Es grüsst Henrik Preßler



Allgemein gehaltene Behauptungen



und Verschwörungtheorien reichern die Seite von Sancal an.

Meine Glaubensfähigkeit überfordert die Seite bei Weitem.

Es fehlen hingegen nachvollziehbare Beweise, warum z.B. die nach vorn abgegebene Warmluft vor der Wand einen "Wärmeschleier" bilden soll; warum diese Luft im Aufsteigen ihre GESAMTE Energie an die Wand abgeben soll ("Inzwischen ist messtechnisch nachgewiesen, dass Heizleisten reine Strahlungswärme sichern und damit ein natürliches Raumklima entsteht." - leider wird das nicht weiter ausgeführt) etc.

Wer in Sachen Heizung unbedingt etwas ANDERES haben muß (als Selbstzweck) ist hier trefflich bedient. Der Rest läßt vermutlich die Finger davon und entscheidet sich auf Basis des gesunden Menschenverstands und der Physik für eine tatsächliche Strahlungsheizung.

Grüße

Thomas



Glauben oder Realität



Sie schreiben: "leider wird das nicht weiter ausgeführt"
dann sollten Sie weiter lesen
evtl auch auf der Seite:
http://clausmeier.tripod.com/

und wenn Sie auf der Suche nach "Beweisen" sind - untersuchen Sie bitte mit Hilfe der Physik die Unterschiede zwischen Strahlung und Konvektion aufzuarbeiten und vergleichen Sie dann das mit den "landläufigen Meinungen" über Heizung und Heizen ....

Was wäre denn Ihrer Ansicht eine 100% ige Strahlungsheizung?

Bin gespannt!

FK



@ FK



also habe ich bei Sancal noch 'mal das gleiche nachgelesen und nichts neues dazu gefunden. Ich habe mir auch den streitbaren Professor Meier in Kürze angeschaut, aber nichts zum Thema gefunden. Nun ist die Seite recht informationsreich, wo genau ist denn die Laudatio auf die Heizleisten verborgen?

"untersuchen Sie bitte mit Hilfe der Physik die Unterschiede zwischen Strahlung und Konvektion aufzuarbeiten und vergleichen Sie dann das mit den "landläufigen Meinungen" über Heizung und Heizen ...."

Wozu nochmal, daß haben ganz erfolgreich schon andere getan. Ich habe keinen Zweifel daran gelassen, daß ich Strahlungswärme für die vorteilhaftere Heizungsart halte.

Aufgrund der vagen Geschichten auf der Sancal-Seite fehlt mir jedoch auch jenseits gegenteiliger praktischer Erfahrungen jeder theoretisch fundierte Ansatz, Heizleisten für eine nennenswerte Quelle für Strahlungsheizung zu halten. Mit Sicherheit sind sie keine Alternativen zu echten Flächenheizungen.

Aber der Professor schreibt etwas anderes Interessantes (und damit kommen wir zum Ausgangspunkt der Frage zurück):

"Das ”undichte Fenster” ist die einzige kostengünstige und überschaubare Konstruktion, um einen Feuchtestau der Raumluft zu vermeiden – eine uralte Lüftungsvariante.
Sogar die ”Industrie” hat sich darauf eingestellt: Sie bietet ”undichte” Dichtungen an (Noppen auf dem Dichtungsband), empfiehlt Lüftungsschlitze im Rahmen (auch mit Staudruckbremse) oder entfernt lapidar nur wieder die Lippendichtung. Gegenüber dem in den Verordnungen geforderten ”Fugendurchlaßgrad” bedeutet dies ein Salto Mortale rückwärts – Schizophrenie im konstruktiven Denken.
Warum eigentlich kann man zum Lüften nicht einfach das Fenster aufmachen – frische Luft und die Verbundenheit zur Außennatur läßt dies am wünschenswerten erscheinen."

Schön, nicht?

Frische Luft kann man auch haben, indem man hinausgeht. Und ganz genau das tue ich jetzt. Stahlungswärme (100%) von Mutter Sonne. Was die letzte Frage beantwortet.

Grüße

Thomas



sind das 100% bei der Sonne?



... die wir abbekommen oder die die die Sonne "verschickt"?

das andere:
"http://sancal.de/sites/100fragen/100Fragen.html"
und da z.B. S. 21

schönen Sonntag!

FK



Da habe ich doch...



...die "Aktuelle Seite" vom Meister Eisenschink entdeckt und damit eine Sammlung wundervoller Zubettgehgeschichten für Fans der Heizleiste. "Und da sagte die kleine heiße Heizleiste zur großen, kalten Wand..." Zur Sache, Thomas, das steht da natürlich nicht.

Dafür aber das: "Die Strahlenwärme der Heizleisten ist selbstverständlich blitzgeschwind regelbar. Eine Heizleistenanlage für ein Eigenheim hat einen Wasserinhalt von gut 30 Litern. Die heizt der Kessel minutenschnell auf, und ebenso schnell ist das bißchen Wasser abgekühlt, wenn weniger Heizwärme gebraucht wird. Die schnelle Aufheizzeit im Vergleich zu allen anderen Heizsystemen war vor 40 Jahre eine der besonderen Auffälligkeiten der Heizleistentechnik."

An anderer Stelle vermerkt der Meister richtig
"Temperaturstrahler sind alle festen Körper, das heißt nur Gase Strahlen praktisch nicht."

Blitzgeschwind wird nicht mal das Wasser warm, daß die Heizleisten zum Leben erwecken soll. Die dann erwärmte Luft strahlt aber nicht. Dank des mysteriösen Wärmeschleiers, der sich sogar hinter Schränken bilden soll, streicht nun die Luft an der Wand entlang und erwärmt diese (aus meiner Sicht langsam, Stein leitet die Wärme ja auch sehr gut ab).

Wenn es im Raum schnell warm wird, ist das ein sicheres Zeichen dafür, das es hier nur - um warme Luft gehen kann.

An anderer Stelle polemisiert der Meister gegen Wandheizungen, die wären zu träge. Dabei versucht er mit seiner Heizleiste doch lediglich (mit wesentlich weniger Erfolg), ebenfalls die Wand zu erwärmen. Der Wärmeschleier strahlt ja eben nicht.

Mich erstaunt, daß der selbe Florian Kurz, der dem Forum so herrliche Wortschöpfungen wie die "trällernde Ökolobby" geschenkt hat und gegen Herstellerangaben latent mißtrauisch ist, immer wieder nur auf die Herstellerseite von Sancal verweist. Glaubst Du das denn wirklich???
In benannter Frage 21 wird allerlei behauptet. Warum das aber so sein soll, bleibt offen.

Warum also gibt die Luft, die sich zum Erwärmen durch Lamellen quälen muß, ihre Wärme freiwillig und vollständig während des Aufsteigens über 2,5 oder 3m an die Wand ab (zu 100% wohlgemerkt, so wird's behauptet). Was sollte sie bewegen, nach vorn aus der Heizleiste auszutreten und dann doch direkt an der Wand aufzusteigen?

Konkrete Aussagen dafür sind auf der sancal-Seite nicht zu finden. Allenfalls wird nebulös auf "Messungen" verwiesen.

Grüße

Thomas



Auf Grund



dieser nebulösen Informationen und weil ich die gleichen Gedankengänge wie Thomas W. Böhme habe, hatten wir uns auch für die Wandheizung entschieden, die ich auch bei meinen Kunden schon einige Male zu deren Zufriedenheit eingebaut habe.
Was ist jetzt aber eigentlich am Objekt passiert?
Haben Messungen schon irgend etas ergeben?
Info wäre nicht schlecht.

Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



3* täglich stosslüften....



ist ja völlig unpraktikabel meiner Meinung nach. Wir haben daher eine Zwangsbe/entlüftung verbaut (Zuluftventile in den Zimmern, Abluft in den Bädern, dänisches System). Mal schauen, ob es hilft....

Christoph



100-facher-Unsinn



jeder, der den 100-fachen-Sancal-Unsinn mal kritisch unter die Lupe genommen hat, müsste eigentlich dem Produkt Heizleiste mit äußerstem Misstrauen begegnen.
Die Heizleiste ist ein Konvektor, Basta, was ist auch Schlimmes dabei. Herrn Böhmes Argumenten sei noch hinzugefügt: allein die Tatsache, das hohe Vorlauftemperaturen notwendig sind siehe Leistungsdiagramm, bezeugt dies, die Wärmeabgabe wird nur durch einen erheblichen Luftdurchsatz erzielt.

Ich finde es grundsätzlich auch völlig Wurst, wie geheizt wird, und wenn die Heizleistenhersteller ihre Kunden vernünftig bedienen, ist das auch schon mal was. Bloß sollte hier nicht laufend wieder der gleiche Unsinn erzählt werden. Zur geistigen Reinigung verquaster Meier'scher Theorien empfehle ich unter www.ziegelphysik.de nachzulesen.



Das Kondenswasser



dass sich früher an den schlechteren Fenstern sammelte finden wir nun an der Wand. es ist immer das Selbe: Wenn die Fenster verbessert werden sollte man auch über eine Isolierung der Wände nachdenken. In diesem Zuge plädiere ich immer gern für Innendämmung mit Wandheizung. Da gibts einfach keinen Schimmel. Mit unzureichender Lüftung argumentieren Vermieter.
Gruß G. v. M.



@ Gero v. Monkiewitsch



Natürlich haben Sie recht. Bloß kann's der Fragesteller nicht auf den Vermieter schieben, und viele Bauherren haben nicht das Geld für eine kompromißlos gute Sanierung, viele Mieter könnten sich eine ebenso sanierte Wohnung nicht leisten...

Insofern werden immer wieder Fragen nach gangbaren Kompromissen auftauchen und sind auch berechtigt.

Grüße

Thomas



ich hole noch mal etwas weiter aus:



Das Wasser hatte sich am eiskalten einscheibigen Fensterglas niedergeschlagen, klar - Tatsache ist aber, dass durch Undichtigkeiten und Befeuerung die relative Feuchte niedriger war und sich an den noch schlechter beheizten Ecken trotzdem kein Kondenswasser nieder schlug.

Das Problem fängt also mit der Umstellung des Heizungssystems an und wird dann verstärkt durch moderne Fenster und die Sanierung und wieder verbessert durch eine Wärmedämmung. Aber: hohe Luftfeuchte ist auch ein Zeichen für schlechtes Wohnklima. Das wird erst mal dadurch nicht besser, wenn mit Heizleisten die Wände trocken gefönt werden oder mit einer Wandheizung die Oberflächentemperatur nach oben geschraubt wird, um dem Kondenswasserproblem zu zu Leibe zu rücken.

Wem an einem guten Innenklima in einem gedämmten Haus gelegen ist, der wird an einer kontrollierten Wohnraumlüftung nicht vorbei kommen.
Und wem das alles zu viel Heitek ist, der schneidet sich die Fensterdichtungen raus, wie hier ja immer mal "empfohlen", bezahlt das halt bei der nächsten Heizrechung mit, und erfreut sich am Abschmelzen der Polkappen ;)



Ich möchte auch mal meinen Senf dazu geben.



Bei dem beschriebenen Problem ist die Oberflächentemperatur der Knackpunkt.

Wird diese im Bereich in dem der Schimmel auftritt angehoben, lagert sich auf den kalten Flächen keine Feuchtigkeit mehr ab und es tritt kein Schimmel mehr auf.

Auch ein Lehmputz der in hohem Maß Feuchtigkeit aufnimmt erreicht irgendwann seine Sättigung.

Wie die Oberflächentempertur angehoben werden kann ist eine anderes Thema.

Grüße



Ich möchte auch mal meinen Senf dazu geben.



Bei dem beschriebenen Problem ist die Oberflächentemperatur der Knackpunkt.

Wird diese im Bereich in dem der Schimmel auftritt angehoben, lagert sich auf den kalten Flächen keine Feuchtigkeit mehr ab und es tritt kein Schimmel mehr auf.

Auch ein Lehmputz der in hohem Maß Feuchtigkeit aufnimmt erreicht irgendwann seine Sättigung.

Wie die Oberflächentempertur angehoben werden kann ist eine anderes Thema.

Grüße



Schimmel auf Lehmputz



Ferndiagnosen sind immer unzuverlässig, aber Schimmel an einer Außenecke könnte durchaus an zu niedriger Wandoberflächentemperatur liegen, wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist. In der DIN für baulichen Wärmeschutz ( 4108 oder 4109, ich verwechsle das immer mit der Schallschutz DIN) gibt es Rechenmethoden, mit denen überprüft werden kann, ob die gemessene Luftfeutigkeit für die gemessene Wandoberflächentemperaturin Relation zur relativen Luftfeuchtigkeit zu hoch ist. Ist das der Fall, schlägt sich die Feuchtigkeit dort nieder. Für höhere Luftfeuchtigkeiten sind Bäder, Küchen und Schlafräume bekannt. Sollte in der Wohnung auch noch Wäsche getrocknet werden, ein Zimmerspringbrunnen sprudeln oder große offene Wasserbehälter existieren ( z.B. Aquarium )oder,oder, ....,dann ist die Luftfeuchtigkeit manchmal so hoch, dass auch ein Lehmputz nicht mehr ausreichend regulieren kann. Die hohe Luftfeuchtigkeit (alles was über 50 % sind, könnte man grob sagen) verteilt sich in der ganzen Wohnung. Kommen dann dichte Fenster, wenig Heizung und wenig Lüftung in einem Raum zusammen, ist Schimmel vorprogrammiert. Die Feuchtigkeit schlägt sich an den kältesten Ecken nieder. Früher waren das die Fenster. Bei beschlagenen Fenster hat der Nutzer dann das Fenster weit geöffnet und für einen Feuchtigkeitsausgleich gesorgt. Aber bei den dichten Fenster heute kann es passieren, dass die Wandoberfläche kälter ist, als die Glasoberfläche und die hohe Luftfeuchtigkeit nicht mehr so leicht zu erkennen ist.
Auch wer denkt: "Ich habe ja die ganze Zeit das Fenster angekippt, da lüfte ich genug." kann falsch liegen. Durch die Kippstellung des Fensters wird die umgebende Wandfläche im Winter besonders abgekühlt und Feuchtigkeit kondensiert. Erschwerend kommt im Bereich des Sturzes meist noch eine Materialänderung gegenüber der Wand hinzu. Davor ist man bei alten Häusern auch an anderen Stellen nie sicher.
Ich hoffe, dass ich ein paar Anregungen zur Ursachensuche geben konnte. Es würde ich freuen zu hören, welche Ursache Sie finden konnten.
Wir wollen unsere Kursteilnehmer auch auf mögliche Schäden bzw. den Ursachen dafür hinweisen. Senden Sie uns, Europäische Bildungsstätte für Lehmbau beim FAL e. V., doch eine E-Mail unter FAL@fal-ev.de





wir hatten ungedämmtes haus,kalksandstein außen, ungenügend gedämmt.
nun hat das haus außenhülle aus Holz und dicke dämmschicht..

es ist wie ein wunderbarer kachelofen...,
keine feuchten ecken,klasse pufferung durch das steinmauerwerk innen..
und sehr guter niedrigster energieverbrauch..

wieso wurde das haus nicht richtig gedämmt? wie für neubauten schon lämgs pflicht..
herzlicher gru



Schimmel auf Lehmputz



Hallo,

für mich ist die Sache eigentlich klar, das Problem ist "die Mischung aus belgischem Granit", wer einmal Lehmputz verarbeitet hat erkennt schnell, dass die Trocknung von innen nach aussen erfolgt, in ihrem Fall kann die Feuchtigkeit nicht weichen, weil sie auf Granit stösst, der Effekt ist folgender, die Innenfeuchtigkeit staut sich und der Lehmputz wird durchfeuchtet, worüber sich der Schimmel freut, hier wäre ein Gipsputz die beste aber nicht optimale Lösung gewesen, Lehmputz zu Schimmel zu bewegen ist eine große Kunst und zeugt von immensen bautechnischen Mängeln. Dieses Haus hat sicherlich schon immer über Schimel geklagt, die optimalste Lösung wäre ein Haus ohne Putz mit einer Entfeuchtungsanlage.

Gruß

Thivosi



???



Ehrlich gesagt habe ich schon ziehmlich viel Lehmputz verarbeitet, denoch sind die Aussagen neu.
Wie bitte soll der Putz von innen trocknen? Wo soll das Wasser denn hin?

Die mit bekannten Lehmputz trocknen von außen. Ich habe oft Putz gesehen der außen schon trocken war und innen noch feucht.

Viele Grüße Gerd



Gips :-((



wäre in diesem Fall wohl nicht das Richtige!
Hält die Feuchtigkeit und fäng dann an zu gammeln!

Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Schimmel



@ Gerd
wir meinen beide sicherlich das gleiche, ein Problem der Sichtweise, anders herum ist es gar nicht möglich. Die Aussage "alles ist neu" beziehe ich auch darauf, ansonsten empfehle ich bei wikepedia.org sich über Lehm zu informieren, was sich mit meinen Aussagen deckt.

@ Harald Vidrik

Pauschalurteil, der Putz ist in den seltensten Fällen Schuld am Schimmel, Gipsputz nicht optimal, wäre aber einen Versuch wert.

Mein Rat, Lehmputz aufklopfen und Feuchtigkeitsprobe nehmen, bei starker Durchfeuchtung Experten einschalten oder einen Teil zur Probe mit Gipsputz oder einem anderen
verpoutzen.

gruß

thivosi



Ein Praxis-Beispiel zum Energieverbrauch mit Fußleistenheizung:



freistehendes Fachwerkhaus in Dreieich-Offenthal, zu beheizende Wohnfläche =200qm, Raumhöhen 2,60m, Außenwände Sichtfachwerk aus Strohlehm mit 11,5 cm Vorsatzschale aus Leichtlehmblöcken 8DF +6 cm Hanfleichtlehmfüllung,Dachboden mit 20cm Hanfschäben wärmegedämmt, Fußboden im EG Holzbalkendecke mit 12 cm altem Strohlehm, ohne zusätzliche Wärmedämmung, Wärmeschutzverglasung K=1,3.
Energiekosten für Heizung und Warmwasserbereitung in 2006= 2000 cbm Gasverbrauch, entspricht mtl. ca 159,- Euro oder 0,80 Euro/qm.



@Energieverbrauch



Nach co2online/Heizcheck sind das recht gute Werte. Es wurde ja auch in Wärmeschutzmaßnahmen investiert, das hat sicher den Energieverbrauch halbiert, schätze ich mal. Ein gutes Beispiel, wie sich Wärmedämmung lohnen kann, Gratulation Herr Schillberg.
Für mich bleibt es aber reine Spekulation, ob das Ergebnis mit einem anderen "Wärmeabgabesystem" besser oder schlechter gewesen wäre.



Vergleich unzulässig



Ich halte es beim o.g. Beispiel absurd, hemdsärmelig Verbrauchswerte zu präsentieren und einen Zusammenhang zwischen Heizleisten und Energieverbrauch herzustellen. Welchen Wert weist den die Energiebedarfsrechung aus, wie gut ist der U-Wert der Wand? Hieraus verstecken sich die Verbrauchswerte, nicht in der Heizleiste!



Heiz-oder Kalt



Hallo

die Sätze: Welchen Wert weist den die Energiebedarfsrechung aus, wie gut ist der U-Wert der Wand? Hieraus verstecken sich die Verbrauchswerte, nicht in der Heizleiste! sind Nobelpreis verdächtig!

Die zitierte Energiebedarfsrechnung ist doch ein verlängerter Arm der Dämmittelidustrie ... und beim U-Wert sollten Sie mal auf den Versuchsaufbau der DIN schauen und den kritisch hinterfragen was denn da gemessen werden soll!

Hieraus ... "Phrase of the day!

FK



Würde sich der Energieverbrauch bei Heizleisten bei diesem Projekt



nach den (rein theoretischen) U-Werten bemessen, müßte der Bauherr statt real 2000cbm Gas/Jahr theoretische ca mind. 3000cbm Gas/Jahr verbrauchen.



Herr Schillberg ...



das glaubt Ihnen keiner, der sein Wissen dem Rechnen gleichsetzt!

Es gibt Leute, die glauben an die Rechnungen, die man vorgesetzt bekommt; glauben an Folienkennwerte, die ewig Bestand haben, an U-Werte, usw.

Ich weiss es nicht wie's Ihnen damit geht - Ich glaube da schon lange nicht mehr dran! Hab auch die klassische Ausbildung auf zwei Ebenen durchlaufen: Schreinergeselle - Studium der Architektur!
Dort wird man zum Glauber erzogen nicht zum Hinterfrager - irgendwann fing dann dieses "Gebäude" zum Bröckeln an und mittlerweile habe ich da eine ganz andere Meinung!

Die wenigsten wird man durch "die Wahrheit" bekehren können - das ist in der Natur der Sache, wie bei der Erzihung: Die eltern sagen: Nicht hinlangen, die Kerze ist heiss! Die Kinder glauben das ja, wissen aber nicht was heiss wirklich ist ... bis eben zu dem Zeitpunkt ... aua ... Erfahrung! Und dann ist die Kerze schuld dass der Finger weh tut!

In diesem Sinne -frohes und weiter unermüdliches Aufklären und Hinweisen!

mfG

FK



Herr Kurz:



danke für Ihre Ausführungen. Nach fast 30 Jahren praktischer Altbausanierungserfahrung sehe ich es hier im Fachwerk.de als meine Aufgabe an,den AnfragerInnen meine Empfehlungen, beruhend auf meinen eigenen Erfahrungen weiterzugeben. Glücklicherweise hatte ich auch schon sehr früh Zweifel an den "üblichen" Berechnungen. Ich habe mir vorgenommen, die hier im Forum "rein rechnenden Community-Kollegen" zukünftig nicht mehr zu missionieren.



Staunend



"Ich habe mir vorgenommen, die hier im Forum "rein rechnenden Community-Kollegen" zukünftig nicht mehr zu missionieren."

Tut sich hier irgendwo eine spirituell orientierte Fraktion zusammen, fern der Mathematik, aber nahe am WAHREN PULSSCHLAG DER NATUR, DER BAUPHYSIK oder woran auch immer?

Es ist so gut zu wissen, daß es WISSENDE gibt.

Grüße

Thomas



Am Pulsschlag der …



Mathematik und Physik
und nicht "fern der Mathematik" ....

Herr Böhme: schauen Sie sich doch die DIN Berechnungen halt einfach mal an - von Anfang an: von den Versuchsaufbauten bis hin zu den Rückschlüssen die daraus gewonnen werden ...
Das ist ganz einfach "Erbsenzählen".
Und das vergleichen Sie mit der realen Phsik in den einschlägigen Standardwerken. Sie werden sich wundern.
Oder auch nicht?

OOOhhmmmmaaaaniiiiipaaaddmmeeeehhhuuuuummmmmmmmmmm!

:-)

FK



Berechnungen...



wie eine Baustatik beispielsweise sind halt nur was für Feiglinge ;)



Richtig Herr Göb!



Kennen Sie das Hypobankgebäude in München in der Nähe das Arabella Parkes?
Dort hat der Statiker die Bewehrung für alles incl der Fundamente berechnet und Lsiten geschrieben etc.
Der Prüfstatiker hat "geprüft"!

Und dem Polier ist bei den Arbeiten aufgefallen, dass da ein bisschen wenig drinnen ist - bzw rein soll ... nach mehrmaligem drängen des "Handwerkers mit langer Bauerfahrung" wurde nochmal gerechnet und padautz da fehlte fast ein Viertel ....

Die Geschichte mit den sich aufschaukelnden Hängebrücken seinerzeit kennen Sie auch - auch berechnet - bloss halt falsch und wichtige Sachen einfach vergessen oder nicht gewusst ...

Autobahnbrücken, Strassenbrücken, Hochhäuser, ... alles berechnet ...
....

und ausserdem springen Sie von der der manipulierten Bauphysik zu der (Sie sagen: reinen) Statik ... das nennt man "Seitensprung", den Ihre Frau Ihnen verzeihen möge, ich mach das gerne - Ihnen verzeien ...

... ich lese gerade so beim Schreiben die Anfangsfrage ... wohin man doch gerät, wenn man sich nicht aufs Wesentliche konzentriert ...

schönen Abend allersamt

FK




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