Heizleisten: Kombination Gas- und Holzkessel

18.11.2007



Hallo zusammen,

Bei uns steht der Einbau einer Heizungsanlage in unserem alten Bauernhaus an (teilw. 60 cm Sand-/Bruchstein, ungedämmt und teilw. Holzständerbauweise mit Dämmung nach heutigem Standard).

Bei der Wärmeabgabe sind Heizleisten geplant. Die Fragen betreffen insbes. die Seite der Wärmeerzeugung in Kombination mit einem Heizleistensystem. Klar, dass den Heizleisten prinzipiell egal ist, wie das Wasser warm wird. Ich habe aber dennoch ein paar Fragen.

Wer hat konkrete Erfahrungswerte mit folgenden Punken:

1. Ich möchte die Heizleisten mit einer Kombination aus Gas-Brennwert und Holz (und Speicher) nutzen. Welche Systeme mit welchem Aufbau eigenen sich hierfür? Positive Erfahrungswerte? Anlagenaufbau? Hersteller? Typ?
Wer kennt sowas aus der PRAXIS und hat entsprechende Erfahrungen gemacht?

2. Da ein Teil des Gebäudes vermietet werden soll, folgende Frage: Kann man zwei getrennte Wohneinheiten mit o.g. Gas-Holz-Kombination zentral beheizen (1. WE: ca. 200 qm, 4-6 Heizkreise, 2. WE ca. 100 qm mit 2-3 Heizkreisen) und über WÄRMEMENGENZÄHLER vernünftig bedienen und abrechnen?

3. Sonderfall zu Frage 2: Die 1. WE würde die Wärmequellen Gas- und Holz nutzen, die 2. WE NUR GAS. Natürlich nach wie vor ein zentrales Heizsystem mit den 2 Wärmerzeugern? Geht das? Erfahrungswerte? Oder stösst das an die Grenzen des modernen Heizungsbaus?

Für praktische Erfahrungswerte und Tipps wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße, Mike



Heizanlage



Hallo !

Wir haben folgendes seit zwei Jahren in Betrieb:

Holzvergaser Künzel Biturbo irgendwas 30kW
Gastherme 17 kw
1200 Liter Puffervolumen

Beheizt werden damit zwei getrennte Wohngebäude inkl. Warmwasserbereitung.

In dem einen Gebäude sind normale Radiatoren installiert, in dem anderen Wandheizung und Heizleisten.

Pufferladung und Umschaltung auf den Gasbrenner bei Ausbrand/Puffer leer übernimmt die Steuereung des Holzvergasers. Das Puffervolumen ist nach der Theorie zu klein, praktisch läuft der Holzvergaser aber unter Vollast und muß sich bei diesen Temperaturen schon anstrengen abends den Puffer gefüllt zu haben. Außerhalb der Heizperiode läuft die Warmwasserbereitung über den Gasbrenner.

Auf der "Verbraucherseite" gibt es drei getrennte Heizkreise (Radiatoren, Wandheizung, Heizleisten) die, wegen den unterschiedlichen Vorlauftemperaturen und Nutzung der Bewohner, je eine eigene Pumpe mit Mischer haben.Zusätzlich den Kreis für die Aufladung des Warmwasserspeichers. Geregelt wird das Ganze von einer Honeywell Centra MCR-200.

Eine Verbrauchserfassung ist nicht istalliert, könnte man aber durch die getrennten Heizkreise problemlos realisieren.

Nur eine WE mit beidem Brennern zu beheizen und die andere nur mit Gas sollte auch gehen, das ist dann mal eine Fleißaufgabe für den Heizungsbauer ;-)

Noch Grundsätzliches zum Holzheizen, wir verbrauchen pro Heizperiode ca. 20-30 Kubikmeter, wobei der Gasbrenner dann praktisch nie läuft. Bitte mal ganz praktisch vorstellen wieviel Platz das braucht und wieviel Arbeit das ist, es geht nicht um ein paar Scheite für den Kaminofen. Befüllen, Nachlegen, Entleeren und Reinigen des Holzbrenners macht richtig Dreck und raucht auch gelegentlich etwas. Bei uns steht das Ding in einem kleinen Schuppen im Hof, ich könnte mir nicht vorstellen das Monster im Keller zu haben.

Wir sind sehr zufrieden mit unserer Heizung, man sollte allerdings eine preiswerte Quelle für das Holz haben und das "Holzmachen" nicht als Arbeit, sondern sportliche Aktivität sehen ;-)

Beste Grüße,
Karsten