Heizleisten-Heizung

22.07.2003



Hallo zusammen,
ich plane bei mir eine Fußleisten-Heizung einzubauen.
Gründe:
- Raumhöhe von 3,50m (da wäre es wohl Unsinn, so viel Raumluft an der Decke zu heizen)
- Außenwände bestehen aus ca. 85 cm Bruchstein (Bauj. 1754) und sollten optimal als Strahlungsfläche dienen
Eigentlich bin ich mir sicher, das es Heizleisten werden soll, aber ... sie sind sooo wenig verbreitet, dass ich mir doch etwas unsicher bin, ob es wirklich Sinn macht?
Wer hat Erfahrungen mit Heizleisten oder kennt Jemanden, der auch so ein altes Haus mit Heizleisten beheizt?
Die Informationen, die es zu Heizleisten im Internet gibt, sind entweder recht einseitig (Hersteller) oder sehr rar (Anwender). Ist das System vielleicht doch nicht so gut, wie es scheint?
Gruß
Uwe





bravo, da sind sie auf dem richtigen weg, wobei heizleisten immer noch einen gewissen anteil an konvektionswärme haben mit allen nachteilen, gerade bei hohen räumen. wenn eine Sanierung innen ansteht und ohnehin wände/putz aufgeschlagen werden müssen, empfiehlt sich eine Wandheizung nach dem system großeschmidt, konservator bei der landesstelle für die nichtstaatlichen museen in münchen. ich habe im Winter ein schloss besucht, bei dem raum für raum saniert wird, und war erstaunt, wie angenehm die kühlen temperierten räume waren im vergleich zu den noch nicht sanierten, in denen heizkörper liefen (schloss gereuth bei untermerzbach in unterfranken). mit dieser art der heizung, die auch gestalterisch alle freiheiten lässt (heizrohre verschwinden im putz) gibt es überwiegend positive erfahrungen, obwohl die technik noch jünger und noch weniger weit verbreitet ist als die der heizleisten.
alles gute bei ihrem vorhaben
gruß günter flegel, wagenhausen



Heizleisten



... schade, ich muss mal wieder ein paar Fotos einstellen ;-). Heizleisten haben wir auch einbauen lassen. Tolle Sache. Wir haben uns für Heizleisten von Sancal entschieden, denn die sind die Koriphäen *oh mann, wie schreibt man das denn?* auf diesem Gebiet. Außerdem sehen die Holzleisten aus, wie Möbelstücke und kleiden den Raum richtig. Eine Wandheizung (wie Herr Flegel schreibt) hat den Nachteil, dass man nichts davorstellen kann und auch keinen Nagel in die Wand einschlagen sollte. Die Heizleisten sitzen an den Außenwänden und halten die Wände trocken, außerdem steigt die Wärme an den Wänden hoch und es ergibt sich eine Art "Strahlungswärme". In USA haben 2/3 aller Häuser Heizleisten, wer Heizleisten hat braucht eigentlich keinen Brennwert-SChnickschnack, deshalb hat sich die Heizleiste nicht bei uns durchgesetzt (wer sollte auch sonst das Brennwert-Zeugs mit den abgefahrensten Bedienmodulen kaufen... - a propos Bedienmodule - man sollte nachts generell nicht unbedingt die Raumtemperatur absenken, wie sollte aber die Industrie für Bedienmodule werben, die Partyfunktion haben, Urlaubsfunktion usw?). In ganz Holland zum Beispiel gibt es kaum Häuser mit Solar. In Deutschland hat man sie trotzdem, also ich würde auf mein Gefühl vertrauen, nicht darauf, was ich "durchgesetzt hat". Aber Achtung: Nur vom Fachmann mit Erfahrung einbauen lassen. Grüße Annette (die bald mal Bilder einstellt!)





hallo annette, ungern nur wiederspreche ich einer netten und wirklich toll fachkundigen dame; aber sie denken bei wandheizung wahrscheinlich an konventionelle systeme mit großflächigen heizregistern in den wänden. das ist viel zu viel technik. unsere wandheizung besteht in der regel aus dem vor- und dem rücklaufrohr 5 und 20 cm über der bodenkante und einer umfahrung der fensternischen in den wohnräumen. damit lassen sich problemlos bilder hängen (wenigstens ein paar, weil man ja die schönen krummen wände auch noch sehen soll), und auch die möblierung macht mit ein bisschen Planung keine probleme. auch heizleisten sollte man ja nicht unbedingt mit wandschränken zubauen. aber mir ist die heizleistentechnik immer noch sympatischer als heizkörper oder elektrospeicheröfen, und je nach haus wird die eine oder andere technik richtig sein. insofern also widerspreche ich einer netten dame nicht, aber die kleine anmerkung sei mir erlaubt ...
immer wieder schön, ihre beiträge zu lesen!

gruß günter flegel aus dem wagenhäuschen





Hallo,
danke erstmal für die Antworten!
Ich habe auch schon gehört, dass die Heizleisten in Amerika das sind, was bei uns die normalen Heizkörper sind ... das Verbreitungs-Phänomen scheint also wirklich nicht sachlicher, sondern marketingtechnischer Natur zu sein.
Einbauen lassen will es mir jedoch von einem regionalen Heizungsbauer ... klar, der hat es bisher auch nicht gekannt und ging immer davon aus, dass es NUR Konvektion ist ... aber wenn es diese Systeme auch als Bausatz zum Selbsteinbau gibt, sollte der Heizungsbauer es wohl hinbekommen ;-)
@Annette: Ich würde mich freuen, von Dir die Bilder zu sehen!

Gruß
Uwe





Hallo an alle Beteiligten :-). An Herrn Flegel: Ist das eine "richtige" Wandheizung (wie Fußbodenheizung, nur in der Wand?) oder wie Heizleisten, nur in der Wand integriert (gibts ja auch)??? Bei unseren Heizleisten kann man doch Schränke davor stellen, man muss nur darauf achten, dass diese unten "offen" sind, also dass die Heizung noch genug Luft ziehen (und abgeben) kann. Der Installateur, der ausschließlich Heizleisten einbaut, und das schon seit 25 Jahren, hat es sich nicht nehmen lassen, auch welche hinter unserer Küche einzubauen (obwohl ich seeehr dagegen war) ;-). Zum Thema Selbsteinbau: Also zuerst wollten wir das auch selber machen. Sancal liefert z. B. einen ganzen Bausatz, sogar mit Gasflaschen, da ist wirklich alles dabei. Aber dazu müssen die Wände erst mal richtig grade sein (richtig grade...), sonst funktioniert das nicht. Dann war es bei unserem Haus so, dass die Räume Etagensprünge haben, wofür man dann doch ein spezielles Biegewerkzeug benötigt hat (was wir garnicht hatten). Um Kamin herum und unter den Türen durch (und was es so alles gibt) wurde bei uns aufgegraben und drunter verlegt *ächz*. Zum Thema "ein Installateur vor Ort, für den das auch Neuland ist" ... lassen Sie die Finger davon, wenn Sie sich nicht unglücklich machen wollen. Die meisten Installateure kennen ein 2-Rohr-System nicht und berechnen die Anlage falsch, bzw. die Rohre. Dann funktioniert das ganze System nicht (unser Installateur hat auch was angeboten, als es dann der erfahrene Installateur sich später angeschaut hätte, hat er uns auch erklärt, dass das ganze so nie funktioniert hätte). Wenn man sichs überlegt, kauft man ja auch nicht einen Mercedes und bringt ihn dann in die Fiatwerkstatt... Der Installateur, der uns die Anlage eingebaut hat, meinte, ein Laie kriegt den Einbau der Anlage vermutlich besser hin, als ein Heizungsfachmann, der sich damit nicht auskennt, wenn man sich nur an die Anleitung hält und "nichts dabei denkt". Denn der Heizungsfachmann denkt dann "nö, so kann das ja nicht funktionieren..." und greift in das System ein und schon funktioniert das nicht mehr... *ächz war das lang*. Grüße Annette



Heizleistenbild



Um grad mal bei meiner kleinen einzuhaken: Ein Bild mit den Dingern anbei. So sehen die fertig aus. Und wenn der Boden nicht gerade rausgerissen ist wie auf diesem Bild, paßt das richtig gut zusammen. Aber, wie man vielleicht erahnen kann: Die Rohre können ja nicht durch den Kamin gehen, werden also unter den Boden verbuddelt. Das wird kein Planer bei der Lieferung der Heizleisten vorher wissen... Mit dem ganzen Werkzeug, was man braucht (Rohre biegen, fette Bohrer, ...), aber normalerweise nicht hat, stößt man beim Eigenbau im Fachwerk sehr schnell an seine Grenzen. Also lieber nicht selbst versuchen, außer man hat (a) ein Werkzeugarsenal, das Tim Taylor aus ToolTime erblassen ließe, (b) eine Engelsgeduld, (c) doch mehr Material eingekauft als kalkuliert, (d) nicht doch life vor Ort umgeplant, wie etwas besser machbar wäre und (e) man hält sich wirklich an das, was auf den Plänen steht. Die schlechten Erfahrungen, die es mit den Heizleisten gibt, beruhen eigentlich alle auf Montagefehlern, oder, um beim Auto-Beispiel zu bleiben: Ich kaufe mir eine S-Klasse, fahre aber nur im Rückwärtsgang und beschwere mich über (1) die unangenehme Sitzposition gegen Fahrtrichtung, (2) die geringe Endgeschwindigkeit, hervorgerufen durch nur einen Gang und (3) die übertrieben hohe Anzahl an Rückwärtsgängen. Und genau dies passiert, wie von Annette angedeutet, oft bei der Montage durch die "Altgedienten", die aber noch nie ein völlig anderes System montiert haben und daher falsche Denkansätze übertragen und somit das Projekt zum Scheitern verurteilen, noch bevor das Wasser überhaupt erwärmt wird. Und jetzt werde ich gleich noch mal ein oder zwei Bilder zu den Heizleisten bei meinem Profil abladen - hab gerade mal ein paar Minuten Zeit...



heizung,



hallo annette, ob meine heizung nun eine richtige heizung ist, weiß ich selber nicht. die gibt's halt so nicht auf dem markt. genaugenommen ist es eine temperierung mit höherer Vorlauftemperatur (dazu gibt es von henning großeschmidt, landesstelle für die nichtstaatlichen museen in münchen, eine erschöpfende abhandlung). mich hat das system überzeugt, weil es so simpel ist und ohne jeden technischen schnickschnack auskommt. projektiert hat das system für unser haus ein fachingenieur (ohne geht es nicht), der raum für raum den wärmebedarf berechnet hat; der einbau erfolgt dann teils auch in eigenleistung.
gruß günter flegel





dazu noch ein link:

www.cwaller.de/klimaim.htm

da steht fast alles über "meine" heizung (wenn#s denn eine ist ...)
gruß günter flegel



Re



Sind nicht Wandflächenheizung mit Ihrer niedrigen Vorlauftemperatur bei dem überarbeiten ganzer Wandflächen eine bessere Alternative zur Heizleiste ( Niedertemperatur= Brennwerttechnik, solares Heizen, regenerative Energien = Energiekostensenkung) ? Ist der Strahlungsanteil hier auch nicht höher? Wir beheizen unser Haus von 1679 mit einer Wandflächenheizung und können es nur empfehlen. Viel Grüße Gerd



Heizleiste oder Wandflächenheizung?



Heizleisten haben ebenfalls eine niedrige Vorlauftemperatur und darüber hinaus einen sehr geringen Temperaturunterschied zwischen Vor- und Rücklauf. Der Handwerker, der sie bei uns einbaute, betreibt das Ding bei sich zu Hause fast mit dem "lauwarmen Abfall" aus seinem Boiler. Der Strahlungsanteil dürfte sich nicht wesentlich unterscheiden, denn die Heizleiste heizt die Wand auf, so daß die Wand die Wärme abstrahlt. Ob diese durch die Wandflächenheizung oder die aufsteigende Luft der Heizleiste erwärmt wird, ändert nichts an ihrer Fläche und ihrer Temperatur und somit an der Wärmeabstrahlung. (Über Wirkungsgrade habe ich allerdings keine Informationen.) Welches System das bessere unter den zweifellos besseren ist, vermag ich nicht zu entscheiden. Wichtig ist, daß beide deutliche Vorzüge vor den "herkömmlichen" Konvektoren haben. Entscheidungsgrundlage können dann Kosten und Einbauaufwand sein. Das Prinzip beider Heizsysteme jedoch ist im Fachwerkhaus definitiv nicht verkehrt. Was für mich jedoch für die Heizleiste sprach: Man hat Pferde... und das vor der Apotheke. Wenn bei einer Wandflächenheizung aus irgendwelchen blöden Gründen doch was undicht wird (die wird doch auch mit Wasser beheizt?), dann sifft mir das Wasser u. U. recht lang in die Wand, bevor ich etwas merke. Die Heizleiste tropft mir auf den Boden, und ich sehe da Wasser, was da nicht hingehört. Und um an die zu reparierende Stelle zu kommen, habe ich vergleichsweise geringen Aufwand.



Nachtrag



Ach ja, der ästhetische Aspekt kommt natürlich auch dazu. Der "Klotz" der Heizleiste kann natürlich schon als störend empfunden werden. Bei uns haben wir das Glück, daß er eigentlich gut zum Gesamtbild paßt.



Brennwert + Solar



Hallo Herr Meurer, die Brennwertkessel haben durch ihre hohe techn. Ausbeute eine geringere Lebensdauer als die normalen Gaskessel (und das produziert ja dann auch Abfall ohne Ende). Was Solar betrifft, wenn die Kollektoren überdimensioniert sind (was sie ja auch meistens sind, denn man will ja auch im Winter warmes Wasser und den größtmöglichen Nutzen), sammelt sich im Sommer das heiße Wasser (und keiner benutzt einen Speicher voll 160 l heißes Wasser im Sommer) und bläst über das Sicherheitsventil ab (also in den Ausguss). So viel zum Thema sparen, Energiekosten senken und Umweltschutz ;-). Aber das wird Ihnen der Verkäufer natürlich nicht freiwillig auf die Nase binden, der will ja sein Zeugs verkaufen. Grüße Annette (troztdem mit Brennwertkessel, weil eine Schornsteinsanierung für den normalen Gaskessel zu teuer gewesen wäre).



Heizleisten, Uwe 22.07.03 (Forum 5475)



Ich heize seit 6 Jahren mit Heizleisten ein altes Haus mit 75cm Wänden und hohen Decken. Es gibt nichts besseres! Fand Frage bei der Suche für einen Lieferanten, da ich noch Heizleisten für einen Ausbau brauche. Die meisten sind unverschämt und unberechtigt teuer. Wahrscheinlich nimmt sie deshalb keiner. Es gibt nichts besseres, vor allem bei Renonierungen (Leitungsverlegung) Gruß Dirk



Sockelwandheizung



Wir instalieren in unser Schloss, das zut Zeit saniertwird, eine Sockelwandheizung beheizt durch ein BHKW. Die Bauzeit isz 1705 und wir haben im Erdgeschoss 1,60 m dicke Wände. Die Heizleistung zu berechnen ist sehr schwirig und läst sich erst ist der Praxis entgültig bestimmen. Wichtige Faktoren sind die Fensterleibungen und der Zustand der Fenster. Sollten Sie noch Fragen haben, dann können Sie mich unter 09533/98240 ereichen





Hallo nach Unterfranken,
vielen Dank für die Info ... ich habe mittlerweile die Sockelheizleisten von hypothermal aus Bamberg. Ich bin zwar noch nicht eingezogen, aber der erste Eindruck ist sehr positiv; es kommt einem keine "Warmluftfront" entgegen und trotzdem ist es angenehm und "rundherum" warm ;-)