Heizleisten statt Wärmedämmung?

11.05.2006



Hallo,

mir hat gerade jemand geraten statt in Wärmedämmung (erst mal) in so genannte Heizleisten zu investieren. Ist das energetisch überhaupt vertretbar?

Die Heizleisten sollen einnen Wärmefilm vor der kalten Wand oder dem Fenster aufbauen, der dann von der Wand als Strahlungwärme wieder abgegeben wird.

Dazu muss man sagen, dass wir etwa 50 cm dicke gemauerte Backsteinwände haben, die natürlich viel Speicherkapazität bieten. Aber irgendwann kommt die Wärme eben doch raus bzw. die Kälte rein.

Also, was haltet ihr von dem Vorschlag?



Viel



halte ich davon :-)

Auch wir werden Heizleisten (von Sandomus: www.sandomus-gmbh.de) montieren. Es gibt hier einige Mitglieder, die schon aus der Praxis berichten können.

Eine ideale Übergangsheizung ist ein Grundofen.

Sonnige Grüße
Ulrike Nolte



Heizleisten



Der Meinung von Ulrike Nolte schließ ich mich vorbehaltslos an! Ich persönlich wähle gerade zwischen Angeboten von Sandomus und Sancal,die Entscheidung ist nicht leicht! Bei 50cm Backsteinwand glaub ich kann man auf eine Wärmedämmung getrost verzichten!



Heizleisten



sind in Ordnung, aber ohne Dämmung? Ich rate zu einer Energieberatung.



Energieberater



erzählen einem auch nur das Blaue vom Himmel. Uns wurden (ich weiß gar nicht mehr wie viele cm) von einer gemauerten Innenschale bis hin zu solch netten Baustoffen wie Styropor, etc. empfohlen. Dazu natürlich absolut dichte Fenster und Türen. Wortwörtlich: "was wollen Sie denn mit dem alten "Schei..." noch"

Eine Garantie, dass das Fachwerk diese Absperrung überlebt, wollten sie uns nicht geben. Mal ganz davon abgesehen, dass der Denkmalschutz da überhaupt nicht mitgespielt hätte ...

Wir hatten übrigens einen von der KFW-Bank anerkannten Energieberater da - ein junges Architektenehepaar mit einem dicken Aktenordner bewaffnet. Ich hätte die Beiden dann gerne noch einmal eingeladen, die ganzen Schäden zu beurteilen die durch irgendwelche Absperrmaßnahmen erst entstanden sind - hab es dann aber doch gelassen.

In den alten Steinhäusern der Normandie friert man sich im Winter auch nicht den A... ab. Und da gibt es keine Fußheizleisten, sondern offene Kamine und/oder herkömmliche Heizkörper.

Sonnige Grüße
Ulrike Nolte



gerade bei 50cm Massivmauerwerk



ist eine Fußleistenheizung ohne zusätzliche Außenwanddämmung die richtige Alternative.Die schlechten -und immer kostentreibenden-Erfahrungen mit Energieberatern, wie Sie Frau Nolte beschreibt, kann ich mehrfach bestätigen.
In den letzten 25 Jahren konnte ich an über 500 Alt-und Neubauprojekten sehr gute Erfahrungen mit Hüllflächen-Heizsystemen -wie Heizleisten, Temperierung-sammeln. Dabei haben wir immer eine gute Dach/Speicherdeckendämmung eingebaut und den Fußboden im EG-bzw. Decke über KG- gut wärmegedämmt.
Auf Wunsch erstellen wir Ihnen ein preiswertes Heizleistenangebot.Da kann man auch mit Selbstmontage viel Geld sparen.



Pauschales Geschipfe



über Energieberater ist genauso falsch und kontraproduktiv wie schimpfen über die Berufsgruppe der Baustoffhändler oder über unfähige Bauleute. Einen Enerieberater muss man sich natürlich genauso kritisch auswählen, wie einen Architekten oder einen Bauingenieur, einen Handwerker oder den Baustoffhandel.
Und Frau Nolte hätte sich doch noch mal mit den Architekten auseinander setzen sollen, wenn es denn so klar ist, dass die Schäden aus einer falschen Beratung entstanden sind und nicht etwa aus z.B. mangelhafter Arbeit der Handwerker oder Selberbauer, oder Materialauswahl, die nur über den Preis erfolgt und nicht über die Qualitäten.
Und dann würde mich mal der tatsächliche, nachvollziebare Energieverbrauch in einem Wohnhaus mit 40 oder 50 cm Massivwänden ohne Dämmung aber inclusive aller Randbedingungen interessieren. Hab das schon mehrfach nachgefragt, aber nie nachvollziebare Informationen erhalten. Wie soll ich denn da etwas lernen? :-))



Energieverbrauch!



Genau !
Wie viel Holz hacken Sie denn im Jahr ? Oder wie groß ist der Öltank ?



Ist die Frage an mich gerichtet?



Wir haben das Haus gerade gekauft und dehalb noch keine Erfahrungswerte.

Ich habe derweil ein bisschen im Internet gestöbert.

Jedem der sich mit Heizsystemen und auch Dämmung beschäftigt möchte ich folgende Seite ans Herz legen: www.sancal.de und dort dann die 100 Fragen und vor allen Dingen das Archiv der "Aktuellen Seiten" (auf Home zu finden) zu durchstöbern.

Ich kann viele Dinge dort nicht beurteilen aber gerade die "Aktuellen Seiten" sind sehr bemerkenswert und stimmen zumindest nachdenklich.



Lieber Herr Heim



Leider kann man sich den Energieberater nicht wirklich aussuchen, wenn man einen entsprechenden KFW-Kredit anstrebt. Diese Bank gibt da ganz klare Vorgaben - nämlich Büros, mit denen man zusammenarbeitet. Es lebe die Kungelei.

Und dann sind die offensichtlichen Schäden in unserem Haus nicht etwa durch eine falsche Beratung entstanden, sondern durch jahrelanges Flicken mit allem, was der Baustoffhandel als gut angepriesen hat. Damals gab es noch keine Energieberater.

@Herrn Beckmann
Wie viel Holz unser Holzvergaser schluckt, wird der nächste Winter zeigen. Noch haben auch wir noch keine Erfahrungswerte. Aber nach allem was ich bisher gehört und gelesen habe, bin ich überzeugt, dass wir die richtige Wahl getroffen haben. Übrigens kann man im Freilichtmuseum Detmold - ehemalige Fasanerie - eine Hüllflächentemperierung "bestaunen". Das Haus ist angenehm warm, obwohl es eine s.g. lebende Baustelle ist.

Mich würde einmal interessieren, warum ihr Fachleute immer gegen alles wettert, was alternativ und gegen den Zeitgeist ist. Lasst doch die Menschen einmal selbst ihre guten oder schlechten Erfahrungen machen und schwingt nicht immer den Zeigefinger. Vor allem hört auf, ständig irgendwelche Ängste zu schüren.

Sorry, aber das liegt mir schon lange auf der Zunge ;-)

Grüße
Ulrike Nolte



@Ulrike Nolte



Ich glaube hier sind sie falsch informiert. Natürlich können sie sich einen Energieberater auswählen und diese arbeiten auch sehr unterschiedlich. Allerdings werden gewisse Qualifikationen vorausgesetzt und wenn ich mich auf den Baustellen umgucke, ist das auch gut so.
Unbestritten ist es schwierig bei 50 cm ungedämmten Außenwänden an einen geförderten Kredit bei der KfW-Bank zu kommen, man muss sich schon etwas einfallen lassen. Es geht aber unter bestimmten Voraussetzungen schon, wurde von mir schon so beraten, durchgeführt und von der KfW-Bank gefördert. Offensichtlich sind sie an den falschen Baumarkt geraten, hätten sie Herrn Schillberg oder einen anderen ökologischen Baustoffhandel kontaktiert und dieser hätte ihnen einen guten Energieberater empfohlen, dann hätte sie ihre Probleme gar nicht gehabt. Und darüber hinaus hätten sie vielleicht noch einen geringeren Energieverbrauch. Na ja, vielleicht (?!) ich kenne ja ihr konzept gar nicht, wir warten mal bis über den nächsten Winter.


Warum ihr Fachleute immer gegen alles wettert ... Ich hatte eher das Gefühl, dass war anders herum. Und bitte bedenken, dass wir so einiges an den Baustellen zu sehen bekommen, dann kann ich häufig nur noch sagen, eine gute Planung hätte sich wirklich gelohnt. Und die guten und schlechten Erfahrungen, die ein Bauherr selber machen will, treffen natürlich auch die Allgemeinheit, sei es durch den Energieverbrauch oder durch die Nutzung von Fördergeldern.



@Herrn Heim



Woher wollen Sie wissen, wo wir unser Material einkaufen? Im Baumarkt bekommt man sicher keinen Lehm. Den wir kaufen, stammt aus der Region von einem der großen Produzenten. Anderes Material wird beim Altbaustoffhändler eingekauft. Und mit der Ökologie hatten wir es schon, da wussten wir noch nix von unserem Fachwerkhaus.

Ich könnte Ihnen eine wirklich tolle Geschichte von einem ca. 100 jährigen Bauernhaus erzählen, das in ein gut gedämmtes 2-Familienhaus umgebaut wurde und innerhalb nur 5 Jahren derartige Schäden hat, dass es schon wieder saniert werden muss. Der Ölverbrauch lag bei etwa 3500 l/Jahr (für beide Wohnungen), ohne Warmwasserversorgung. Trotz Isolierverglasung und einer 20 cm starken Außendämmung mussten wir stets auf ca. 22°C Raumtemparatur aufheizen um uns einigermaßen wohl zu fühlen. Kein Wunder, denn die Mauern waren stets feucht.

Bevor wir dort einzogen, lebte ich in einem ebenfalls ca. 100-jährigen Haus. Die 3-Zi-Whg. wurde mit einem zentralen Ölkachelofen beheizt und war im Winter bei einer Raumtemperatur von ca. 20°C stets angenehm warm. Das Haus war nicht gedämmt, aus Ziegelstein auf einem ca. 50 cm breiten Sandsteinfundament gemauert, mit Verbundfenstern. Mein Ölverbrauch lag bei ca. 1200 l/Jahr, ohne Warmwasserversorgung.

Vor etwa 20 Jahren lebte ich in einem ca. 300 Jahre alten Fachwerkhaus mitten in Augsburg, mit jeweils einfach verglasten Kastenfenstern, mit Wänden aus Lehm, die Heizung bestand aus Gas-Einzelöfen. Leider weiß ich heute nicht mehr, wie viel Gas ich damals im Winter verbrauchte. Gefroren habe ich dort nie, obwohl ich schon immer ein Eiszapfen war.

So viel zu den praktischen Erfahrungen aus denen Mensch dann auch etwas lernt.

Grüße



Entschuldigung



-> das eigentliche Thema ging um Heizleisten ... Nichts für ungut :-)

Aber mich interessiert z.B. auch ob man statt Heizleisten nicht lieber eine Wandheizung installieren sollte.

Wir sind vielleicht doch etwas vom Thema abgekommen ...



Baue diesen Sommer um



Moin,

ich habe Heizleisten im OG. Werde diesen Sommen auch im EG zur bereits vorhandenen Fußbodenheizung nachrüsten. Ist einfach gemütlicher. Die FBH kann trotzdem ja minimal mitlaufen.

Ich nehme Heizleisten statt Wandheizung, weil:

- ohnehin im OG welche sind, die ich dann am selben Heizkreis hängen kann(gleicher VL/RL)
- nicht genug Wandfläche durch große Fenster
- ich nicht die Wände in Eigenarbeit aufhacken will
- nur 36,5 Wände vorhanden sind. Eine Wandflächenheizung ohne Dämmung wäre wahrscheinlich Käse

Tschöööö,

Rollie



Wir haben auch welche



und sind super zufrieden. Klasse Wärme, immer gemütlich, einfach 1A.
Würd ich immer wieder tun.
Grüße Annette



Heizleisten



oder Hüllflächentemperierungen sind sicher angenehm, weil der Körper keine Wärme mehr an die Wand abstrahlt und würden deswegen schon eine ca. 2 Grad geringere Raumtemperatur als behaglich empfinden lassen. Das wäre dann und nur dann auch schon der einzige Beitrag zur Energieersparnis.
Außerdem halten sie Feuchte Wände natürlich trocken. Also habe ich nichts dagegen. Aber verkauft sie mir doch nicht immer als Beitrag zur Primärengieersparnis indem Äpfel mit Birnen verglichen werden (z.B. nasse Wände mit trockenen).

Ohne Dämmung gibt es eben keine Energieersparnis.

Trotzdem gutes Gelingen !



Vom Thema abgekommen ?!



ich halte eine Fussleistenheizung für eine gute Sache. Da ich lieber mit niedrigeren Vorlauftemperaturen arbeite (Nutzung neuerer Heiztechniken wie z.B. Erdwärme oder/und Solar) und auch nicht alle Wände mit einer Heizung belegen möchte ist für mich bei meiner Arbeit die Wandflächenheizung die bessere Alternative. In aller Regel halte ich es allerdings nicht für eine gute Lösung auf Dämmmaßnahmen zu verzichten.

Soviel zum Thema, aber noch ein paar Sätze zu Frau Nolte:

Liebe Frau Nolte,
Den Satz über die Baustoffmärkte hatte ich von ihnen übernommen (Zitat: "Und dann sind die offensichtlichen Schäden in unserem Haus nicht etwa durch eine falsche Beratung entstanden, sondern durch jahrelanges Flicken mit allem, was der Baustoffhandel als gut angepriesen hat.") Ich kenne im übrigen mindestens 3 Baustoffmärkte mit etlichen Filialen, in denen Lehmbauprodukte zu bekommn sind. Ob es hier allerdings auch die entsprechende "ganzheitliche" Beratung gibt?

Vielen Dank, für den Versuch mir Vergleichsdaten an die Hand zu geben. Leider fehlen natürlich so viele Angaben, dass diese persönlichen Erfahrungen nicht übertragbar sind. Häuser die nach 5 Jahren eine Sanierung benötigen, kenne ich natürlich auch zur Genüge. Man kann allerdings auch schon im Verlaufe der Sanierung erkennen, dass und an welcher Stelle die Probleme auftauchen werden.



Die Frage ist



letztlich, ob die Investition auch wirtschaftlich sinnvoll ist.
Der Wärmebedarf eines Hauses setzt sich ja aus wenigstens 3 wesentlichen Komponenten zusammen: Lüftung, Transmission und Einstrahlung von außen, letztere wäre in der Verlustrechnung ein positiver Beitrag. Mit Heizleisten kann die Lufttemperatur und damit die Lüftungsverluste gesenkt werden, was anerkannt und ganz offensichtlich von Vorteil ist.
Bei der Berechnung der Transmissionsverluste ist es wohl so, daß bei der stationären Rechnung die Wärmekapazität nicht berücksichtigt wird. Das ist aber wesentlich: Je mehr Wärme gespeichert werden kann, umso weniger machen sich Außentemperaturschwankungen im Haus bemerkbar, die anzunehmende Temperaturdifferenz und damit der errechnete Transmissionswärmeverlust reduziert sich dadurch je nach Baustoff und Wandstärke.
Im Grunde könnte eine Wärmedämmung zusätzlichen "Gewinn" bringen, wenn nicht die Einstrahlung von außen behindert würde. In der Summe denke ich, amortisiert sich bei 50 cm Ziegelwand die Investition niemals in einem angemessenen Zeitraum, ganz abzusehen davon, daß durch die Dämmung die Bausubstanz geschädigt werden könnte.
Es gibt eine Internetseite, die das auch mit Zahlen belegt, leider habe ich gerade den link nicht parat. Sollte es jemanden interessieren, suche ich nochmal danach.

Viele Grüße

Noch was: Jeder Körper mit einer Temperatur strahlt Wärme ab, und Heizleisten verhindern dies auch nicht. Das Wohlbefinden kommt daher, daß die Wärmestrahlung mehr oder weniger tief unter der Haut absorbiert wird und eben auch von da herkommt.





Ich finde 50 cm dicke Wände reichen. Ein Backhaus hat auch keine Dämmung, die sind bei uns alle aus Backstein. Und sie speichern die Wärme enorm *bruzzel*.

Ich persönlich würde sie nicht dämmen.

Ich habe einen Nachbarn, der hat ein altes Fachwerkhaus, 14 cm dicke Wände ohne Dämmung und der hat weniger Heizkosten als wir...

Heizleisten dagegen finde ich klasse. Die Wärme wird optimal im Raum verteilt, deshalb scheint es wärmer und angenehmer als mit "normalen" Heizkörpern.
Dass die Wände mit Heizleisten die Wärme speichern würden und langsam wieder abgeben, das glaube ich nicht. Die Wände sind nicht warm. Aber wie gesagt, die Wärme wird gleichmäßig verteilt. UND wir haben kein Schwitzwasser an den alten Fenstern!

Ich bin von den Heizleisten überzeugt, würde sie jederzeit wieder einbauen. Wenns jetzt Winter wäre, würde ich Sie mal zum Frühstücken einladen ;o), dann könnten Sie sich überzeugen. Mit 20 °C ists im Haus tierisch warm - und ich bin eine normalerweise immer frierende Frau :o)

Grüße Annette



Wenn Ihr Nachbar



keine Frau hat, ist das nicht verwunderlich, und wenn ich mir was wünschen dürfte, täte ich ein Abendessen nehmen ...

Die Wände speichern immer je nach Beschaffenheit mehr oder weniger Wärme. Das angenehme Klima kommt daher zustande, daß die Oberfläche ringsum sozusagen eine annähernd gleiche Temperatur auf einigermaßen hohem Niveau haben, was nicht heißt, daß sie spürbar warm sein müssen.
mfg





Nachbarn:
Mann, Frau, 2 kleine Kinder,
Vater + Mutter

in einem Haus :o)



Dann



eben doch Frühstück ... ;)



Heizleisten ersetzen keine Dämmung



Das sollte man mal wieder klarstellen; wer etwas anderes behauptet sagt schlicht die Unwahrheit.
Dabei ist es relativ egal mit welchem Heizsystem beheizt wird. Die Physik hat ihre Regeln, und das sind nicht die der sog. "Ziegelphysik", danach bemisst sich dann am Ende die Gas/Öl/Peletts/xx-rechnung.
Der Energieverbrauch bei einer 50cm Ziegelwand lässt sich durch Dämmung in jedem Fall mehr als halbieren.



Die Frage



ist ja nicht, ob sich der Verbrauch durch Dämmung reduzieren wird. Ganz bestimmt ist das der Fall. Die Frage bei den alten Häusern ist, ob die das vertragen.

Und erzähle mir niemand etwas von richtiger oder falscher Verarbeitung. Handwerker sind Menschen und Menschen machen Fehler. Selbst wenn zwei verschiedene Systeme sich vertragen würden - sobald sich ein Fehler einschleicht ist's halt vorbei. Natürlich weiß ich nicht, ob die Handwerker, die unser vorheriges Haus saniert haben, auch anständige Arbeit geleistet haben. Ich habe die Auswirkungen erlebt - und das reicht mir um zu sagen: Unser jetziges Haus hat fast 200 Jahre so überlebt wie es gebaut wurde. Schlecht bekommen sind ihm, bzw. dem Holz nur die s.g. modernen Baustoffe die abdichten. Also warum soll ich dann dazu beitragen, dass mein Denkmal die nächsten 50 Jahre nicht überlebt?

Ja, klar - man könnte die alten Häuser dem Erdboden gleich machen und ein Niedrigenergiehaus draufstellen. Aber erstens sehen diese Behausungen schrecklich aus und zweitens wird durch eine derartige Politik unsere Hauslandschaft und damit auch Geschichte zerstört. Und drittens habe ich keine Lust, mir von Baustoffherstellern sagen zu lassen, wie lange ich frische Luft ins Haus lassen darf. Steht im Sommer die Balkontüre zu lange offen, bin ich schuld wenn es Feuchteschäden gibt. Besser sollte ich mich von irgendwelchen Motörchen "berieseln lassen, die die Luft ganz gezielt austauschen. Möglichst noch mit Wärmerückgewinnung.

Das ist doch der reine Irrsinn!

Davon werden Menschen nervös und sogar krank. Denn diese Luftaustauscher sind nur so sauber wie ihre Filter und ständige Geräusche verträgt kein Mensch auf Dauer. Damit wird nur ein künstliches Klima geschaffen. Wir leben hier nicht auf dem Mond, wo so was notwendig wäre.

Sorry, dieser Dämmwahn bringt mich regelmäßig auf die Palme. Außerdem bin ich der Meinung, wer sich ein altes Haus kauft, kauft auch die Verantwortung dafür dass es noch möglichst lange stehen darf. In der Zwischenzeit ist es ja regelrecht "Mode" geworden, ein altes Haus zu besitzen. Aber nicht etwa aus Liebe zur regionalen Hauslandschaft ...

Grüße



ist den alles reiner Dämmwahn



@Frau Nolte
Ich bin ebenfalls "altbaugeschädigt", und das in zweierlei Hinsicht - ich versuche die Nachkriegssünden in einem wunderschönen Altbau mit Ziegelmauerwerk & Sandsteinfassade (u.a. Plastikfenster, miese Bauqualität) und das viel Geld wieder herzustellen. Ein NEH werde ich aufgrund der Verhältnisse nicht erreichen. Ihre ästhetsiche Abneigung für die Standardausführung dieser Häuser teile ich voll und ganz (es gibt auch rühmlich Ausnahmen...) ebenso den Wunsch, die Kulturlandschaft zu erhalten.

Das heisst noch lange nicht, jedes Jahr zur Energieverschwendung beizutragen und in Folge davon eine Wahnsinns-Heizrechnung bezahlen zu müssen.
Ich habe bei mir eine Innendämmung aufgebracht, habe darauf geachtet ökologisch unbedenkliche Materialien laut Nabu auszuwählen.
Ich bin durchaus skeptsich gewesen. Das Problem hierbei war, eine Architekten zu finden, der überhaupt fundierte Kenntnisse besitzt. Man kann diese Leute noch heute mit der Lupe suchen die weder zur "Konrad-Fischer"-Fraktion noch zur "Innendämmung-Niemals"-Abteilung.

Nach drei Jahren habe den Putz an kritischen Stellen geöffnet (Holzauflager) mit einen Zimmermann Fechtigkeitwerte gemessen. Dabei wurden keine Problem festgestellt - es geht also doch.

Die Behaglichkeit ist ungemein verbessert worden, die Wände sind nicht so kalt wie vorher, ich kann sogar wieder Schränke im Schlafzimmer an Außenwände stellen und nebenbei hat sich meine Gasrechung mehr als halbiert - trotz konventioneller Handlüftung.

Gibt es denn wirklich keinen gesunden Mittelweg zwischen Dämmwahn und "Konrad Fischer"?
Wir verheizen doch heute noch immer die Ressourcen die morgen gebraucht werden, wenn wir nicht vernünftig handeln.


PS: das mit der Balkontür im Sommer verstehe ich allerdings nicht, können sie mich da mal aufklären?



Dämmwahn vs. Dämmphobie



Hallo Herr Förster,

selbstverständlich gibt es einen Mittelweg, der von manchen Planern, Baubiologen und Handwerksfirmen seit etlichen jahren begangen wird - mit Erfolg. Deshalb: lassen Sie sich nicht entmutigen. Wie so häufig stecken in beiden Positionen auch wahre Dinge. Gefährlich wird es nur immer dann, wenn eine Position zur allein seeligmachenden verklärt wird und nicht mehr links und rechts geschaut wird, was sonst noch so passiert. Es sind viele Häuser durch falsch geplante und ausgeführte Dämmmaßnahmen ruiniert worden. Es gibt aber auch Häuser, die durch eine vernünftige Wärmedämmung ein sehr viel besseres Raumklima erhalten haben und wo Zugluft und kalte Füße der Vergangenheit angehören. Und nebenbei haben sich auch noch die Heizkosten drastisch verringert.
Um nochmal zum Ausgangspunkt zurückzukommen: Wandheizung und Wärmedämmung stehen nicht gegeneinander, sondern sie ergänzen sich - wozu will mensch den Garten beheizen?



Balkontüre



Ganz einfach Herr Förster,

mir wurde damals gesagt, dass ich grundsätzlich falsch lüfte und dadurch die Wand feucht werde. Glauben Sie mir, ich habe den Architekten nur blöd angestarrt. Erst mal fiel mir dazu gar nichts ein.

Das Haus sei so gut gedämmt, dass ein ständiger Luftaustausch schädlich wäre. Besser sei es, nur stoß zu lüften. Auch und gerade im Sommer. Und noch besser wäre, ich würde (oder besser der Eigentümer - wir hatten das Haus ja gemietet) in Bad und WC Lüfteranlagen einbauen lassen. Beide Räume hatten Fenster, nach dem Duschen wurde grundsätzlich das Fenster für einige Zeit geöffnet, um die feuchte Luft nach draußen entweichen zu lassen. Im WC stand das Fenster häufig auf Kippe - warum wohl ;-)

Steif und fest wurde behauptet, dass die feuchte Wand im Schlafzimmer nur wegen meiner falschen Lüftungstrategie entstanden ist - bis sich ein Fachmann der Problematik annahm und festgestellt hat, dass es sich wohl um aufsteigende Feuchtigkeit handeln müsse und der Grad der Nässe niemals von falscher Lüftung stammen kann. Die Grundmauern aus Sandstein waren klatschnass, die beiden Keller unbrauchbar. Nur knapp 5 Jahre haben dazu gereicht. Super, oder?

Das Haus war alt, wurde gedämmt - und die Probleme kamen.

Grüße



Ich schließe mich



den Worten von Rainer Stasch an.



Kosten und Ökologie im Blick!?



Als ich die Frage nach den Heizleisten gestellt habe, hatte ich keine Ahnung. Nun habe ich zumindest eine Ahnung vielen Dank den diversen "Beitragsschreibern".

Nach weiteren Recherchen usw. komme ich zu folgenden Gedanken.

Offensichtlich verbreiten Heizleisten ein sehr angenehmes Raumklima durch die Art, wie sie die Wärme abgeben. Staub wird wohl auch nicht so viel aufgewirbelt wie bei den alten Heizkörpern an der Wand. Die Kosten halten sich (vor allem bei Selbstbau) im Vergleich im niedrigen Rahmen. Also scheinen mir die Heizleisten als Heizsystem eine gute Sache zu sein.

Ein anderes Thema ist der Gedanke ob man zu den Heizleisten zusätzlich in eine Wärmedämmung investiert. Da scheint mir nötig den ökologischen und den ökonomischen Aspekt zu trennen.

Ökonomisch -> am Beispiel meines Hauses:

Gleich vorweg -> alles ca.! Genaueres ist zu berechen und ... bevor jetzt die eine oder andere Fraktion in die Luft geht. Ich freue!!! mich wenn mir jemand die Rechnungen widerlegen kann.
So nun also. In meinem Haus ist bisher keine Dämmung angebracht (auch nicht beim Dachboden, Keller etc.) das Haus wird über eine Gastherme von 1998 beheizt, die laut Schornsteinfeger noch einen guten Wirkungsgrad besitzt.

Was könnte ich also tun?
1. Die Aussenwände, Kellerdecke und Dachboden dämmen.
2. (wie allgemein empfohlen) in einen neuen Heizkessel investieren, vielleicht künftig mit Holzpellets oder Erdwärme heizen, eine Solaranlage zur Wassererwärmung installieren.
3. Bei sehr guter Dämmung auch eine Lüftungsanlage mit Wärmetauscher.
4. neue Fenster
5. Regenwasserrückgewinnung, Solar, Erdwärme
usw.

Den meisten wird es so gehen wie mir. Ich habe nicht genug Geld um diese Maßnahmen aus meinem vorhandenen Geld zu bezahlen.
Also muss ein Kredit her. Da bietet die KFW Bank im Moment unschlagbar günstige Konditionen an. Doch selbst wenn ich nur die Dämmung, die dann nötige Lüftungsanlage, die Fenster und einen neuen Heizkessel (ohne neue Heizkörper etc.) installiere komme ich da bei einer Laufzeit von 10 Jahren auf eine Monatsbelastung von (geschätzten) 500,- Euro. Macht in einem Jahr 6000,- Euro macht in den 10 Jahren 60.000 Euro (incl. Zinsen) Das Kann natürlich mehr oder weniger sein je nach Umfang und Hausgröße. Unser Haus z.B. hat ziemlich große Außenwände (10m hoch und die längste Wand 14,50m lang).
Nachdem ich die Sanierungmaßnahmen durchgeführt habe, habe ich eine geringere Belastung durch eingesparte Energiekosten von geschätzten 200,- Euro jährlich. Macht in 10 Jahren 2000,- Euro. Das heißt nach zehn Jahren steht die Bilanz 2000,- Gewinnn gegen 60.000,- Verlust macht 58.000 Euro Verlust. Wenn ich den Verlust durch die Energetischen Maßnahmen einsparen will, brauche ich dafür 29 Jahre. Danach ist ein Jahresgewinn von 200,- zu verzeichnen.
Die Investition lohnt sich also nach ungefähr 39 Jahren aus ökonomischer Sicht.

Die ökologische Bilanz ergibt bei mir folgendes:

Ich investiere also in die Dämmung, die Lüftungsanlage, die Fenster und einen neuen Heizkessel.

Dadurch ergibt sich ein geringerer Energieverbrauch.
Dem gegenüber steht der Energieverbrauch der für die Herstellung der Materialien (Dämmung, Heizkessel, Lüftungsanlge) verwendet wurde.
Ich kann nicht genau berechnen wie die Bilanz aussieht. Meine Einschätzung ist aber, dass es auch einige Jahre dauern wird, bis ich durch die eingesparte Energie ökologisch auf der Habenseite ankomme.


Also kann man sagen die Investition in Energiesparende Maßnahmen ist eine langfristige Angelegenheit.
Das heißt irgendwann rechnet sich das auch.

Nun kann man aber sicherlich auch noch andere Kriterien anführen. z.B.

Das Haus steht seit Jahrzehnten (Jahrhunderten) ungedämmt da und die Bausubstanz hat sich gut erhalten. Von vielen Sanierungen hört man, dass die Substanz danach angegriffen war. Ist das jetzt ein Fehler der Ausführenden oder vielleicht ein Problem des Konzeptes?
Wenn das Haus unter der energetischen Sanierung leidet ergeben sich natürlich wieder Folgekosten, die dann gegen den Gewinn der (in meinem Beispiel) nach 39 Jahren eintritt aufgerechnet werden müssen ...

Oder: ich habe einen noch gut funktionierenden Heizkessel. Ist es ökologisch überhaupt vertretbar solche Geräte frühzeitig aus dem Verkehr zu ziehen?
Ökonomisch rechnet sich das ja fast nie.

Es ist natürlich auch ein beachtlicher zeitlicher Aufwand diese Dinge auszuführen. Vielleicht macht man in der Zeit etwas anderes!?

Wir haben eine alte Backsteinfassade. Wie schade wäre es, wen die durch eine Dämmung mit Putz oder Schalung verdeckt würde.

Wenn ich ein neues Haus baue ergeben sich noch andere Einschätzungen, weil das Haus ja von vornherein anders konzipiert werden kann und man dadurch bestimmte Kosten gegen nicht entstandene aufrechnen kann.

Die Lüftungsanlage soll ja lange halten. Wie ist es da eigentlich mit der Reinigung bzw. Verkeimung der Rohre?

Wer ist eigentlich bereit von ausgetretenen Pfaden nach neuen Wegen zu suchen? Wenn man so häufig schlechte Erfahrungen mit Sanierungen macht, müsste doch daraus gelernt werden können.

Welche Anforderungen werden an mich gestellt in Verbindung mit dem Energiepass etc.

Wie bekomme ich ein möglichst natürliches Raumklima.

usw.

Fazit: wir werden in Heizleisten investieren, die alte Heiztherme weiter benutzen, die Außenwände nicht dämmen aber sehr wohl den Keller und das Dach. Dann werden wir in unser Portemonaie und in unsere Energieverbrauchswerte sehen und dann schlauer sein. Und aus akustischen Gründen werden dann auch bald die Fenster ausgetauscht.



bei Ihrer vernünftigen Entscheidung



können Sie noch die Klimaerwärmung in den kommenden 39 Jahren mit ca 3 Grad Celsius hinzurechnen.
Sie haben ein kluge Wahl getroffen, herzlichen Glückwunsch.
Auf Wunsch organisiere ich Ihnen gerne ein preiswertes Heizleistenangebot für Selbstmontage.



Zukunftsgrößen



kann man allenfalls aus dem Kaffesatz lesen. Zwei Sachverhalte sind aber sicher:
1. Energie wird teurer, und das vermisse ich in Ihrer Rechnung.
2. es wird zunehmend als unmoralisch angesehen werden, mehr Energie zu verbrauchen als unbedingt nötig.
Auch dieser Asppekt fehlt. Es geht bei den ganzen Energiespardiskussionen nicht nur ums Geld sondern um das Einsparen von Primärenergie. (notfalls: koste es was es wolle).

Ansonsten finde ich den Ansatz: "Ich mache erst mal was und lasse mein Entscheidungsbäumchen wachsen bis ich klarer sehe" nachvollziehbar.

Grüße aus dem heute verdammt kalten Rheinland, in dem von Klimaerwärmung in diesem Frühjahr nichts zu spüren ist.

Dietmar Beckmann