Heizen ausschliesslich mit Holz

09.03.2015


Ein freundliches Hallo in die Runde!
Ich habe bereits hier gestöbert, leider muss ich nun aber doch mein eigenes Thema eröffnen - vielleicht bin ich auch nur nicht fähig, die Suchfunktion korrekt zu nutzen.
Nun aber los:
Wir haben ein Haus mit etwa 140 qm2 Wohnfläche, das Haus hat einen Teil der 1930 gebaut wurde und einen der ca. 30 Jahre später angebaut wurde.
Zur Zeit heizen wir etwa 50 qm2 des Hauses (ein grosser Raum: Wohnzimmer, Esszimmer, Küche) mit einem Lehmofen, welches auch an kühleren Tagen ausreicht.
Wir haben grundsetzlich kein geregeltes Heizsystem (Warmwasser also über Strom/keine Probleme damit/kann so bleiben).
Das Haus erstreckt sich über 2 Ebenen, die jeweils genutzt werden.
Neben dem grossen Raum der durch den Lehmofen beheitzt wird, wird der Flur sowie das Zimmer (Schlafzimmer) nicht beheitzt (keinen Ofen).
Im oberen Teil des Hauses stehen 2 günstige Öfen (ca. 300 Euro), die tagsüber zwar (gut) heizen, aber nicht speichern. (Welches nachts schon mal 5 Decken erfordern kann ??)
Wir sind also dabei (durch ein Erbe) uns Gedanken zu machen, wie man es im Winter etwas muckeliger und angenehmer gestalten kann.
Wir haben alle möglichen Kostenvoranschläge hier liegen (Gas, Öl, Infratrotheizung in Kombination mit PV, PV in Kombination mit Wärmespeicher usw. usf.)
Es überzeugt uns keines der Angebote.
Nun habe ich gesehen, dass es viele Möglichkeiten gibt in Verbindung mit Holz, Speicheröfen, ganze Systeme.
Leider bin ich absoluter Laie und brauche Hilfe. ??
Könnte Jemand von Pieke auf erklären welches Möglichkeiten es rein mit Holz gibt?
Wir leben auf dem platten Land (man nennt es auch Plattengülle) und wir sind ein reiner Frauenhaushalt-soweit kein Problem, scheint aber doch am Ende so zu sein, dass die bäuerlichen Handwerker einem auch mal ganz gerne was von der "Kuh" zu erzählen, damit man etwas an die Frau bringen kann, welches über den Daumen gepeilt mal juste 20 bis 30.000 Euro kostet.





Grundsätzlich sollte die Planung einer solchen Anlage damit beginnen, dass sich die Bewohner Gedanken machen, wie sie ihren Wohnraum nutzen wollen und ob es davon unabhängig die Notwendigkeit gibt, bestimmte Räume in besondere Weise zu beheizen, z.B. weil sie schlecht gedämmt sind, aber benutzt werden sollen.
So könnte ein ungeheiztes Schlafzimmer schon mal ein Problem sein, nicht wegen der 5 Decken, sondern wegen der Schimmelecken.

Wenn man das weiß, dann lässt man eine Heizlastberechnung anfertigen, das kostet nicht so viel.
Die braucht man für die Planung der Anlage.

Was das heizen mit Holz betrifft, gibt's einiges zu bedenken.

Das Holz muss in den Ofen!
Wenn man bei der Planung der Anlage herausgefunden hat, dass man einen Ofen mit Wassertasche braucht, der über einen WW Speicher auch andere Räume mitheizen kann, kann das schon eine ganze Menge sein, wahrscheinlich auch mehrfach am Tag.
Eine halbe Tonne Buchenholz hat soviel Energie wie 200 l Heizöl, das gilt es zu bewegen.
Wenn man also 140qm komplett mit Holz beheizen möchte und einen normalen Verbrauch von 100 kWh/qm/Jahr (normale Dämmung) annimmt, dann kommt man etwa auf 3,5 to Buche.

Diese Öfen mit Wassertasche spielen auch nicht in der 300€ Liga (eher das 10fache), dazu kommt Speicher und Regelungstechnik.

Befeuern muss man dann immer, wenn Wärmebedarf ist, bzw. wenn der Speicher kalt wird. Ohne 2. System kann das im Winterurlaub oder bei Krankheit ein Problem sein.

Pellets gehen auch, sind aber teuer als Scheitholz. Man benötigt ein spezielles Lager und der technische Aufwand (z.B. für automatische Förderung) kann noch höher sein.
(allein dafür können 10.000€ zusammenkommen)

Dann ist die Frage, ob der Schornstein für eine solche Anlage geeignet ist, oder mit einem Edelstahlrohr nachgerüstet werden muss.

Alles in allem ist das kompliziert und ohne Fachleute nicht zu berwerkstelligen, zumal solche Feuerungsstätten zugelassen werden müssen (Stichwort Schornsteinfeger, Feinstaubverordnung).

das für eine komplette Heizungs / Ofenanlage 20-30.000€ zusammenkommen können, ist keineswegs unrealistisch.

da würde ich mich fragen, ob man nicht mit einer einfachen Brennwert-Gastherme zu dem bereits bewährten Lehmofen, am besten / günstigsten wegkommt.
Den Ofen kann man nach Belieben befeuern, die Gastherme erledigt den Rest.

Wenn's doch ausschließlich Holz sein soll:

Ofenbauer gibt's in unseren Breiten (Beste Grüße vom Calenberger Land) nicht so viele,

viele der großen Ofengeschäfte beschäftigen auch Subunternehmer von sonstwo.

Empfehlen kann ich diesen aus der Nähe von Alfeld,
der ist gleichzeitig Innungsobermeister und versteht sein Handwerk

http://www.ofenbau-lange.de/

der kann sicher mal kommen und die Sache in Augeschein nehmen und eine Idee entwickeln.

Viele Grüße

GE

p.s. wir heizen seit 3 Jahre mit einer Kombi aus handwerklich erstelltem Grundofen (2 Versuche, der erste war ein Totalschaden) und einer Gastherme / Wandheizung.
Das läuft sehr gut.



Heizsystem



Hallo Melanie
Bevor ich mir Gedanken über Heizsysteme mache ist's günstig ggf die Dämmung des Gebäudes zu verbessern.

Wenn die Wärmeverluste sehr gering sind kann es sein, daß gar keine neue Heizung benötigt wird oder nur noch eine mit geringer Leistung,
die dann auch nicht viel Heizmaterial benötigt.

Die Dämmung muß nur einmal verbessert werden und spart dann Energie und Kosten solange das Haus besteht.

Und wenn die Heizung einmal ausfallen sollte sinken die Raumtemperaturen nur sehr langsam ab, sodaß auch kein träges Heizsystem mit großen Speichermassen benötigt wird
(welches solare und interne Wärmegewinne nicht optimal ausnutzen kann)

Außendämmung mit EPS würde ich aber nie machen- es gibt andere ökologisch und bauphysikalisch bessere Möglichkeiten.

Und wenn Außendämmung nicht praktikabel sein sollte gibt's bei sorgfältiger Planung auch sinnvolle Innendämmsysteme.

Um es im Winter angenehmer zu haben wäre es auch wichtig Undichtigkeiten mit Zugluft und kälteabstrahlende Flächen zu vermeiden.

Die Raumwärme wäre danach der 2.Schritt.

Da würden aber mehr Infos zum Gebäude benötigt werden

Zur korrekten Auslegung der Heizanlage und der Heizflächen müßte ohnehin eine Heizlastberechnung erstellt werden
( zum Vergleich besser mit dem jetzigen Zustandes und dann eine nach evt dämmtechnischen Verbesserungen)

Aber zu deiner Frage:
Nur mit Holz heizen ist gar kein Problem und sofern das Material gut erhältlich ist fast überall möglich.

Wir haben z.B. eine ältere Pelletheizung, bei der allerdings nach erfolgter Komplettsanierung 1/3 der jetzigen Größe ausreichend wäre.

Ich kenne andere, die in einem Lehm-Grundofen einmal am Tag eine 25 kg Kiste mit Holz verfeuern, was für deren 100 qm genug ist.
Wie die Wärmeverteilung erfolgt ist eine andere Frage

Bei Fragen kannst du mir auch gerne eine Mail schicken- Daten sind angegeben

Andreas Teich



Dach oder Decke zum Dachboden gedämmt ?



Da lässt sich viel herausholen.

Heizlastberechnung kann man annäherungsweise mit Danfoss Danbasic machen, kostenloser Download.