Haubockbekämpfung mit Heissluft beim Kaltdach




Liebe Sanierungsgemeinde,

nach einigem Hin und Her ist in unserem Haus durch zwei Sanierer (chemische Bekämpfung und mittels Heissluft) eindeutiger Hausbockbefall festgestellt worden. Außerdem sind die Fraßgeräusche unüberhörbar.

Es ist zu sanieren, fragt sich nur wie? Wir würden die Heissluftbekämpfung als ungiftigste Variante vorziehen; es stellt sich aber folgendes Problem:

Vor sechs Jahren haben wir unserem Haus ein Kaltdach (DWD-Platten und Dämmung) ge-gönnt. Der Zimmermann hat damals nichts gesehen oder gehört (bzw nichts sehen und hö-ren wollen - jetzt ist er pleite). Ärgerlich genug, dass bei einer Sanierung - egal auf welche Weise - der Dachstuhl wieder freigelegt werden muss; hat uns der chemische Sanierer auch noch die Heisluftsanierung madig gemacht.

Es würden sich die DWD-Platten verziehen und die Ziegel abrutschen. Unsere Fragen sind also:
Scheidet bei einem Kaltdach die Heissluftsanierung aufgrund der DWD-Platten aus? Gibt es schon Erfahrungen mit Heissluftsanierung bei DWD-Platten? Hat jemand so etwas schon erlebt? Oder das Gegenteil? Oder wollte der nur seinen Auftrag sichern?

Und wie schaut es mit der im Spitzboden verlegten Elektroinstallation aus? Muss die auch entfernt werden?

Vielen Dank für Euere Mithilfe

Wolfgang Starik



Moin,



die Problemstellung ist doch die folgende: Die Fa. welche die Heissluftmassnahme durchführt wird wahrscheinlich im Angebot darauf hinweisen, dass Schäden die durch die Massnahme entstehen zu deinen Lasten gehen.
Also hilft alles nix, du musst den Hersteller der Platten konsultieren und fragen ob oder ob nicht (und ich denke wir kennen die Antwort..genaue Parameter werden benötigt usw.). Desweiteren ist die Heissluft zwar gut und schön, bietet aber keinen vorbeugenden Schutz auf den ich persönlich nicht verzichten würde.
Ich möchte auch hier einmal fesstellen, dass das ganze Ökogetue (das meine ich jetzt nicht persönlich und beziehe es auch nicht auf dich sondern meine das allgemein)nun wirklich fehl am Platz ist, denn ist nicht wirklich so, dass jeder der einen chem. Holzschutz im Haus hat tot umfällt oder sonstwas. Ich laufe nun auch nicht mit der Giftspritze im Haus rum, sondern achte schon auf sinnvollen Umgang, aber bei den Konstruktionshölzern hört nunmal der Spass auf.



Heiße Luft im kalten Dach


Lutz Parisek

Hallo Wolfgang

Ein wenig verfahren die Situation. Mir ist auch bei deinem Dachstuhl der genaue Aufbau nicht ganz klar.
In jeden Fall ist folgendes festzuhalten:

1. Auch bei einer chemischen Bekämpfung müssen die befallenen Holzbauteile zugänglich sein. Ein "blindes" Injezieren ist weder zulässig noch sinnvoll.

2. Ein oberflächliches Besprühen mit einem bekämpfenden Holzschutzmittel, ohne die vermulmten Fraßteile zu entfernen, ist nicht zulässig und führt auch nicht zum dauerhaften Erfolg.

3. Der Erfolg einer chemischen Bekämpfung mit den heute zur Verfügung stehenden Wirkstoffen zeigt sich stark zeitversetzt und ist meist nicht im ersten Anlauf erfolgreich.

4. Die Holzschädlingsbekämpfung in einem ausgebauten Dachstuhl mit dem Heißluftverfahren ist in vielen Fällen möglich. Hierzu wird die Heißluft in einer Überdruckverfahrenstechnik eingesetzt. Allerdings sind immer umfangreiche Begleitmaßnahmen notwendig, die in jedem Einzelfall genau geprüft werden müssen. Nur bei einer gewissenhaften Planung und Durchführung lässt sich hier ein abschließender und sofortiger Erfolg erzielen.

5. Die vorbeugenden Holzschutzmaßnahmen sind grundsätzlich von den bekämpfenden Maßnahmen getrennt zu betrachten. Wobei immer zu prüfen ist, inwieweit ein vorbeugender Schutz sinnvoll bzw. notwendig ist.

6. Die Empfindlichkeit von DWD Platten und Elektroinstallationen ist im Einzelfall zu prüfen, es ist jedoch erfahrungsgemäß so, dass gerade bei Elektrokabeln die Hitzeempfindlichkeiten überschätzt werden. Auch sehe ich nach meiner Erfahrung bei DWD Platten keine grundsätzlichen Probleme bei der Erwärmung.

Gruß

L. Parisek