Gefach Sanierung Aussenbereich

15.04.2013 Ötzi



Hi liege Fachwerk Forumsgemeinschaft, habe grad ein Fachwerkhaus BJ 1713 erworben und bin dabei die
Aussengefache zu reparieren. Fachwerke sind mit Sandstein ausgemauert und drauf ist wohl ein Kalkputz. Habe nunmehr Fachwerke von losem Mörtel gereinigt und diese seitlich mit Flex eingekerbt, damit Kissen nicht zu groß wird. Dann bin ich hergegangen habe mit Rotem Sand 9 Teile und 3 Teile Kalk und einem Teil Zement.. die Gefache ausgeworfen und abgezogen.Am Tag drauf die Sinterschicht mit Stahlbesen weggemacht. Da ich erst angefangen haben wurde mir empfohlen zur Sicherheit alle Gefachungen mit Distanet Gitter vorab zu befestigen und dann erst mit dem Grundputz wie oben auswerfen.. anschließend dann einen Kalk Grundputz und dann einen Kalk Glätte ... Ist das alles Korekt ??? Bin totaler Laie daher die Frage hier im Forum.....





Hallo,

das macht 25% Zementanteil, die ich für sehr viel halte. Ein entsprechender Anteil hydraulischer Kalk tut es auch für die Wetterbeständigkeit. Die Gefahr ist, dass der Putz zu fest und unelastisch wird und deshalb reißt.

Grüße



Zement … Sackl-Zemet – fix Luja soog ih



Hallo

Warum bekommt man das treudeutsche "ein bisschen" Zement geht schon nicht aus den Köpfen …

Dieses "bisschen Zement" wird Ihnen durch die fortwährende "Vernadelung" der Zemente Ihren schönen Kalkputz in den Jahren zu einem immer härter werdenden zementären Putz machen … dazu auch noch Sandstein … na ja und dann im Nachhinein fragen … ?

… dann noch ein bisschen Gitter … "zur Sicherheit" … so machen die Geschäfte … 

… loster Putz weg … GUT
… einkerben mit Flex für Fuge … GUT
… Kalkhydrat … Sand … GUT
… Zement … NIX
… Draht … NIX

– Vorspritz mit 0-4er Kalkmörtel
- Ausbesserungen … 0-4er Kalkmörtel
- Grundputz …
- deckputz 0-1er
- KalkKaseinfarbe
- fertig

- keine Sonne, keine Zugluft, Feuchte im richtigen Maß … guter Putz hält hunderte Jahre …

Viel Erfolg …

Florian Kurz



Guter Putz hält hunderte Jahre



Kalkhydrat...Sand...Gut

Aus den "Zutaten" soll sich Gerold jetzt,er beschreibt sich als totaler Laie,seinen Putz mischen...wie lange mag der halten?

Oder doch lieber ,Geschäfte machen und bei Solubel was kaufen?

Grüße Martin





Hallo,

vom Grundsatz her sollte Ihr Putz weicher sein als der Sandstein. Und das macht Zement kaputt.



Stichwort SOLUBEL ...



... habe gerade heute erst in einem ganz speziellen Fall von Herrn Ruf eine nach meinem Empfinden nicht nur sehr freundliche, sondern und vor allen Dingen auch umfassende und tiefgehende Beratung bis hin zu detaillierten Verarbeitungshinweisen erhalten - Was kann man sich als Planer (und in diesem Fall auch Bauherr) besseres wünschen?!

i. V. Dirk Meisinger



Sanierung Gefachungen



Hi ,

vielen Dank für die kurze Info... so kann ich dann am Sa am Objekt weitermachen. Werde wie Herr Kurz empfohlen auf Zement und Draht verzichten.. kam mir auch komisch vor... zumal das Haus auch ohne Draht 300 Jahre alt geworden ist.

Gruß auch an Udo ... der hat mir mal vor 7 Jahren Tipp mit Absprerrung Versottung mit Pferdeurin gegeben und hat auch prima geklappt...

Zum Thema ... Solubel... ist bestimmt gut.. aber vor 300 Jahren gab es die Fa. auch nicht also sollte man doch m.E. so verfahren wie die vor 300 Jahren ... das hat bis heute auch gehoben...

Gruß an euch Alle aus dem Schwabenland....



Kalk oder Kalk



Hallo

Viele meinen sich mit Kalk auszukennen, wenn sie mal nen Sack an die Wand geschmiert haben, ein paar Seiten im www gelesen haben und hier die Forenthreads verfolgen …

Kalk ist zwar Kalk aber schon die Sumerer, Ägypter, Griechen und die uns zeitlich nahe stehenden Römer hatten schon eine ausgefeilte "Bauchemie" in Bezug auf Kalk … spezielle Zusammenstellungen, Verarbeitungsformen … 

die Handwerkstechnik war bei weitem wesentlich höher als bei uns heutzutage und die Kalk-Kunst war auf einem eklatant hohen Niveau, was bei uns sich nur in Schlagworten niederschlägt … im wahrsten Sinne des Wortes … Niederschlagend sind meist die Ergebnisse, wenn Laien und Nachplapperer sich an den Kalk machen … dann werden Drahtgitter reingemacht, weil's sicher ist … dann wird immer ein bisschen Zement beigemengt … hart ist immer gut und man kann ihn auch leichter Verarbeiten … sagen die, die sich damit auskennen wollen …

Man kann sehr gut mit Kalkhydrat und Sand , wenn beides GUT ist auch einen guten Putz herstellen … aber SIE als Baulaie können SIE denn unterscheiden ob der Sand was taugt, ob der oder das Kalkhydrat wirklich GUT ist … verlassen Sie sich da auf die DIN-NORM für Kalk … ?

Im "alten Rom" hatte man sicher schon Mittelchen (Puzzolane, etc. ) aber hat die nicht DIN gemäss verarbeitet, sondern nur dann wenn man es wirklich gebraucht hat, man hat damals schon mit Zucker, Honig, Feigenmus, Haaren etc. und Kalk hantiert … hatte eine ausgefeilte Technik aus Kalkmörtel Fliesen herzustellen und wusste auch wann und wie man Heißkalk verwendet …

… nicht einfach … ungelöschten Kalk und Wand und Wasser etc. zusammenrühren und dann eben Heißkalk haben … viel hilft viel … das hat man hergenommen, wann man es wirklich gebraucht hat …
in unserer Gesellschaft bildet man sich ein mit einem SUV die Kinder in den KG fahren zu müssen, weil die Werbung verspricht: in einem SUV ist man sicher!
Ich nenne so was Grössenwahn …
deshalb braucht man eben keinen Heisskalk wo man sich ihn leisten kann oder machen kann … sondern nur wo man ihn wirklich brauchen kann und er notwendig ist …

und "reinen" Luftkalkmörtel kann man eigentlich nur verwenden, wenn man einen guten Sand hat und sich damit auskennt …
gut
wenn man sich ein paar Innenwände mit seinem eigenen Mischungskalk (ohne Zement) vollmacht ist's ja in Ordnung … da macht man nicht viel kaputt … aber im Aussenwandbereich … womöglich an exponierten Stellen … mit Holzkontakt … da würde ich es mir nicht zutrauen es richtig zu machen … wenn ich mir nicht sicher bin, ob es der richtige Kalk ist … oder der richtige Sand …

Es muss keiner Solubel nehmen, bei weitem nicht … aber einen wirklich guten Mörtel oder Putz erkennt man bei weitem nicht an den tollen Prospekten und dem selbst gestrickten Ökosiegel auf der Werbung … sondern am Inhalt … nicht am Schein … sondern am SEIN … und auch nicht ob der gute Mann, der einem diesen oder jenen Putz verkauft sympathisch ist, oder "gute Konditionen" macht …

Qualität hat nun mal seinen Preis … und wenn ich mir andere anschaue kosten die doppelt und dreifach … auf lange Sicht …
die Zeit wird es zeigen, aber bis dahin ist das Geld schon futsch und ausgegeben …

Ich will keinem den Mut nehmen sich selbst an Kalkmörteln zu versuchen - aber versucht halt die Risiken zu minimieren … gerade an Aussenfassaden … mit Gerüst und viel Arbeit …ists halt wirklich nicht schön wenn man da wieder hin muss … nach ein paar Jahren …

… und so ist's mit vielen Sachen am Bau … die Grundlagen müssen passen und stimmig sein … die Beratung und das gesamte Konzept … es muss ineinandergreifen und auf einem qualitativen gleichen Niveau sein, stimmig sein – denn wie sage ich so gerne …
Das System - die Kette - ist immer nur so gut, wie sein schwächstes Glied!

Florian Kurz



Ich



hab hier noch den alten Putz auf den Gefachen ,keine dreihundert ,nur hundertfünzig Jahre alt,von grob nach fein aufgebaut,mit Haaren bewehrt,haften will er nicht mehr so recht am Lehm,in sich halten tut er gut,kann man aufhängen,die letzte siebzig mit Sicherheit keinen Schlagregen gesehen.

Ich denke entweder braucht man für den selbstgemachten reinen Kalkputz auf Sichtfachwerk große Erfahrung oder man sieht das als Experiment und stellt sich auch auf Fehlschläge ein.

Da ist Sackware für den Laien wohl eher zu verarbeiten,habe bisher alle meine Mörtel selber gemischt,aber im Putz werd ich mich nciht versuchen und zu Werksmörtel greifen(Solubel ,mit diversen Mittelchen).

Was vor dreihundert Jahren umgesetzt wurde ,wird heute mit Sicherheit auch funktionieren,aber dafür fehlt mir die empirische Erfahrung der Alten....sich in das Gewerk einzuarbeiten braucht viel Zeit und jemand der einem das zeigt.

Viel Erfolg
Martin