Warmluftspeicher bauen

07.04.2013 Altesfachwerk



Moin, moin

Ich habe da mal eine Frage :-)
Wir haben auf der Diele einen chief stehen (wie Bullerjahn) der natürlich super schnell den Raum aufheizt. Was er ja auch soll aber ich würde gerne ein Teil dieser Warmluft speichern. Nun hat er ja einzelne Rohre links und rechts und ich würde gerne die Warmluft aus der linken Seite über Rohe abführen und in ein Speichermedium führen.
Nun finde ich natürlich ganz viel das System eines Grundofens, also das führen der Abgase. Das wäre hier ja aber nicht der Fall, schafft aber diese Warmluft letztendlich ein Wärmespeicher aufzuwärmen.
Ich hoffe ich habe mich nicht zu wirre ausgedrückt :-)
Danke für Eure Antworten.

Liebe Grüße
Tatjana



Moin Tatjana,



am besten gelbe Säcke über die Luftöffnungen - wenn die voll sind zubinden und lagern und wenn's kalt wird wieder aufmachen....;-))

Was du da vorhast gibt es so ähnlich - nennt sich wassergeführter Kaminofen oder Ofen mit Wassertasche. Die Ofenwärme geht dann überwiegend in den Pufferspeicher für eine Zentralheizung bzw. Warmwasser.

Du könntest natürlich z.B. mit Alu-Wellrohr die Abwärme noch woanders hinleiten - das sieht allerdings nicht doll aus und ist nicht sehr effektiv: Luft ist mangels Masse kein geeignetes Speichermedium. Warmluftheizungen transportieren ausserdem eine Menge Hausstaub......

Mehr Wärme speichern kannst du mit einer dicken Steinplatte und/oder Mauer um den Ofen herum.

Gruss, Boris



'ne heisse Sache …



Hallo

man hat diese heissen Dinger erfunden damit sie dem Nutzer die warme Luft um die Ohren hauen weil ja alle oder die meisten Nutzer glauben, dass warme Luft "toll" ist - Stichwort: Konvektion!

Heiss und schnell und dusselig!
Eben: Konvektion!
Warme Luft ist eben KEIN guter Speicher und KEIN guter Leiter für Wärme!
Aber so ist das momentane Heizungsgeschäft aufgebaut: dusselig und bar jeder physikalischen Vernunft …

Masseofen ? Eisenofen

Masseofen:
hier: sancal-ofen
http://www.sancal.de/sites/holzofen.htm

nachschauen oder
hier:
http://www.ofenbau-gartner.com/video.html

Warme Luft "Speichern" wollen ist so wie Licht in Säcke einpacken oder mit einem Eimer wo hin tragen wollen … Schilda lässt grüssen …

Florian Kurz



Kein Wunder,dass...



... Euch im Wohnbereich zu warm wird... ist anscheinend das Modell mit 13kW... ;-)

Die "heißen Dinger" wurden übrigens nicht erfunden, weil die Holzfäller im kalten kanadadischen Urwald auf Deubel komm raus heiße Luft wollten, sondern weil mit vorhandenen einfachen Mitteln die Effektivität gegenüber einem einfachen Fass gesteigert werden sollte und konnte.

Ansonsten: Ich mag die Dinger auch nicht, weder von der Funktionsweise noch von der Optik her, eigentlich gehören die m.M. nach in Werkstätten, Hallen, usw. Aber darum geht es nicht.

Die warme Abluft lässt sich nicht sinnvoll Nutzen um damit einen wie auch immer gearteten Speicher zu laden, eine optimierte Luftverteilung im Haus wäre denkbar, ist aber auch nur ein Behelf.

MfG,
sh





Wenn ein überflüssiger Keller da wäre, könnte man ihn mit 15 m³ Kalksandlochsteinen voll packen und mit der Warmluft durchblasen. Dann brauchen Sie nur noch an den Be- und Entladekurven des Massespeichers zu basteln und fertig ist die Speicherheizung. :-))

Grüße vom Niedrrhein





Moin moin

Erstmal vielen Dank für die Antworten.

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten und das gute Stück heizt eine große Diele und wir kommen nicht ins schwitzen :-)

Gestern haben wir einmal die Temperatur der austretenden Warmluft gemessen und das Thermometer zeigte 90 bis 100 Grad an.

Das System mit Wasser als Puffer haben wir bei unser Holzscheitheizung, hier arbeiten wir mit einem 3000 Liter Wasserspeicher. Eine erste Überlegung ging in diese Richtung, wurde aber von uns wieder zerschlagen.

Habe mich gestern mit Latentspeichersystemen auseinander gesetzt, dabei sind mir schon Ideen gekommen.

Möchte eigentlich so nicht arbeiten, sondern eher die Kelleridee von Dietmar Beckmann umsetzen.

Links vom Ofen eine Wand vorsetzen und den Zwischenraum als Speichermedium benutzen. Oberhalb ein Sauggebläse anbringen und ein Öffnung über die die ausdehnende warme Luft bei Bedarf entweichen kann.
Wie zB bei einer Herdabzugshaube :-)

Somit könnte dann diese Wand im laufe des Tages die Wärme abgeben.

Dadurch das die Diele ja innenliegend im Haus ist, hat sie keine Aussenwände. Sie hat das ganze Jahr eine fast gleichbleibende Temperatur von 16-17 Grad. Es geht also "nur" um ca 2-3 Grad mehr Raumtemperatur.

So leicht gebe ich noch nicht auf :-))

LG
Tatjana



Ich will Dir...



... die Illusion nicht nehmen, aber die Idee eines reinen Luftspeichers ist Humbug.

In einem Kubikmeter Ofen-Luft lässt sich die sagenhafte Energie (20°-->95°) von 0,0271kWh speichern. Wenn Du also via Vormauer einen Hohlraum von 10m³ errichtest, sind das entsprechend 0,271kWh.

Die Vormauer, als Halbsteinwand in KS ausgeführt habe dann bspw. 5mx3mx0,115m = 1,725m³ und eine Masse von 1,725m³*1500kg/m³ = 2587,5kg

Um diese Masse nennenswert von 20° auf 30° zu bringen, ist eine Energie von rund 7,2kWh notwendig.

Man bräuchte also 7,2/0,0271 = 266m³ heiße Ofenluft, wenn 100%er Wirkungsgrad beim Wärmetausch vorläge, was natürlich nicht der Realität entspricht.
________________________________________

Damit wären wir beim Thema Hypokaustenheizung, was tatsächlich in Verbindung mit dem Ofen prinzipiell funktionieren könnte. Also die ständige Nachfuhr von warmer Luft.
Dazu müssten an der Wand senkrechte Kanäle mit Einlass auf Ofenhöhe und Auslass in Deckennähe hergestellt werden.

Mit der Exaktheit suggerierenden Rechnerei hapert es dann auch mangels Kenntnis von weiterführenden Parametern, man müsste u.A. den generierten Luftvolumenstrom vom Ofen kennen...

Viel Spaß beim Tüfteln und Basteln...

MfG,
sh



Warmluftspeicher



Hallo Tatjana,
ich hatte auch mal solche Gedanken, dass Prinzip könnte wie dass eines Kachelofen sein. Natürlich übergroß und mit Schamottesteinen. Maßgebend ist auch, denke ich, die Größe der Oberfläche die die Wärme aufnimmt und wieder abgibt. Wenn man also die heiße Luft durch ein Mäander (eben im Keller oder unter dem Fußboden) aus Schamottesteinen führt, würde man nach entsprechender Aufheizung die Wärme wieder über einen Luftstrom abgeben. Wie lange dass reicht bzw. welchen Wirkungsgrad das Ganze hat, keine Ahnung. Solche Luftheizungen hat man früher unter die Fußböden z.B. in Burgen und Schlössern eingebaut. Allerdings hatten die auch viel Platz und man mußte auch permanent heizen.
Auf jeden Fall kommt man ohne Berechnungen evtl. sogar Erfahrungswerte nicht aus. Ich werde den Thread weiter verfolgen, vielleicht gibt es noch nützliche Tipps. Luft als warme Luft speichern geht nicht, aber ich kann warme überschüssige Luft nutzen damit diese an wärmespeicherfähige Medien abgegeben wird. Bleibt alle mal eine Rechenaufgabe.

freundliche Grüße
Michael