Innendämmung bei 40iger Wandstärke (Ziegel/Stampflehm)

19.09.2012



Hallo,

wir sind gerade dabei unser kürzlich erworbendes Haus zu sanieren.
Leider sind wir uns bei dem Thema Innendämmung noch nicht ganz einig.
Die Außenwand hat eine Dicke von ca. 43 cm und besteht teilweise aus einem Ziegelmauerwerk und teils aus Stampflehm. Der Aufbau der Wand (vom Fußboden zur Decke) sieht demnach wie folgt aus: auf einer ca. 1,30 m hohen Ziegelwand (Vollziegel) mit Luftschicht, liegt mit einer Höhe von etwa 1,00 m Stampflehm, wobei hier wohl eine Schicht Ziegel außen angebracht ist. Über dem Stampflehm befindet sich nochmals ca. 20 cm Ziegel.

Frage: Müssen wir bei diesem Wandaufbau bzw. bei dieser Wandstärke überhaupt eine Dämmung in Betracht ziehen?

Uns würde eigentlich eine Außendämmung eher gefallen, nur der Dachüberstand ist unserer Meinung nach zu gering. Und die Kosten für eine solche Dämmung sind uns im Gegensatz zur Innendämmung auch viel zu hoch.

Bei der Innendämmung würden wir Holzfaserdämmplatten (6 cm) nehmen, die wir auf den Lehmunterputz anbringen. Die Platten werden dann nochmals mit Lehm (1,5 cm) verputzt. Die Wandfarbe wird diffusionsoffen sein (vielleicht Lehmfarbe o.ä.)

Vielleicht wäre es noch wichtig zu erwähnen. Wir haben uns für eine Fußleistenheizung entschieden. Des Weiteren wird im EG ein Grundofen und ein Kamin in den Räumen für Wärme sorgen.

Wäre super, wenn uns jemand zum Thema Innendämmung rasch weiterhelfen kann. Uns wurde die Innendämmung auch gerade wegen der geplanten Fußleistenheizung empfohlen.

Liebe Grüße aus dem Norden



Sparsamket



Hallo

bleiben Sie sparsam und lassen das mit der Dämmung bleiben.

Machen sie Ihre Heizleisten, den Grundofen, den Kamin und evtl eine leichte Sockeltemperierung (meine Website - Interessantes 3 - 2. Link lesen).

Keine Risiken, intakte Bausubstanz - Kosten gespart - glücklich und warm.

gutes Gelingen

Florian Kurz
www.slow-house.de



Das Gegenteil



Es tut mir leid dass ich Ihnen das Gegenteil von dem empfehle was mein Vorschreiber für sinnvoll erachtet.
Ihre Gedanken zu dem Thema sind richtig. Als Alternative zu der Sockelheizung würde ich eine Wandheizung in Betracht ziehen.
Der Lehmputz als Abschluss auf den Holzweichfaserplatten muss mit Gewebe armiert werden.
Als Entscheidungshilfe welchen Nutzen Sie von einer Dämmung langfristig haben, sowohl vom Energieverbrauch als auch der Behaglichkeit (warme Wandoberflächen) empfehle ich Ihnen eine qualifizierte Energieberatung. Die ist nicht kostenlos, aber auch auch nicht umsonst. Wird von der BAfA gefördert.
Solch eine Energieberatung kann dieses Forum nich ersetzen.
LG
SB



Warum einfach ...



... wenn's auch kompliziert geht?

Ich vestehe den ganze Hype um die Wandheizungen nicht. Hier wird mit hohem Aufwand versucht, das zu erreichen, was man in den meisten Fällen mit einer Sockeltemperierung oder mit Heizleisten viel unspektakulärer und vor allen Dingen kostengünstiger erzielen kann.

Insoweit stimme ich meinem Kollegen Florian Kurz voll und ganz zu.

Als höchst zufriedene und insoweit von der Effektivität und Effizienz vollkommen überzeugte Betreiberin einer Heizleistenheizung möchte auf auf folgenden Link verweisen:
http://www.meisinger-ingenieurleistungen.de/index.php/bauberatung/47-hd



Grundofen und Behaglichkeit ....



Die Strahlungswärme des Grundofens wird genug Behaglichkeit erzeugen und kann auch noch die Masse der Wand beglücken - aber nur, wenn diese nicht gedämmt wurde.

Die Fußleistenheizung ist ein relativ schnell reagierendes Heizsystem. Die Wandheizung wäre ein träges Heizsystem - so wie der Grundofen auch.

Wenn ich schon zwei Heizsysteme habe, dann würde ich ein schnelles mit einem trägen kombinieren.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Meine 40er Vollziegelwand ist nicht gedämmt und ist ein vorzüglicher Wärmespeicher. Wenn ich temperiere, dann bleibt es auch warm. Heizleisten mögen die wirtschaftlich günstigere Variante sein, sie sprechen mich persönlich aber nicht an, schön ist etwas anderes. Da Heizrallyes ohnehin nicht sinnvoll sind, ist die Trägheit einer Heizung zu vernachlässigen.

Bernd Kibies



Der U-Wert



der Wand ist rein rechnerisch verbesserungswürdig. Allerdings sind die örtlichen Gegebenheiten nicht unbedeutend Ist ihre Wand nach Norden ausgerichtet oder nach Süden, kann sie also Wärmegewinne durch die Sonne nutzen. Oder ist die Wand witterungsbedingt viel Feuchte (Regen) ausgesetzt und ggf. durchfeuchtet, was muss dann für die Austrocknung beachtet werden, behindert also eine Innendämmung durch den verlagerten Taupunkt und veränderten Wärmestrom eventuell.
Wie ist die Dämmung der Geschossdecke und des Bodens, besteht hier vielleicht vorrangig Handlungsbedarf?
Eine fachmännische Beurteilung der Gegebenheiten vor Ort ist sinnvoll. Ausführen kann man es selbst.

Meines Erachtens ist die Wandheizung in Verbindung mit einem Grundofen nicht nötig (sofern dieser ausreichend genutzt wird und entsprechend Brennstoff zur Verfügung steht, denn Holz wird auch teurer und die gute Öko-Bilanz ist, wenn bald jeder wieder damit heizt auch dahin). Lehmputz reflektiert Wärmestrahlung ausgezeichnet, vorausgesetzt, die Oberfläche bleibt im „System“, sprich Lehm- oder Kaseinfarbe.
Eine Dämmung mit Holzfaserdämmplatten, wäre mir zu aufwendig und zu teuer. Hersteller günstiger Platten arbeiten oft mit Paraffin und undeklarierten Zusatzstoffen oder Kleber, und die eigentlich guten Eigenschaften sind dahin. Alternativen sind Lehmdämmputze mit mineralischen Zuschlägen (Blähglas, Blähschiefer etc)

Grüße Maria





Die in Massivmauerwerk irgendwie immer vorhandene Feuchtigkeit in mehr oder minder großem Umfang und die damit notwendigen Trocknungsvorgänge würden mich auch davon abhalten einen prinzipiell verrotbaren Dämmstoff auf so eine Wand zu bringen.

Temperierung der Wände ist da eher geeignet die Feuchte solcher Wände in sinnvollen Grenzen zu halten. Eine Fußleistenheizung wäre dafür geeignet.

@FK: Fußleistenheizung "und" Sockeltemperierung? Müsste das nicht "oder" heißen?

Grundofen: Bei Häusern, die auf eine durchgehende Temperierung der Wände angewiesen sind, bin ich mir nicht sicher, dass ein Grundofen eine passende Ergänzung ist. Da Grundöfen nicht so sehr heiß werden und auch nicht günstig zu allen kritischen Außenwänden stehen können, können sie nicht per Strahlungsenergie den gleichen Effekt an den Außenwänden bewirken wie eine Sockellleistenheizung oder eine andere Temperierlösung. Andererseits ist der Grundofen prinzipiell eher so angelegt, dass er die Wärmeversorgung seines Aufstellraums allein übernehmen kann, so dass man eine andere Heizung abstellen würde, wenn er in Betrieb ist.

Ein Kamminofen zum Spitzenausgleich oder zur Schaffung spontaner Gemütlichkeit scheint mir eher zu einer Temperierlösung zu passen.

Vielleicht wäre auch ein Ofen mit einem Wärmetauscher für das Heizungswasser eine passende Ergänzung. Allerdings weiß ich nicht, ob man den auch heizen darf, falls einmal kein Pumpenstrom zur Verfügung steht.



@Erwin



Hallo


@FK: Fußleistenheizung "und" Sockeltemperierung? Müsste das nicht "oder" heißen?
eindeutig Jein oder NaJa!

Ich unterscheide "Sockeltemperierung" als "thermische Feuchtesperre" und "Temperierung" als "Heizung".

Die Heizerei ist nicht so einfach - da spielen immer die verschiedensten Einflußgrössen mit hinein - das muss gut geplant sein und man muss die Bude kennen.

Es geht hier ja m.E. immer um prinzipielle Möglichkeiten die sinnvoll sind und nicht um den Ersatz einer vernünftigen Planung mit auf das Gebäude abgestimmte Anweisungen.
Das wäre vielen Fragern ganz recht aber das geht beim besten Willen nicht!

Von "Kamniöfen" halte ich gar nichts - die werden nur heiss und bringen keine "tiefe Wärme".
Das ist ja das gute an einem Grundofen, dass er NICHT heiss wird, denn HEISS wird eine Temperierung auch nicht.
Heiss heisst immer: schnelle Luftbewegung - heisst erhöhte Konvektion - heisst …

Florian Kurz
www.slow-house.de



grundofen



Also ich bin in einem umgedämmten Haus aufgewachsen, das mit kohlebefeuerten Kachelöfen beheizt wurde.

Das Wohlbehagen, was hier wahrscheinlich mit "tiefer Wärme" gemeint, das die verbreiten, kann ich bestätigen.

In bestimmte Ecken im Bereich Außenwände durfte man allerdings nicht so genau schauen, da hat es latent immer schön vor sich hin geschimmelt.

Kaminöfen sind sicherlich ein weites Feld. Da gibt es viele Monster-Modelle, da ist der heiße Kern komplett zugebaut und der Ofen ist als reine Warmluftschleuder ausgelegt.
Das ist bei den eher billigen und kleinen Baumarktmodellen seltener der Fall. Die haben eine insgesamt kleine Oberfläche, die sehr heiß wird und vor allem Strahlungsenergie in den Raum abgibt. An denen gibt es dann auch keine Luftöffnungen für Konvektionsluft.

Ein 7KW Grundofen gibt deutlich mehr Energie über Konvektion ab als ein 7KW Kaminofen, so lange die heißen Flächen des Kaminofens direkt in den Raum abstrahlen können. ( Da gibt es irgendwas mit Physik und dass die per Strahlung abgegebene Energie mit der 4. Potenz der Temperatur und die Konvektion linear mit der Temperatur und der Fläche steigt - deshalb kann der vergleichbare Kaminofen auch deutlich kleiner sein als der Grundofen. Wer schon mal einen Bullerjahn in Aktion erlebt hat, der bemerkt, dass die Luftröhren eher nur Show sind und der Ofen zu allererst ein Hochtemperaturstrahler ist. Deshalb funktioniert es auch nicht, wenn die Leute versuchen irgendwelche Lufschläuche auf die Röhren des Ofens zu stecken und so die Wärme im Haus zu verteilen.)

Wenn man also aus Gründen des Gebäudes eine Temperierlösung im Dauerbetrieb betreiben muss oder sollte, dann halte ich einen direkt abstrahlenden kleinen Kaminofen für eine bessere Ergänzung als einen Grundofen.

Grundöfen haben in Häusern, deren Wände auch ohne Temperierung ausreichend warm und trocken sind, durchaus ihre Berechtigung. Dann aber eher mit der Intention, dass keine weitere Heizung benötigt wird.



Ich habe...



Heizleisten im Eigenversuch als außerordentlich träge, weil leistungsarme, Kleinradiatoren kennengelernt. Sie sind keine Wandheizung. Weil sie nicht nicht die Wand, sondern die Luft im Raum heizen, ganz genau wie der "klassische" Heizkörper. Vor einer Dämmung mag das halbwegs funktionieren, ist aber m.E. keine gute Lösung.

Wenn sowieso gedämmt werden soll, was ich in der angedachten Ausführung für sinnvoll halte, würde ich die Wandheizung bevorzugen. Der Aufwand wird, da sowieso geputzt werden wird, vergleichbar sein oder gar geringer. Und Ihr bekommt ein zukunftsfähiges Heizungssystem, daß mit Niedertemperatur funktioniert.

Die "Speichermasse" der (ungedämmten) Wand ist in meinen Augen kein Vorteil, anders als beim Kachelofen. Und bei so diffusem Wandaufbau sind ebenso Kältebrücken zu vermuten wie ein insgesamt nicht geringer Wärmetransport nach draußen.

Die Öfen würde ich als Kür betrachten, die Räume sollten auch ohne warm werden können. So schön, wie die Ofenwärme ist, nicht jeder hat immer Zeit für's heizen.

Grüße

Thomas



EineWandheizung



ist eine Fußleistenheizung sicher nicht, aber für eine hinreichende Temperierung der Außenwände wird sie sich schon dimensionieren lassen. Da gibt es genug Möglichkeiten mehrfach gestaffelte Konvektoren in einer dann recht großen "Fußleiste" ;-)) unter zu bringen.

Die tendenziell höheren benötigten Vorlauftemperaturen der Heizleisten sind ein bekanntes Phänomen.

Da wir außer der Wandstärke nichts weiter zum Objekt wissen, kann man nicht sagen, ob und wie eine Dämmung nachhaltig ausgeführt werden könnte.

Stehe bei meinem Haus vor der gleichen Fragestellung. Wände gleiche Dicke und außen Denkmalschutz. Innen 3,30m hohe und große (20-30qm) Räume mit Stuckdecken.
Alles was mir bisher zum Thema Innendämmung erzählt wurde ist mit erheblichen baulichen Eingriffen und viel Geld verbunden und wäre im Zweifelsfall nicht einfach rückgängig zu machen.

Auf der anderen Seite stehen höhere Heizkosten und kalte und tendenziell feuchte Außenwände, verbunden mit einem weniger angenehmen Wohnklima und latenter Schimmelgefahr.

In genau so einem Objekt wohne ich seit 15 Jahren zur Miete. Von daher sind die Heizkosten, die kalten Wände und die Schimmelgefahr für mich keine Theorie, sondern erprobte Praxis.

Aus diesen Erfahrungen heraus ist für mich bisher nur der Ansatz der Temperierung der Außenwände nachvollziehbar, widerspruchsfrei, bezahlbar, mit wenig baulichen Eingriffen machbar und im Zweifelsfall einfach rückbaubar.

Unterputzverlegung bzw. eine Fußleistenheizung war mir aber auch mit zu vielen Unbekannten behaftet. Bei den Fußleisten kommt noch eine Hausstauballergie in der Familie dazu. Also habe ich ins Standardregal der Heizungsbauer gegriffen und lasse mir entlang aller Außenwände klassische Typ10 Heizkörper (eine wasserführende Platte, keine Konvektionsbleche, keine Rahmenverkleidung, Abstand Wand bis HK-Vorderkante 75mm) in Bauhöhe 500 installieren. Habe gerade die ersten 10 Heizkörper mit 22m Gesamtlänge (ca. 1.100 Euro) fürs UG bekommen. Werde dann irgendwann berichten können, wie das Experiement ausgegangen ist. Habe allerdings auch keinen Heizungsbauer für die Planung gefunden. Der kommt erst, wenn alle HK an ihrem Platz hängen und er nur noch die Rohre und die Anschlüsse machen muss.



Temperierung oder wie oder was …?



Hallo

Ist schon interessant, auf was für Ideen die Leute so kommen um nicht auf was bewährtes zurückgreifen zu müssen.

Ist es Abenteuerlust, ist es Risikobereitschaft oder ist es mangelndes Selbstvertrauen in die "Planer" oder "Verkäufer" von Systemen oder Produkten?

Mit wie viel Rückschlägen muss man leben um dann irgend wann auf die Wahrheit zu kommen - oder auf den Glücksfall hoffen.

Bin gespannt auf irgend wann malige Ergebnisse!

Florian Kurz
www.slow-house.de



Na,



so ganz widerspruchsfrei geht das nicht:

"der Ansatz der Temperierung der Außenwände nachvollziehbar, widerspruchsfrei, bezahlbar..."

Zunächst versteht jeder unter dem schwammigen Begriff "Temperierung" etwas anderes. Aber offenbar ist das keine Heizung, sonst könnte man's ja auch so nennen.

Ist das aber keine Heizung, ist es eine zusätzliche Spielerei, die sicherlich bauliche Probleme mildern kann. Wände werden davon aber wohl nicht wirklich warm, und die Heizung kostet extra.

Diese nicht endenwollende Diskussion ist aber ein schönes Beispiel dafür, daß Werbung enorm beim verkaufen hilft.

Grüße

Thomas



Auf die Präsentation



der Ergebnisse von Temperierlösungen, die von professionellen Planern konzipiert wurden, wäre ich auch sehr gespannt.

Der Begriff der Temperierung macht m.E. nur im Sinne von Bauteiltemperierung Sinn, wobei sich die Temperierung auf die Anforderung des Bauteils beschränkt. Solche Temperierlösungen können in alten Kirchen oder Museen als ausreichende Heizung durchgehen aber für die individuellen Anforderungen von Wohnungen kann ich mir das nicht als alleinige Heizung vorstellen. Einige Berichte und Anmerkungen lassen darauf schließen, dass da, wo versucht wurde mit reinen Temperierlösungen auf Wohnkomfort zu heizen, der Hezenergieverbrauch auffällig hoch ist.

Die Fußleistenheizung und hoffentlich auch meine Variante sind Heizungen in dem Sinn, dass sie zuerst den Raum heizen sollen. Von ihrer Auslegung her sind sie aber so gebaut, dass sie einen nennenswerten Anteil Wärme den Außenwänden zuführen und damit einige der Nachteile von ungedämmtem Massivmauerwerk mildern können.



Haben Sie...



...eine ungefähre Vorstellung davon, wieviel Wärme Ihre ungedämmten Außenwände nach draußen transportieren?

Das würde mich interessieren, aber da werden die dämmungsablehnenden Temperateure und Heizleistler nicht konkret.

Grüße

Thomas





Ja, denke schon.
Habe die Gasabrechnungen der beiden Vorjahre vorliegen. Das waren 50 und 70MWh Erdgas-H für ca 180qm Wohnfläche bei 3,3m Raumhöhe.
Außerdem habe ich für die Heizkörperauslegung eine Einzelraum Heizlastberechnung gemacht.
Jetzt gibt es neue Fenster, die Heizkörper werden umgebaut und die Therme wird durch einen Fernwärmeanschluss ersetzt.
Wenn es gelingt, dass sich der mittlere Bedarf bei den 50MWh aus dem warmem Jahr 2011 einpegelt, dann wäre ich schon zufrieden.

Wenn die technischen Einrichtungen in dem Haus auf aktuellem Stand sind, die Regelung vernünftig eingestellt ist und im Rahmen der Dachdeckung die Decke zum Dachboden vielleicht noch eine Dämmung erhalten hat, dann werde ich eimal ausloten, wieviel Spielraum da überhaupt noch bleibt, den eine Wanddämmung erschließen könnte.



Das wäre...



... immer noch ein irrer Wert... nicht zeitgemäß und wahrscheinlich optimierbar... unter anderem mit Wärmedämmung... max. die Hälfte wäre anzustreben

LG & Gutes Gelingen,
Sebastian Hausleither



Feuchteschutz?



Habe gerade einmal folgenden Wandaufbau bei u-wert.net eingegeben:

15mm Lehmputz
60mm Holzfaserdämmplatte
15mm Lehmputz
380mm Vollziegelmauer
15mm Kalkputz

Dabei wird der Feuchteschutz tiefrot. 1,7Kg Tauwasser je qm und Saison hinter der Holzfaserdämmplatte.
Und Minusgrade bis einige Zentimeter in die Wand hinein.

Genau so ein Wandaufbau wurde mir aber u.a. auch schon von einem Fachmann empfohlen.
Wie ist die Ausgabe von U-Wert zu werten?
Wo soll das Tauwasser hinter der Holzfaserdämmplatte hin?
Wird der Frost die Außenhülle eines älteren Gebäudes nicht in kurzer Zeit zerstören, wenn das Mauerwerk bis in einige cm Tiefe durchfriert, weil von innen gedämmt wurde?



Und...



... sobald man einen anderen (höheren) my-Wert für die Wand ansetzt, "verschwindet" das "Problem"... weißt Du wirklich, was bei Dir verbaut worden ist vor zig Jahren?... Ich schon gar nicht...

LG & Gutes Gelingen,
Sebastian Hausleithner





Da das eben keiner so genau weiß, kommen für mich irgendwelche Dämmmaßnahmen an den Wänden, die auch nur ansatzweise das Potential von Folgeschäden haben könnten, erst in Frage, wenn alle naheliegenden bzw. risikolosen Maßnahmen ausgeschöpft sind. Die meisten Dämmmaßnahmen sind so teuer, dass sie auf einem schmalen wirtschatlichen Grat wandeln. Werden dabei Fehler gemacht oder ist das Gesamtsystem nicht dauerhaft haltbar, dann endet das nicht selten in einer großen Geldverschwendung und wahrscheinlich auch in einer Energieverschwendung.



Irgenwie...



... auch ein seltsames Argument...

LG, sh



Hübsche Spielerei,



dieser U-Wert-Rechner. Vollziegel stehen da mit 0,96 und damit mit dem selben Wert wie Klinker. Die Vollziegel schwanken aber in Baumaterialientabellen zwischen rund 0,5 und 1,5. Ältere mauerziegel waren aber eher weicher und leichter als der Durchschnitt. Setzt man z.B. o,7 ein bleibt der Taupunkt sogar in der Tabelle der HWPL fern.

Völlig unterschlagen wird da wohl ferner, daß bei der durchgängigen Verwendung kapillaraktiver Materialien eine Tauwasserkonzentration gar nicht so gravierend stattfindet. Eine (Wieder-) Verdunstung nach innen wird dadurch stark erleichtert.

Der Rechner kommt mir so grob ungenau vor, daß ich die Werte eher hinterfrage als übernehme.

Letztlich wurde ja auch eine WH auf HWPl in Lehm angedacht, und da wäre die ganze Taupunktdiskussion sowieso sinnlos.

Grüße

Thomas



Sag ich doch



man muss auch wissen, was man da "rechnet"...

LG, sh





Wie ist das tiefere Eindringen von Frost in die Fassade bei Innendämmung zu bewerten?

Bei älteren ungedämmten Gebäuden, die längere Zeit leer stehen, hat man den Eindruck, dass die Fassaden überdurchschnittlich schnell verfallen. Kann man das damit erklären, dass wegen fehlender Heizung die Fassade im Winter kaputt friert.

Wenn ja, dann hätte man ein ähnliches Verhalten bei Innendämmung. Man müsste also sehen, wie die jeweilige Fassade damit klar kommt.
Sauber verfugte Klinkerbauten aus beständigen Steinen dürften damit kein Problem haben.
Bei historischen Putzfassaden auf weniger hart gebrannten Ziegelsteinen wären wahrscheinlich eher Probleme zu erwarten.



Verfallen...



...wegen des Frostes von Haus aus ungeheizte Gebäude wie Scheunen schneller? Ganz gewiss nicht.

Eine "klassisch" aufgebaute Fassade muß nicht beheizt werden.

Grüße

Thomas



Dann wären...



... ja sämtliche Taupunktdiskussionen auch eigentlich sinnlos.





Ok, ich hätte das auf unbeheizte ältere Gebäude mit Putzfassaden oder Klinkerfassaden mit ausgewaschenen Fugen bzw. weniger frostsicheren Klinkern beschränken sollen.

Habe in meiner Nachbarschaft die letzten 10 Jahre ein ca. 120 Jahre altes leerstehendes Stadthaus mit Klinkerabschnitten und aufwändig verzierten Putzbereichen beobachten dürfen. Die Klinkerbereiche haben sich fast schadensfrei gehalten. Die Putzbereiche wurden weitestgehend zerstört.

Haltbare Scheunen kenne ich aus Klinkern oder Feldsteinen. Also Fassaden, denen ich von Haus aus eine gute Frostbeständigkeit zugestehen würde.



Meist geht...



... mit dem Leerstand und somit Verzicht auf Heizen im Winter auch ein Mangel an Gebäudewartung einher, d.h. "kleine" Schäden, die nicht behoben werden, wie z.B. nicht gereinigte Dachrinnen, können große Wirkungen entfalten. Um Routinen wie Wasser aus den Leitungen ablassen kümmert sich in solchen Phasen üblicherweise kein Mensch und die oft städtisch angeordneten notdürftigen Sicherungsmaßnahmen an leerstehenden Gebäuden sind meist einem Sargnagel gleichzusetzen.



Dresdner Allerlei



Das ist der Klassiker:

Eine "klassisch" aufgebaute Fassade muß nicht beheizt werden.

Welcher "Klassiker" beheizt seine Fassade?

Das wollen manche machen weil die WDVS Algen ansetzen weil kalte Oberfläche!

Langsam wird albern Herr B.

Florian Kurz
www.slow-house.de