Endlich eine Haustür




Nachdem ich die Haustüre rausgeschmissen habe, die meinem Haus von den Vorbesitzern einst "angetan" wurde, habe ich nach mehreren Monaten Restaurierungsarbeit nun endlich eine originalgetreue fertig & eingebaut. Puh! Die Tür ist zwar schätzungsweise 100 Jahre jünger als das Haus, steht demselben aber wesentlich bessser wie ich finde!





Hier die "Neue"...
Da fällt mir auf, eigentlich ist die Haustür sogar fast 200 Jahre jünger. Sowas....



*puuuh*



als ich nur die Kurzversion gesehen habe dachte ich schon die schmale Tür wäre der Nachher-Zustand... ;-)

Glückwunsch zur schönen neuen Tür!



ich auch puuuuh



mir ging es genau so...und die jetzige Tür ist wirklich Klasse!!! laiendruide



neue Haustür



DANKE!!
Mein Puls war doch leicht erhöht eben.
Danke!





Das ist der so genannte "Abholer" wie es in der Pädagogik heißt, wenn ich mich recht entsinne.... ;0)
Vielen Dank für die Blumen!

Olli



Wurde das Bild...



von Außen gemacht?

Ich hätte die Tür mit der Zarge nach innen montiert.

Grüße

Thomas





Ja, das Bild ist von außen aufgenommen. Die "Zarge" gehört klassischer Weise - jedenfalls auf dem Hunsrück ;0) - nach außen. Die Scharniere respektive Bänder sitzen von innen parallel zu den Flügeln auf einem Rahmen, der auf den die lichte Öffnung begrenzenden Ständern befestigt ist. Außerdem ist die Tür auf diese Weise vor Regen geschüzt. Ich hatte nur eine alte, vergammelte Tür, die ich in dreimonatiger Restaurierungsarbeit eingepasst und wieder hergerichtet habe. Bekleidung, Rahmen und die kassettierte Verkleidung der Ständer habe ich selbst gebaut. Was noch fehlt ist der Kämpfer auf der Bekleidung - der ist noch in Arbeit.





Hier das "Loch" vor dem Einsetzen der Tür. Incl. neuer Schwelle vor dem Einbau...





Und die Tür nach dem Ablaugen.





Die Tür von innen aufgenommen.



Also im Hunsrück...



ist die Holzzschwelle und die kassettierte Zarge der Hauseingangstür außen? Das mag dort so sein (ich kenne die Türkultur im Hunsrück nicht). Es ist aber fachlich eindeutig falsch und wird zu Bewitterungsschäden führen. Gönnen Sie Sich besser noch ein Vordach, um das Ergebnis Ihrer Mühe zu schützen.

Grüße

Thomas





Historisch ist es definitiv nicht falsch. Die original Bauweise der Tür und deren Rahmen lässt eine andere Montage nicht zu. Die "Bewitterungsschäden" lassen sich durch die dem Wetter abgewandte Hausseite minimieren und dürften sich in geringem Maße durch die tief sitzende Tür auf die Bekleidung und den Blendrahmen beschränken. Die Schwelle selbst ist nicht bewittert. Diese ist auf 5cm Höhe ausgespart und mit einer leicht austauschbaren Holzstufe verdeckt. Bei Interesse kann ich Beispielbilder anderer Bauernhäuser dieser Bauart einfügen.


Grüße, Olli



Bauernhäuser...



...mit einer Tür im Stil einer Gründerzeitvilla und kassetierter Zarge außen? Holzschwelle außen?

Fotos wären schon interessant. Finden Sie sowas tatsächlich, schauen Sie sich beim Fotografieren auch ggf. Schadbilder an. Ein Vordach könnte eine zusätzliche Zierde sein, funktionell ist es auf jeden Fall.

Ich will Ihnen hier nicht den Spaß an Ihrer Fleißarbeit nehmen, Sie lediglich für deren Schutz begeistern.

Schönes WE

Thomas





Kein Problem, ich weiß Ihre "Sorge" und fachmännischen Rat sehr zu schätzen!
Die von mir eingesetzte Tür entspricht zwar stilistisch nicht dem ursprünglichen Original, wurde jedoch anhand einer Tür ausgesucht, die nachweislich um 1900 verbaut war. Hierbei handelt es sich um eine der ältesten, mir bekannten Fotografien des Hauses mit Blick auf die Ostseite.
Eine Tür dem Original entsprechend hätte wahrscheinlich aus zwei Flügeln mit je vier bis fünf Kasseten und ohne Fenster bestanden. Das hätte den Flur jedoch zu sehr verdunkelt und so entschieden wir uns für die "modernere" Variante.
Die kassettierte Zarge ist in der Tat nicht selten, Vorrausetzung waren jedoch die Fachwerkhöfe aus Eiche-Kernholz in Erstverwendung wohlhabenderer Bauern. ;0)

Es dürfte schwer bis unmöglich sein, einen solchen Eingang im Originalbefund zu finden. Mir liegen historische Aufnahmen verschiedener Häuser und Aufnahmen restaurierter Häuser vor. Da lässt sich einerseits ein Witterungsschaden nicht ableiten bzw. andererseits bleiben diese abzuwarten...

Bei nächster Gelegenheit werde ich die angesprochenen Bilder einstellen.

Grüße, Olli





Hier eine Aufnahme meines Nachbarhauses um 1920 als Beispiel für die außen liegende, kassettierte Zarge. Bei diesem Beispiel ist jedoch die Eiche-Schwelle des FW-Hauses im Bereich der Haustür unterbrochen. Das ist noch heute so - ob das original ist, kann ich nicht beurteilen.



Immerhin lässt...



...die Nichtauffindbarkeit von Originalbefunden ja auch gewisse Schlüsse zu. Es gibt auch Bauformen, die sich nicht bewährt haben.

Zum anderen dürfte eine Fachwerkwand im Originalzustand kaum die Stärke erreicht haben, die zum Einbau der kassettierten Zarge auf dem letzten Bild erforderlich war, das ist mir unstimmig.

Grüße

Thomas





Da kann ich nur zustimmen. Diese Bauweise beschränkte sich, so weit ich das bisher gesehen habe, auf lichte Öffnungen in der Breite des anschließenden Flures. Bei mir ergab sich die Tiefe aus der zusätzlichen Innendämmung.
Ich habe jedoch trotz der überdurchschnittlich häufigen Ostwetterlage in den vergangenen Wochen nur vereinzelte Regentropfen auf der Schwelle respektive der Stufe feststellen können. Abgesehen davon tausche ich lieber alle 20 Jahre die Stufe und die Zarge als die Haustür! ;0)





Diese Tür ist nach Angaben der Bewohnerin samt Zarge original. Zwar wieder ein Beispiel mit unterbrochener Schwelle, jedoch vergleichsweise geringe Bewitterungsschäden an der Kassettierung. Diese dürften m.E auch zu einem nicht unerheblichen Teil auf die neuzeitliche Verwendung von sperrenden Lacken zurückzuführen sein.
Auch hier ist die lichte Öffnung durch die Flurbreite vorgegeben.
Und um eine Gründerzeitvilla handelt es sich auch hier nicht. ;0)





So eine Tür ist auf dem Hunsrück Standard (auch ich hab so eine). Ich muss mir mal die Mühe machen, die sieben Schichten Ölfarbe abzukratzen und alles passend zu machen...