Hausschwamm

26.02.2010


Hallo,
ich frage nach dem Albtraum Thema- Hausschwamm.

Wenn so was vorkommt, wie ist den die Verbreitung??
Wandert das Zeug durch die Wand?
Von der Wand in eine aus anderem Baumaterial weiter?Verteilt sich das über Sporen und somit fast nicht besiegbar?
Ist sowas mit dem AUS gleich zu setzen?
Kommt sowas schnell vor?In Alten Häusern sind schließlich meißt Balken in der Decke, ohne diese untersuchen zu können.

Dann würd doch jeder vernünftige Mensch zu einem schicken Betonhäuschen raten.
Viele Fragen, aber uns wurde ein Haus mit undichtem Dach angeboten und wir wollen uns nicht in die Nesseln setzen.

Danke im vorraus

Susanne






Hallo,

der Echte Hausschwamm kann sowohl durch Mauerwerk, als auch durch andere Baustoffe wachsen und das über größere Entfernungen.
Für Ihr vorhaben empfehle ich das hinzuziehen eines Sachverständigen für Holzschutz, dieser kann Ihnen vor Ort sagen was zu tun, oder was besser zu lassen ist.

Grüße aus Schönebeck





Hallo,

da Ihre Fragen zum Hausschwamm doch sehr allgemein sind, empfehle ich Wikipedia.
Aber was ist zu tun? Der Rat mit dem Sachverständigen war richtig und wichtig.
Sollten Sie aber selber beim Ausmaß der Durchfeuchtung ein schlechtes Gefühl haben, weil z.B. das Holzwerk weich ist, Balken sich zu weit verformt haben oder einfach alles klamm und naß ist, dann folgen Sie dem Gefühl !

Grüße



Echter Hausschwamm?



Hallo Susanne,

die Tip's meiner beiden Vorgänger kann ich nur bejahen. Es muß sichergestellt werden, um welchen Schwamm es sich handelt. Neben dem gefährlichsten "Echten Hausschwamm", welcher sich durch Wände etc. ausbreitet, gibt es noch allerhand andere Schwämme. Jeder hat seine eigene Spezifikation. Das was Sie sehen sind die sogenannten Fruchtkörper - denn die Schwämme gehören zur Gruppe der Pilze. Und wie Sie es aus dem Wald her kennen haben alle Fruchtkörper Wurzeln. Diese Wurzeln sind das Myzel, welches sich durch Baustoffe verbreiten kann. Beim echten Hausschwamm ist es so, dass da wo der Fruchtkörper ist nicht automatisch ein Feuchteschaden sein muß. Über das Myzel kann er sich das zum Leben notwendige Wasser von mehreren Metern Entfernung holen. Also wie Empfohlen - lieber einen Fachmann vor Ort zu Rate ziehen, der sich die Sache ansehen kann.

Gruß Hagen





Sie brauchen den Fachmann sowieso - um beurteilen zu können, welche Massnahmen sofort nach dem Kauf fällig sind, um die Substanz des Hauses zu retten, und was alles noch ansteht. Das hat direkte Folgen auf den Kaufpreis.
Von 'Liebhaberobjekt, mit vertretbarem Aufwand instandzustellen' bis 'Kaufpreis = Grundstücks-Verkehrswert minus Abbruchkosten' liegt alles drin.

Gegen Beton als alleiniger Baustoff spricht, dass es viele Holzhäuser gibt, die schon seit Hunderten von Jahren stehen, mit sehr oft zufriedenen Bewohnern.



da



Susanne nicht selber mal im Forum recherchiert, hier eine alte gute Runde um Thema:
http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/121811$.cfm



Zum Thema Hausschwamm mal wieder etwas ausführlicher....



Der „Echte Hausschwamm“ - gefährlichster Gebäudezerstörer!

Obwohl der Hausschwamm schon seit langer Zeit bekannt ist, die ältesten Überlieferungen gehen in die Zeit 1300 v. Chr. zurück, muss man sich wundern, dass er noch so stark verbreitet ist. In den Altstadtgebieten sind oft ganze Straßenzüge vom echten Hausschwamm befallen, der mit den Speise- und Giftpilzen eng verwandt ist. Die genaue Bezeichnung lautet: serpula lacrimans.
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Erkennen des echten Hausschwamms
Wegen seiner vielfältigen Erscheinungsformen wird der echte Hausschwamm sehr oft von Bauunternehmern, Architekten und sogar Bausachverständigen nicht erkannt. Immer wieder kann man feststellen, dass durch die Fehlbestimmung und Fehleinschätzung von Schadensbildern und Erkennungsmerkmalen unsachgemäß Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Anhand gezielter Untersuchungen durch Fachleute wurde z. B. in Berlin festgestellt, dass nur ca. 40 % der in einem Altstadtgebiet untersuchten Häuser frei von holzzerstörenden Pilzen waren.
In 40% der Fälle war der Befall durch den echten Hausschwamm sichtbar. Ein weiterer hoher Prozentsatz der untersuchten Häuser war mit ähnlichen, stark holzzerstörenden Pilzen befallen, z.B. der braune Kellerschwamm, der weiße Porenschwamm und einige Blättlingsarten. Die Unterscheidungsmerkmale an dem befallenen Holz sind nur mikroskopisch zu analysieren. Relativ gute Unterscheidungsmerkmale weisen die einzelnen Fruchtkörper auf. Es kann auch eine Differenzierung durch die Myzelstränge vorgenommen werden.
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Ausbreitung des Hausschwamms
Wenn man bedenkt, dass eine Art der Ausbreitung über die Sporen stattfindet und ein gut ausgewachsener Fruchtkörper diese Sporen millionenfach produziert und in der Raumluft verteilt, so kann man sich leicht vorstellen, daß die Ausbreitung allein durch die Sporen unheimlich große Ausmaße annehmen kann. Sehr oft findet man im Keller, besonders im Bereich von Kellergewölben diese Fruchtkörper. Fallen nun die Sporen in sehr großer Anzahl auf einen günstigen Nährboden, genannt sei hier z. B. Holz, so bedarf es zum Keimen und zur Verbreitung nur noch günstiger Feuchtigkeits- und Temperaturverhältnisse.
Zunächst bilden sich sogenannte Keimhyphen. Vom Primärmyzel wachsen weiter Hyphen, die sich sehr schnell vermehren und sich miteinander verzweigen. Diese ergeben später ein dichtes Pilzgeflecht. Bei dem Myzel wird unterschieden zwischen dem sogenannten Substratmyzel, das im Innern des Holzes wächst und dem Oberflächenmyzel, das zunächst auf der Holzoberfläche und später auch auf dem Mauerwerk sich weiter verbreiten kann. Beim echten Hausschwamm gibt es auch noch ein sogenanntes Luftmyzel. Man erkennt es an feinen, weißen, watteartigen Gebilden. Beim echten Hausschwamm ist der Fruchtkörper zunächst charakteristisch rotbraun gefärbt, an den Randzonen hat er weiße Zuwachs-ränder, diese können auch watteartig aussehen. Ältere Fruchtkörper werden oft dunkelbraun bis schwarz. Sehr oft hängen sie im Bereich der Keller von den Decken wie alte Lumpen an den Oberflächen. Neben den Sporen sind auch andere Ausbreitungsmöglichkeiten bekannt. Es ist z.B. ohne weiteres möglich, dass die Ausbreitung auch über Myzelstränge oder Teile von Myzelsträngen durch Verschleppen, z.B. mit den Schuhen oder irgendwelchen befallenen Gegenständen, die von einem in den anderen Raum gebracht werden, erfolgt.
Praxisbeispiele
Der Autor hat jahrelange praktische Erfahrung bei der Bekämpfung von Hausschwamm und möchte ein besonders gravierendes Beispiel für die Ausbreitung des Hausschwammes aus seiner Praxis schildern:
In den Kellerräumen einer Münchner Weingroßhandlung, in einem Altbau, wurde im Bereich der Deckenkappen sehr starker Hausschwammbefall festgestellt. Fruchtkörper bis zu einer Größe von einem Meter Durchmesser hingen an der Unterseite. Die Sporen derselben fielen auf die darunter gelagerten Weinkartons. Hunderte von diesen Pappschachteln waren mit einer roten Sporenschicht überzogen. Nach Feststellung dieses Befalles wurde die Behörde von diesem Schwammbefall verständigt.
In Bayern ist die Meldepflicht weggefallen. Die Verantwortung obliegt jetzt dem fach- und sachkundigem Bauleiter oder Architekten. Die Bekämpfung muss durch einen Fachbetrieb sowie den anerkannten Regeln der Technik aus der DIN 68800 erfolgen.
Mit Verwunderung stellte der Autor nach 3 Jahren fest, daß nicht saniert wurde. Das Haus sollte zunächst verkauft werden um es dann später in Wohneinheiten aufzuteilen. Durch den Besitzerwechsel wurde die Sanierung über einen Zeitraum von mehr als 3 Jahren hinausgezögert! Die Weinhandlung wurde jedoch weitergeführt, so dass bei mehrmaligen Warenumschlag innerhalb dieser Zeitspanne eine Unmenge sporenbehafteter Weinkartons in die verschiedenen Keller der Kunden gelangt ist. Ein Groß-teil der Keller eignet sich mit Sicherheit bei feuchten Umweltbedingungen hervorragend für die Ausbreitung des Hausschwammes.
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Um sich über die Gefährlichkeit des echten Hausschwammes ein klares Bild zu verschaffen, sollte noch ein Versuch erwähnt werden, der Aufschluss über die Zerstörung gibt. An infizierten Holzstücken (Kiefersplintholz) war nach einem Monat eine Gewichtsabnahme von über 4 % festzustellen, bereits nach 2 Monaten aber schon 27 %. Das befallene Holz konnte leicht mit dem Fingernagel auch quer zur Mase-rung eingedrückt werden.

Der Hausschwamm kann pro Tag mehrere cm in alle Richtungen wachsen.
Noch etwas anderes macht den echten Hausschwamm so gefährlich. Die erwähnten Myzelstränge, in der Regel 1 - 5 mm stark, wachsen nicht nur durch Kohle- und Briketthaufen, zwischen Fugen von Brettern und Balken, sie wachsen auch durch feine Ritzen im Mörtel und zwischen den Mauersteinen hindurch. Selbst qualitativ schlechten Beton kann der echte Hausschwamm durchdringen. Er kann sich somit von einem Raum in den anderen, von einem Stockwerk zum nächsten, in Einzelfällen sogar vom Keller bis zum Dach verbreiten. Sehr oft findet man diese Myzele auch hinter dem Putz im gesamten Mauerwerk und deswegen wird der Laie oft auch vom Mauerschwamm sprechen.
Hat das Wachstum des Hausschwammes ein bestimmtes Ausmaß erreicht, und tritt durch Feuchtig-keitsmangel oder andere für die Entwicklung ungünstige Umstände ein Wachstumsstillstand ein, der auch mehrere Jahre andauern kann, so kommt es zur Bildung von Frucht- oder Vermehrungskörper. Sind diese Fruchtkörper gewachsen, kann der echte Hausschwamm in gewissem Umfang selbst zur Aufrechterhaltung seiner Lebensbedingungen sorgen.
Bei der Zersetzung der Zellulose durch das Substratmyzel entsteht Wasser. Es erscheint häufig in Trop-fen auf dem Oberflächenmyzel, woher die Bezeichnung „Tränenschwamm“ und der wissenschaftliche Artname „lacrimans“ (der Tränende) abstammen. Dieses Wasser führt direkt zur Durchfeuchtung des Holzes, mindestens jedoch zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit und damit wiederum der Holzfeuchtigkeit.
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Der echte Hausschwamm ist wie oben schon erwähnt der gefährlichste und zugleich der am schwierigsten zu bekämpfende Zerstörer in Gebäuden, in denen Holz verbaut ist.
Deswegen sehen die meisten Bauordnungen der Länder eine Meldepflicht und eine sofortige Beseitigung vor.
Eine Hausschwammbekämpfung sollte nur durch ausgebildete und geschulte Fachfirmen durchgeführt werden, da eine unsachgemäße Sanierung weitaus größere Schäden (Ausbreitung) zur Folge haben kann.

Wichtigste Sanierungsmaßnahme ist das Abstellen von Feuchtigkeitsquellen!
Technische Fehlerquellen, wie undichte Wasserleitung, Regenrinnen, Abflußrohre etc., kapillar aufsteigende oder eindringende Feuchtigkeit, müssen beseitigt bzw. repariert werden.
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, daß es eine Vielzahl ungeeigneter Trockenlegungsmaßnahmen gibt. Der Hausbesitzer soll bedenken, dass die mechanischen Trennungen wie Mauerwerksaustausch, Absägen der Mauern und Einlegen von Folien, oder das Eintreiben von nichtrostenden Chromstahlplatten zu den sichersten handwerklich ausführbaren und sofort überprüfbaren Möglichkeiten gehören.
Auch undichte Dächer (Dachluken, Kaminanschlüsse etc.) sollten überprüft und ggf. von Fachleuten repariert werden. Des weiteren sollte man Fensterbankanschlüsse und vorspringende Sockel, Hausanstriche und Fassaden in Augenschein nehmen. Der Anstrich sollte nicht nur unter dem Gesichtspunkt der optischen Verschönerung betrachtet werden, sondern auch für eine trockene Fassade sorgen. Ebenso ist darauf zu achten, dass richtig gelüftet und geheizt wird.
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Schwammbekämpfung nur durch erfahrene Fachfirmen
Die Gefahr des Wiederauflebens des Hausschwamms ist außerordentlich groß. Die Befallstellen sind genau abzugrenzen, wobei ein Sicherheitsabstand in der Ausdehnung von 1 - 2 qm über dem erkennbaren Befall eingehalten werden muss. Es ist in jedem Fall auch der Verputz vom Mauerwerk zu entfernen um die Ausbreitung festzustellen. In der Regel müssen über den befallenen Kellerräumen die Fußböden und die darunterliegende Auffüllung ausgebaut werden. Sehr oft sind auch Türstöcke und Fensterbänke schon vom Hausschwamm geschädigt, so dass auch diese ausgebaut werden müssen. Das infizierte Material ist besonders vorsichtig und ordnungsgemäß zu entsorgen oder zu verbrennen. Selbstverständlich müssen nach einer solchen Arbeit alle Zugangs- und Transportwege in die Bekämpfungsmaßnahme mit eingezogen werden.
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Nach der Norm und den Richtlinien des Deutschen Holz- und Bautenschutzverbandes sowie dem Merkblatt WTA (siehe unten) sind anschließend alle Oberflächen des Mauerwerks abzuflammen, d.h. auszu-brennen.
In den Befallbereichen muss das gesamte Mauerwerk durch Anlegen von Bohrlöchern im Abstand von ca. 20 - 25 cm und einer Tiefe von mindestens 4/5 der Mauerdicke (wobei der Bohrlochdurchmesser 15 mm sein soll) durch mehrmaliges Auffüllen mit amtlich zugelassenen bzw. nach „Ral“ geprüften Holzschutzmitteln bearbeitet werden. Ebenso müssen die gesamten Oberflächen mit dem zugelassenen Schwammbekämpfungsmitteln im Flut,- oder im Schaumverfahren bearbeitet werden.
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Zum Schluss sei noch bemerkt, daß es neben dem echten Hausschwamm noch andere Schwammarten gibt, insbesondere der gelbrandige Hausschwamm, der balkenbewohnende Hausschwamm sowie der wilde Hausschwamm, der Porenschwamm und der Kellerschwamm. Sie sollen in gleicher Weise wie der echte Hausschwamm bekämpft werden.
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Das neue Merkblatt - Der echte Hausschwamm - Erkennung, Lebensbedingungen, vorbeugende und bekämpfende Maßnahmen - ist zu beziehen von der WTA- (Wissenschaftlich-Technische Arbeitsge-meinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege e.V.) Geschäftsstelle in:
80686 München, Edelsbergstr. 8, Tel. 089/57869727; Fax. 089/57869729
e-mail: wta@wta.de
Internet: http://www.wta.de;

Literaturhinweise:
Dr. Dietger Grosser, Institut für Holzforschung, Universität München:
"Bautenschutz und Bausanierung", Heft 4/79 - Zerstörer des verbauten Holzes.
Prof. Dr. rer. nat. Dieter Knöfel:
Stichwort Holzschutz, Bauverlag GmbH Wiesbaden
Dr. Frank Preußer:
Holzschutz - Grundlagen und praktische Probleme "B&B", Heft 2/79.
Maßgebende DIN-Normen: 68 800, Teil 4; 52 175; Kommentar zur DIN 68800
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Und zur Empfehlung ..."professionelle Meinung einholen" -
dies hat zwar mit dem Hausschwamm nichts zu tun und ist trotzdem wichtig.
dazu: http://www.dhbv.de/index.php?reporeid=172
am Sichersten den Beitrag vom WDR ansehen.