Pilze und Schimmel - was tun?




Hallo,
ich brauche dringend Rat.
In den ebenerdigen Räumen zur Wetterseite dringt von unten Feuchtigkeit ein und verursacht Pilzbefall. Echt schlimm: Die Pilze wachsen unter den Scheuerleisten und den Dielen hervor und kriechen sogar in die Möbel und Regale, die dicht an der Mauer stehen. Die verputzten Wände sind unten total feucht. Inzwischen hat sich der Befall ausgeweitet und hebt die Dielen an.
Es handelt sich vermutlich nicht um den Hausschwamm, denn dieser Pilz ist feucht - im Anfangsstadium weiß, später bildet er ein bräunliches Mittelfeld - und lässt sich relativ leicht ablösen. Wächst aber immer wieder fröhlich nach, nur im Winter war Ruhe.
Wohne in einem Bauernhaus (Ziegel-/Lehm-Holzbau) von ca. 1900. Keine Unterkellerung, nur ein Kriechkeller mit Lüftungsröhren an der Nordseite. Das Haus ist ebenerdig und der Bodenbelag überwiegend Eichendielen. Darüber habe ich über einer Korkdämmung neue Lärchendielen verlegt. Einige Räume (Küche, Bad, Flur) haben die Vorbewohner mit Betonboden versehen, das ist nicht das Problem. Oder doch?

Was kann ich tun, um den Pilz schnell zu bekämpfen?
Mir ist klar, dass Baumassnahmen nötig sind, kurzfristig will ich sofort das Pilzwachstum eindämmen, denn ich habe davon schon ernsthafte Atembeschwerden.

Kennt jemand einen gesundheitsverträglichen Pilztöter?

Was ist sinnvoll, um den Wassereintritt zu verhindern?
Dachrinnen vielleicht (ich frag mich, warum das Haus die letzten 100 Jahre ohne ausgekommen ist) und wie dichtet man ein Fundament aus Backsteinziegeln ab? Auskratzen und neuen Mörtel dazwischen?
Freu mich auf konstruktive Ratschläge.



Kein Hausschwamm?



Hallo,
"feucht - im Anfangsstadium weiß, später bildet er ein bräunliches Mittelfeld" hört sich aber verdächtig nach Fruchtkörperbildung eines Echten Hausschwamms an.
Sie sollten umgehend einen Sachverständigen hinzuziehen (z.B. www.dhbv.de), der Art und Ausmaß des Pilzbefalls bestimmt und die notwendigen Sanierungsmaßnahmen festlegt. Ist vielleicht eine Standardantwort hier im Forum, aber erfahrungsgemäß enden fast alle "Sanierungen" des Echten Hausschwamms in Eigenregie in einer Katastrophe (das kann aber auch bei anderen holzzerstörende Pilzen der Fall sein).

Erste Maßnahme zur Eindämmung: trocknen, trocknen, trocknen. Heißt in Ihrem Fall wohl: Fußboden rausreissen, denn der Pilz sitzt "in" der Konstruktion und wird sich mit keinem "Pilztöter" von dort vertreiben lassen. Im Fußbodenaufbau sehe ich zunächst auch den gravierendsten Mangel, denn Sie haben Ihren Eichendielenboden dampfdicht "verpackt". Weitere Schwachstellen am Gebäude scheinen es dem Wasser leicht zu machen: keine Dachrinnen, Verfugung des Sockels schadhaft...

Fotos vom Pilz können Sie hier einstellen, sofern Sie sich im Forum angemeldet haben.


Ich drück Ihnen die Daumen, dass es nicht EHS ist.
Boris Blenn



Hausschwamm



Guten Tag
Ich möchte keine Angst machen!
Aber ich glaube auch das sie Fachlichen Rat brauchen!auch wenn es kein Hausschwamm ist.

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack



Hausschwamm noch ein Foto



Fußleiste!



Hier



ist wohl auf jeden Fall dringend fachliche Beratung vor Ort nötig, dann kann entschieden werden, welche Sofortmassnahmen nötig sind und welche baulichen Massnahmen in Angriff genommen werden müssen.
MfG
dasMaurer



Etwas Off-Topic



@Andreas Vollak: "wunderschöner" Hausschwammbefall.
Interessant auch die zahlreichen Silberfischchen (Raumluftfeuchte also oberhalb 80%).

Gruß
Boris Blenn



Hausschwamm im Türbereich



@Boris Blenn
ja es ist ein grosser befall!
auf ca.60m² überall Hausschwamm ( Fußboden / Wände usw.)

Mit zimmerlichem gruß
Andreas Vollack



Hausschwamm oder nicht?



Hallo,
das waren nun insgesamt sehr entmutigende Antworten. Bisher hatte ich gehofft, es wäre nicht der berüchtigte Hausschwamm. Die Bilder sehen aber so ähnlich aus wie mein Pilz. Ein Bauhandwerker hatte den als Kellerwarzenpilz bezeichnet, weil der Hausschwamm eher nicht so nass wäre.

Ist das Haus nun verloren? Ist jede Mühe sinnlos?

Ich kratz mein letztes Geld zusammen und lass Dachrinnen montieren. Das Fundament wird freigelegt und die Ziegel mit Mörtel verstrichen. Die neuen Holzdielen müssen leider raus, denke ich.
Aber es muss doch irgendeine Substanz (chemisch, biologisch, gesundheitsverträglich) geben, um dem erneuten Befall vorzubeugen???



Zurück zum Problem



Hallo ReginaH,

welche Maßnahmen zielführend sind kann Ihnen nur ein Sachverständiger vor Ort mitteilen. Ich halte es für wenig sinnvoll jetzt bereits Handwerker zu beauftragen, wenn noch nicht klar ist, welche Maßnahmen dem Pilzbefall Herr werden können.

Sicher ist: der Holzfußboden muß raus. Der Sachverständige sollte bei der Öffnung des Fußbodens dabei sein, um die Ausbreitung des Pilzes vor der "Spurenvernichtung" beurteilen zu können. Die primäre Nahrungsquelle wäre damit beseitigt. Angrenzende Bauteile sind dann auf Durchwachsungen zu untersuchen.

Fungizide Substanzen, z.B. sog. Schwammsperrmittel würden von einem Fachbetrieb gezielt nur dort eingesetzt werden, wo sie notwendig sind. Beispielweise würde in der Regel angrenzendes Mauerwerk behandelt werden. Bestehen Ihre Wände aus Fachwerk, wird eine Auswechselung dieser Bauteile im vom Sachverständigen festzulegenden Sicherheitsbereich notwenig sein.

Gruß
Boris Blenn

PS: Die Sachverständigen für Holzschutz sind in der Regel sehr nette und mit dem Handwerk eng verbundene Leute. Auch wenn die Stundensätze so zw. 60 und 100 Euro liegen, so wird bereits ein 1-stündiges Beratungsgespräch vor Ort für Sie bares Geld wert sein. Beachten Sie: Anfahrtzeit ist Arbeitszeit. Sollten Sie daher über den dhbv keinen in Ihrer Nähe finden, suchen Sie bei der Gütegemeinschaft Holzschutzmittel e.V. oder fragen sie bei der Ihnen nächstgelegenen Handwerkskammer oder IHK an.