Wie giftig sind Hausschwammsporen?




Guten Tag an alle die hier im Forum tätig sind
ich bin von einem Bauherrn angesprochen worden und dieser hat mich gefragt:
wie giftig sind Hausschwammsporen für den Menschen?? gibt es ein Bekämpfungs Mittel das keine Gifte für den Menschen enthält also ohne Schadstoffe ??

ich konnte den Bauherrn eigentlich keine richtige Antwort geben und ich weiß auch nicht so richtig wo man dies genau nachlesen kann?
das der Hausschwamm ein Holzzerstörender Pilz ist ist mir schon klar und was er für Schäden angerichtet weiß ich auch.

Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen und bedanke mich schonmal im voraus

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden



Der Prachtkerl



Hallo Andreas

Das ist ja nun wirklich ein Prachtschwamm.

Aber zu deinen Fragen:
1. Die Hausschwammsporen sind nicht giftig, sprich sie enthalten keine Mykotoxine.
Auch sonstige herausragenden, gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind nicht nachgewiesen. Da der Hausschwamm aber meist mit Schimmel und erhöhter Feuchtigkeit einher geht ist hier doch Vorsicht geboten.


2. Es gibt kein Hausschwammbekämpfungsmittel !
Es gibt nur Schwammsperrmittel !
Diese enthalten allerdings keine Neurotoxine (Nervengifte). Ich persönlich bevorzuge als Schwammsperrmittel "Boracol S", dies ist auf reiner Boratbasis.

Ach ja Andreas, kannst du mir das Foto als Datei zuschicken zur weiteren Verwendung ?

Mit besten Grüßen


Lutz Parisek



@Lutz - Aus der Serie: Fachwerk.de für Fortgeschrittene



Wenn du mit der Maus über das Foto gehst, geht ein Menü auf. Dort gibt es den Menüpunkt "Bild in Orginalgröße". Draufklicken und du hast es.



@ Lutz



Danke für deine schnelle Antwort!
Dass die Hausschwammsporen nicht giftig sind habe ich mir fast gedacht aber und wo kann ich dieses nachlesen gibt es darüber eine Doktorarbeit Oder oder??
wir nehmen bei Schwammsanierung meistens die Produkte der Firma Remmers oder Basilt aber ich kann in den Produktions Blättern nichts über die Giftigtigkeit der Stoffe entnehmen.

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden

PS. Das mit dem Foto dir zusenden und muss ich noch klären,wenn die Bauherrschaft zustimmt dann sende ich dir das nächste Woche per E-Mail



Baubiologische Hausschwammsanierung



Einen Bericht über eine Hausschwammsanierung nach baubiologischen Kriterien ist in der Wohnung und Gesundheit 111 vom Sommer diesen Jahres nachzulesen.
Bei dieser Maßnahme wurden alle kritischen Bauteile im Umfeld ausgebaut. Die Stränge wurden im sichtbaren Bereich abgeflämmt. Nicht einsehbare Bereiche wurden mit Ammoniumverbindungen behandelt. Wieder eingebaute alte Eichenbalken wurden vorher einer Wärmebehandlung unterzogen. Neue Holzteile wurden aus Eichen- oder Rüsterkernholz hergestellt. Diese gelten als weitgehend Hausschwammresistent. Daher konnte auf einen chemischen Holzschutz verzichtet werden.
Während der Bauzeit wurde der Arbeitsbereich komplett abgeschottet und über eine Luftfilteranlage auf einen Unterdruck gegenüber der Außenluft gehalten. Schutzmasken und Anzüge sollten selbstverständlich sein.
Wie Lutz schreibt ist der Hausschwamm selber für den Menschen nicht gefährlich, aber die einhergehenden Schimmelpilze haben eine entsprechende schädigende Wirkung.



Sporen



Lieber Andreas

Zu der Einschätzung gesundheitlicher Gefährdung durch Hausschwammsporen sowie dazu vorhandener wissentschaftlicher Arbeiten, kannst du auch auf der Internetseite vom T. Huckfeld von der BFH was nachlesen:

http://www.bfafh.de/inst4/44/Gesundheitsgefahr.htm

Übrigens:
T. Huckfeld veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem DHBV gelegentlich Schulungen zur Bestimmung holzschädigender Pilze in der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft.
Für Insekten macht das der bekannte Dr. U. Noldt.

An Fred Heim:
Der Stellungnahme basierend auf dem Artikel stehe ich etwas vorsichtig gegenüber. Da gibt es vorab gewisse Bedenken, vielleicht kannst du mir den Artikel einmal zukommen lassen.


Gruß


Lutz Parisek



@ Lutz



mit Deiner Antwort habe ich gerechnet. Ich werde Dir den Artikel zusenden. Ich bin ganz gespannt, wie Du zu dieser Sache stehst, denn es ist klar, dass ich bisher nur eine Seite gehört habe.



Der biologische Hausschwammfeind



Lieber Fred

Erst einmal vielen Dank für den Artikel aus "Wohnen und Gesundheit".

Hierzu noch zwei Anmerkungen:

1. Ich kann die Besonderheit der baubiologischen Bekämpfung nicht entdecken.
Das geschilderte Vorgehen und die verwendeten Mittel entsprechen augenscheinlich weitgehend der klassischen Vorgehensweise nach DIN 68 800/4 und wird von uns wie geschildert ohne besonderen baubiologischen Habitus genau so praktiziert.

2. In einem Punkt ist die Vorgehensweise jedoch unkorrekt und entspricht nicht den erwünschten Realitäten.
Eiche und Ulme werden vom Hausschwamm genauso befallen und erleiden in kurzer Zeit merkliche Substanzverluste.
Daher halte ich den Einbau unbehandelter Hölzer jeglicher Art für sehr verwegen.

Mit besten Grüßen



Lutz Parisek



@Lutz



Guten Morgen Lutz,
Wenn die DIN 68800 unter deinem Punkt 1 erfüllt ist ist das schon mal in Ordnung.
Zu Punkt 2 wäre zu sagen, dass eine splintfreie Eiche (Eichenkernholz) nach DIN 68800 Teil 3 in der Gefährdungsklasse 3 ohne chemischen Holzschutz eingesetzt werden kann. Damit wären auch an dieser Stelle die Bedingungen der DIN erfüllt und das Baubiologenherz freut sich.

Zum baubiologischen Habitus wäre dann vielleicht zu sagen, dass hier nicht wie an vielen anderen Baustellen mit einem chemischen Holzschutz versehene Hölzer eingebaut wurden, wo es nach der DIN nicht erforderlich ist. In der Praxis sieht es ja leider so aus, dass es kaum Baustellen gibt, wo nach der DIN verfahren wird. Chemisch behandelte Hölzer werden standardmäßig, aus Unsicherheit oder Unwissenheit, auch dort eingebaut, wo es nicht erforderlich ist. Und ich kenne sogenannte Holzhandlungen, wo ausschließlich chemisch behandelte Hölzer angeboten werden.


Viele Grüße Fred



Grenzbereiche



Lieber Fred

In dem Artikel wird geschrieben:"...Eichen- oder Rüster (Ulme) - Kernholz, die als weitgehend Hausschwamm-resistent gelten......"
Dies ist einfach falsch !

Auch dein Verweis auf die DIN 68800/3 greift hier nicht richtig. Der Kommentar zur DIN 68800/4 (Kommentar ist ein Teil der DIN)sagt:
"...Für Holz, das mit Mauerwerkskontakt in Bereichen eingebaut wird, in denen Pilzschäden vorlag, empfiehlt sich eine Kesseldruckimprägnierung, auch wenn DIN 68800-3 dies nicht ausdrücklich vorschreibt......"


Das mit den "chemisch behandelten Hölzern" hört sich immer so furchtbar an, hierbei handelt es sich doch lediglich um Imprägnierungen mit Borsalzen, die, soweit sie nicht mit Schwermetallsalzen stabilisiert sind, aus baubiologischer Sicht doch nicht "grundsätzlich verdammenswert" sind.

Ich denke es wäre aus baubiologischer Sicht eher anzustreben den Einsatz der Mittel in "angreifbaren" Holzbauteilbereichen auf die offen liegenden Rissbildungen und die Mauerauflagebereiche (ohne Rücksicht auf die heikle Einstufung nach Gefährdungsklassen) zu konzentrieren um ökologisch aufwendige, spätere Holzschädlingsbekämpfungsmaßnahmen zu vermeiden.

Mit besten Grüßen


Lutz Parisek



@Lutz



Lieber Lutz,
so weit ich informiert bin, sagt die DIN 68800-4, dass verbleibende nicht befallenen Hölzer sowie die neu einzubauenden Hölzer und Holzwerkstoffe im Falle eines Befalls mit einem geprüften chemischen Schutzmittel vorbeugend zu schützen sind, sofern hierfür nach DIN 68800 Teil 3 eine Notwendigkeit besteht (Gefährdungsklassen 1 bis 4).

Seid wann gehört ein Kommentar zur DIN. Nach meinen Erkenntnissen ist ein Kommentar die Meinung eines Einzelnen oder einer Gruppe von 'Fachleuten' zu einem bestimmten Thema. Und meine Erfahrung zeigt: Habe ich drei Kommentare, dann habe ich auch 3 Meinungen. Und da ist mir natürlich Deine Meinung genauso wichtig, wie die Meinung irgendeines Kommentarschreibers.

Bzgl. der Borsalze hast Du natürlich recht, aber Grundsätzlich gilt natürlich je weniger, je besser. Letztendlich geht es um die Frage, wie groß ist das Risiko mit und ohne Bohrsalze und das versuche ich letztendlich hier zu ergründen :-)) Du hilfst mir dabei sehr...Danke!!

Viele Grüße Fred



Resistente Eiche ...



... wäre schön, wenn dem so wäre.
Habe leider ein paar Meter befallene Schwellen aus Eiche - leider kein ausreichend gutes Foto.

Bitte weiter unter den Fachleuten.

Gruß aus BS

Bernd



DIN Normen



Lieber Fred

Die "Kommentare zur DIN" sind beileibe nicht Ergüsse eines x-beliebigen Debattierclubs, hier verkennst du die Situation.

Die Kommentare zur DIN 68800 werden vom Deutschen Institut für Normung e.V. herausgegeben. Die Verfasser sind die Mitglieder des zuständigen Normenausschusses. Die Herausgabe von Kommentaren zu Normen, soll die Zeit bis zu einem erneuten Gelbdruck oder einer neuen Normenausgabe überbrücken.


Noch einmal: Die Kommentare des Normenauschusses sind Teil der Norm !!!!!!

Also ist die zitierte Stelle auch zu beachten !!!!!!

Ob Eiche, Ulme oder sonst ein Holz es wird vom Hausschwamm zerstört !!!!!!


Gruß


Lutz



Statt Foto



Hallo miteinander,

anbei eine Skizze des ursprünglichen Aufbaus. Sicherlich hat dieser Pfusch das ganze begünstigt - aber immerhin: der Schwamm macht auch vor Eiche nicht halt !

Erschwerend kam hinzu, daß ein Mieter auf den Kalkputz auch noch Alufolie tapeziert hatte. Habe bei der Bestandsaufnahme richtige Freudensprünge gemacht ;-)

@ Andreas
Wir hatten diesen Fall auch anläßlich des Forumtreffens diskutiert.

Gruß aus BS

Bernd



Danke für die schnelle Antworten!! Aber



Ich versuche den Fall noch einmal genau zu beschreiben!
1. es handelt sich um einen Gewölbekeller Raum der ca. 60 cm aus dem Erdreich herausragt
2. dieser Kellerraum ist nicht genutzt
3. der Besitzer des Hauses ist krank (er hat Krebs) und ist natürlich sensibel gegen jegliche Pilze und Pilzsporen dieser hat natürlich Angst das sich durch den Hausschwamm seine Gesundheit Zustand verschlechtert
4. der Besitzer möchte auf keinen Fall das die Bekämpfungs Mittel die bei der Schwammsanierung eingesetzt werden sollen irgendwelche Gifte bzw. Schadstoffe haben oder vorweisen.
5. der Hausschwamm hat den Nährboden im Keller gefunden (ein Holzregal und eine Kartoffelkiste) dieses wird von mir entfernt.
6. die darüberliegende Decke wird von mir demnächst untersucht ob da Hausschwamm befallen vorliegt
7. zum weiteren Vorgehen bei der Sanierung (erst Maßnahmen)
der Fruchtkörper wird entfernt
die Pilzsporen werden abgesaugt beziehungsweise entfernt
der Raum wird abgeschottet um ein weiteres ausbreiten zu vermeiden
dann wird der genau Befall festgestellt um ein Sanierungskonzept zu erarbeiten

Nun zu meinen Fragen:
1. wie giftig sind Hausschwammsporen?
meiner Meinung nach sind diese umgiftig
2. gibt es ein Schwammbekämpfungs / Eindämmung Mittel das ohne Schadstoffe bzw. Gifte die das menschliche Organsystem angreifen oder schädigen können?
meiner Meinung nach sind diese zum größten Teil minder giftig bzw. gar nicht giftig weil sie aus BohrSalz bestehen

Die Antworten diese bis jetzt geben worden sind sind alle sehr gut und dafür möchte ich mich ganz herzlich euch bedanken (dieses sind alle Punkte die bei der Schwammsanierung bachtet werden müssen und auch ganz wichtig beachtet werden sollten) aber ich muss meinen Bauherren der wirklich sehr sensibel ist nicht nur durch mündliche Aufklärung beruhigen
sondern ich muss ihn das belegen können und dazu bräuchte ich eure Hilfe !!
wo bekomme ich Kommentare bzw. Belege her

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden



Mykotoxine und Wirkstoffe



Lieber Andreas

Ich gehe davon aus, dass die Frage nicht an mich gerichtet ist oder brauchst du noch Infomaterial ?

Zu 1:
Ganz klar nicht toxisch ! (siehe Rübke, Huckfeld etc.)

Zu 2:
Von den zugelassenen Schwammsperrmitteln geht nach Abschluss der Anwendung keine Gefahr für die Gesundheit aus !!!! (siehe auch Sicherheitsdatenblätter der einzelnen Hersteller)

Gruß


Lutz



@



@Lutz
Natürlich weiß ich, dass ich einen Kommentar nicht ignorieren kann, aber offensichtlich gibt es hier dann unterschiedliche Aussagen, wo ich meinen eigenen Weg finden muß. Übrigens habe ich festgestellt, dass die DIN 68800-4 noch gar nicht als technische Bauvorschrift eingeführt ist (Ich weiß wohl, dass ich sie trotzdem beachten muß, aber ein Gesetz ist sie nicht.)

@Bernd Froelich
Hier wäre natürlich interessant zu klären, ob es sich hier tatsächlich um Eiche-Kernholz handelte und ob die Einbauart wirklich der Gefährdungsklasse 3 zuzuordnen war.

@Andreas Vollack
Der Hausschwamm ist für den Menschen unschädlich. Er wird aber in der Regel von anderen Schimmelpilzen begleitet, die nicht unschädlich sind.
Borsalz ist das einzige Holzschutzmittel, dass von Baubiologen, wenn denn ein chemischer Holzschutz erforderlich ist. Borverbindungen sind für den Menschen und für Pflanzen toxisch. Borverbindungen bewirken jedoch auf Grund ihres Salzcharakters keine Raumluftbelastung.

Danke an alle, die Diskussion hat mich ein ganzes Stück weiter gebracht.
Fred Heim



Erkenntissgewinn



Lieber Fred,
freut mich, dass dich die Diskussion ein Stück weiter gebracht hat.
Hat sie dich auch dahin gebracht zu akzeptieren dass:

1: Eiche vom Hausschwamm befallen werden kann?

Wobei den Hausschwamm die Gefährdungsklasse im wahrsten Sinn des Wortes eine "Feuchten" interessiert. Der Hausschwamm taucht nämlich auch in Bereichen auf die der "schwammigen" Erfindung der Gefährdungsklasse vollkommen entgangen ist.


2: Die DIN und deren Kommentare den gleichen Ursprung, Charakter und daher auch praxisrelevante Bedeutung haben?
(Abgesehen von der nicht gerade neuen Erkenntniss, dass die DIN Norm keinen Gesetzescharakter hat, was ich angesichts der Gesetzesflut auch nicht bedauere. Wobei ich darüber irritiert bin, dass du dich einerseits gerne auf die DIN beziehst um dann nach (Un)belieben wieder davon Abstand zu nehmen)

Ich stelle aus der Praxis heraus fest, dass dem Hausschwamm wenn er nur den Hauch der Chance hat, die Gefährdungsklasse, das Holz, die DIN und alles egal íst - er breitet sich einfach hemmungslos aus.



Ich frage mich nun seit vielen Jahren warum ich Baubiologen immer als extrem verbissen erlebe. (bei ehrlicher Betrachtung kann ich diese Tendenz bei mir allerdings auch nicht abstreiten. )

Gruß


Lutz Parisek



Eine sehr gute Diskussionsrunde Danke danke!



Ich habe gemerkt das dieser Beitrag zur noch besseren Zusammenarbeit hier in Fachwerkforum weitergeholfen hat und hoffe das wird in Zukunft auch so bleiben.

Daher möchte Ich möchte mich ganz besonders bei Lutz und Fred bedanken für euere Bemühungen und eure Hilfe!!!

@Lutz
danke für dann aufschlussreiches Telefonat wenn es dir möglich ist könntest du mir noch mehrere Informationen zu mailen!?
die Internetseite:
http://www.bfafh.de/inst4/44/Gesundheitsgefahr.htm
ist sehr gut

@Fred
danke für deine Beitrag den du mir zukommen lassen hast per Mail.
wo bekomme ich den Beitrag her?
Wohnung und Gesundheit 111 vom Sommer diesen Jahres


Mit zimmerlichem und dankendem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden

PS.
Ich werde diesen Diskussionsbeitrag meinem Kunden mal kopieren (beziehungsweise ausdrucken) damit er sich keine Sorgen mehr machen sollte!



Gefährdungsklassen



Lieber Fred

Wir sind uns also einig, dass die Eiche vom Hausschwamm befallen werden kann!?

Das bei der Erstellung der Gefährdungsklassen der Hausschwamm ein wenig aus der Reihe tanzt, könnte verschiedene vermutete Ursachen haben:

1. Fixierung der Erstellungsgremien der Gefährdungsklassen auf die tierischen Schädlinge.
Denn oft tobt der Hausschwamm an abgeschirmten Hölzern der Gefährdungsklasse 0 mitten im Haus oder an Mobiliar die höchstens die Gefährdungsklasse "wackelig" besitzen (siehe unser Beispiel)

2. Der Hausschwamm ist ja nun auch ein Holzschädling der in Folge vieler Pannen und Bauschäden auftaucht (Wasserschaden, Kondensationen, Abdichtungsmängel etc.)
Diese "Bauherren-Unglücke" gehören dann eher in die Gefährdungsklasse "Bauherrenrisiko - Pfusch und Pech am Bau"

Gruß


Lutz Parisek



@



@Lutz
Guten Morgen Lutz,
ich werde Dir doch nicht wiedersprechen, wenn du mir sagst, dass Du einen Hausschwamm auf einem Eichenbalken gesehen hast. Deshalb hatte ich doch auch schon geschrieben, dass mir deine Ansicht genauso wichtig ist wie die Ansicht der Kommentarschreiber.
Was den Charakter des Kommentars angeht, würde ich dir immer noch gerne wiedersprechen, aber dass ist gar nicht so wichtig, dass ich ihn nicht übersehen darf ist mir natürlich klar.
Ich habe mich hier im Forum schon oft auf DIN-Normen bezogen? Das war mir gar nicht so bewusst. Aber neben dem Baubiologen bin ich auch noch Planer und Statiker und was ist ein Statiker ohne seine Normen! Ich wersuche aber zu verstehen, was der Hintergrund der Normen und Kommentare ist und treffe dann die Entscheidung nach dem was ich an der Baustele vorfinde. Wenn mir nun eine Norm sagt, wie stark ich einen Nagel belasten darf, ist das eine ziemlich eindeutige Angelegenheit. Bei der Beurteilung von Gefährdungsklassen ist das schon etwas ganz anderes. Wobei ich sagen muß, deine neue Gefährdungsklasse "Pfusch und Pech am Bau" ist schon eine tolle Idee. Hast du dich schon mit dem DIN-Ausschuss in Verbindung gesetzt.
Und dann noch die Bemerkung vom verbissenen Baubiologen ... du hättest uns vor 15 Jahren erleben sollen. Ich finde, seid dem man mit uns redet haben wir uns stark gebessert
:-))

@ Andreas
Der kleine Beitrag in der Mail über Borpräparate ist ein Zitat aus dem Handbuch Gebäude-Schadstoffe von Gerd Zwiener. Nicht ganz neu aber doch interessant.

Allen einen schönen Tag
Fred Heim



Genormter Wahnsinn



Hallo miteinander,

die Sache mit DIN hat viele Facetten, viele Vorteile aber auch eine (zunehmende) Menge an Nachteilen.

Vorab - und darauf hatte Lutz auch schon hingewiesen: DIN ist privatwirtschaftlich und hat per se keinerlei "Gesetzeskraft". Auf das grundsätzliche Verhalten dieses "Vereins" will ich aber hier nicht näher eingehen.

In der Juristerei gibt es deshalb auch den Grundsatz "Vertrag vor DIN". Will sagen, wenn bei einem BV ein bestimmtes Ziel erreicht werden soll aber durch den Ausführenden nicht erreicht wird, kann sich dieser nicht damit herausreden, er habe aber ganz streng die einschlägige Norm XY4711 angewendet. Da die DIN quasi nur einen historischen Tatbestand abbilden kann, kann sie auch nicht den "Stand der Technik" reflektieren. Norm kann insofern immer nur Hilfsmittel der "Einordnung" sein, aber nicht Ausführungsvorschrift - es sei denn, sie ist vertraglich eindeutig vereinbart. Stures Klammern an Normen wäre deshalb meiner Ansicht nach auch so etwas ähnliches wie "Verkennen der Realität" oder "Angst vor der eigenen Courage".

Inwieweit die Realität auch von DIN ausgeklammert wird, sieht man u.a. auch an der EnEV. Die intendierte Richtung ist dabei noch nicht einmal verkehrt - in der Praxis ist es leider nur ein wenig bedachtes Konjunktur-Programm zur Förderung der Produktion von Sondermüll.

Ungenormter Gruß aus BS

Bernd



Echter Hausschwamm



Hallo zusammen! Ihr legt ja bei dieser Anfrage ein atemberaubendes Tempo hin! :o)))

Ein paar Anmerkungen meinerseits können die bisherigen Beiträge vielleicht noch abrunden.

Beim Wilhelm-Klauditz-Institut für Holzforschung(Fraunhofer-Institut) in Braunschweig beschäftigt man sich seit diversen Jahren intensiv mit der Erforschung des Echten Hausschwamms.

Aus dieser Quelle sind mir folgende Sachverhalte bekannt:

1. Der Hausschwamm selbst und seine Sporen sind nicht giftig - wohl aber "Gastpilze" die sich vorzugsweise auf dem Fruchtkörper des Hausschwamms entwickeln. Diese Pilze stehenzumindest ernsthaft in Verdacht durch das Einatmen bei den "Aufräumungsarbeiten" zu schweren Erkrankungen und Todesfällen geführt zu haben. Mundschutz ist also dringend angeraten!!!!

2. Der Echte Hausschwamm benötigt zur problemlosen Entwicklung ein möglichst gleichmäßiges feuchtwarmes Klima in Dunkelheit und mag keine Zugluft.

3. Das Myzel des Hausschwamms arbeitet sich innerhalb kürzester Zeit auch durch meterdicke Wände vor.

@Andreas: Du solltest den befallenen Kellerraum unter diesem Aspekt sinnvollerweise nicht versuchen "abzuschotten". Das ist nämlich genau das, was der Hausschwamm mag - Ruhe und Geborgenheit ;o). Sorge also lieber dafür, daß es in den betroffenen Räumen schön trocken und vor allem zugig ist.

Anbei noch 2 Bilder aus meinem Bildarchiv zur freien Verfügung. Um das zweite Bild abzurufen, bitte über das Bild in die Bilddatenbank gehen ...

Herzliche Grüße

Stefan



@ Bernd Froehlich



wenn man sich über DIN-Normen unterhält, muss man aber noch ein Ding beachten.
Es gibt DIN-Normen, die als technische Regelwerk eingeführt sind. Diese DIN-Normen haben 'fast' Gesetzescharaker und sind von den Bauaufsichtsbehörden zu kontrollieren. Eine Liste gibt es unter www.dibt.de (deutsches Institut für Bautechnik.
Ganz anders ist es hingegen mit der EnEV. Dieses ist eine Verordnung zur Umsetzung des EnEG (Energieeinspargesetzes) und ist ein Gesetz, das eingehalten werden muss. Eine Diskussion ist hier nicht mehr möglich. Allerdings gibt es natürlich wieder diverse Kommentare (unter anderem vom DIBT) die das Gestzt interpretieren.
Ich sehe diese Verordnung allerdings nicht so, dass sie zwangsweise der Sondermüllproduktion dient. In welcher Form wir die EnEV erfüllen liegt in unserer Hand. Außerdem stellt Sie gegenüber der WSVO von 1995 aus meiner Sicht keine wesendliche Verschärfung dar, vorausgesetzt, wir Nutzen ihre Möglichkeiten und das versuche ich hier immer wieder zu vermitteln.



Ich bin sehr beeindruckt!!



Hallo an alle die hieran dieser Frage von mir mitgewirkt haben!!
Und wo ich diese Frage gestellt habe habe ich nicht gedacht das diese Frage ein solches Ausmaß nehmen würde, dass innerhalb von sieben Tagen 23 Antworten und das diese Frage so ca. 440 mal angezeigt worden ist.

!!also danke an alle und immer weiter so!!

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden



Danke für die Hinweise



Guten Tag,
auch mir wurde die Frage nach der Gesundheitsgefährdung gestellt und ich möchte mich bedanken, dass ich in dieser Diskussion fundierte Hinweise gefunden habe.
Mit freundlichen Grüßen



Der Hausschwamm, seine Feinde und Freunde



Liebe Leute,
vier Feinde hat der Hausschwamm jedenfalls:
1) Die liebe Sonne in direkter Form.
2) Das Heizungsrohr, gefüllt mit warmem Wasser, das an ihm entlangläuft.
3) Das Schilf, das er und der Schimmelpilz nicht vertragen, und mit dem man den Putz gegen ihn unterfütterte. Luftdurchlässigen Putz, der trocken hält, auch in den Zeiten der Ofenheizung, die dazu oft nicht reichte zur Durchtrocknung.
3) Den Durchzug, am besten frostiger trockener Luft, oder sonniger.
Sein Liebling ist der Gips und die Gipskartonplatte und alle Kunststoffe. Die halten ihn feucht und lauwarm, wie ers liebt.
Man kann ihn klein halten, dann tut er wenig, bleibt machtlos. Wirklich entfernen, ich weiß nicht, ob das geht. Soviel kann man gar nicht rausreißen. Man kann auch mit ihm leben, aber nicht hinter Kunststoffenstern, die zu bleiben; und Abdichtungen aller Art, die ihn wuchern lassen.
Und die Kellerwände müssen nackt, die Kellerfenster offen bleiben, in Dauerzugluft, auch im Winter. Nur die Wasseruhr und ihre Zuleitungen dürfen isoliert sein, dick. Das trocknet das Haus und der Schwamm hats dann schwer.
Ja, ich weiß, das klingt nicht fachlich genug, dafür ist es die Wahrheit.
Viel Glück!
Sibylle



Rat - Schläge



Liebe Sybille

Mir ist klar, dass deine Ratschläge gut gemeint sind. Aber aus fachlicher Sicht sind manche Ratschläge eher Schläge die den Ratnehmer bei Beachtung treffen können. Bitte denke auch daran , dass im Rat erteilen ein gerütteltes Maß an Verantwortung liegt. Denn manch einer könnte sich auf deine gegebenen Ratschläge verlassen und dabei erheblichen Schaden erleiden.

Gruß

L. Parisek



Ich kann mich nur anschließen



Guten Tag, ich schließe mich vollständig der letzen Antwort von Lutz an. Zur ursprünglichen Frage möchte ich noch bemerken, dass seit einiger Zeit die Bau BG ein Merkblatt herausgebracht hat, dass Hausschwammsporen über einen Kamm mit, den meiner Meinung nach gefährlicheren, Sporen einiger "Schimmelpilze" setzt. Schimmelpilz ist übrigens eine recht willkürliche und keine wissenschaftlich exakt abgrezbare Einteilung.
Im englischsprachigem Ausland gibt es Fachzeitschriftenveröffentlichungen, die allergische Reaktionen auf Hausschwammsporen bemerken. Ich halte das aber für heiß gekocht. Vermutlich wird es auch einige Leute geben, die auf die alltäglichten Dinge allergisch reagieren.
Vorschrift: "BGI 858 Gesundheitsgefährdungen durch biologische Arbeitsstoffe bei der Gebäudesanierung"
Ich habe die Bau BG abgeschrieben, um mich belehren zu lassen, warum Hausschwammsporen so extrem gefährlich beurteilt werden - seit über einem halben Jahr warte ich auf eine Antwort ...
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold