Hausschwamm

17.03.2014


Hallo!
Ich habe eine nahezu ketzerische Frage, wünsche mir aber eine ehrliche und ensthafte ANtwort:

Wer hat Erfahrung mit Hausschwamm: Wenn der Balken (in der Mitte des Hauses) nun wirklich trocken ist und kein Wasser mehr in die Nähe kommen kann,
ist es dann möglich den Balken mit Hausschwamm (30cm) zu lassen, da der Pilz ja nun nicht mehr wächst.

Es ist nämlich so, dass der Balken nicht entfernt werden kann. höchstens mit einer extra Vertrebung stabilisiert.

Danke für eine ANtwort!

- Q. Dolin




Das bedarf...



...mit Sicherheit eines Spezialisten vor Ort. Sicherlich gibt es Fälle, wo besonders im Bereich des Denkmalschutzes über alternative Lösungen nachgedacht werden könnte. Per Internet gibt es aber definitiv keine Lösung. Es gibt durchaus spektakuläre Fälle, wo sich der Hausschwamm das Wasser über große Entfernungen geholt hat. Woher wollen Sie so genau wissen, daß das nun nicht mehr der Fall ist?

Abgesehen davon: Trägt der Balken statisch überhaupt noch?

Und: Wenn's sein muß, ist vermutlich jeder Balken ersetzbar.

Grüße

Thomas



Toleranzen



Hallo Q. Dolin

Rein theoretisch ist es so, das der Echte Hausschwamm bei Holzfeuchten unter 20u% nicht mehr wachsen kann. Kiefernsplintholz wird bereits bei Holzfeuchten ab 21,2u% bewachsen.
Entscheident ist jedoch festzustellen, welche Feuchten in dem Bereich des Holzes über das Jahr entstehen können. Da ist es natürlich nicht mit einer Schätzung getan, sondern es müsste genau und wiederholt auch an verdeckten Stellen exakt gemessen werden.

Eine andere Sache ist natürlich die statische Schwächung. Auch bei nur gering erscheinender oberflächlicher Schädigung des Holzes (Braunfäule) von wenigen Zentimetern kann die Festigkeitsminderung (Bruchschlagfestigkeit) des Bauteils insgesamt mehr als 50% betragen.

Gruß
L. Parisek

PS.: Auch eine punktuelle thermische Behandlung des Balkens wäre natürlich grundsätzlich möglich. Diese Möglichkeit ist in der neuen Holzschutznorm DIN 68800-4:2012-02 für solche Fälle aufgeführt.



Raus damit



Es gibt auch (sehr teure) Verfahren, von Hausschwamm befallenes Holz in situ zu behandeln. Das macht man z.B. bei einer sehr wertvollen geschnitzen Decke. Bei einem einfachen Balken könnte man das sicher auch machen.

Aber das Ganze einfach so zu lassen und zu hoffen, dass der kein Wasser mehr bekommt: würde ich nicht machen, auch wenn das eventuell theoretisch möglich wäre. Ich weiß von einem Fall, da ist der Schwamm über etwa 100m ins Nachbarhaus gewachsen. Ich könnte mit so einem Befund im Haus nicht mehr ruhig schlafen.

Und man wundert sich bei einem Fachwerkhaus, wie viel man da rausnehmen kann. Ich hatte eine ganze Zimmer(außen)wand, die zwischenzeitlich nur durch eine einzelne Baustütze ersetzt wurde.



Echter Hausschwamm? es gibt Lösungen!



`Hallo,

mal vorausgesetzt der Balken ist und bleibt - meßbar - trocken, dann kann mit einer thermischen Behandlung ( DIN 68.800 Teil 4 Anhang E ), das thermische Verfahren angewendet werden um eventuell noch vitales Myzel definitiv zum Absterben zu bringen. Ferner empfiehlt sich eine anschließende chemische Behandlung mit einem vorbeugend gegen Pilzbefall wirksamen Holzschutzmittel. Um die eventuell geminderte Tragfähigkeit kümmert sich der Zimmermann bzw. der Statiker und dann der Zimmermann.
Für eventuelle Fragen zur Praxis sind unten meine Telefonnummern.

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin Altglienicke

Werner Gensky

Tel. 030/6731365 oder 0177/5214479