Tipps für Hauskauf Baujahr 1940




Hallo erst mal und Grüsse an alle Mitglieder.

Dies ist mein erster Eintrag und ich hoffe auf einige Ratschläge. Wir haben uns letzte Woche in ein kleines Fachwerkhäuschen verliebt und würden gerne Eure Meinung dazu hören. Diese Woche werden wir es von innen besichtigen und ich wäre für Tipps dankbar worauf man auf alle Fälle achten sollte. Ich stelle mal einige Bilder mit rein.

Schon mal vielen Dank im Voraus!



Hauskauf



Glückwunsch !
Aber die Dame des Herzens weiß nur der Verliebte zu schätzen.

Verraten Sie uns, die wir die rosarote Brille nicht aufhaben, doch mal etwas mehr über das Objekt Ihrer Begierde und darüber, was Sie mit Ihm vorhaben.

Grüße vom Niederrhein



hier also noch einige Details:



Das Haus ist BJ 1940 und der Anbau (Garage) 1970. Grundstück ist ca. 800m² groß und am Hang gelegen (mit unverbautem Blick in Richtung Süden)
Wir haben uns eigentlich einfach nur mal so umgeschaut, ob es etwas günstiges gibt. Das Haus soll ca. 50.000 € kosten und wir finden das so erst mal ganz ok.
Das einzige was uns sofort gestört hat sind die Nachtspeicheröfen, die würden wir wahrscheinlich sofort gegen eine günstigere Heizung austauschen.
Wo wir auf alle Fälle Hilfe brauchen ist die Beurteilung des Hauses. Ich weiß das wir dafür einen Gutachter benötigen, aber vielleicht gibt es ja schon einige Tipps was wir beim Besichtigungstermin beachten sollen..?
Kann man z.B. an den Schindeln erkennen ob es unten drunter noch i.O. ist?



Hauskauf



Guten Morgen,

zum Thema Schindeln: Leider ist die Auflösung der Bilder nicht so hoch, daß man auch beurteilen könnte, ob dies nun Bitumenschindeln sind oder Asbestzement und wie sie aufgebracht sind.
Wenn sie auf Lattenunterkonstruktion montiert sind ist es eher positiv. Sonst hätte ich im Falle von Bitu-Schindeln das dringende Bedürfnis, erst einmal alles abzunehmen.

Es ist eben eine Verkleidung, und das was drunter ist sieht man so nicht.
Wenn Sie etwas abnehmen dürfen, dann würde ich zunächst an folgenden kritischen Stellen nachschauen:
- Wetterseite
- Eckständer
- ehemalige Trennwand haus / Stall
- Schwellen.

Wenn das in Ordnung ist, dürfte auch der Rest in Ordnung sein, sonst: eher Finger weg !

Grüße vom Niederrhein



danke!



das hilft mir doch schon mal ein bisschen weiter. :-)
Gibt es innen noch etwas zu beachten? Keller?

Wenn die Schindeln aus Asbest sind, müsste man die ja schnellstmöglich entfernen, oder?



Ist es...



...wirklich Fachwerk? 1940 wäre doch ziemlich spät für Fachwerk, oder? Bei uns hier in der direkten Umgebung kenne ich nix, was aus dieser Zeit noch Fachwerk ist.
Kuckt es euch jetzt erst mal an und macht einen zweiten Termin mit einem Profi. Alles was wir euch jetzt sagen, wird nicht viel helfen. Erstens weil aus der Ferne und zweitens hat man wirklich bei der Besichtigung die rosa Brille auf und man erinnert sich eh nicht mehr an Tips. Der Verkäufer wird sicher nix gegen einen zweiten Termin mit einem Gutachter haben.
Ob 50 k€ in eurer Gegend O.K. sind, kann ich nicht sagen. In meiner Gegend wäre es ein Schnäppchen. Aber auch dazu wird sich ein Gutachter äußern.

Gruß Patrick.



Hauskauf



Die meisten Baujahrsangaben, die ich so höre, basieren nur auf Gerüchten.
Grüße



und wie bekommt man das Baujahr raus?



Kann man das denn nicht irgendwie nachvollziehen?



Hauskauf



Ja: Indem Sie nach zeittypischen Merkmalen am Haus suchen: Alte Beschläge von vor 1940 z.B., Art der Türfüllungen,
Bearbeitungsspuren am Holz, Konstruktion des Kellers etc...
1940 war Kriegsjahr, da wird man kaum gebaut haben.

Gibt es eine Bauakte ?
Was sagt das Urkataster von 1823 ?
Gibt es sonst ältere Karten ?
Git es historische Ansichten, z.B Postkarten ?

Grüße



Das wird ja interessant!



Dann werde ich mich mal auf die Suche machen und in alten "Dorfgeschichten" forschen. Bin ja echt mal gespannt wie es innen aussieht...



Die Besichtigung



gestern war sehr interessant und am Anfang waren wir auch sehr positiv überrascht. Die Raumaufteilung ist i.O. und man könnte ne Menge draus machen. Allerdings sagte selbst die Eigentümerin das man mehr draussen als drinnen zu tun hätte und so kamen wir auf den Boden über der Garage. Dies war eine alte Scheune wo nur die Mauern ersetzt worden sind und das alte Dach blieb. Der Übergang zum Haus war inner schimmelig und ziemlich feut! Feucht war auch der Keller und zwar fast an jeder Ecke. Da kamen mir langsam die ersten Zweifel...
Die Schindeln sind alte Eternitplatten (Asbest?) mit vielen Löchern.
Alles in allem würde ich sagen:
neues Dach, neue Fassade, Keller trocken legen, neue Heizung
und ich weiß noch nicht mal wie es unter den Schindeln aussieht...
Ich glaube dafür kann ich neu bauen, oder?



Ich hätte es auf jeden Fall für den Sanierungs- plus Kaufpreis können...



...vor allem, wenn man meine Eigenleistung, die sicher im Umfang die eines "normalen" Bauherrn übersteigt (kleines Beispiel, nur Innenputz 500-600 Säcke à 30 Kg), mit einrechnet.
Aber dafür ist es eben kein bis ins Wurzelchen durchdachter Neubau in einem gesichtslosen Neubaugebiet.
Tja, deshalb auch mein Motto...

Gruß Patrick.



Da haben Sie wohl recht.



Naja wir werden uns mal weiter umschauen. Wir haben ja keinen Druck und wenn uns was gefällt werden wir es genauer unter die Lupe nehmen.
Übrigens schickes Häuschen! Gefällt mir echt gut! :-)