Hausbockbefall (aktiv)




Hallo liebe Leute ;)

Leider habe ich bei mir einen aktiven Hausbockbefall festgestellt - ist zwar kein Fachwerk-Haus, aber da ich hier schon viel darüber gelesen habe habe ich mir gedacht ich wende mich mit meinen Fragen mal an die Community.

Festgestellt hab ich den Befall, als ich bei mir am Stiegenaufgang ins Obergeschoss (Außenstiege) an der Fassade einen Hausbockkäfer gesehen (und vernichtet) habe. Danach hab ich die Stiege kontrolliert und dort in den Stehern ein paar Ausfluglöcher gefunden. Bin dann gleich in den Dachboden rauf (weil über der Stiege leider eine kleine nicht verschlossene Dachluke ist) und hab mir das mal angesehen .Leider haben sich meine Befürchtungen bestätigt. Nach erster Sichtung habe ich an 4-5 Sparren Ausfluglöcher festmachen können (nicht viele, jeweils 2-4 oder 5 wenn ich das richtig im Kopf habe). Hab dann bei einem Sparren auch gleich mal abgebeilt um die Befallstiefe zu sehen - scheint mir noch recht oberflächlich zu sein. Die Sparren sind ca. 9x9 Kanthölzer und der Befall scheint sich (noch) auf den ersten halben cm unter der Oberfläche zu beschränken. Dass der Befall aktiv ist kann ich mit Sicherheit sagen - hab beim Abbeilen eines dieser Mistviecher erwischt. Bei den anderen oben erwähnten Sparren mit Ausfluglöchern kann man (teilweise) auch Fraßgeräusche hören. Somit sicher ein aktiver Befall.

Hab dann gleich mal bei ein paar Schädlingsbekämpfern angerufen weil ich ein Bekämpfungskonzept wollte. Hab mich vorab hier bei euch im Forum informiert und war mir schon im klaren darüber, dass wohl Heißluft oder Borsalzinjektion in Frage kommen würden. Jedenfalls war der erste schon da - Fazit --> Er schlägt eine Borsalzinjektion im gesamten Dachraum und an der Außenstiege vor. Anschließend noch einen vorbeugenden Anstrich über die Sparren (nach der Injektion). Kostenpunkt -- um die 4.000.- EUR. Auf das Thema Heißluft hab ich ihn angesprochen - da meinte er wäre wohl viel teurer - bei einem Objekt in der Größe meines Hauses schätzt er mal 12.000,- EUR. Zur Info - der Dachraum hat rund 100qm Fläche.

Hatte eher so den Eindruck er will unbedingt die Borsalzinjektion machen und will mit dem Hinweis auf die hohen Kosten mir die Thermobehandlung gleich ausreden. Meine Frage -- ist 12.000 EUR für 100qm Dachraum und Stiegenaufgang nicht komplett überzogen? Ich hab hier in einigen Beiträgen was von 3000-4000 EUR gelesen? Die 4000 "nur" für die Borsalzinjektion scheinen mir auch nicht unbedingt "günstig". Hat hier jemand Erfahrungswerte für mich? Werde jetzt auf jeden Fall noch 2-3 Schädlingsbekämpfer kommen lassen und mir mal deren Meinung dazu anhören. Aber mir scheint hier im Forum gibt es auch sehr viel Expertise dazu und daher wollte ich mal eure Meinung dazu hören :)

LG

MDM



Schade um das viele Geld....



Versuch es doch mal mit Isopropanol. Gibt es für n Appel und n Ei und Du kannst es problemlos selber machen. Wichtig: verdünnen und dann alle durchlöcherten Stellen damit TRÄNKEN und abdecken. Bevor Du viel Geld mit zweifelhaftem Erfolg ausgibst, würde ich es wenigstens ausprobieren. Wenn es nicht funktioniert kannst Du immer noch den 12Tsd-Euro_Kammerjäger bestellen. Oder Du sagst mir rasch, wo Du wohnst, gibst mir den 12Tsd-Euro-Auftrag und ich vertreib Dir den Hausbock in Nullkommanix.
:-)

Weiteres zu Isoprop u Hausbock:
https://www.youtube.com/watch?v=Hafh0R7w6HY

https://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/alkohol-isopropanol-94522.html



Isopropanol ...



Isopropanol ist auch nicht billig und in einem Dachstuhl sicherlich nicht wirklich anwendbar wenn man jeden Balken einsprühen und einwickeln soll... stelle ich mir zumindest so vor...



Alkohol



Lieber MGM
Mit Holzschutzmitteln auf Basis von Boratwirkstoffen lassen sich leider nur sehr begrenzte Abtötungserfolge erzielen. Auch der vorgeschlagene Einsatz von Isopropanol erscheint mir doch ein sehr gewagtes Abenteuer.
Grundprinzip ist, du musst - mit welchen Wirkstoff auch immer - lückenlos bis zu den Larven in einigen Zentimetern Tiefe vordringen. Dies wird weder mit einer oberflächlichen chemischen Applikation noch mit Injektionen gelingen.
Das eine Heißluftbehandlung 12.000 € kosten soll, ist wohl eher dem Bemühen des Kammerjägers den Auftrag an Land zu ziehen geschuldet. Der Dachstuhl eines Einfamilienhaus kostet im Schnitt ca. 4.000 €
Mit den besten Grüßen

L. Parisek



Hallo Herr Parisek,



ich habe ein ähnliches Problem aber habe bis jetzt noch keine Firma gefunden die in meiner nähe das Heisluftverfahren anbietet... (Meklenburger Seenplatte) mir hat also die normale internetsuche nicht weitergeholfen, wie finde ich eine zuverlässige Firma?

viele Grüsse
Pete



Wieso



Er hat geschrieben an wenigen Sparren noch weniger Löcher gefunden zu haben...bei derart wenig Befall würde ich wenigstens den Versuch wagen! Isopropanol kostet 3-5€/Liter. Für die wenigen Sparren wäre ein solcher Versuch auf JEDEN Fall ein max 100€ Experiment. Selbst 4000,-€ erscheinen mir da reichlich viel.



Experiment ja...



für das gleiche geld bekommt er aber auch das Borpreperat und kann die paar Balken auch selber bearbeiten..



Borsalz weitgehend unwirksam,- Rapsölmethylester besser?



Über die Wirksamkeit einzelner Mittel kann man sicher streiten,- das Borsalzinjektionen aber DAS Mittel der Wahl sein sollte bei Holzschädlingen wird durchaus oft bestritten: "Borsalze wirken nicht besonders schnell. Da kann es schon vorkommen, dass innerhalb der 5 Jahre Gewährleistung der Befall nicht abgetötet ist." (Untere Mitte)

http://www.jochenwiessner.de/news/bekaempfung-vorbeugend

Isoprop sollte übrigens auch injeziert bzw aufgestrichen und dann abgedeckt werden und nicht nur als "Begasung" unter Folie verabreicht.

Alternativ wir Rapsölmethylester vorgeschlagen,- weil weniger flüchtig und hochwirksam. Andererseits bleibt hier der Geruch:
http://www.jochenwiessner.de/kommentar-din-68800-teil-4/kapitel-5

Aus den oben genannten Gründen bleibe ich dann lieber bei Isoprop.



Wirksamkeit



Um es noch einmal klarzustellen:

Die Wirksamkeit jedwelchen Wirkstoffes von bekämpfenden Holzschutzmitteln hängt als erstes von der Eindringtiefe und der Ausbreitung innerhalb des Holzquerschnittes nach DIN EN 351-1:2007-10 ab. Dann erst in zweiter Linie von der Einstufung ihrer Wirkungsgeschwindigkeit nach DIN EN 14128:2004-03

Diese Logik gilt für alle Wirkstoffgruppen ob Borate, Pyrethroide, Chitinsynthesehemmer aber auch für Produkte außerhalb jeglicher technischer Regel oder amtlicher Zulassung (BAuA / DIBt) wie z.B. Alkohole, Essig, Silikatprodukte, Waidprodukte etc. etc.

Zusätzlich kommt bei den Überlegungen eines Einsatzes chemischer Mittel noch die Bewertung in Form einer Gefährdungsbeurteilung in Hinsicht auf gesundheitsgefährdende Stoffe, Brennbarkeit, Verpuffungsgefahr etc. im Sinne des Arbeitsschutzes

Gruß
L. Parisek



Vielen Dank!



Also erstmal vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen. Heute war ein zweiter Schädlingsbekämpfer bei mir - der wirkte um einges professioneller muss ich sagen. Er meinte auch der Befall wäre (noch) sehr am Anfang.

Die Firma bietet prinzipiell auch Heißluftbehandlungen an - für meinen Fall würde aber auch er eine Behandlung mit Borinjektionen für ausreichend empfinden (hat mir da eine Norm zitiert - gemäß ÖNORM B 3802-3) Kostenvoranschlag hab ich auch schon gekriegt - einmal wenn er alles selbst macht mit gut 3000,- und einmal wenn ich die Vorarbeiten nach seinen Anweisungen selbst erledige (anbohren, Dübel einbringen) und er dann "nur" noch die restlichen Arbeiten übernimmt und die korrekte Ausführung meiner Vorbereitungsarbeiten überprüft mit knapp 1500,-.

Wollte mir ja mehrere Meinungen einholen und habe daher an sich bei Firmen angefragt die beides anbieten lt. Homepage - Borinjektion und Heißluftverfahren. Allerdings erscheint es mir so als wäre - zumindest hier bei uns in Österreich - das Heißluftverfahren nicht so gängig - was mich doch etwas verwundert da ich hier im Forum ja mitgenommen hätte dass das Heißluftverfahren an sich quasi der "Goldstandard" bei solchen Dingen ist oder liege ich da falsch?

Liebe Grüße

MDM



Erwähnt werden...



...sollte noch die Möglichkeit einer Mikrowellenbehandlung.

Infos z.B. hier:

https://www.heissluft-bayern.de/heissluftverfahren/mikrowellenverfahren/

Grüße

Thomas