Hausbock und kein Ende




Guten Tag ,
ich habe meinen 80 Jahre alten Dachstuhl mit Hausbockbefall von einer Schädlingsbekämpfungsfirma mit borsalzhaltigen Mitteln der Firmen Remmers , bzw. Wolman behandeln lassen . Anschliessend wurde das Dach neu eingedeckt , nicht mehr tragfähige Sparren wurden ausgewechselt. Das war vor fast 2 Jahren . Leider knabbert der Hausbock noch immer . Die Firma hat jetzt im Frühjahr einmal ziemlich lustlos nachgebessert. Da ich den Dachboden jetzt irgenwann weiter ausbauen möchte , brauche ich eine zweckmässige Strategie um sicherzustellen , daß der Hausbock in meinem Dachstuhl dann ausgestorben ist. Für Tips jeder Art wäre ich dankbar .Gruß + tschü



Doppelt bezahlt


John Ruskin Foto

Hallo Michael

Ich finde es wie immer ein Trauerspiel, das es Firmen gelingt die Leute dazu zu bringen, das Geld für eine Leistung zweimal auszugeben. (siehe Texthintergrund zum Bild)
Nach dem vergeblichen Nachbesserungsversuch der Schädlingsbekämpfungsfirma hast du (im Prinzip) Anspruch auf Rückerstattung des Geldes.

Nun, wenn du einen sofortigen Behandlungserfolg realisieren willst, solltest du dir eine versierte und seriöse Fachfirma für den Einsatz des Heißluftverfahren suchen. Bei fachgerechter Ausführung sind nach der Behandlung die Holzschädlinge in allen durchheizten Hölzern sofort abgetötet.

Gruß

Lutz



Hausbockbeseitigung radikal


Hausbockbeseitigung radikal

Hallo Michael,
wir wohnen in Sachsen. Bei uns ist der Hausbock leider Meldepflichtig.
Wir haben uns auch ein Bauernhaus von ca. 1880 zugelegt. Dieses ist fast bis zur Vollendung im OG vom Hausbock aufgefressen.
Es wird Dir sicher nicht viel weiter helfen, aber wir haben nach Begutachtung von zwei unabhängigen Fachleuten den Dachstuhl und das erste Geschoss total abgerissen. Und wir könne nur sagen "Gott sei Dank".
Nach Freilegen der Sparren, Pfetten und des Fachwerk's ist uns das ganze Ausmaß erst mal richtig bewußt geworden. Uns wäre das Haus in spätestestens 5 Jahren über den KOpf eingestürzt.
Jetzt haben wir einiges an Geld in die Hand genommen und bauen unser Bauernhaus ab Oberkannte Erdgeschoss mit Eichenfachwerk neu. Wir müssen dazu sagen das uns einige Leute hier im Forum viel Tipps, und vor allem den Mut dazu gegeben haben.
Du kannst die Anfänge auch in unserem Profil sehen. Wenn wir viel Zeit haben werden wir auch den Baufortschritt in Bildern einstellen.

Viele Grüße aus Leipzig
und vor allen viel Energie und Mut



Bedrohliches



Na, nun macht dem Michael aber nicht zuviel Angst.

Wenn jeder Dachstuhl in dem ich die Larven des Hausbockkäfers festgestellt habe, abgerissen werden müsste, würde das Zimmermannshandwerk unserer Region einen kräftigen Schub bekommen haben.

Also bitte genau prüfen!





Danke für die Anteilnahme ,
aber ich muss hinzufügen , dass ich nicht planlos gehandelt habe. Holzschutzsachverständiger war vor Ort und hat untersucht . Gemeinsames Gespräch mit Schädlingsbekämpfer und Sachverständigem hat stattgefunden . Da es sich um einen zwar verstreuten , aber doch ingesamt nicht dramatischen Befall handelte , wurde die Schädlingsbekämpfung mit Bohrlochinjektion abgesprochen . Der Befall ist auch merklich zurückgegangen , jedoch nicht verschwunden. Ich werde sicherlich alle Beteiligten erneut ansprechen. weiter s.Teil2





Mit Strategie meine ich,ob es zweckmässig ist mit den Borsalzen so lange weiterzumachen bis das Ziel erreicht ist(soll ja dis zu 3 Jahre dauern können),denn dann muss ich nur den Schädlingsbekämpfer mit Mängelrügen ärgern,oder ob es Beispiele gibt bei denen das zwecklos war,und nur die grosse Heissluftklatsche geholfen hat.Für diese Art der Bekämpfung habe ich im Raum Hannover noch nicht einmal ein Angebot erhalten können.An neuem Holz wird nur Lärchenholz mit Splintanteil unter 10% verwendet. Durch die Neueindeckung mit Aufdachdämmung aus Weichfaserplatten wird langfristig auch die Holzfeuchte abnehmen.
so far so bad or so



Beschränkte Wirksamkeit chemischer Holzschutzmittel



Noch einige Anmerkungen zu Druckinjektionen:
Als direkte Bekämpfungsmaßnahme in sichtbaren Befallsbereichen empfiehlt sich ggf. das chemische Bohrlochtränkverfahren oder Druckinjektionsverfahren (siehe auch DIN 68 800/4 – Abschn. 5.3.8). Hierbei werden einzelne Hölzer angebohrt und über die entstehenden Hohlräume ein entsprechendes Holzschutzmittel entweder ohne Druck oder mit Druck in die gefährdeten Holzbereiche verpresst. Bei der Verpressung erfolgt dies unter Zuhilfenahme von so genannten „Injektoren“, die über ein Ventil den Verpressbereich abschließen. Bei diesem Verfahren werden natürlich immer nur Teilbereiche der Hölzer erfasst.

Es muß aber auch ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass mit einer bekämpfenden chemischen Behandlung nur ein begrenzter Abtötungserfolg erreicht werden kann (siehe auch rechte Tabelle). Desweiteren ist anzumerken , dass jüngere Feldfoschungen zeigen, dass bei reinen Fraßgiften (z.B. Borsalz) ein Fressen durch die Larven teilweise verweigert wird und sich die Fraßtätigkeit dann in nichtbehandelten Holzbereichen fortsetzt.

Ergänzung:
Nach den bauaufsichtlichen Zulassungskriterien des DIBt wird die Wirksamkeit der Mittel bereits bei einer 80%igen Abtötung innerhalb eines definierten Zeitraums bescheinigt. Besonders die stark verzögerte Wirksamkeit der borathaltigen Mittel, die Aufnahmeverweigerung und die nicht genau einzugrenzenden Befallsbereiche schaffen zusätzlich Unwägbarkeiten.
Wir halten es daher in unserem Betrieb auch bei gewissenhaftester Ausführung für nicht sinnvoll, eine verbindliche Garantie über diesen neutral (DIBt) geprüften Wirkungsgrad von 80% hinaus zu geben.

Ich halte es gerade angesichts eines geplanten Ausbaues aus Investitions- und Substanzsicherungsgründen für sinnvoll, bei einem flächigen tierischen Holzschädlingsbefall holzschutztechnische Sanierungsmaßnahmen in Form einer Heißluftbekämpfung nach DIN 68800 Teil4 durchzuführen.





Wir müssen ergänzen, daß bei uns auch pflanzliche Holzschädlinge (Pilz, Würfelbruch) durch unsachgemäße Dämmung und dadurch zu viel Feuchtigkeit im Gefache zu radikaleren Maßnahmen rieten. Unser Fachwerk bestand nur noch aus besenstiel-dicken Hölzern, die nicht mehr lange zu halten drohten.

Deshalb Kopf hoch, die Heißluftmethode finden wir gar nicht übel. Kostenvoranschläge geholt...