Hausbock-Bekämpfung




Mein Haus ist Baujahr 1905 und lt. meinem Zimmermann sind diverse Balken im Dachstuhl vom Hausbock befallen. Es handelt sich um Bohrlöcher von ca. 5-6mm Durchmesser. Er hat mir das sogenannte Impfen mit dem Mittel "Basileum" empfohlen, da es sich nicht um einen Wohnraum handelt.
Andererseit heißt es, Holz welches älter 50/60 Jahre ist, würde gar nicht mehr als Nahrung für den Hausbock dienen können. Die Statik scheint noch nicht gefährdet, soll deshalb die Balken austauschen?
Wer weiß mehr dazu?



Impfungen


Meine Wenigkeit im Büro  1   (der junge Kerl)

Hallo Ulrich

Grundsätzlich kann auch altes Holz befallen werden.
Siehe hierzu auch:
Körting A. 1961 : Zur Entwicklung und Schadtätigkeit des Hausbockkäfers (Hylotrupes bajulus L.) in Dachstühlen verschiedenen Alters. Anz. Schädlingskunde, 34/10,
150-153
Wichmand H. 1941 : Wie lange dauert ein Hausbockbefall. Anz. Schädlingskunde 17, 21-24


"Impfen" hieße vorhandene Öffnungen zu nutzen. Davon ist abzuraten. Eine Behandlung als Druckinjektion ist möglich, allerdings sollte hier der Befall
a) genau lokalisiert werden können
b) ein kurzfristiger Ausbau nicht vorgesehen sein
ansonsten wäre diese Vorgehensweise unwirtschaftlich und zu unsicher.

Gruß


Lutz



Der Alte


Hausbock (Hylotrupes bajulus)  hier die Larve

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Noch einen Nachtrag:


Auf Befragen des Sachverständigen J. Wiessner im Dezember 2002 in Berlin gab Herr Dr. Hertel von der BAM (Bundesanstalt für Materialprüfung)in Berlin
bekannt, dass es über den Hausbock neue Erkenntnisse gibt. Die BAM machte Versuche mit Holz aus dem 13. Jahrhundert. Dort ernährten sich die Hausbocklarven nach seinen Angaben völlig normal.



Hausbock



Hallo Herr Ludwig,
Sie sollten die Bauteile unbedingt von einem Holzschutzfachmann untersuchen lassen. Dieser kann feststellen, ob es sich wirklich um einen Hausbockbefall handelt und ob der Befall noch aktiv ist. Die Fluglöcher des Hausbocks entstehen beim Ausflug des fertigen Insekts, nachdem dem es sich mehrere Jahre als Larve unter der Holzoberfläche "durchgefressen" hat. Die wirklichen Schädigungen sind von außen nicht erkennbar. Sollte aktiver Befall festgestellt werden, kommen chemische Bekämpfungsmaßnahmen oder das Heißluftverfahren in Frage. Maßgebend ist die DIN 68800 Teil 4. Bekämfungsmaßnahmen dürfen auch nur von Fachfirmen ausgeführt werden.
Zur Frage des Holzalters:Ich habe selber im letzten Jahr im Dachstuhl eines über 100 Jahre alten Hauses einen aktiven Hausbockbefall untersucht.

Viele Grüße
Dr. Knut Dubslaff