Haus von vermutlich 1910, Probleme mit Zwischendecke.

14.11.2018 Esata



Guten Tag liebes Forum,

ich bin zur Zeit an der Aufarbeitung einer Zwischendecke in meinem Wohnzimmer. Darüber befindet sich der nicht , bzw. selten genutzte Speicher ( Dachboden) Das Dach ist gedämmt. Die Decke ist von oben gesehen nur mit losen Laufbrettern belegt. Das Gefach ? liegt oben also frei. Es besteht aus einer Lage Staub und Schmutz.

Der Vorbesitzer hatte an die Balken, Eiche ca. 2,60 Meter x 25 x 30 cm, Dachlatten aufgebracht, diese auch einfach in das Gefach geschraubt und das Ganze mit Paneele verblendet. Irgendwie hat sich das Gefach dann im Laufe der Jahre gelöst und ist soweit runter gekommen, dass sich die Paneele durchgebogen hat.Ich habe die Paneele jetzt demontiert. Dabei ist neben einer gefühlten Tonne Dreck auch etwas vom Lehmgefach runtergekommen... Ich kann jetzt von 2 Stellen her durch die Löcher den Dachboden betrachten. 2 dieser Fächer haben nachgegeben und sind ca 4-5 cm runtergekommen, aber noch am Stück. Wenn ich bei denen von unten drücke bewegt sich etwas nach oben, kehrt jedoch in die Ausgangslage zurück. 3 Stück sind noch oben und sehen von weiten super aus. Bei den 2 restlichen sind einmal ca. 50 cm rausgefallen und einmal ca. 30 cm. Dies sind dann auch die Löcher.

Die Sache ist so wie ich das sehen kann folgendermaßen aufgebaut. In den Balken befinden sich Nuten, vermutlich mit der Axt eingehauen, in diese Nuten sind Holzstücke gelegt und das Ganze ist mit einer Lehm - Stroh - Mischung irgendwie ausgekleidet. Alles in allem mit dem Holz und dem der Schüttung und dem Dreck der oben auf liegt sind diese so hoch wie die Balken.

Meine Idee nach dem ersten Schreck war, alles raus, neue Balken usw. Ich ´habe mich aber Gott sei dank bremsen können und das Forum hier gefunden.

Ich möchte wenn es machbar ist nun, die Decke erhalten, bzw. Flicken. Meine Idee ist, die Fächer die unten sind, mittels eines Wagenhebers und ein paar Bohlen wieder nach oben zu drücken. Damit diese nicht wieder runter kommen können, von unten einige Schalbretter gegen setzen und gleichzeitig eine Vernünftige Lattung für meine neuen Paneele anbringen. Wenn ich das fertig ist, würde ich mir dieses Lehmgebinde im Netz suchen und versuchen die Löcher damit " zuzuschmieren" . Ein paar gebrauchte Lärchebretter die ich von oben einbringen kann habe ich in meiner Sammlung.

Was haltet ihr davon, geht das sooo oder was kann ich sonst machen ?



Notsicherung



die ausgedachte Lösung klingt eher nach einer Notsicherung als nach einer Sanierung. Wenn die Decke in Ihrer Funktion erhalten werden soll, sollte man sie auch so sanieren, dass sie als Lehmschlag wieder intakt ist. Sinnvoll wäre dazu eine Beratung vor Ort durch einen Fachmann. Wo steht denn das Haus und in welchem zeitlichen Rahmen sind die Arbeiten geplant ? GGf auch mal bei Herstellern von Lehmprodukten im www nachschauen, z. B. claytec.de , die haben auch noch Techniker, die sich die Sache vor Ort anschauen können und Tips geben, wie saniert werden kann. Das mit den Bohlen drunter erhöht nur wesntlich das Eigengewicht der Konstruktion und sieh am Ende nicht wirklich gut aus, (schon gar nicht mit Paneelen drunter)
Meine Kontaktdaten stehen in meinem Profil, man könnte auch mal kurz telefonieren.
Grüße aus Nordsachsen, Andreas Wugk



Fehlbodendecke



Wahrscheinlich handelt es sich ja um eine Fehlbodendecke, deren Felder von unten verputzt / verkleidet waren. Dazu sollte an dem Fehlboden (das sind die eingelegten Bretter) irgend eine Art Putzträger zu finden sein, z.B. von unten aufgenagelte Schilfmatten oder auch Drahtgeflecht. Möglicherweise "hängen" die betroffenen Felder nur noch an dem Putzträger.
Der Putz der auf dem Bild zu sehen ist ist ein Stohlehm. Der ist urspünglich sicher nicht von unten sichtbar gewesen. D.h der Vorgänger hat die eingentliche Deckenverkleidung wahrscheinlich entfernt um die Paneele in dieser etwas irren Art anzuschrauben. Die Traglatten hätten quer angebacht werden müssen und die Putzfelder können natürlich keine hängende Last aufnehmen.
Bleibt die Frage, was oberhalb des Fehlbodens ist und wieso man an verschiedene Stellen in den Dachboden sehen kann (da müsste ja der untere Putz, der Fehlboden und auch die Schüttung oben darauf fehlen).

hier sind ein paar Beispiele wie so eine Decke ursprünglich ausgesehen haben könnte

http://www.holzfragen.de/seiten/holzbalkendecken.html#1

es gilt herauszufinden wie es urspünglich war und was unbedingt wieder hergestellt werten muss (z.B. Die Schüttung für den Schallschutz), dann muss man entscheiden wie man es in Zukunft haben möchte.

Gruß

GE



Der Beschreibung nach



ist das eine Lehmwickeldecke. Haben wir auch.
In den Bereichen in denen die Balken nicht getauscht oder angelascht werden mussten haben wir die auch genauso erhalten. Auch da haben einige Felder gewackelt.
Inwieweit das schlimm ist sollte sich ein Handwerker (Achtung: KEIN HEIMwerker) ansehen, der Ahnung davon hat. Heimwerker neigen da zu Experimental-Lösungen, siehe auch Dein Vorbesitzer.
Wenn die Balken ordentlich aussehen, würde ich mal drüber nachdenken, die "Paneele" ganz weg zu lassen und stattdessen eine schöne Holzbalkendecke zu haben. Ich hab noch keine Paneele gesehen, die mir gefallen haben, aber das ist Geschmackssache :-)
Ich stelle gleich nochmal ein Bild ein.
Grüße