Haus BJ 1930 Kellerwände Stampfbeton - Sanierung




Hallo,

ich informiere mich seit längerer Zeit u.a. hier im Forum und habe trotz intensiver Recherche keinen ähnlichen Fall gefunden.

Wir haben vor einem halben Jahr ein EFH BJ. 1930 gekauft.
Obwohl wir einen Baugutachter eingeschaltet hatten sind uns einige Mängel nicht aufgefallen. Da uns das Haus gefällt suchen wir nun nach Lösungen um diese Mängel zu beheben.

Es geht um unseren Keller, der als Abstellraum genutzt werden soll. Der Keller ist grundsätzlich nicht nass, die mit Kalk-Sandmörtel verputzten bzw. mit Gipsplatten verkleideten Stampfbetonaussenwände sind jedoch an einigen Stellen stark durchfeuchtet. Außerdem gibt es unterhalb der Decke einen vertikalen Setzriss (50 cm über Oberkante Erdreich) und an den Fensterleibungen diverse vertikale Risse (zur Klärung an Statiker).

Der Boden wurde leider in zwei Räumen mit Beton ausgegossen.
Die Feuchtigkeitsuntersuchung der zugänglichen Außenwände hat ergeben, dass in Bodennähe, unterhalb der Fenster, sowie an einigen Stellen auf dem Boden ca. 100% Feuchtigkeit vorliegt. Sonst zwischen 30 - 60%.

Eine Ursache ist eine offene Regenablaufrinne innerhalb des Kellers, die das Regenwasser, das über die Kellertreppe herabläuft, in einen Gullischacht abführt.
Als Maßnahme ist angedacht den Eingang zur Kellertreppe zuzumauern, da wir noch einen anderen Zugang zum Garten haben. Dann sollen die Gipsplatten entfernt werden, da diese bereits zu schimmeln beginnen. Außerdem sollen die Kellerfenster mit entsprechenden Ablaufrinnen versehen werden.

Eine Untersuchung und Reinigung der Abwasserleitungen und der Fallrohre hat stattgefunden. Leckagen wurden keine festgestellt. Detailbericht steht noch aus.

Der Putz ist an einigen Stellen abgeplatzt. Die Kondensfeuchte liegt momentan bei 16 °C relativ konstant bei 85-90%.
Das Oberflächenwasser wird gut vom Haus weggeführt (um das Haus ist gepflastert).
Eine Abdichtung der Kelleraußenwände unterhalb Oberkante Erdreich ist m.E. nicht vorhanden. Die Kellerwände liegen ca. 1 m bzw. 1.5m unter Oberkante Erdreich.
Nach starken Regenfällen erscheinen auf dem Kellerboden Feuchte Flecken. Im Nachbarhaus steht dann zuweilen auch Wasser. Wir vermuten, dass es sich um stauendes Sickerwasser handelt. Ein Baugrundgutachten wurde (noch) nicht gemacht.

Eine Fachfirma für Bauwerksabdichtung hat uns ein Putzsystem von Remmers nahegelegt. Das würde jedoch unser Budget stark strapazieren und ist aus der geplanten Nutzung hoffentlich auch nicht erforderlich.

Jetzt meine Fragen an die Experten:

Welche Massnahmen sind noch sinnvoll, damit der Keller als Lagerstätte für Obst, Kartoffel etc. genutzt werden kann und damit keine weitere Schädigung der Kellerwände erfolgt?

Auch über weitere Tipps und Anregungen würden mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüssen
Peter



Kellersanierung



Eine Aufschachtung des Kellers von außen sollten Sie unterlassen. Der Keller wurde direkt gegen das Erdreich betoniert, diese Bauweise schützt zwar nicht vor Materialfeuchte aber vor einsickerndem Wasser. Aufstauendes Grund- und Schichtenwasser können Sie mit einem Pumpensumpf und einer Tauchpumpe aus dem Baumarkt in den Griff bekommen. Wenn der Kellereingang außen nicht mehr gebraucht wird- schließen.
Die jetzige Luftfeuchte liegt für diese Jahreszeit im normalen Bereich, vor allem wenn die Fenster geöffnet sind.
Feuchtespitzen im Material unterhalb der Fenster deutet auf eindringendes Wasser unterhalb der Fenster in der Laibung hin. Gibt es Lichtschächte?
Solange der Keller normaler Keller bleibt brauchen Sie keinen teuren Sanierputz. Es reicht ein einfacher Kalkzementputz als Pinselputz. Der ist leicht zu reparieren wenn mal wieder was runterfliegt. Den Keller können Sie danach mit Weißkalk Streichen damit er ordentlich aussieht.



Kellerwände Stampfbeton - Sanierung



Herr Böttcher, Danke für Ihr Feedback. Lichtschächte haben wir keine. Die Kellerfenster liegen teilweise bündig, teilweise 15-20 cm über Erdreichkante.

Wenn ich Sie richtig verstehe, dann wäre die Vorgehensweise wie folgt: Einbau Pumpensumpf und Tauchpumpe, alten Putz und Gipsplatten runter, dann Pinselputz und Streichen mit Weißkalk.
Im Sommer den Keller geschlossen halten, im Winter lüften.

Zwei Fragen habe ich noch:
Im Kellerraum mit der offenen Ablaufrinne ist die Gasheizung untergebracht mit Lüftungsgitter. Dadurch gelangt dauernd Feuchtigkeit in den Keller. Gibt es hierfür eine Lösung?

Wie ist mit Rissen umzugehen unterhalb der Erdreichkante? Muss hier nicht doch von außen abgedichtet werden?

Zur Info: Der Keller wurde in den 90iger Jahren an zwei Wänden ca. 50 cm aufgeschachtet, um die Abwasserleitungen neu zu verlegen. Soweit auf vorhandenen Fotos erkennbar wurde danach zugeschüttet ohne weitere Abdichtungsmaßnahmen.

Viele Grüsse
Peter



Kellersanierung



Der Bereich etwa 30 bis 50 Zentimeter oberhalb und unterhalb der Erdoberfläche ist der Sockelbereich. Hier gelangt verstärkt flüssiges Wasser an die Wand, hier sollte mittels eines Sockelputzsystems abgedichtet werden. Vor die Kellerfenster gehören Lichtschächte mit einem Entwässerungsanschluß. Die Fensterbrüstungen sollten wasserdicht ausgeführt sein (Fensterbrett, Zementschlag...)
Die Risse einfach beim Putzen mit auffüllen. Wenn Sie waagerecht verlaufen sind sie wahrscheinlich Arbeitsfugen.
Die Zuluftführung auf den Heizungsraum beschränken, da sollte ohnehin eine Feuerschutztür davor.



Kellerwände Stampfbeton - Sanierung



Die Kellerfenster liegen alle über (20 cm) oder auf Erdreichkante. Sind dann Lichtschächte trotzdem erforderlich?

VG Peter



Lichtschächte



Gerade deshalb sind sie erforderlich um Spritzwasser und Schnee vom Fenster und der Fensterbrüstung fernzuhalten. Sie können Sie weglassen müssen dann aber moderne, dichte Kellerfenster dicht einbauen und die Brüstung ebenfalls wasserdicht herstellen.



Heizung und Lüftung



Wenn Ihre Gasheizung noch einen atmosphärischen Brenner hat (Raumluftabhängig), dann wird ein Austausch wegen Vorschriften zur Luftreinhaltung und Energieeinsparung demnächst anstehen. Bei modernen Brennern wird die Zuluft in einen konzentrischen Rohr (Luft-Abgas-System) zugeführt, und eine besondere Lüftung erübrigt sich.

Für die Kellerlüftung könnte man noch an eine feuchtigkeitsgesteuerte Lüftung (z.B. Firma Schwille Elektronik) denken.

Boden mit Beton ausgegossen würde ich grundsätzlich positiv ansehen, unter neuem Beton sollte aber etwas gedämmt und mit Folie abgedichtet werden.

Bei einem Pumpensumpf bitte dafür sorgen dass er wirklich tief genug ist, damit eine normale Tauchpumpe mit Schwimmer darin funktioniert.



Diese Firma bietet auch Zauberkästchen an, ob dies gut ist?



Wenn das Eine nicht ausreicht dann eben noch was Anderes.
Sehr fragwürdiges Benehmen.
Dann lieber einen anderen Hersteller wählen.



was für Zauberkästchen ?



Eine taupunktgesteuerte Lüftung halte ich für seriös.

Von Elektroosmose oder ähnlichem halte ich natürlich auch nichts, aber wo bietet das die von mir erwähnte Firma an ?