Harzer Dach

14.11.2012 seeehorse



Also, hier kommt meine zweite Frage zu einem speziellen Aufbau eines Daches. Wir haben ein Harzer Dach gebaut. Von außen nach innen:Ziegel, Lattung, 333 Dachpappe, Pappel Nut- und Federholzverschalung, Sparren. Zwischensparrendämmung ohne Hinterlüftung mit 18 cm Styropor davor, im Innenraum Fichte Nut- und Federholz. Ja, zu Beginn stellte sich schon die Frage mit Hinterlüftung oder ohne und diffusionsoffener Folie oder ohne. Mein Vater, 60 Jahre Erfahrung auf dem Bau und Zimmermeister, sagt ohne Hinterlüftung, da der Taupunkt außerhalb liegt, weil die Dämmung so dick ist. Ohne Diffusionsoffene Folie, weil die sowieso nicht dicht ist und innerhalb weniger Jahre sowieso verrottet ist.Die 333 Pappe ist nach geraumer Zeit auch diffusionsoffen. Unser Maurer (mit nur wenigen Jahren Berufserfahrung; aber gut in der DIN, sagt, nach neuester DIN muss hinterlüftet werden und dann am First Löcher gebohrt werden, wo die Feuchte Luft abziehen kann. Wir hatten eine Seite so und eine Seite so gebaut, und nach einiger Zeit wieder geguckt. Die Seite, die nicht hinterlüftet war, war ok, die andere schimmelig. Jetzt haben wir den Spitzboden seit ca 3 JAHREN zu. Er wird als Wohnraum genutzt, ist also geheizt und gelüftet. Es riecht ganz normal darin und an der Holzverkleidung ist nicht außergewöhnliches zu erkennen. Kann ich dann davon ausgehen, dass die Dämmung wie wir sie gemacht haben ok ist?
Oder muss ich das nochmal aufmachen und nachgucken?
Danke
Bettina



60 Jahre Erfahrung mit Styropor



" ... da der Taupunkt außerhalb liegt, weil die Dämmung so dick ist ... "
Ist das eine Einschätzung aus Erfahrung, oder wurde da gerechnet? Der Taupunkt wird auf alle Fälle unter der 333er Pappe liegen. Und damit wird in der äußeren Schalung (tatsächlich Pappel???) viel Kondensat abzuarbeiten sein. Wieweit das durch ungewollt luftiger Verarbeitung möglich ist, wäre nachzuprüfen.

Vermutlich war das Austrocknen nur im Sommer über den Innenraum und über den unausgebauten Spitzboden möglich. Da dieser nun seit drei Jahren nicht mehr für die Ablüftung und Trocknung der Kondensatanreicherung herhalten kann, unterstelle ich eine massive Feuchteansammlung unterhalb der 333er Pappe.

Dass diese Pappe "nach geraumer Zeit" dampfoffen werden soll, ist schon weit hergeholt. Nach 60 Jahren vielleicht theoretisch denkbar.... bis dahin kann aber viel darunter weggammeln.

Ich würde dringend nachprüfen lassen, auch wenn es nicht in der Nase kitzelt.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Harzer Dach



Das werden wir dann wohl mal anschauen müssen. Danke für den Beitrag
Bettina