holzflex vs Thermohanf

19.09.2009



Hallo,

bräuchte eine Entscheidungshilfe bei der Wahl des Dämmstoffes.
Hat jemand Erfahrung mit den Dämmstoffen holzflex und Thermohanf. Gibt es gravierende Unterschiede, z.b in der Anwendung oder Verarbeitung? Ich möchte ein Zimmer Dämmen, in dem gestellte Gefache und Dachsparren vorkommen.

Über Anregungen würde ich mich sehr freuen
Christoph



Thermohanf



Hallo Christoph,

Ich bitte um genauere Infos was und wie Sie dämmen möchten.Wir sind Händler und Verarbeiter der Fa. Hock Thermohanf.

Mit freundlichen Grüßen
Torsten Selle



Das Zimmer



liegt im Dachgeschoss eines Massivziegelhauses.
Ein Teil des Giebels gehört zum Zimmer sowie ein leeres Fachwerk (aus ca. 14 cm Hölzern), ein ausgemauertes Fachwerk begrenzt zum übrigen Boden und die Decke sind Holzbalken. Außerdem fünf Dachsparenfelder mit Kniestock kommen hinzu.
Gefache werden aus Holz vor die "alten Wände" gestellt, so dass ich 200 mm zum Dämmen erreiche. Unter den Pfannen sind Unterdachplatten (Latex beschitet) montiert. Als Dampfbremse pro clima DB+ (blaues Papier).
Verkleidung nach innen wahrscheinlich Gipskarton oder Fermacel.

Ich hoffe das die Beschreibung einen Überblich liefert.
Vielen Dank schon mal im vorraus.
Christoph



Warum nicht etwas zum Einblasen?



Wenn sowieso eine Vorsatzschale gebaut wird, die in sich stabil sein muss, würden sich Dämmungen zum Einfüllen oder Einblasen, z.B. auf der Basis von Sägespänen, mindestens genau so gut eignen - es entfällt das Gebossel bei unterschiedlichen Spaltbreiten und Anpassungen an schräge und schiefe Fachbegrenzungen, wo bei unsorgfältigem Arbeiten leicht Dämmstoffpressungen und, schlimmer, Luftspalten, d.h. Fehlstellen, entstehen.



Dämmstoff



einblaßen war eigentlich auch mein Plan (Isoflock), aber jetzt wo ich im Bauprozess bin habe ich gemerkt, wie schwierig es ist die Vorgaben (einzelne Fächer erstellen, die ziemlich dicht zueinander sind) umzusetzen.
Es fehlt mir die Erfahrung. Nun habe ich Angst bekommen, alles richtig zum einblaßen vorzubereiten (alles soweit Dicht, hält die Folie u.s.w).
Da verhält es sich mit Mattendämmstoffen, finde ich einfacher.

Grüße Christoph



Warum Einblasen oder nicht?....



Sicherlich lässt sich einblasen. Ob sich das bei der angesagten Menge rentiert ist aber fraglich. Ein Zimmer ist nicht ein ganzes Haus. Unter 10m³ verlangen manche Firmen schon Aufschläge weil sich die Fixkosten zu schlecht verteilen.

Zur Frage: "Gravierend" würde ich die Unterschiede nicht nennen.

Hanf wird i.d.R. mit einer "textilen Stützfaser" geliefert. Ca. 20% (gerechnet nach Volumenprozent) bestehen von dem Material also aus einer Polyesterfaser. Thermohanf hat da eine "Bikomponentenfaser" im Einsatz.

Holzflex hat als Bindemittel Polyolefin.

Die Hanffaser ist feiner, länger und elastischer als die Holzfaser. Die Holzfaser müsste eigentlich ein besseres sorptives und kapillares Verhalten haben - soweit es das Polyelefin noch zulässt. In der Verarbeitung wird die Hanfplatte sich etwas einfacher schneiden lassen und weniger Staub verursachen.

Eine Alternative wäre noch Hanf oder Flachsdämmplatten ohne solche Stützfasern.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



So eine Hexerei ist das auch wieder nicht!



Dämmfachung nach aussen und innen muss sowieso dicht sein, wegen Luftzug. Das ist auch bei Dämm-Matten erforderlich. Ausserdem sieht es nach nichts aus, wenn man Fugen offen lässt. Und exakt arbeiten wir doch am eigenen Bau sowieso, es ist ja nicht nur für einen Kunden ;-))
Die Abdichtung einzelner Gefache gegeneinander ist nicht so heikel; sie soll nur bewirken, dass man den Einblasvorgang besser kontrollieren kann, will sagen Fächer mit definierter Grösse zum kontrolliert befüllen hat. Wenn da mal ein Fäserchen Dämmung ins Nachbarkompartiment gerät, das ebenfalls gefüllt wird, was soll's.



Noch ma zu den Eigenschaften



Erstma möchte ich mich für die Antworten bedanken!

Was mich noch interressiert, ob eins von den beiden Dämmstoffen eine bessere Klemmwirkung in der Dachschräge zwischen den Sparen hat ?

Grüße Christoph



Die Klemmwirkung kann man kaum unterscheiden.



Eigentlich ist das auch egal. Die Platten werden eh ein wenig im Übermaß eingesetzt und anschließen kommt ja nach der Dampfbremse die Unterkonstruktion für die Gipskarton- oder Fermacellplatten. Dieses Raster ist eng genug.

Wichtig ist eher, dass nicht zu viel in das Fach eingepresst wird und die Dämmung mehr aufträgt als die Tiefe der Sparren. Auch die Latten der Unterkonstruktion können sich dann mit der Zeit durchbiegen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



holzfaser



hat einen etwas besseren sommerlichen Hitzeschutz als Hanf
spezifische Wärmekapazität c in J(kg*K) :Holzfaser(Steico flex)2100 / Thermohanf 1600 und eine Höhere Dichte: Holzfaser ca.50kg/cbm ; Hanf ca. 30-42 kg/cbm, ob sich das allerdings bemerkbar macht .....? Wir sind auf Holzfaser umgestiegen wegen den besseren Preisen, denn etwas besseren Eigenschaften und weil es sich unserer Meinung nach besser Verarbeiten läßt.
Einen Fehler machen Sie mit keiner dieser Materialeien (wenn Sie das drumherum beachten)

grüße aus dem Vogtland