Zeitungspapier zur Fensterabdichtung

04.02.2007



Wir haben in unserem kleinen Hutzelhäuschen neue Kiefer-Holzfenster eingebaut. Die Wände sollen demnächst mit Lehm verputzt werden. Der Lehmbauer, mit dem wir die weiteren Arbeiten besprochen haben, meinte, da kein Stopfhanf verfügbar war, wir könnten die Fenster auch mit zusammengeknülltem Zeitungspapier Abdichten (anstelle von Hanf, Flachs, oder aber Mineralwolle oder PU-Schaum, was wir ohnehin nicht haben wollten). Was ist davon zu halten, v.a. in Hinsicht auf Feuchte-/Taupunktproblematik???



Knüllen sie doch mal...



...etwas Zeitungspapier zusammen. Haben Sie jetzt den Eindruck, das könnte irgendwie dicht werden?

Besorgen Sie sich besser Hanffasern.

Grüße

Thomas



Hanf



Hallo Franz,

das Papier würde die Feuchtigkeit halten und langfristig die Fenster schädigen. Außerdem schimmeln und nicht dichten.

Kein Stopfhanf verfügbar ist wohl ein schlechter Witz, lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen.
Notfalls bestellen Sie sich ein paar Beutel im Internet.

http://www.texbis.de

Alles Gute



Hanf



thermohanf.de könnt auch was haben !
Bei flachshaus.de gibts auch was !



Dankeschön!



Besten Dank für die Tipps. Zur Verteidigung meines Lehm-Manns muss ich aber anmerken, dass Hanf für ihn auch die erste Wahl war. Da es sich um einen ganz kurzfristigen Besprechungstermin handelte, er aber so schnell keinen Stopfhanf mehr auftreiben konnte wie wir die Fenster dicht bekommen wollten, hat er gemeint, wir könnten auch Zeitungspapier in die Fugen stopfen.
Liegt er aber damit wirklich sooo falsch??? Schwiergervater, Fliesenleger von der ganz konventionellen VOB-Rigips-Fraktion ist natürlich entrüstet, schwört auf Kompri-Band+Schaum+Dampfsperre innen. Aber ist das bei einer diffusionsoffenen Aussenschale (innen Lehmputz auf doppelschaligem Backstein-Mauerwerk [kein Fachwerk]+ noch zu montierende Weichfaserplatten+Stulpschalung-Aussendämmung) überhaupt nötig und sinnvoll?
Bzw. wird bei dieser Bauweise das geknüllte und doch recht fest gestopfte Papier (@ Thomas: das ist ganz schön dicht!)wirklich so sehr und dauerhaft feucht, dass es zu Schäden kommen kann???
Es sei noch angemerkt, dass das Haus auf sehr trockenem Brandenburger Sandboden steht und die Mauern knochentrocken sind.
Was uns an der Papiervariante auch gefällt ist die Recycling-Idee: die Materialien verwenden, die DA sind, und Zeitungspapier haben wir als ZEIT-Leser en masse (oder ist das ZU öko???).
Ich freue mich auf weitere Antworten!
franz.



Hanf



Hallo Franz,

Papier ist hygroskopisch, nimmt von feuchter Luft Wasser auf.

Sobald also an den Fensterrahmen Feuchtigkeit auftritt, bleibt sie im Papier.

Es geht hier weniger um die Winddichtigkeit, sondern um den Dampfdruckausgleich von innen nach aussen.

Den ganzen Kram mit Schaum und Dampfsperre können Sie hier nicht nehmen, da sonst die Feuchtigleit in die Wand ziehen könnte.

Auch der Märker Sand schützt ihre Raumluft nicht vor bis zu 2 Litern Wasser, die Sie pro Nacht zu Kühlungszwecken ausatmen.

Also nehmen Sie am besten Hanfstopfdichtungen, Stopfhanf oder Hanfdämmstreifen, egal, aber Papier ist minderwertig für dieses Problem.

Alles Gute



Herzlichen Dank!



Hallo Thomas und Jan,

besten Dank für die überzeugende Beratung. Heute kam die Lieferung -> Zeitung raus, Hanf rein! Wunderbares Material!
Ab Morgen werden die Stromleitungen verlegt. Wir freuen uns schon sehr auf den Lehmputz!

Beste Grüsse und auf weitere gute Kommunikation!

franz