Haussanierung, was soll ich tun ?

02.06.2009



Hallo !

Ich habe ein Haus aus ca. Bj 1950 gekauft das stark sanierungsbedürftig ist.
Wir wollen ein KfW Effizienshaus 100 daraus machen um für die Sanierung den Zinsgünstigen Kredit zu bekommen, da Dach,Fassade und Fenster sowieso erneuert werden müssen.
Um zu erfahren was wir dafür tun müssen, haben wir einen Architekten damit beauftragt.
Der Architekt würde gerne auch den kompletten Umbau planen und beaufsichtigen, dafür verlangt er dann aber ein fürstliches Honorar.
Er plant die Gewerke und macht Ausschreibungen dafür die er dann auch überwacht.
Nun habe ich über einen Freund um zwei Ecken mit einer Firma kontakt die Bauwerkssanierung plant und durchführt, aber über google habe ich über diese Firma nichts gefunden, es gibt auch keine Website.
Da es sich um grosse Arbeiten mit hohem finanziellen Aufwand handelt, möchte ich da eigentlich kein Risiko eingehen, dass ich nachher für viel Geld nur Pfusch bekomme.
Jetzt bleibt noch die Möglichkeit selbst Angebote einzuholen, wobei man da auch nie sicher ist vor Pfuschern und minderwertige Materialen verwendet werden.
Welche Erfahrungen habt Ihr so gemacht ?
Es soll das Dach gedämmt und neu eingedeckt werden (inkl. Solarthermie einbauen),neue Isolierfenster,Fassade gedämmt und Verputz werden, Kellerdecke gedämmt werden.

Vielen Dank

Marcus



Planung



Meine Erfahrung bei derartigen Unterfangen:
Ohne eine ordentliche Planung wird das nichts gescheites, an der Planung zu sparen wird letztendlich sehr teuer werden. Viel Glück.



Frag



doch mal andere Architekten was die so haben möchten / müssen.



Was verstehst du...



...unter fürstlich? Ich weiß ja nicht, was der gute Mann verlangt, wenn er aber seinen Job ordentlich macht, hat er auch genug Arbeit damit, für die er natürlich entlohnt werden will. Mit 500 € ist da nix getan.
Bei ordentlicher Planung und Begleitung wir der Mann die Bude aufmessen, nach Gewerken sortiert auf Basis des Aufmaßes Leistungverzeichnisse erstellen und auschreiben. Danach verhandelt er mit den Anbietern und erstellt Preisspiegel. Er macht dann noch Bauverträge und kuckt den Handwerkern immer wieder auf die Finger bis zur Abnahme.
Wiegesagt, ich weiß nicht, was du unter fürstlich verstehst, aber mein Bauleiter hatte für die großen Gewerke einen Haufen Arbeit und ich bereue keine Mark, die er von mir bekommen hat. Allein durch die Ausschreibungen möchte ich behaupten, daß er sein Honorar selber erwirtschaftet hat.

Gruß Patrick.





Bei einem Bauvorhaben von 100000,- Euro netto bekommt er etwas über 12000,- Euro.

MfG

Marcus



Planung ist sicher notwendig, aber...



...ob hierbei ein Architekt notwendig ist?
Wenn dann ist solch eine Leistung eher eine Bauing.-Leistung.
Aber auch so manch guter Handwerker kann gut beraten und auch Angebote erstellen.
Baujahr 1950... da kann doch nicht viel Problem sein.
Und vor Pfuschern ist man meist sicher, wenn Sie Innungsfachbetriebe auswählen.
Also mal bei der Innung nachfragen, diese haben meist ein verzeichnis qualifizierter Betriebe und somit auch eine gewisse Sicherheit - gute Leistung zu bekommen.





@Marcus
Ein Architekt o. Bau-Ing. kann die Planung übernehmen, das macht er aber nicht umsonst, wie Du ja schon herausgefunden hast.
Deine Kosten sind eh nicht so hoch, andere legen 20-30% der Gesamtsanierungskosten für eine ordentliche Planung mit allem Drum und Dran hin.

@Edmund Bromm
Daß das alles so gut mit einem "guten Handwerker" oder mehreren hoffentlich "produktneutralen" Handwerksbetrieben funktioniert, daran glaube ich nicht (mehr).



allgemeine Erfahrung



Nur am Rand bemerkt, da es sich doch immer wieder bestätigt das alte Sprichwort: Bau Dein erstes Haus für deinen Feind, das zweite für den Freund und erst das Dritte für Dich selber.

- ob Architekt oder Bauing. (diese Bezeichnungen resultieren manchmal nur aus Entscheidungen in der Schullaufbahn) dich beraten soll, hängt von Deinen Kontakten ab. Aber haften sollte er dafür !!! Deshalb nichts ohne Vetrag - und er arbeitet nicht für umsonst. Würdest Du wohl auch nicht machen. Beim Handwerker allein als Berater ist die Gefahr - er will Dir nur seine Leistung verkaufen. Mag die auch gut sein - aber die Spielregeln am Bau kennt wohl besser nur ein erfahrener Bauleiter. 100 Riesen würde ich mir den schon leisten, vielleicht mit de klaren Aufgabenstellung in Sinne der Baukosten. Am besten können die die antworten, die schon selber gebaut haben (gleicher Umfang!!), weniger die, wo ein GMBH oder Büro im Absender steht. Entscheiden mußt Du schon selber.
Die fehlenden Internetseite deiner ersten Firma: vieleicht halten die nicht viel davon und arbeiten dafür um so besser.
Suche deren alte Kunden auf, die vor 5 bis 10 Jahren mit denen gebaut haben. Da sieht man die Haltbarkeit am besten und erfährt viel über Verhalten bei Mängel.
@ Bromm ....und das mit den Innungsfachbetrieben und kein Pfusch - ist wohl eher ein Glaube. Einziger Vorteil - man kann bei nachgewiesenen Mängeln besser mit Ihnen reden/oder reden lassen. Denn Pfusch gibt es überall!! Da nützt auch kein TÜV etwas, das hängt immer von den Leuten ab, die es ausführen und von denen die es planen und abnehmen!

MFG Olaf



Wenn einer seine Frage selbst beantwortet:



"Da es sich um grosse Arbeiten mit hohem finanziellen Aufwand handelt, möchte ich da eigentlich kein Risiko eingehen, dass ich nachher für viel Geld nur Pfusch bekomme."

3-4 Architekten fragen, und dann den nehmen, der die besten Referenzobjekte und das schlüssigste Konzept vorweist.

Selbstverständlich gibt es auch Firmen, die eine komplette Leistung verkaufen wollen. Können Sie deren Konzept selbst bewerten? Die Arbeiten und die Materialien kontrollieren? Eine Abnahme richtig durchführen? Usw.

Grüße

Thomas



Das Gesetz der Wirtschaft



Es ist unklug, zu viel zu bezahlen,
aber es ist noch schlechter,
zu wenig zu bezahlen.
Wenn Sie zu viel bezahlen,
verlieren Sie etwas Geld, das ist alles.
Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen,
verlieren Sie manchmal alles,
da der gekaufte Gegenstand oder
die Leistung die ihm / ihr zugedachte
Aufgabe nicht erfüllen kann.
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es,
für wenig Geld viel Wert zu erhalten.
Nehmen Sie stets das niedrigste Angebot
an, müssen Sie für das mitgekaufte Risiko,
das Sie eingehen, etwas hinzurechnen.
Und wenn Sie das tun,
dann haben Sie auch genug Geld,
um für besseres zu bezahlen.

John Ruskin
engl. Sozialreformer
(1819-1900)


Ich schließe mich Thomas Böhme an und habe so meine Probleme mit Handwerkern, die sich selbst kontrollieren und häufig nur ihr eigenes Gewerk im Blick haben, geschweige denn die bauphysikalische Zusammenhänge an den Schnittstellen zwischen den Gewerken beurteilen können. (Natürlich möchte ich damit nicht die handwerklichen Fähigkeiten vieler Handwerker in Frage stellen.)



Haben Sie



eventuell, einen unabhänigen Energieberater der Sie bei diesen Massanhmen berät oder beraten hat?

Wenn die Massahmen vom Energieberater klar definiert sind (wie Material, Dämmstärken, WLG etc.), können Sie auch selbst Handwerker kommen lassen und Angeote machen lassen.

Grüsse Thomas K





Hallo !

Ich bin ja gerne bereit für gute Arbeit gutes Geld zu bezahlen, aber der Handwerker hätte es sicher mehr verdient als der Architekt, denn der Handwerker führt die Arbeit aus.
Ich bin selbst Handwerker aber aus einem anderen Bereich.
Einen Energieberater habe ich nicht, dass macht zur Zeit der Architekt, er hat alle Pläne vom Haus und gibt die Daten in den PC ein um dann mit mir die Massnahmen die für eine KfW_Förderung notwendig sind zu planen (Dämmung,Heizung etc.)
Mittlerweile tendiere ich dazu alles beim Architekten zu lassen, der dann die Gewerke plant, Ausschreibungen macht und die Ausführung überwacht.
Die Kosten hierfür schmerzen mich aber schon ein wenig.
Ich würde das Geld lieber einem Handwerker geben der dafür etwas Produktives für mich macht.

MfG

Marcus



Bitte entschuldige,



aber Du schreibst Blödsinn.

"aber der Handwerker hätte es sicher mehr verdient als der Architekt, denn der Handwerker führt die Arbeit aus."

Wenn Du nicht begreifst, daß planen eine Arbeit ist, die nicht nur ein Studium und fundierte Kenntnisse, sondern auch viel Zeit braucht und ein wenig Technik, die ferner dem Bauherren gegenüber haftbar macht, dann solltest Du besser den Erwerb einer neugebauten Eigentumswohnung in Betracht ziehen.

Das schreibt ein Handwerker.

Grüße

Thomas



Die



besten Architekten sind die , die selbst mal Handwerker waren.Gibt es in unserem Kreis nicht viele von.
Bei einigen frage ich mich ob die in der Unizeit häufig krank waren wenn ich die Pläne ins Büro bekomme.
Naja wirst schon einen guten Planer finden.



honorar ist in ordnung



Das Honorar von 12 T€ (brutto?) für eine komplette Architektenleistung bei ca. 100000 € Sanierungsbaukosten ist vollkommen in Ordnung. Wenn der Architekt seine komplette Leistung vollständig und gewissenhaft erbringen soll braucht er dieses Honorar auch dringend. Reich wird er dabei gewiss nicht werden, eher noch einen Verlust einfahren. Das die Architektenhonorare auch nach HOAI auch schon längst nicht mehr auskömmlich sind ist seit langem durch umfangreiche wissenschaftliche Studien bewiesen. Bsp. Stundensatz Architekt nach noch gültiger HOAI § 6: 38,- bis 82,- € ! Welcher Rechtsanwalt, Arzt oder Steuerberater ( um einige weitere Freiberufler zu nennen ) würde für einen solchen Stundensatz arbeiten. Laut Statistik liegen die Stundensätze für Rechtsanwälte im Mittel bei 182,- € !

Zum Satz :
"aber der Handwerker hätte es sicher mehr verdient als der Architekt, denn der Handwerker führt die Arbeit aus." kann ich der Meinung von Thomas nur zustimmen.