Holzwurm im neuen Sparren...




Liebe Forum`ler,

in Krisenzeiten soll man in Sachwerte investieren! Gedacht, getan...das Dach soll repariert werden. Angebote eingeholt, gestaunt, geflucht, nicht den billigsten genommen....
Nun wurden, wider Erwarten 50% der Sparren ausgetauscht, eine Mittelpfette "angeschuht" und die Ortsgangbretter erneuert. Heute steige ich auf das Gerüst, um die neuen Hölzer zu inspizieren (sie sollen einen Farbanstrich erhalten) und staune und fluche erneut, denn am Giebelsparren (Ortgangssparren) entdecke ich "wenige" (ca. 30) kleine runde Löcher, wie ich sie vom Holzwurmbefall alter Möbel her kenne. "Das darf doch wohl nicht wahr sein", war mein erster Gedanke. Holzkrümel oder -mehl sehe ich keines, doch da das Holz neu und frisch erscheint, habe ich ein ungutes Gefühl.
Beim weiteren, jetzt etwas genauerem Hinsehen erkenne ich, dass 2 der neuen Ortgangsbretter durch rohe Gewalt beim Nageln schon gerissen sind.

Fragen: muss ich diese Mängel akzeptieren? Muss ich mir angesichts der "Holzwurmlöcher" Gedanken machen?
Mit Sicherheit kommt die Antwort: "keine Angst, da ist kein aktiver Schädling drin".

Ich möchte in diesem Zusammenhang noch einmal ein grundsätzliches Problem ansprechen:
Möglicherweise sind ja Bauherren heutzutage überkritisch und reine Mimosen. Würde ich einen Stundenlohn von 10Euro für die Arbeit (die eher an Obstkistennageln, denn an Zimmermannshandwerk erinnert) zahlen, dürfte ich nicht klagen, aber die Preise sind ja nahezu unbezahlbar und deshalb verlange ich auch ein Mindestmaß an Qualität.
Immer wieder taucht auch hier im Forum die Forderung auf, man solle sich einen "guten" Handwerker besorgen. Und hier liegt das Problem. Dachdecken ist eine seltene Angelegenheit und in den wenigsten Fällen wird ein der Nachbar aktuelle Tipps oder Empfehlungen geben können. Wie findet man also den ordentlichen Handwerker, der sein Handwerk noch als Kunst und nicht nur als Geschäft begreift? (Ja der Handwerker soll auch verdienen, klar, keine Frage!)
Ich weiß, es führt nicht weiter, wenn man "Pfuscher" an den Pranger stellen würde. Es würde die Kasse der Rechtsanwälte füllen und nichts verbessern. Was spricht aber dagegen, hier im Forum die guten, ehrlichen, zuverlässigen Handwerker nach Regionen geordnet mit "Lied&Ton" und beim Namen zu nennen und unverbindlich und ohne Gewähr hier weiter zu empfehlen? Ich glaube viele wären sehr dankbar für diesen Service.

Danke für alle Antworten



Dachholz



Hallo,

zu Ihrer ersten Frage:
Der Fall ist sonnenklar, das Holz muß weg, und zwar im Rahmen der ganz normalen Gewährleistung.
zur zweiten: Das liefe auf eine Art "Handwerker-Positivliste" raus. Ich kann mir nicht vorstellen, daß das funktioniert.

Grüße



Warum bei frischem Holz...



...trotz Bohrlöcher kein Leben mehr drin sein sollte, bedürfte schon einer recht kunstvollen Begründung.

Ich denke auch, daß die benannten Hölzer erneuert werden müssen.

Handwerker - Positivliste? Warum nicht? Selbst bei My Hammer und ebay gibt es Bewertungen. Wenn also ein Bauherr von der Leistung "seiner" Handwerker so überzeugt ist, daß er das mit (eigenem) Namen und Anschrift in's Netz stellt, hilft es Bauherren und Handwerksfirmen - und schadet keinem.

Es wäre der Probe wert.

Grüße

Thomas



und die Odyssee geht weiter...



...nachdem es nun einen einzigen Tag geregnet hat und die Dachpfannen noch nicht drauf waren, entdecke ich nun heute früh in dem neuen Dachraum an der untersten Pfette, dass offenkundig Regenwasser eingedrungen ist. Aufbau des restaurierten Dachs: Sparren, Dielung, Unterspannbahn/Dampfbremse, Aufsparrendämmung 12 cm (Puren, diffusionsoffen), Konterlattung, Lattung. Dabei hatte mir der Dachdecker versichert die Dämmung sei bereits wetterfest. Heute morgen nun der "Fleck" und die lapidare Erklärung der Handwerker: da ist wohl was durch die Schraubenlöcher (Konterlattung) gedrungen, keine Sorge, das trocknet wieder ab.
Stimmt das oder darf ich mich auf eine Feuchte Kammer einstellen, die nicht mehr oder sehr langsam abtrocknet? Was tun? Die Handwerker tun jedenfalls so, als wäre nichts passiert.



und die Odyssee geht weiter...



...nachdem es nun einen einzigen Tag geregnet hat und die Dachpfannen noch nicht drauf waren, entdecke ich nun heute früh in dem neuen Dachraum an der untersten Pfette, dass offenkundig Regenwasser eingedrungen ist. Aufbau des restaurierten Dachs: Sparren, Dielung, Unterspannbahn/Dampfbremse, Aufsparrendämmung 12 cm (Puren, diffusionsoffen), Konterlattung, Lattung. Dabei hatte mir der Dachdecker versichert die Dämmung sei bereits wetterfest. Heute morgen nun der "Fleck" und die lapidare Erklärung der Handwerker: da ist wohl was durch die Schraubenlöcher (Konterlattung) gedrungen, keine Sorge, das trocknet wieder ab.
Stimmt das oder darf ich mich auf eine Feuchte Kammer einstellen, die nicht mehr oder sehr langsam abtrocknet? Was tun? Die Handwerker tun jedenfalls so, als wäre nichts passiert.