OT Bastler

23.02.2015 Historia



Ich habe mich ja schon in meinen Beiträgen als Bastler ausgewiesen, was mir von den Fachleuten vorgeworfen wird.

Gut, ich bin in einem Fachwerkhaus geboren, aufgewachsen und habe viel auch an Fachwerkhäusern mit meinen Händen gearbeitet. Teilweise mit hervorragender fachlicher Anleitung. Gut ich habe dann Geschichte statt Bauingenieur studiert, durfte aber dennoch sowohl in der Restaurierung von Fachwerkhäusern als auch in historisch verwandten Bereichen arbeiten.

Was ich feststelle ist, dass vieles was etablierte Handwerker seit etwa nach dem Krieg vielen Fachwerkhäusern antun dem Tatbestand der fahrlässigen Tötung nahekommt.

Jetzt bin ich in der Rolle des Bauherrn und muss mir die Handwerker suchen. Da kommen dann auch Bemerkungen wie "am besten warm abbrechen". Im besten Fall sagt der Handwerker, ich soll ihm sagen was er machen soll. Also versuche ich mich in die Thematik einzuarbeiten und habe auch festgestellt, dass hier bessere Antworten kommen wenn konkrete, teilweise vollkommen falsche Thesen angeboten werden. Natürlich werden die Arbeiten an meinem Haus fast komplett von Fachleuten durchgeführt werden, ich habe auch nicht die Zeit dafür. Aber ich bin sicher, dass mir viele Fachleute ein WDVS oder 20 cm Styropor Innendämmung für mein Eichenfachwerk verkaufen würden. Ich habe also nur eine Chance wenn ich die richtigen Fragen weiß die ich stellen muss um die richtigen Handwerker zu finden. Das Forum hilft dafür und ich habe bestimmt auch schon ein Großteil der Artikel aus diesem Grund gelesen.

Die Antworten hier im Forum sind gut. Aber ich habe schon einige gute Leute hier identifiziert die mit viel Fachkenntnis Thematiken bearbeiten, aber in anderen Teilbereichen schon fast ausfällig werden wenn bestimmte Baustoffe oder Techniken genannt werden. Das hilft nicht.

Merkwürdigerweise tauchen auch viele Bauherren einfach nach einigen Monaten wieder unter, ab und zu zeitlich zusammenhängend mit sehr bösartigen Kommentaren von den Fachleuten.

Das Forum lebt von den Fehlern der "Bastler" und von dem was die Bauherren so in ihren Häusern vorfinden.

Viele Grüße

Herbert



dafür gibt es den fachkunden Architekt/Bauing.



Meistens einer der Fehler das man mit dem Handwerker selber verhandeln will um die "Fachkraft" zu sparen.
Klar schützt das einen nicht, auch da gibt es Deppen ohne Plan.



Das darf so nicht stehenbleiben



@TE:Du hast bedingt recht.
Wenn du jetzt selbst umbaust oder renovierst, dann merkst du sehr schnell, in welches Loch du da fällst.
Wenn ich hier ab und an die Meinung der "Fachleute" lese und wie diese sich selbst angreifen und unsachlich schreiben.
Leider gibt es wenige echte Fachleute, die nicht nur ihrem Profit sehen.
Ich hatte vor einigen Jahren auch gehofft, hier im Forum echte Hilfe und Tipps zu bekommen. Der Erfolg war nicht mit mir, leider.

Ich habe einen einzigen Handwerker getroffen, der als erster nicht alle Fenster rausreissen und neue verkaufen wollte. Wir haben über 24 Fenster instand gesetzt.
Man kann das Alte erhalten, ohne auf angenehmes Leben im Denkmal zu verzichten.

Viel Erfolg für dein Vorhaben


Klaus



Architekten und Bauingenieure



ändern nichts am eigentlichen Problem. Sie gehören für mich dabei auch zu den Fachleuten. Ich finde einen passenden Architekten zu finden noch viel schwieriger, werde das aber auch angehen und hoffe das Landesdenkmalamt kann mir auch hilfreiche Tipps geben.

Es gibt Normen, den Stand der Technik und was es sonst noch so gibt. Außerdem gibt es ein Gewährleistungsrecht, das mich immer wieder zum Schmunzeln bringt. Wenn teurer Müll im Altbau produziert wird und es gilt der Stand der Technik ist der Architekt/Fachmann fein heraus. Wenn dasselbe mit einer hergebrachten Technologie nicht funktioniert muss er zahlen.

Zum Beispiel die Innenisolation im Fachwerkhaus auf Niedrigenergiestandard zu bringen. Wenn der Architekt vernünftig ist orientiert er sich an die Vorgaben 4-6 cm Holzweichfaser kapillaraktiv und dem u-wert von 0,84 als Vorgabe statt irgendwas mit 0,2x oder so ähnlich. Je nach Haus eben in diesem Bereich passend geplant. So wie es hier im Forum oder in anderen Schriften diskutiert wird.

Wenn jedoch dann der Hausherr meint es ist ihm zu kalt, dann ist der Architekt/Fachmann dran. Was vielleicht an ganz anderen Dingen liegt. Ähnliches gibt es für viele Details im Fachwerkhaus. Die gesamte Schimmel und Pilzproblematik zeigen dies.

Heute muss ich fast alles entfernen was der Architekt und die Handwerker an Isolation eingebracht haben. Glücklicherweise war das ein guter Architekt der das geplant hat und so ist der Bestand immer noch hervorragend. Aber Styroportapete, Bodenisolation mit Dampfsperre auf der falschen Seite und "Nachrüsten" mit Bauschaum müssen alles entfernt werden. Aber das war Stand der Technik und wird heute noch von vielen Fachleuten so verkauft.

Also erlaubt auch darüber zu diskutieren. Ich habe kein anderes Forum gefunden wo so detailliert und kenntnisreich über diese Themen diskutiert wird. Aber auch nur wenige gesehen wo so dünnhäutig reagiert wird wenn bestimmte Themen angesprochen werden.



Es ist müßig zu spekulieren...



...ob Heimwerker mehr (oft wertvolle) Bausubstanz durch ahnunhgsloses Rummurksen ruinieren, Handwerker durch profitträchtig zu groß angelegte Erneuerungen oder Planer durch altbaulichen Unverstand. Von der Ökonomie der baulichen Aktivitäten ganz zu schweigen.

Im Baumarktland Deutschland sind erstere jedenfalls aktiv dabei. Zum Handwerker: Wenn man sich einen Fensterbauer ruft, bekommt man ein Angebot für neue Fenster. Das ist nämlich sein Job. Findet man einen Restaurator im Malerhandwerk oder einen Holzrestaurator, wird der zumeist die Erhaltung bevorzugen. Das ist nämlich seiner. Keiner kommt gerne auf eine Baustelle und verplempert Zeit und Geld, um dem Bauherren dann zu sagen, das ist nix für mich. Es sucht in seinem Horizont das Passende. Wer Weißhaupt-Kessel einbaut, empfielt vermutlich keinen Buderus...

Der Bauherr ist in der Regel Laie und hat deshalb fachlich / technisch keine Ahnung und möchte es einfach nur schön haben.

Ohne einen Planer, der in Sachen Altbausanierung / Restaurierung Ahnung hat, kann und (zumeist auch) darf er nix Wichtiges machen. Wieweit sich der blauäugige Laie im Zuge der Sanierung zu einem Semi-Fachmann wandelt, ist von Fall zu Fall verschieden. Es gibt Planer und auch Handwerker, die Teilleistungen des Bauherren begleiten und unterstützen. Es gibt (sehr wenige) Bauherren, die das Ding fast alleine reissen - und nicht schlecht.

Auf dem Wege dahin kann dieses Forum hilfreich sein. Besonders dann aber, wenn alle versuchen, an den Fakten zu bleiben. Spinner gibt es auch hier. Wer versucht, etwas irgendwo vage Gehörtes durch die Kraft seiner Einbildung zu belastbaren Fakten upzudaten, ist für mich ein Spinner (siehe diese beispielhafte Strohballendiskussion beim kanadischen Fachwerkbauprojekt). Spinnereien sind flächendeckend durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt - aus demselben Recht darf ihnen aber auch widersprochen werden. Behauptet Jemand beispielsweise zur Legitimierung des Strohballenbaues ganz allgemein, er habe Wissen von archäologischen Untersuchungen (und nix weiter), ist das schlicht lächerlich. Beweist er aber mit einer nachvollziebaren Quellenangabe (Quelle, Autor,Seite), daß Nuffem-Ben-Moffem nahe Damaskus um 666 vor Christi in einem Strohballenhaus gelebt hat, ist das zwar kein Hinweis auf heutige Baumöglichkeiten an einem konkreten Ort, aber zumindest ein Fakt.

Der Heimwerker ergänzt zuweilen Wissen durch Phantasie. Im zweiten Schritt vergisst er das. Und sucht auf der Basis seines gefestigten Wissens neue "Ergänzungen"

Im übrigen hoffe ich sehr, daß dieses Forum nicht von den Fehlern der Bastler lebt, sondern ganz vorrangig von den Erfolgen verantwortungsvoller und realistischer Bauherren. Dazu höffe ich zuweilen beitragen zu können. Wer freilich meinen Stil nicht mag, findet sicher statt meiner einen altbauverliebten Tischler/ Restaurator, der vorher Seelsorger oder Psychologe war...

Grüße

Thomas



Gefunden



Wärmedämmung in der Bronzezeit- doppelte Flechtwände mit Grasfüllung. Staeves, Irene; Zeitschriftenartikel aus: Denkmalpflege & Kulturgeschichte 2007, Nr.4, Abb., S.28-30.

So mal für mich als Beleg, auch wenn Gras nicht gleich Stroh ist aber ich habe in dem Beitrag auch auf Gras hingewiesen. Torf ist mein eigener Augenschein,den ich in einer Decke in meinem Elternhaus hatte und der nach 50 Jahren in der Situation außer Staub keine weiteren Veränderungen hatte. Nicht sehr effizient, aber immerhin ein wenig Isolation.

Um qualifiziert einen Fachmann zu finden ist es nicht von Nachteil sich Fachwissen anzueignen. Wenn ich davon gar nichts habe ist das Pech und ich bekomme nicht das was ich möchte. Außerdem finde ich es spannend etwas Neues zu lernen. Vor allem wenn es etwas ist von dem ich schon ein gewisses Vorwissen habe. Ich will eben nicht alles an mich reißen sondern den Fachmann verstehen und auch nachvollziehen warum etwas so und nicht anders gemacht wird. Ansonsten hätte ich mir billiger ein Fertighaus gekauft und mich im Zweifelsfall auf die Garantie berufen wenn es nicht klappt.

Die Handwerker die ich bisher gefragt habe wollten auch wissen was ich genau will, aber da war schon eine Vorauswahl von solchen die schon Altbauerfahrung hatten.

Darum habe ich mir ein Fachwerkhaus gekauft und dafür frage ich auch bei ein paar Thesen nach.



"Bastler vs. Fachleute?"



Warum Fachleute pauschal verurteilen?
Wenn man Fachleute (Planer und/oder Handwerker) für ein Fachwerkhaus sucht, sollte man auch explizit im Vorfeld fragen, ob der Schwerpunkt dort liegt.

Ein historisches FwH lässt sich nicht zum Niedrigenergiehaus modifizieren.
Dass Fachleute eine 20-cm-Innendämmung aus PS empfehlen ist eine Vermutung. Und sollte es wirklich so sein, hat sich dieser Fachmann damit disqualifiziert.

Aber auch manche Bauherrn sind beratungsresistent: sie stellen im Forum eine Frage und wenn die Antwort nicht ihren Vorstellungen entspricht, wird sie als falsch angesehen.
Außerdem sollte man sich immer vor Augen führen, dass ein historisches FwH teuer in Bezug auf Restaurierung, Sanierung, Modernisierung und Unterhalt ist. Und nicht jeder Bauherr ist in der Lage oder willens, die erforderlichen Kosten zu tragen.
Das Forum lebt von Laien und Fachleuten; ein gegenseitiger Respekt ist hilfreich.
Also locker bleiben, konkrete Fragen stellen und – wenn gefordert – Infos nachreichen; Nachfragen geschieht nicht aus Neugier, sondern weil diese Info für die Antwort erforderlich ist.
In diesem Sinne, einen schönen Tag und viel Erfolg mit der Erhaltung von historischem Fachwerk.



Ist ein Fachmann nicht auch ein Laie...



wenn dieser sich zu fachfremden Themen äußert? ( Das wird hier ja auch äußerst exzessiv betrieben... )

Diese Frage kommt mir spontan in den Sinn, wenn ich die Beiträge hier im Forum lese.

Und was Herbert schreibt trifft für mein Empfinden zu 100% zu



Fachmann und fachfremde Themen



Zitat Historia:
"Außerdem gibt es ein Gewährleistungsrecht, das mich immer wieder zum Schmunzeln bringt. Wenn teurer Müll im Altbau produziert wird und es gilt der Stand der Technik ist der Architekt/Fachmann fein heraus. Wenn dasselbe mit einer hergebrachten Technologie nicht funktioniert muss er zahlen."
Das stimmt so nicht.
Das steht weder im BGB noch ist das gängige Rechtssprechung noch gängige Praxis.



@ Herbert



Das Zitat belegt ja nur, daß schon früher Pflanzenfasern am Bau eingesetzt worden. Das bestreitet einerseits niemand, andererseits taugt das nicht als Unterfütterung des Stroballenhypes, der immer 'mal wieder aufflackert.

Und ja, zum Wissenserwerb und zur Wissensanwendung ist dieses Forum da, zum Fachhandwerkerbesserverstehen, zum Kontakteknüpfen bis hin zu dem Punkt, wo sich auch Bauherr und Fachhandwerker finden können.

Es ist weit weniger dafür geeignet, haltlose Behauptungen immer wieder über die Bühne zu peitschen. Auch nicht, wenn diese von Leuten kommen, die möglicherweise Fachleute sein könnten. Wo bleibt denn zum Beispiel ein diskutierbarer und vorallem konkreter Aufbauvorschlag für die Strohballendämmung eines neuen Fachwerkhauses in Kanada? Erst viel Gedöns, und nach etwas Gegenwind Stille im Unterholz...

Grüße

Thomas



Sie haben Recht



http://de.wikipedia.org/wiki/Stand_der_Technik
"Der Stand der Technik wird häufig durch Normen und Industriestandards beschrieben. Im Bauwesen sind diese generell einzuhalten."

http://www.baurecht-ratgeber.de/baurecht/gewaehr/content_01.html
"Die Mangelhaftigkeit eines Werkes wurde in diesen Fällen von den Gerichten bejaht, obwohl die zum Zeitpunkt der Abnahme geltenden Regeln der Technik vom Auftragnehmer beachtet worden waren."

Ich habe das beim Durchgang durch die Foren und in Dokumenten so oft gelesen,dass ich es als Tatsache angenommen habe. Ansonsten habe ich mich jetzt mal eine viertel Stunde ein bisschen durchgeklickt und auch die relevanten Artikel des BGB gelesen. Puh, das ist ja ne Thematik da brauche ich ein paar Semester ;-)



@ Thomas



Stroh ist so ein Beispiel wo es vielleicht Diskussionsbedarf gibt. Ein anderer war neulich das mit Ytong. Da waren vielleicht noch 4 oder 5 Posts zum Thema, der Rest war Anschuldigungen. Ein paar Tage später in einem anderen Post hat dann keiner gemerkt dass Multipor dasselbe Material ist.

Ich habe dann auch ein paar mal einfach eine Stunde gewartet und mir dann noch mal überlegt ob ich was substantielles zum Thema beitragen kann oder ob es Wert ist sich anschreien (=Großbuchstaben) zu lassen für eine einfache Nachfrage.



Stroh



Hier kannst Du einiges über Stroh lernen. Aber Stroh (nicht Strohlehm) als Dämmung im Fachwerkhaus habe ich noch nicht gefunden.

atelierwernerschmidt.ch und youtube: Lasttragender Strohballenbau Werner Schmidt

Gruss
Nicole



Porenbeton



Ich muß schon wieder korrigieren, Historia.
Porenbeton und Multipor sind chemisch gesehen ähnliche Materialien (beide bestehen zur Hauptsache aus Calciumsilikathydraten, aber das wars dann auch schon. Ihre physikalischen Eigenschaften unterscheiden sich in einigen wichtigen Punkten wie Rohdichte, Porenradius, Kapillarität oder Diffusionswiderstand.
Genau diese Eigenschaften machen den wichtigen Unterschied. Multipor wurde für den Einsatz von kapillaraktiven Innendämmungen entwickelt, Porenbeton ist ein Wandbaustoff.
Sie schlucken auch kein Sprengöl wenn Sie Herzbeschwerden haben.
p.s. Ich mache das nicht um Schlaubi Schlumpf raushängen zu lassen sondern eben solche Bastler abzublocken die dann denken Porenbeton geht als Innendämmung genauso gut wie mit Multipor oder anderen Platten.
"...ich habe im Internet gelesen..." und so weiter.



@ Nicole : Lasttragender Strohballenbau



in Deutschland ist das gar nicht (oder nur mit immensem Aufwand?) genehmigbar. Ich baue nur hier.

Was man wohl je m² Wohnfläche im Strohballenhaus zahlen mag? Das wird auch kein Schnäppchen, vermute ich 'mal.

Abgesehen davon: Strohballenhäuser bleiben Experimentalbauten zweifelhafter Dauerhaftigkeit und unbekannter weiterer Risiken. Es gibt auch keinen Grund, mit Stoh zu bauen. Wer's optimal baubio haben will, greife zu Holz. Da gibt es neben altbewährten auch innovative neue Lösungen mit erstklassigen Umsetzungen.

Demzufolge ist mein Daumen klar unten. Und im Übrigen, Nicole: Schön, daß Du googeln kannst. Ich kann das auch. Ich kenne diese Seite. Informativ wird's aber erst, wenn man sich nicht nur Links um die Ohren haut. Kannst DU aus eigener Kenntnis was dazu sagen? Nein? Das hast Du mit Allen gemeinsam, die sich hier bisher pro Strohballenhaus gemeldet haben. Meist in threads, in denen keiner danach gefragt hat.

Aber der Herbert hat hier ja einen themenübergreifenden thread aufgemacht, da ist das natürlich passend...

Grüße

Thomas



Strohballenhaus



Ich halte das wie Thomas auch für eine Mode die bald wieder abbebbt und ab und zu mal ein Gebäude als Exot in der Landschaft hinterlässt. Ein Massentrend wird das glaube ich nie, trotz bauaufsichtlicher Zulassung die es jetzt gibt. So wird Baustroh nach DIN 4102-1 in die Baustoffklasse B2- normal entflammbar eingeordnet. Mit Putzschicht kann Baustroh gemäß DIN EN 13501 als schwer entflammbar klassifiziert werden.
Für mich sind die Nachteile zu groß als das man damit ein breites Spektrum von Bauaufgaben abdecken kann, ähnlich wie bei Stampflehm als tragendes Wandbauteil. Wie sich diese Häuser in den nächsten Jahrzehnten verhalten werden weiß noch keiner.

Zur Frage nach Publikationen:
Im Bundesbaublatt Ausgabe 1-2/2015 steht ein Artikel auf Seite 6 von Anette Galinski und Nicole Paul zum dämmen mit Baustroh.
In dem Artikel wird ein Gebäude (Alte Brauerei Schwerin) benannt, das mit Baustroh saniert wurde.
www.altebrauerei-schwerin.de
Zum Einsatz kamen rechteckige Kleinballen mit einer Dicke von 35 cm. Die sollen als WDVS und als Ausfachung in einem Traggerüst aus Holz verbaut werden. Auf dem ehemaligen Brauereigelände sollen 22 teils 100 Jahre alte Backstein- und Industriegebäude saniert und durch Neubauten ergänzt werden, gedämmt mit Stroh. Damit sollen ca. 26.000 m² Fassaden- und Dachflächen der rund 140 Wohn- und 20 Gewerbeeinheiten gedämmt werden. Der Preis der Eigentumswohnungen soll zwischen 2.000 und 2.400,- € pro m² liegen; der Mietpreis zwischen 8,- und 10,- € pro m² (die Zahlen lasse ich hier unkommentiert).
Der Architekt Dirk Scharmer gab in dem Heft ein Interview zu Baustroh, der hält diese Bauweise bereit für den Mainstream.
Warten wir es ab.
Abschließend noch zum Thema Gewährleistung:
Diese Bauweise entspricht nicht den allgemein anerkannten Regeln der Technik. Sie ist allenfalls als "Stand der Technik" einzuordnen. Bei entsprechender Vertragsgestaltung kann das für Käufer/Bauherren negative Konsequenzen haben.



Interessant:



Da spinnt ja einer Stroh zu Gold :-)

Also: Im Westen nichts Neues.

Grüße

Thomas



Vielen Dank an alle



Der Thread sollte nicht inhaltlich werden, auch wenn natürlich Beispiele helfen. Immerhin wurden die Hintergründe der Ablehnungen in manchen Threads wenigstens für mich etwas besser verständlich. Ich werde mich dann auch (hoffentlich) in Zukunft mit etwas provokativen Materialzusammenstellung zurückhalten. Auch als Antwort auf Threads von anderen.

Ich muss sagen für mich hat sich das Forum bisher gelohnt. Ich habe viele Einblicke in die Möglichkeiten gesehen die man so hat. Nach Ostern werde ich mich dann an die Umsetzung machen.

Übrigens haben mich die Fachleute hier verblüfft die schon recht viel Hintergrundwissen vermitteln. So was war ich bisher noch nicht gewohnt. Aber man kann leider auch nicht so einfach Spezialisten für Fachwerkhäuser finden. Ich hoffe dass ich in meiner Region auch gute Fachleute finden. Vielleicht kennt ja jemand jemand im 70,71,72 Plz-Bereich.

Auf weiterhin fruchtbare Diskussionen und ich hoffe ich kann dann ab Sommer auch Beispiele aus der Baupraxis einfließen lassen.



Die konkreten Fragen...



sind immer die dankbarsten. Also dann gib Butter bei die Fische :-)

Gutes Gelingen wünscht

Thomas



@Thomas



Das Haus im Baselbiet von WS habe ich während der Bauphase beobachtet und die Bewohner sind heute noch sehr zufrieden. Kosten wie ein gleichwertiger Bau in der Schweiz.

Ein Freund hat sich im Eigenbau ein Strohballenhaus Ständerbau gebaut. Er wohnt jetzt der 1. Winter darin.

Da ich mir auch Gedanken gemacht habe unser neues FW Haus mit Stroh zu dämmen, habe ich mich in den letzten Wochen wieder mit Stroh beschäftigt. Aber im Fachwerkbau habe ich nichts dazu gefunden. Deshalb habe ich mich anderen Varianten gewidmet. Also bitte keine Unterstellungen.

Ja, ich kann googeln. Ich nehme an Du auch. Aber abgesehen davon, dass jetzt auch in D mit Stroh gebaut werden darf, finde ich den Beitrag von WS über Stroh sehr gut.

Also kein Stroh im Fachwerk, keine detaillierten Angaben zu Strohäusern....

Liebe Grüsse
Nicole



Liebe Nicole,



ich habe Dir nichts unterstellt. Ich habe ja näherungsweise recht mit meiner Vermutung, daß Du kein Fachwissen dazu hast. Die Betrachtung eines Strohballenhauses oder die Meinung von Bewohnern (nach wieviel Jahren?) ist das eben nicht. Haben letztere in einen Experimentalbau investiert, müssen sie ja zufrieden sein. Mit allem anderen machen sie sich lächerlich.

Der Hinweis zu den Kosten ist aber wertvoll. Wer, so er bei klarem Verstande ist, gibt das gleiche Geld, ohne eine reale Erfordernis, für einen Experimentalbau aus? Wenn er doch ein richtiges Haus haben könnte... Sei es aus Holz, Fachwerk, Stein... Es mag Leute geben, denen etwas derart Abseitiges aus sich selbst heraus Befriedigung verschafft, und die genug Spielgeld haben. Es sei ihnen gegönnt. Erfahrungsgemäß wollen aber die allermeisten fachwerk.de - Mitglieder nur einmal bauen, und selbst das ist oft schwer genug.

Nun, Du baust nicht mit Stroh.Für eine Fachwerk - Dämmung bist Du mit Sicherheit schon über Holzweichfaserplatten und Heraklit "gestolpert". Beides ist in Verbindung mit Lehmputz und vielleicht auch Wandheizung eine feine Sache. Aber bitte, Baumaterialien funktionieren nur in einem größeren Plan. Isoliert betrachtet kann jedes Baumatial falsch verwendet werden. Dafür ist (auch) Dein Planer da.

Gutes Gelingen wünscht

Thomas



guten Morgen:)



ich hab da mal ne Konkrete frage zu dem Thema ,

Wie lange müsste ein Strohballenbau den stehen, nach Fertigstellung,ohne einen Makel,mit zufriedenen Bewohnern?

gelten da andere Zeitmasstäbe als bei anderen Baustoffen , die ja irgendwann auch Neu auf den Markt kamen,und eine gewisse Anlaufzeit brauchten.


greets Flakes.



Strohballenhaus



So lange wie üblicherweise Häuser bis zur nächsten Generalinstandsetzung stehen.
Ein massiv errichtetes Haus steht, Instandhaltung und Instandsetzung vorausgesetzt,Jahrhunderte. Der Abbruch ist eine Frage der Instandsetzungskosten und der Nutzungsfähigkeit für die dann lebenden Generationen. Wie sich ein Haus aus mineralischen Baustoffen und/oder Holz verhält weiß man.
Wie sich ein Strohballenhaus verhält nicht.
Ob es sich veränderten Lebensgewohnheiten anpassen lässt auch nicht. An ein gemauertes Haus ist es kein Problem einen Anbau anzusetzten, aber an ein Strohhaus?

Dazu noch was pekuniäres:
Welche Bank finanziert so ein unerprobtes Gebäude?
Wie finanziert es der Käufer beim Wiederverkauf?
Wer kauft dann so etwas?
Kann sein das es in den nächsten Jahren der Renner wird und alle unbedingt ein Strohhaus haben wollen, damit steigt der Preis. Kann sein das der Strohhausboom nach ein paar Jahren vorbei ist (wenn es denn je einen geben sollte) weil es aus der Mode ist, der nächste Trend kommt oder ein paar Meldungen über gravierende Schäden gibt.
Dann will die Dinger keiner mehr haben und sie werden verramscht.

Um Nachfragen vorzubeugen:
In der Wertermittlung rechnet man mit dem Begriff "gewöhnliche Lebensdauer"; hieß in der DDR mal "normative Nutzungsbdauer". Die reicht bis zum Abbruch oder zur Generalinstandsetzung. Danach fängt ein neuer Lebenszyklus an. Die länge dieser Lebensdauer kann man aus Tabellen gestaffelt für verschiedene Bauweisen ablesen.
Wer das nicht versteht hier ein Beispiel: Die Plattenbauten des DDR- Wohnungsbaues waren für eine normative Nutzungsdauer von 50 Jahren ausgelegt.
Warum so wenig?
Man hat sich gedacht ab dem Jahr 2000 leben die Ostdeutschen im Übergang oder schon im Kommunismus, dort werden sich die Lebensgewohnheiten im Gegensatz zum Planungszeitraum geändert haben, die Gebäude entsprechen dann nicht mehr den neuen Bedürfnissen. Also anpassen oder abbrechen und neu bauen. Anpassen heißt Generalsanierung und Modernisierung- das passiert jetzt- oder Abbruch. Abbruch nicht weil sie sonst einfallen sondern weil man sie nicht mehr braucht.
Technisch gesehen können sie nach der Sanierung noch viele Jahrzehnte stehen.
Ob das mit einem Strohballenhaus auch so geht weiß keiner.



Ein Hinweis



Warum muss immer ein Bank ein Haus finanzieren?
Es soll schon vorkommen, dass jemand sein Haus selbst bezahlt, wird gemunkelt.

Und ich finde es interessant, wenn man Neues versucht.

Wobei, wenn ich eine Hütte so anschaue, bei der Stroh und Lehm zusammen arbeiten, ist deren Lebenszeit geringer als bei meinem Haus aus Fachwerk und Ziegel.


Klaus



Um...



Georgs Fragen zu ergänzen: Wer versichert so ein Bauwerk? Und zu welchem Preis? Es sollen selbst Holzhäuser und Fachwerkhäuser (bekannte und bewährte Technologien) zuweilen schwer versicherbar sein.

Die paar Leute, die ein Haus cash bezahlen, kann man getrost bei seinen Betrachtungen außen vor lassen. Wieviele davon wohl bei fachwerk.de heimlich angemeldet sein mögen? 5? Oder 7? Die Kosten scheinen ja diesselben zu sein, wie bei einem höherwertigem konventionellen Bau. All den teueren Installationen und Bauteilen wird aber nur eine vergleichsweise unsichere Hülle geboten.

Wie wirken sich ganz normale Bauschäden (Leckagen, Brände...) auf ein Strohballenhaus aus? Wer mit einem Material baut, auf dem man auch Champignons züchten kann, darf gespannt sein. Mein Haus ist von 1902 (Bruchstein, Sandstein, Ziegel) und stand schon 2x im Elbhochwasser. Die üblichen Leitungsundichtigkeiten gab es durch die Jahre auch immer 'mal wieder. Alles reparabel. Wie das bei nassgewordenen Strohballen aussähe, kann ich mir gut vorstellen.

Wohlgemerkt: Ich habe nix dagegen, das sowas versucht wird, solange ich's nicht bezahlen muss. Aber es sollte objektiv statt euphorisch betrachtet werden und, da kommen wir tatsächlich wieder näherungsweise zur Überschrift: Hier unterscheidet sich das Vokabular des begeisterten, aber ahnungslosen Laien stark von dem des Baufachmannes.

Grüße

Thomas



Man kann sich auch täuschen



Warum schimpfen die "Fachleute" immer wieder gegen anderes?
Warum machen die sich Gedanken um eine Versicherung?
Meine Hütten sind Fachwerk und Natursteinfundament, aber versichern?
Geht seit 2013 nicht mehr, geht es uns hier deshalb schlechter?

Mich würden vielmehr Erfahrungen interessieren, wenn jemand solch ein Versuch macht, egal ob erfolgreich oder mit weniger Erfolg.

Nur so kommt man weiter.


Klaus



Versicherung



Fragen Sie mal Nicole aus dem Elsass was sie von Versicherungen hält.
Oder die finanzierende Bank wenn das frisch gebaute/sanierte Haus nach ein paar Jahren abfackelt ob die bereit ist auf die restliche Kredittilgung zu verzichten.
Dann werden Sie merken das es keine Liebe mehr unter den Menschen und Bänkern gibt wenn es ums Geld geht.



@ Klaus



Bauen ist für die allermeisten Bauherren die größte Investition und das größte Abenteuer ihres Lebens. Nicht jeder kann eine Hütte weiterziehen, wenn da was schiefging.

Nochmal, auch wenn's langweilt: Ich "schimpfe" nicht gegen etwas Anderes, aber über dessen verklärende Darstellung durch Leute, die dazu gar keine vertieften Kenntnisse haben.

Grüße

Thomas



Championzucht



In einem korrekt gebauten Strohballenhaus können auch Champions gezüchtet werden. Dafür sollte der Bauherr sich aber weitere nicht verbaute Strohballen zu Seite stellen!

Ja, in Hochwasser gefährdeten Gebieten ist ein solches Haus nicht empfehlenswert, aber was passiert mit den Lehmgefachen bei Hochwasser?

In der Schweiz, in Österreich und Frankreich (steht übrigens ein Strohhaus aus 1921) ist das anerkannt und wird auch von Banken finanziert. Es kann sehr viel Eigenleistung erbracht werden (was in CH und F von der Bank bei der Finanzierung nicht berücksichtigt wird). In der CH und F kann so ein Haus auch versichert werden.

Ich weiss, Ihr seid in Deutschland zu Hause.

Ich mag mich an die Zeit der "Erfindung" des Passivhauses erinnern und heute: Zwangslüftung = Bazillenschleuder, Fassade = Schimmelzucht, Dämmung = hoffentlich bleibt auch alles dicht etc. Aber Alles (es gibt immer Ausnahmen) schreit, nichts mehr anderes. Und wie lange ist die Nutzungsdauer eines solchen Hauses?

Würde ich in den Alpen wohnen, würde ich sofort ein Strohaus bauen. Da wir aber im Sungau in mitten von alten Fachwerkbauerhäusern wohnen (Versicherung, Bauvorschriften etc.) Bauen wir ein neues Fachwerkhaus (was ja auch sehr umstritten ist).

Was sind übliche Leitungsundichtigkeiten? Hatten wir weder im Haus meiner Eltern BJ 1982, meiner Grosseltern in den letzten 35 Jahren (vorher weiss ich nicht) und meinem ehemaligen Haus BJ 1990.

Aber weshalb unbekanntes schlecht machen anstatt einfach zu sagen: kenn ich nicht, kann ich mir aus dem und dem Grund nicht vorstellen, etc

Ich danke Euch für Eure wertvollen und fachmännischen, -weiblichen Informationen, die Ihr immer wieder mit uns Laien teilt.

Liebe Grüsse
Nicole



@ Nicole



Ich habe mittlerweile genügend viele Bauschäden gesehen, um halt so meine Fragen in Sachen Stroh hier zu formulieren.

Und meine Zweifel stehen dann neben dem "Oh wie hübsch, man könnte ja auch mit Stroh bauen" und der geneigte Leser mache daraus, was ihm behagt.

Dein Passivhausbeispiel hinkt. Das gibt es durchaus: "Zwangslüftung = Bazillenschleuder, Fassade = Schimmelzucht, Dämmung = hoffentlich bleibt auch alles dicht". Es gibt unstrittig auch Passivhäuser, die hervorragend funktionieren. Dadurch, daß das Passivhaus politisch gewollt ist, ist es noch nicht generell gut umgesetzt. Zunächst einmal ist das Passivhaus ein Energiekonzept, keine bestimmte Bauweise. Und über die Haltbarkeit einer Holzständerkonstruktion mit Mineralwollfüllung wird man noch viel Bedauerliches hören...

Und im Übrigen hier ein Abschwiff: DAS dürftet Ihr bestimmt im Sungau bauen: www.nur-holz.com. Das System ist nämlich architektonisch frei...

Grüße

Thomas



@ Georg



Bitte nicht über Versicherungen. Wir dürfen immer noch nicht räumen, da der Experte der Versicherung und der Gegenexperte über die Schadenhöhe noch keine Einigung erziehlt haben.

Bei den Hypothekenraten werden 3 Monate erlassen (inkl. Amortisation) und für 12 Monate bekommen wir eine Mietentschädigung für das versicherte Haus.

Wobei das bei einem Neubau, ohne Eigenleistung und mit vorhandenen Belegen (sind auch verbrannt) viel einfacher wäre.

Aber in Frankreich lernt der gestresste Schweizer das Leben gemütlich zu nehmen - dolce fa niente ach nein, dass ist ja italienisch.

Was für uns finanziell viel schlimmer ist: Euro-CHF Kurs.

C'est la vie.

Liebe Grüsse aus dem Sundgau
Nicole



@Thomas



Politisch gewollt, von der Wirtschaft finanziert und überall umgesetzt. Versicherbar, bankfinanzierbar. Lebensdauer unbekannt, Entsorgung: in welche Tonne?, Krankheitsauslöser: ihr habt, politisch gewollt, ja keine Aerzte mehr......

Aber jetzt haben wir ja "Nutopia".......

Stop, jetzt werde ich philosophisch

Ob ich im jetzigen Leben noch was Weltbewegendes schaffen werde weiss ich nicht, aber vielleicht im nächsten Leben.

Danke für den link, habe ich aber schon in einem anderen Beitrag von Dir gesehen und mich informiert. Wir dürfen grundsätzlich alles neu bauen, dass den Energievorschriften entspricht. Seit neustem sogar Flachdächer.

Unser Problem ist die Grundstücksnutzung. Wenn wir genau so aufbauen wie es war (Ansicht von aussen), dürfen wir das oder wir müssen uns an die heutigen Bebauungsvorschriften halten. Das würde uns aber viele Nachteile und nicht versicherte Mehrkosten bringen.

Liebe Grüsse
Nicole



Wie auch immer...



...ich wünsche Dir, daß Dein bzw. Euer Traumhaus schnellstmöglich und bestmöglich Gestalt bekommt.

Grüße

Thomas



Vielen Dank



Ich brauche Beschäftigung, dann komm ich wieder nur mit Fragen.



Nur am Rande:



Der Nur-HOLZ-Wand könnte man auch ein Fachwerk davorsetzen. Damit wäre die Optik gewahrt. Nicht die billigste Lösung, der NUR-HOLZ Rohbau stünde aber in einer Woche, ohne Baufeuchte. Die Holzplatten sind auch vermittels Heraklitplatten beputzbar, falls Ihr im EG kein sichtiges Fachwerk hattet. Die Innenwände können schon im Rohbau oberflächenfertig geliefert werden, wenn Ihr Holz sehen wollt. Alles in allem ist der Rohbau nahezu schon bewohnbar - ideal dann, wenn man Stück für Stück selbst ausbauen will.

Ich kenne das System sehr gut, wollte es in Sachsen auch verkaufen - aber Sachsen ist kein Holzbauland. Geblieben ist die Begeisterung dafür. Hätte ich nicht soviel Altbau am Bein, würde ich ganz genau so bauen.

Grüße

Thomas



@ Thomas



Wie würde denn dann der Wandaufbau aussehen?

Fachwerkbalken / Gefach mit ... , Kalkputz
???
Holzwand

Heizung? (Wandheizung?)

Und, ist das nicht wieder ein Fake?

Kennst Du Hanfbeton (Mischung aus Hanf und Kalk) mit dem ganze nichttragende Wände erstellt werden?

Danke und Gruss
Nicole



Das könnte...



z.B. eine 18cm starke NUR-HOLZ Wand sein. Dieser vorgeblendet ein Fachwerk aus 10 oder 12cm starken Balken, die Ausfachungen mit Heraklit oder Holzweichfaser sehr leicht herstellbar, und dann verputzt.

Innen wäre schon Wand und Fußboden oder Decke in Sichtqualität fertig, und müssten nur noch eine Öllasur oder Wachslasur bekommen bzw. der Fußboden ein schönes Heißöl. Natürlich kann man auch Aufbauhöhe für einen Fußboden aus edleren Dielen vorsehen; aber schon der "Rohbauboden" ist einwandfrei nutzbar.

Ein echtes Schmankerl ist die Dachplatte aus NUR-HOLZ, da das Holz thermisch träge ist und somit auch ein sehr guter sommerlicher Hitzeschutz gewährleistet ist.

Heizung? Das Haus ist optimal gedämmt, es reicht theoretisch ein Bügeleisen :-) Wand- oder Fußbodenheizung ist möglich und eine gute Lösung, allerdings etwas aufwändiger. An dieser Stelle sehe ich denn sogar ein gutes Einsatzfeld für die von mir gern verspottete Heizleiste, weil die erforderliche Heizlast schon rechnerisch gering sein wird und der Effekt thermisch Träger Holzwände sein übriges tut. Aber die braucht höhere Vorlauftemperaturen, FBH oder WH ist für die Wärmepumpe attraktiver.

Bei weiteren Fragen können wir auch 'mal telefonieren, das ist eines meiner Lieblingsthemen :-)

Grüße

Thomas



Hanfbeton?



Was das auch sei, es klingt ungebräuchlich. Eine nichttragende Innenwand könnte auch in NUR-HOLZ erstellt werden (12cm), was den Vorteil eines flotten Bauablaufes hat. Eine andere Variante wären z.B. Heraklitplatten (Holzwolle in Magnesitbindung), die mit Lehm beputzt werden könnten.

Grüße

Thomas



@Thomas



Hanfbeton sollte dieses Jahr von der Genossenschaft Uckermark eingeführt werden. In Frankreich vertreibt dies z.B. Bcb tradical.com schon lange.

Habe mir soeben Unterlagen von nur-holz bestellt.

Grüsse Nicole