Kälberhaare und Schweineborsten zur Putzherstellung/Armierung

14.06.2006



Hat jemand interesse an 5kg Kälberhaaren und/oder 5kg Schweineborsten? Bei dem Material handelt es sich um sanft behandeltes Material. Wurde nur im Heißwasserbad gereinigt und mit Wasserstoffperoxid (zerfällt in Wasserstoff und Sauerstoff) desinfiziert.

Hab mir für meine Experimente eine größere Menge gekauft da ich mir das Material aus dem normalen Ökobauhandel (5kg Kälberhaare zwischen 100,00 und 130€) nicht leisten konnte.

Ich kann die Kälberhaare für 50€ abgeben, die Schweineborsten für 40€. Versand käme bei Bedarf noch dazu, Abholung in Nürnberg oder bei Freund Großraum Frankfurt ginge auch.

Die Haare sind in der Länge zwischen 5mm und 30mm.
Wenn jemand mehr davon braucht, ich hab noch ettlich Kilos über.

Viele Grüße Hans

Anfragen könnt ihr auch direkt an Buxtehude.1970@freenet.de schicken



warum machen Sie in den Putz Kälberhaare oder Schweinsborsten?



Das haben unsere Vorfahren nur gemacht, um den Abfall sinnvoll zu entsorgen.Bei guten Putzrezepturen braucht sowas kein Putz. Die Denkmalpfleger schreiben solches Zeug aus "historisch-traditionellen" Gründen amanchmal vor.
Denseleben denkmalpflegerischen Quatsch höre ich oft mit Kuhmistzuschlag in den Strohlehm,was hier in Europa kein Mensch braucht.(Die Wüstensöhne brauchen Kamelmist, um beim Aufbereiten von Lehm kostbares Wasser zu sparen).



Hallo Herr Schillberg



das ist wohl wie so vieles im Lehmbau... ein Patentrezept gibts wohl nicht. Aber ist es mit Strohhäcksel nicht genau das gleiche? Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher. Meinen Sie, dass ein guter Putz gar keine Armierung braucht oder geht es speziell nur um Haare. Wenn man Armierung verwendet, dann wäre mir das haarige Material sympathischer als Stroh. Stimmt. Viele Stukkateuer und Restauratoren verwenden immer noch Haare als Zuschlagsmaterial. Das gibts auch in vielen Öko-Online Shops.

Wenn man nur wüsste was das richtige ist

Viele Grüße
Hans



Strohhächsel braucht man um Leichtlehmputze herzustellen,



die dann bessere Wärmedämmwerte als reine Lehm-Sandputze haben. Außerdem wird der Strohlehm innerlich "gewebearmiert", sodaß große Auftragsdicken machbar sind. Die kurzen Schweins-oder Kälberhaare tun dieses nicht. Wahrscheinlich hat man die Haare früher deshalb im Kalkputz verarbeitet,da man an diese "innerliche Gewebearmierung" glaubte oder der eigenen Putzrezeptur nicht ganz vertraut hat.



Wieso sind Sie so sicher



... Herr Schillberg?

Ich finde (fand) in unserem reinen Kalkputz innen, sowie außen Dachshaare. Und das in höherer Konzentration. Den Putz halten sie auch zusammen. Das merkt man, wenn man versucht die trockenen, abgelösten Putzplatten auseinander zu ziehen. Ich kann Ihnen gerne ein wenig von dem Altputz schicken, damit Sie sich überzeugen können.

Hersteller, wie z.B. Solubel, bieten (auch) Dachshaare in ihren Mischungen, bzw. lose als Zuschlag an. Für unseren Mörtelfirst liegen hier 20 Säcke ...

Das mit dem Kuhmistzuschlag betrifft Lehmputz, wenn er an einen versotteten Kamin aufgebracht werden soll. Der Kuhmist soll einen Durchschlag des Sotts verhindern.

@Hans
die Dachshaare wären billiger gewesen.

Grüße
Ulrike Nolte



Dachshaare , Kuhmist, Putzarmierungsgewebe...



Herzlichen Dank, Frau Nolte für Ihren Beitrag,vor allem was den Kuhmist im Lehmputz am Kamin betrifft, das ist ein altbewährtes Rezept, auch geeignet bei verrußten Lehmdecken oder rauchgeschwängerten Wand-Deckenfarben in Gasthäusern.
Übrigens.. haben unsere Vorfahren den Strohlehm mittels im Kreis umlaufender Kühe+Ochsen aufbereitet,weshalb im alten Strohlehm oftmals Kuhmist zu entdecken ist.
Ich habe auch bei alten Kalkputzen an einigen uralten Häusern Haarzuschläge entdeckt. Wie Sie beschrieben haben, konnten Sie Dank der Dachshaare den Kalkputz plattenförmig abziehen.
Was ich eigentlich beschreiben wollte:
Heute verwendet man am Bau verschiedene Putzarmierungs-gewebe,die wesentlich besser als Haare funktionieren.



Jetzt bin ich am Thema vorbei



Hallo Herr Schillberg,

natürlich gibt es heute andere Armierungen. Die ökologisch beste ist (für mich) die Jute. Plastik in/an den Wänden lehne ich ab.

Aber wenn ich in meinen Kalkputz Jutegewebe einarbeiten will, wird's kompliziert. Ich rede von den Flächen, an denen kein Lehmunterputz angebracht wird, also von rein kalkverputzten Flächen. Wenn die Tierhaarzuschläge früher gut waren, warum nicht heute auch? Warum soll man heute Plastik nehmen? Weil es schneller geht? Weil es billiger ist? Worin liegt der Vorteil?

Grüße
Ulrike Nolte



Unsere Kunden verarbeiten überwiegend Jutegewebe in unterschiedlichen,



Grammaturen (von 110 bis 225gr/qm) was auch in Kalkputzen eingearbeitet werden kann. Zur Untergrundvorbereitung für Kalkputz auf Lehmfachwerk verwenden wir zusätzlich die altbewährten Schilf-Putzrägermatten.
Wenn Sie mit Tierhaarzuschlägen gute Erfahrungen gemacht haben, möchte ich das keinesfalls in Abrede stellen.



Erfahrungen fehlen noch



ich versuche aber mitzudenken.

Jute bei sichtbarem Fachwerk in die Felder einarbeiten, halte ich für eine Kniffelarbeit ohne Gleichen. Das Zeug ist schon mit Lehm und vollflächig nicht so ganz einfach an die Wand zu bringen. OK, ich hab das nicht anders verdient ...

Mich störte eigentlich nur die Anfangsaussage, dass Tierhaare nur wegen der Entsorgung ...
Das klingt so gar nicht nach Verständnis für den Bestand/Befund/Denkmalschutz

Grüße



Dachshaare billiger?



Hallo Ulrike,

wie haben Sie dass den gemeint, dass Dachshaare billiger gewesen wären?

Ich bin noch auf der Suche nach Informationen zur verwendeten Menge? Wieviel Haare müssten Eurer Meinung nach auf 1m3 Putz?

Viele Grüße
Hans





Hallo

Ich habe da mal eine Frage??? In welcher Zeit hat man Tierhaare zur Armierung in den Putz mit eingearbeitet?

Freue mich über Antwort