Schwingungsmessung - Mauerrisse

11.09.2008


Waehrend der Abwicklung einer Großbaustelle (Abriss und Neubau einer Brücke) hatten wir fuer eine gewisse Zeit ein Schwingungmessgeraet im Haus stehen, nachdem die ersten groeberen Schaeden entstanden sind.

Der Techniker verlangte zuerst einen Kellerraum und festen Boden. Im Erdgeschoss ging es nicht - hier funktionierte nur die Notrufleitung - also kein Telefonempfang.

Das Obergeschoss war die Rettung. Der Aufbau des Fussbodens besteht aus: Tramdecke, darauf ein Estrich und Fliesen. Eine Huepfprobe ergibt erhebliche Schwingungen.

Genau in dieser Zeit wurden unsere Risse in den Gewoelben und Seitenmauern noch mehr. Die Messaufzeichnungen lagen aber weit unter dem Wert.

War dieser schwingende Standort für eine exakte Messung ueberhaupt geeignet?

Sollte das Geraet nicht auf festen Boden bzw. auf Fundamenten oder stabilen Seitenmauern stehen?



Die Messergebnisse bei schwingender Holzbalkendecke



sind hier sicherlich verfälscht. Der Techniker hat zu anfang schon die für eine neutrale Schwingungsmessung richtigen Bauteile gesucht.



Schwingungsmessung mit Gerät von Syscom, Schweiz



Ich habe versucht beim Erzeuger oder Händler Syscom Instruments in Erfahrung zu bringen, wo das Gerät üblicher Weise aufgestellt werden soll -
fester Boden oder Tramdecke !!!

Dieses Unternehmen gibt keine Angaben heraus und überlässt den Kunden das Aufstellen des Gerätes.

Kann mir bitte jemand mitteilen, wo ich eine Betriebsanleitung zu diesem Erschütterungsaufzeichnungssystem bekomme.



Schwingungsmessung



Sie schreiben etwas von "ersten größeren Schäden", also Risse, die aufgetreten sind.
Sind diese Risse wenigstens mit Rissmonitoren bzw. Rissmarken unter Beobachtung?

Ob Ihr Haus Schwingungen ausgesetzt ist, das ist für Sie erst einmal uninteressant.
Wichtig für Sie ist, ob diese Schwingungen zu Schäden führen.
Und das kann man mit Rissmonitoren nachweisen, mit Schwingungsmessungen nicht.
Wenden Sie sich an ein Ingenierbüro oder einen Gutachter und lassen Sie auf den Rissen schnellstens zur Beweissicherung Rissmonitore oder wenigstens Gipsmarken setzen.

Viele Grüße



Schwingungsmessung - Gutachter



In diesem Fall habe ich es mit Bau-Vollprofis zu tun.
Nach den ersten gröberen Schäden Mitte Dez. 2004 (Abbruch einer Brückenfahrbahnseite - Höhe ca. 30 Meter inkl. Vorschüttung im nahe gelegenen Fluss - Grundwasserspiegel ist bei uns gleich mit dem Fluss zu setzen) wurde uns von deren Versicherung ein Gutachter anfangs Feber 2005 geschickt. Dieser schoss Bilder von allen bis dahin aufgetretenen Mauerrissen im Wohnungsinnenbereich. Im Außenbereich waren zu diesem Zeitpunkt schon so viele, dass wir uns auf den Innenbereich beschränkten, zumal wir an der Außenmauer sowieso eine Isolierung anbringen sollten. Das unvollständige Schnellgutachten erhielt ich sehr zügig. Für die letzten Seiten brauchte ich geschlagene 15 Monate um es zu bekommen. Aus dem Rest des Gutachtens war nun zu entnehmen, dass nicht mehr alle Zimmer angeführt wurden (Hausgröße 12x25 Meter, Raumhöhe ca. 2,70 m). Von 160 m2 färbeln war die Rede. Nur wenige Fotos auf CD habe ich erhalten. Der nächste Gutachter kam im Auftrag der Bauleitung, schoss Bilder im Juli 2005 -Zeitaufwand annähernd 2 Std. Er bewertete die Sprünge und nahm dies auf sein Diktiergerät auf. Von abgerissenen Mauern, kaputten Fliesen und dergleichen bekam ich zu hören. Auch diese Bilder sollte ich bekommen. Dieser 2. Gutachter erschien im Aug. 2005 nochmals und nahm auch unsere anderen Gebäude auf. Bei der im Aug.2005 erstellten Bilderdatei auf CD fanden sich einige Bilder von der Julibildaufnahme wieder - alle entstanden jetzt im Aug. 2005 - also manipuliert. Keiner der beiden SV setzte Gipsmarken, es gab auch keinen Rissmonitor. Im Winter 2006 bemerkte ich sechs Feuchte Stellen im Haus - Wasserverlust bei der Heizung - drei Schäden wurden behoben - seither hält zumindest die Heizung wieder den Druck. Drei ungeklärte Fälle habe ich noch (vermutl. Kaltwasserleitung - Druckprobe 3 Minuten ergab nichts). Genau in dieser Zeit war das Messgerät auf der Tramdecke im Obergeschoss und schlug offensichtlich nicht an. Nun kam der 3. Gutachter und bezieht sich hier einzig und alleine auf die Werte des Messgerätes. Auch dieser brachte keine Gipsmarken an.



Mauerrisse



Das Verhalten dieser Gutachter ist typisch, sie sind nicht von Ihnen, sondern vom Verursacher der Schäden beauftragt worden.
Warum sollten die auf die Hand spucken, die sie bezahlt?
Außerdem führen sie nur das aus, was im Auftrag steht.
Meistens bezieht sich der Auftrag nur auf die Dokumentation.
Ein Recht auf den Inhalt der Gutachten haben Sie unmittelbar nicht.

Für Sie ist es wichtig, ob es weitere Verformungen Ihres Hauses gibt, wie der Status hinsichtlich der Sicherheit aussieht und welche Kosten für die Sanierung auf Sie zukommen.
Das erfahren Sie nur, wenn Sie selber einen Gutachter beauftragen, der in Ihrem und nicht im Interesse des Verursachers arbeitet.
Das Geld dafür können Sie sich vom Schadensverursacher zurückholen.
Handeln Sie zügig; wenn die Verformungen bereits zu Brüchen von Leitungen geführt haben, klingt das ernst.
Auf den Verursacher können Sie sich nicht verlassen, was die Schadensbeseitigung betrifft.

Viele Grüße



Gutachter



Nun, genau hier liegt das Problem!

Mit vielen Gutachtern hatte ich Kontakt. Meistens kam nur ein Telefonat zustande. Sobald diese zu hören bekamen, gegen wenn sie antreten sollten, kam ein freundliches DANKESCHÖN! Ich bemühte mich, den 1. Gutachter nach Beendigung der Bauarbeiten wieder ins Haus zu holen.

Eigentlich sollte dies das Unternehmen selbst veranlassen. Behördlich wurden DIE verpflichtet VOR, WÄHREND und DANACH eine Beweissicherung durchzuführen.

Eigenartiger Weise waren Gutachter bereit gegen den 1. Gutachterkollegen durchaus vorzugehen - aber nicht gegen die Baufirma.

Vielen Dank für Ihren Ratschlag.
Nun ist mir klar, was ich zu tun habe.

Liebe Grüße