Dringend: Hausbeurteilung - welcher Gutachter ???

28.09.2011



Hallo,

wir würden gern ein altes Fachwerkhaus kaufen, das einen Wasserschaden an einer Außenwand hat und entsprechend Schimmelstellen an der Innenwand. Außerdem stand es lange leer (6 Jahre).

Wir würden gern einen Gutachter hinzuziehen, der uns das Ausmass und die Sanierungskosten darlegen kann.
Nun meine Frage:

Welcher Gutachter wäre zu empfehlen? Ich habe drei Gutachter rausgesucht, sie alle sind "Experten" für Schimmel und Fachwerk.

Der eine ist ein Baubiologe (macht dies seit 20 Jahren) Sachverständigenbüro für Baubiologie (IBN),
der nächste ein Fachwerk-Sanierer (inkl. Sachverständigenbüro) und der dritte ebenfalls (Fachbetrieb für Holz- und Bautenschutz, Sachverständiger im DHBV).

Könnt Ihr mir ganz schnell einen Tipp geben, wo die Unterschiede sind bzw. noch wichtiger: Wer von diesen drei Gutachtern wäre wohl der am besten geeignetste?

Leider muss ich mich sehr schnell entscheiden .....

Vielen Dank im Voraus!

MfG
Daniela





Da würde ich Ihnen mal den Boris, auch Mitglied hier, aus Braunschweig empfehlen.

Prof. Schierwater & Ing. GmbH
Boris-A. Blenn
Grund 7
38124 Braunschweig
Tel.: 0531-2615271
Fax : 0531-7071673
eMail: b-a.blenn@psui.de

www.psui.de


Grüße



Dringend - Weclher Gutachter?



Hallo,

vielen Dank für den Tipp, aber die Auswahl steht bereits, da es ein sehr kurzfristiger Termin ist.
Und ich muss mich bis morgen entscheiden ....

Ich weiß bloss nicht, welcher von Dreien, da ich von solchen Sachen keine Ahnung habe.
Mir persönlich scheinen alle drei geeignet zu sein, alle drei mit viel Erfahrung, aber vielleicht habt Ihr entsprechende Erfahrungen und könnt mir Ratschläge geben?


MfG
Daniela





“Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen.”

Kurt Tucholsky





Hallo,

das ist natürlich richtig, hilft mir im Augenblick aber nicht weiter.

Der kurzfristige Termin wurde mir gestern zugewiesen und ich hatte eher auf Erfahrungstipps gehofft, die man den jeweiligen Berufsgruppen zuordnen könnte (sprich Baubiologe, DHBV-Sachverständiger, u.s.w.).

Kann mir da jemand weiter helfen?

MfG
Daniela





Sie können mit allen dreien auf die Schnauze fallen.

Es gibt von jeder Spezies gute und schlechte.


Wer drückt denn eigentlich so aufs Gaspedal, Sie oder der Verkäufer?





Hallo,

das Haus ist zur Zeit ohne Eigentümer (es gibt aber noch einen Gläubiger), deswegen wurde uns der Termin des Oberbevollmächtigten des Landes zugewiesen. Und da dieser bei einem Gutachten selbst anwesend sein wird, gab es entweder diesen kurzfristigen Termin oder erst wieder einen in einigen Wochen. Falls wir aber kaufen und sanieren, wäre mir das zu spät (es geht ja auf den Winter zu...).

Deswegen diese dringende Anfrage im Forum.

MfG
Daniela



guck mal ..



unter www.holzfragen.de , H. Rüpke aus Hannover, auch hier in der fachwerk.de-Gemeinde vertreten .

zu den drei bereits Ausgewählten wird wohl niemand etwas sagen können oder wollen oder nur das bereits vo nden Vorschreibern Angemerkte, hm ?
Gruß Jürgen Kube





Hallo,

anscheinend hatte ich mich nicht gut ausgedrückt, sorry dafür.
Ich wollte eigentlich keine namentliche Bewertung, sondern, wie ich geschrieben hatte:
..... ich hatte eher auf Erfahrungstipps gehofft, die man den jeweiligen Berufsgruppen zuordnen könnte (sprich Baubiologe, DHBV-Sachverständiger, u.s.w.).....
Also eher: wer macht eigentlich was und was sind die Unterschiede....

Trotzdem Danke für Eure Mühe.

MfG
Daniela





Ein Baubiologe mach überwiegend baubiologische Beratung
… Schadstoffmessung und so

Ein DHBV Sachverständiger ist ein SV nach den Regeln des DHBV der kann z.B. nur für Schimmel, nur für Holz- oder nur für Bautenschutz oder eben für alles sachverständig seien.

Was Sie brauchen ist ein Sachkundiger für Holzschutz am Bau.

Zwei hochkarätige Kollegen aus Ihrer Gegend haben Sie bereits empfohlen bekommen, beide übrigens im DHBV, was brauchen Sie noch?



Die Qual der Wahl



Also liebe Daniela
Hier auch noch meinen Kommentar:
Nach den geschilderten Merkmalen kann nur schlecht eine gerechte Bewertung der sich andienenden Sachverständigen gegeben werden.

Trotzdem:
• Ein Baubiologe ist ein Baubiologe und betrachtet die Materie aus einem speziellen Blickwinkel. Meine ganz persönlichen Erfahrungen mit Baubiologen sind allerdings leider nicht immer die Besten.
• Da es um Fachwerk geht, sollte der SV sich mit Fachwerk und hier speziell dem Holzschutz wirklich extrem gut auskennen.
• Bei einem ausführenden Betrieb besteht immer die Gefahr den Bock zu Gärtner zu machen. Daher sollte der Gutachter schon aus dem Sachverständigenrecht heraus später nie die ausführende Firma sein. Dies sollte man dem Sachverständigen schon im Vorfeld klarmachen.
• Ein vereidigter Sachverständiger ist nicht die grundsätzliche Gewähr für die richtige Wahl, siebt aber schon einmal grob die Blender und Täuscher aus. Denn Sachverständiger kann sich eigentlich jeder nennen, da dies kein geschützter Begriff ist.
• Ich schließe mich auch dem Jürgen Kube an und empfehle den außergewöhnlich erfahrenen Architekten und DHBV Sachverständigen H. Rüpke aus Hannover.
• DHBV Sachverständige sind nicht per se die besten im Lande, zeigen aber nach meiner persönlichen Erfahrung eine hohe Sachkompetenz, gerade durch die fachliche Betonung auf den Holzschutz.

Es grüßt

L. Parisek





Hallo Frau Daniela,

so verkehrt sind die vorherigen Antworten nicht. Am Besten Sie erfragen die Drei nach Ihren Projekten, sinnvoll sind solche, die schon mindestens über 10 Jahre zurückliegen. Wenn es da funktioniert, können sie sich schon einen besseren Eindruck von dem jeweiligen "Experten" machen. Ein Baubiologe macht Sinn, weil dieser ggf. das Haus mit gesunden Baumaterialien sanieren würde. Aber auch hier ist Fingerspitzengefühl beim Objekt gefordert, denn nicht jede baubiologisch sinnvolle Sanierungsvariante hält. An Ihrer Stelle würde ich diesen geschickte bauphysikalische Fragen stellen um herauszubekommen, was er so leistet. Und 20 Jahre sind keine kurze Zeit. Denn es gibt eine Menge Planer, die in diesen Bereich drängen jedoch nur die Erfahrungen haben, die denen von den Außendienstmitarbeiter z.B. von Herstellern gesunder Baumaterialien dargestellt werden. Und da merken wir, dass 20 Jahre Erfahrung mit Baubiologie bzw. mit baubiologischen Baustoffen nicht mal so schnell nebenbei erlernt werden können. das traurige ist, das sich viele heute auf das „bio“ oder „öko“ vertrauen, aber sich nur wenige die Mühe machen und nachschauen was wirklich in dem gewählten Produkt drin ist. Aber da könnten wir jetzt noch Stunden schreiben.

Mit einem Sanierungsbetrieb, der gleichzeitig Sachverständigenleistung anbietet, würde ich vorsichtig sein. Er wird sicher zu den Varianten raten, wo er am meisten verdient, da er dies ja ausführen würde. (so habe ich Sie verstanden) Den „Fachbetrieb für Holz- und Bautenschutz, Sachverständiger im DHBV“ würde ich auf seine Erfahrungen nicht nur bei Holzbauwerken gründlich mit Fragen löchern. Da ist er sicher Fachmann in seinem Gebiet. Ich hätte von Weitem meine Bedenken, ob er die anderen kniffligen Fachprobleme hinbekommt, die es zu lösen gibt.

Ihr zu wählender beratender „Experte“ sollte auf jeden Fall unabhängig sein. Und auch Vorsicht vor Solchen, die gleich sagen: ich habe da ganz gute Firmen an der Hand.

Genaue Kostenangaben sollten mit Vorsicht behandelt werden. Alle können sicher grobe m²-Preise benennen, die jedoch stark nicht nur von der Schädigung sondern auch von dem Standart abhängen. Wir geben daher unseren Bauherren die Minimalkosten und Maximalkosten pro m² Wohnfläche an. Meisten bewegen wir uns zum Schluß dann irgendwo dazwischen. Denn sind wir ehrlich, Sie können jetzt vom Ersten Eindruck nie sagen, wie das Haus genau saniert werden soll. Es gibt sicher Standartsanierung, aber es ist doch entscheidend, ob Sie die preiswerte Variante fahren und wie viele eine Betonbodenplatte mit Schaumstoffdämmung einbauen und dann ggf. nach 10 – 15 Jahren die Schäden sanieren oder eine diffusionsoffene Fußbodenvariante wählen, ob Sie Dielen einbauen oder einen billigen Teppich dem Vorrang geben, ob Sie das Fachwerk mit Lehm wärmeschutztechnisch verbessern oder eine der oft gepriesenen und meistens falsch eingebauten Innendämmungen verwenden. Und und und --- Ihr Weg wird auf jeden fall nicht leicht aber wenn Sie es wollen sehr interessant werden.
Viele Grüße aus Radebeul
Michael Reisinger





Lieber Herr Parisek, lieber Herr Reisinger,

vielen lieben Dank für die guten Tipps. Jetzt ist mir erst richtig bewusst geworden, dass solch ein Gutachten lieber nicht "auf die Schnelle" vergeben werden sollte, auch wenn ich es aus einer zwingenden Situation heraus sehr eilig habe....

Ich denke, ich werde mich erst in Ruhe richtig schlau machen, dann sehe ich weiter, auch wenn dies im Endeffekt mehrere Wochen Verzögerung bedeutet. Das scheint es doch wert zu sein.

Nochmals vielen lieben Dank!

MfG
Daniela





bitte, bitte





... und natürlich auch an alle anderen Danke, die mir mit gutem Rat geholfen haben.



Winter...?



Hallo Daniela,

lass' Dich durch den Winter nicht zu sehr stressen... je nach Zustand des Hauses ist der ziemlich egal. Ein altes Haus (und auch die deutsche Bürokratie) haben ihre eigene Geschwindigkeit, da könnte der Frühling schneller da sein als Du denkst ;-)

Viel Glück & Spass mit "Deinem" Haus

Dirk



"Standardsanierung"



Sehr geehrter Herr Reisiger,
in Ihrem letzten Beitrag führen sie aus, das"...und wie viele eine Betonbodenplatte mit Schaumstoffdämmung einbauen und dann ggf. nach 10 bis 15 Jahren die Schäden sanieren...".

Meine Fragen:
Sind Ihnen solche konkreten Fälle von Schadensfällen bekannt?
Welche Schäden haben sich nach dem genannten Zeitraum eingestellt?
Welche Ursachen haben diese Schäden Ihrer Meinung nach?

Viele Grüße