Fußboden in Souterrainwohnung sanieren... muß ich ausziehen wegen Dämpfen?

13.06.2010



hallo,
ich wohne in einer Souterrainwohnung eines 105jährigen 8 Familienhauses mit Fachwerk.
Der Fußboden ist Beton und es gibt aufsteigende Bodenfeuchte-kälte.Als Wärme und Feuchtigkeitsschutz habe ich Kork unter die Teppiche ausgelegt bis die Verwaltung saniert( Hygrometer zeigt immer zwischen 68% und 77% am Boden an).Die Wände habe ich vor 4 Jahren, als ich einzog mit Lehm verputzt und Bad und Küche mit Kalk verputzt nachdem ich viele Wände von Schimmelpilzen entfernt habe.Fast alles war verklebt mit Kork und Styropor und es gab häßliche Lackölwände auf denen der Pilz saß.
Jetzt meine Frage: ich hab Angst das die Verwaltung nicht auf verträgliche Stoffe bei der Sanierung achtet. Wie würde so etwas gesundheitsunbedenklich saniert werden können? muß ich während dessen die Wohnung verlassen wegen Ausdünstungen? Ist Estrich giftig wenn es trocknet? oder wird ein neuer Betonboden gegossen? wie lange trocknet das alles? noch ist es eine Ofenheizung... ist es sinnvoller das alles in trockener Winterluft zu machen, wenn die Heizung eingebaut ist? Das steht jetzt auch noch an...
will meine Wohnung nicht so einfach den Firmen übergeben, weil ich alles hier selbst biologisch instandgesetzt habe und mir das Klima nicht versauen lassen will...
würd mich sehr freuen über viele Ideen
wünsche euch einen schönen Sonntag noch
marie
P.S. es drängt ein wenig, weil sie in den nächsten Tagen schon beginnen wollen
herzlichen Dank schon mal



ob



du auziehen solltest, wird wohl eher der "Dreck" bestimmen, wenn der Fußboden saniert wird.
Beim Estrich kommt es aufs Material an. Zement ist nicht giftig - bei Bitumenstrich solltetst Du hingegegn Deine Nase in eine ander Gegend hängen ....
Estrich / Beton brauch zu Aushärtung etwa 4 Wochen, die Austrocknung hingegen hängt vom Durchzug, vom nachnässen und von vielen anderen Faktoren ab. Im Winter ist Beton wegen dem Frost auch in der Mischanlage immer teurer....
Bist Du Mieter oder Eigentümer der Wohnung ?



dank dir für die schnelle antwort !



ich bin nur Mieter in dem Haus... na dann bin ich mal gespannt wie hier saniert werden soll ~ drüben ist auch noch eine souterrainwohnung, die gerade saniert wird.Ich werde morgen mal die Arbeiter fragen wie sie vorgehen und welches Material sie verwenden.Eigentlich wollte ich nicht ausziehen aber vielleicht bleibt mir gar nichts anderes übrig...
liebe Nachtgrüße Marie



Wenn...



...nicht bekannt ist, was genau gemacht werden soll, kann man leider auch nicht darüber reden.

Grüße

Thomas



den genauen Plan...



kenne ich noch nicht.Ich weiß nur das durch Boden meiner Souterrainwohnung Feuchtigkeit und Kälte aufsteigt ~ meine Klamotten sind morgens immer klamm.Hygrometer zeigt immer über 65% Luftfeuchtigkeit an bis zu 80%!Wenn ich Teppiche direkt auf das alte Lenolium legen würde fangen sie an zu "müffeln".Habe bisher mit Kork versucht die Kälte und Feuchtigkeit etwas abzuhalten.Ich nehme an das die Böden einfach zu alt sind.Denke weil sie völlig uneben sind ist der Beton im Laufe der Jahre irgendwie "aufgequollen".
Die Nachbarwohnung im Souterrain wird gerade saniert.
Habe erfahren das sie die Böden so saniert haben:
eine Schicht Schnellbeton (ist angeblich in 24Std. getrocknet) dann Betomschicht drauf und darüber Estrich für die Fußbodenheizung.Das klingt mir alles sehr abdampfend!
Ich möchte nach der Sanierung nicht in einer "vergifteten" Wohnung wohnen... wäre schade, weil ich alles mit Naturstoffen (Lehm, Naturfarben,Kalkputz)instand gesetzt habe nachdem ich mit viel Aufwand die ganzen Verkeidungen und Verklebungen in der Wohnung beseitigt und den Schimmel "vertrieben" habe. deswegen versuch ich viele Infos einzuholen um vorbereitet zu sein, wenn ich mich gegen die Pläne des Vermieters stellen muß.Gibt es vielleicht auch Argumente, weil das Haus denkmalgeschützt ist?
Meint ihr Zement oder Beton ist nicht so schlimm, braucht nur länger Zeit zum trocknen? Funktioniert ein Bodenaufbau in der Souterrainwohnung (ca. 30cm unter der Erdebene) auch ohne Teerschicht?
herzlichen Dank für eure Beiträge!
liebe Grüße
Marie



Fußboden



Hallo Marie,
erst mal grundsätzlich:
Ich würde eine grundhafte Fußbodensanierung nie unter bewohnten Bedingungen ausführen, das ist für den Mieter unzumutbar.
Dann würde ich folgende Variante bevorzugen:
- vorhandenen Aufbau entfernen,
- Grundleitungen überprüfen und eventuell erneuern,
- foamglas als Dämmung verlegen,
- Gussaspaltestrich einbauen.
Das geht, was die Trocknungszeiten betriff, am schnellsten und es wird keine Baufeuchte eingetragen.
Erfahrungsgemäß wir es nicht allein dabei bleiben, Türfutter bzw. Türen können mit fällig sein, die Fußleisten ohnehin, der Putz im Bereich der Fußleisten wahrscheinlich auch, die Heizungsrohre, was ist mit dem Bad? usw.
In einem alten Haus ein Bauteil zu entfernen ist wie eine Wundertüte aufreißen.
Man weiß nie was einem alles erwartet.

Viele Grüße



gussaspaltestrich...



dämpft nicht über längere Zeit? Klingt ja schon mal interessant...
eine Heizung ist noch nicht vorhanden, ich heize mit Öfen. aber die Modernisierung steht vor der Tür, bin schon verklagt worden und sie wollen alles schnell "durchziehen"
...also noch keine Rohre.
Sollte man erst die Böden dann die Heizungen einbauen oder umkekehrt?
und was ist mit dem Kachelofen, er steht nun unter Denkmalschutz und soll erhalten bleiben.drumherum ausstemmen?
der Boden ist Beton und Lenolium, was darunter ist weiß ich nicht.nur das er völlig uneben und undicht ist, weil feucht und sehr kalt.
Die schönen Holztüren mit den alten Gläsern leben jetzt wieder und sehen gut aus, habe sie schon abgebrannt und auch die schönen alten gemusterten Glasscheiben (die warn auch lackiert)abgebeizt.
Bad und Küche haben Terrazoböden, mit Rissen hier und da, wohl auch schon mal ausgebessert aber sind richtig eiskalt.
Bad hat keine Heizung.
Ich habe mein Bad und die Küche mit Kalk verputzt nachdem ich alte Lackwände abgebeizt und reichlich Schimmel beseitigt habe.
Es gibt keinen Schimmel mehr an den Wänden und der Decke! Kalk ist wirklich super.
Und Lehm auch... rieche wie er "atmet" wenn es extrem feucht ist.Mit Tapeten wäre hier bestimmt alles wieder längst verschimmelt...
und das Forum ist auch super ~ schöne Denkanstöße und interessante Tips... ich danke euch allen dafür
und wünsch nen schönen Abend
Marie



Fußbodenaufbau



Gußasphalt gast nach dem Einbau bei der Nutzung nicht aus und ist physiologisch völlig ungefährlich.
Eine gewisse Geruchsbelästigung stellen da alte Spanplatten, Möbel, Teppichböden usw. dar, die oft mit Insektiziden behandelt wurden oder in der ersten Zeit einfach nur nach was weiß ich riechen.
Wenn man die Kachelöfen nicht an einen Siemens- Lufthaken hängen kann bleibt wohl nur der Abbau übrig. Ob es dann zu einem Wiederaufbau kommen wird- wer weiß.
Vielleicht kann man ja den Fußboden um die Öfen herumbauen. Möglich wäre das.
Bei den Türen kann es ein Problem mit den Fußbodenhöhen geben, wenn der jetzige Aufbau sehr uneben ist, oft sind auch die Futter im unteren Bereich beschädigt.
Die Wohnungseingangstür muß bestimmte Voraussetzungen hinsichtlich Schall- und Brandschutz erfüllen, da hapert es bei alten Türen erheblich.

Viele Grüße



nochmal dankeschön...



ich habe mir jetzt sehr viel über den Gußasphaltestrich durchgelesen und bin sehr begeistert ~ ich hoffe der Vermieter spielt auch mit...
was ich noch nicht herausgefunden habe , wie dick muß er mindestens sein und kann er direkt auf feuchten Betonböden bzw dann auf eine Dämmfolie gelegt werden...darunter evtl. wegen der Unebenheiten ausgleichen?
und die Sache mit den Türen...es sind teilweise wirklich nur 2cm darunter Platz.
Aber ich werde die Beratungsstelle für Gussasphaltestrich anrufen und mir mehr Auskünfte und Infoblätter einholen, damit ich die Vermieter leichter überzeugen kann...
schaue jetzt etwas optimistischer in die Zukunft ~ super!
wünsche euch gutes Gelingen bei all euren Projekten!
herzlich grüßt Marie