Muttern mag kein Styro......Wie Boden dämmen?

03.05.2009 Boris



Moin moin,

in unseren 2 DHH sind sämtliche Böden ungedämmt (nicht unterkellert) - d.h die Betonplatten liegen im zweifelsfall direkt auf der Erde. Feucht ist es gottseidank nirgendwo und auch nicht zu erwarten. Da die Raüme zum Flur hin netterweise 10cm tiefer liegen, dachte ich natürlich:
"Fein 10cm Styro + Schiffsboden = Ruck-Zuck erledigt und kostengünstig". Muttern will aber kein Styro, mein Bio-Baustoff-Händler sagt Weichfaserplatt in der Stärke nickt mir weg, wenn ich da mal nen schweren Schrank draufstelle.

Hier also meine Fragen:

Was gibt es noch für bezahlbare Alternativen?

Gibt es für den Bodenbereich auch "Dampfbremsen"? d.h wasserdicht aber diffusionsoffen?

Kann ich davon ausgehen, dass in den Magerbetonfundamenten und -wänden keinerlei Kapillarkräfte wirken? (Da is nämlich nix mit Horizontalsperre o.ä.)

Danke für euren Rat,

Boris



Fußboden



Suchen Sie in Ihrer Gegend einen Estrichleger, der mit Gußasphalt arbeitet. Das können auch Straßenbauer sein.
Der kann Ihnen einen gedämmten Estrich, der auch einen Schrank aushält, einbauen und die Probleme mit eventueller Feuchte lösen.

Viele Grüße

p.s. Wenn Muttern kein Schaum-PS mag, dann sollte Sie anfangen in der Küche auszusortieren.
Das Erste wäre der Kühlschrank.



Den Gußasphalt haben wir in einem Zimmer gerade rausgebrochen...



....weil die Schlaumeier ihn auf Holzweichfaserplatte gelegt hatten, die feucht geworden und geblieben war - atmen tut er denk' ich garnicht und die WLG dürfte auch bescheiden sein...
Gruß, Boris



Fußboden



Haben Sie den Auftrag dafür erteilt und wenn ja, wann?
Wie wurde das eigentlich Zimmer genutzt?

Falls das Wasser nicht von oben kam, ist übrigens ein klassischer Fall von Baupfusch nach dem Motto: atmungsaktiver Fußbodenaufbau.
Deshalb werden unter Dämmungen auf die Bodenplatte Abdichtungen gelegt, damit genau das nicht passiert- Feuchteeintrag über Diffusion und Kapillarität aus dem Untergrund.

Viele Grüße



Nee, das haben wir so gekauft...



....aber es gab vor zig Jahren mal Hochwasser hier, kann sein daß es noch daher rührt. Deshalb bin ich ja auch etwas unsicher mit dem Abdichten. Wenn die Feuchte durch den abgedichteten Boden nicht rauskann, "kriecht" sie doch als nächstes zur Wand (der nicht horizontalgesperrten) und wenn ich meine Perimeterdämmung fertig hab, kann sie dort auch nicht raus....), oder?



Fußboden



Das mit dem "in die Wand kriechen" ist genau so wie mit dem vielen Eisen im Spinat- es stimmt nicht, aber alle glauben daran.
Was ich auf dem Foto sehen kann, ist eine Stampfbetonwand, die im unteren Bereich mal richtig nass war.
Vor kapillarer Feuchte in so einem Material brauchen Sie keine Angst zu haben, eher vor Kondenswasser und von außen durch die Wand eindringendes Oberflächen- oder Regenwasser.
Wenn die senkrechte Abdichtung und die Fassadenbeschichtung außen in Ordnung sind und innen die Abdichtung wie üblich als Wanne hochgezogen wird, dürfte nichts passieren.
Mein Vorschlag mit Gussasphalt begründet sich übrigens in der zur Verfügung stehenden Einbauhöhe. Gussasphalt kann unter 40 mm Dicke eingebaut werden, Anhydrit- und Zementestrich sind dicker, das geht zu Lasten der Dämmstärke.
Dafür sind sie billiger.

Viele Grüße



Holzweichfaserplatten...



von DOSER gibt es auch in der Rohdichte mind 0,25 (andere Platten haben üblicherweise um 0,16), die dürfen 2x5cm übereinandergelegt werden. Wenn aber mal wieder Hochwasser ansteht, nicht der Königsweg.

Gussasphalt auf foamglas wäre sicher eine gute Lösung.

@ Georg

Braucht es auch unter Foamglasplatten eine separate Feuchtesperre?

Grüße

Thomas



Das mit dem Spinat hab ich als Kleinkind schon nicht geglaubt....



...und meine Kinderfrau damit vollgespuckt..;-)!
Danke erstmal für die Aufklärung, das spukte mir doch noch im Kopf rum.
Wenn ich das richtig verstanden habe:
Ist es o.k. die Wanne innen hochzuziehen (d.h. evtl. auftrendende Erdfeuchte "bleibt wo sie ist" und muss weder über Boden noch Wand abatmen können?!
Perimeterdämmung und Fassadendämmung werden noch gemacht - von daher sollte von außen keinerlei Feuchtigkeit eindringen können - Das Hochwasserrisiko wurde durch neue Rückhaltebecken und Erhöhung der Brücken minimiert.

Ich ziehe als Selbstbauer eher die "trockene" Variante vor, also wieso nicht den Schiffsboden direkt auf die Doser-Platten, bzw. Fermacell-Estrich dort wo gefliest werden soll? Spricht da was dagegen?

Grüße, Boris



Fußboden



Hallo Thomas,

die Foamglasplatten bzw. -boarde sind absolut wasserdicht und diffusionsdicht.
Wasser kann sich in den geschlossenen Zellen nicht einlagern.
Bei hochwassergefährdeten Bereichen muß bei der Verlegung auf der Bodenplatte gegen Aufschwimmen gesichert werden.
Die Foamglasboarde können auf einer Feinsandausgleichschicht oder in einem Feinsand-Zementausgleich verlegt werden.
Foamglasplatten werden üblicherweise in Heißbitumen eingeschwemmt.


Viele Grüße



@ Boris



Was verstehst Du unter Schiffsboden?

Massives Parkett (welche Maße) oder Dreischichtparkett, oder Dielung?

Die Doser-Platten (mit zwischenliegenden Lagerhölzern) sind bestens geeignet für die Verlegung von Dielung (vorzugsweise raumlang). Sonst sollte als Verlegeebene noch eine 22er OSB kommen.

Grüße

Thomas



@Thomas



Mit Schiffsboden meine ich das heute gängige 3-Schicht-Fertigparkett (i.d.R. 14mm stark).
Wozu brauch ich die OSB? Druckverteilung?
(Ich wollt jetzt kein Tresor oder sowas da reintun....)

Hast du mir ne Preiskante was die 50mm Doser-Platten ungefähr kosten?

Merci, Boris



14mm Fertigparkett...



...hat eine Feder, die so dünn ist, daß man die "Süddeutsche" durch lesen kann :-)

Spaß beseite, Fertigparkett ist direkt auf Dämmstoffen, auch auf der DOSER, fehl am Platz. So punktbelastbar sind sie allesamt nicht. Der Safe muß es gar nicht sein, schon ein Schrank, der mittelmäßig beladen ist (und ja durchaus auf einer Verbindung zu stehen kommen könnte), hinterlässt Schäden.

Was kostet die Doser? 50N mit Stufenfalz ca. 14,50; ich verwende aber ganz gern die 25N, zwischen denen die Lagerhölzer stumpf liegen. Je m² ca 6,00. Jeweils netto zzgl. Transport.

Grüße

Thomas



@Thomas: Dass du unbedingt Süddeutsche durch Fertigparkett hindurch



lesen willst, kann ich zwar nicht ganz nachvollziehen, aber muß ja jeder seine Eigenarten haben dürfen....:-)

Ich komm halt aus der Minimalisten-Ecke und bin damit bisher gut gefahren, daher nochmal die Nachfrage - Ich hab mit den Doser-Platten schlicht keinerlei Erfahrung, aber was du sagst leuchtet mir natürlich ein.

Danke & Gruß, Boris



Nimm...



...doch einfach eine 22er Dielung (kann ja auch Eiche sein), auf den Lagerhölzern gestoßen oder raumlang. Das hält in Größenordnungen länger, als die vielen miteinand verklebten Holzteile. Fertigparkett + OSB + 2x Verlegeleistung kosten schließlich auch Geld. Die (geölte) Dielung könnte zudem nach oben zu den Dampfaustausch gewährleisten, und mit ca. 8 statt 3mm Nutzschicht ein ungleich solideres Produkt.

Grüße

Thomas