Vorschläge für maximalen Schallschutz bei Betondecke mit 6cm überstehenden Stahlträgern

10.08.2009



Hallo zusammen,
wenn dieser Post gegen die Regeln verstößt bitte direkt löschen, aber bei allen Google Suchen zu meinem Reihenhaus aus den 50ern bin ich so oft hier bei Euch gelandet, dass ich hier auch bei dieser Frage großes Fachwissen vermute:


Wir sanieren ein Reihenmittelhaus aus den 50ern und planen das 2.OG zu vermieten wobei zwangsläufig leider unsere Schlafzimmer im 1.OG liegen werden.
Um den Schallschutz in der Sanierungsphase soweit wie möglich vorzubereiten habe ich im 2.OG die Bodenbeläge (Parkett auf Lattung ohne Dämmstreifen, sowie im Wohnzimmer und Flur Billig Laminat auf Gussasphalt auf Schüttung) entfernt und habe es jetzt mit einem Boden zu tun der wie folgt aufgebaut ist.

Betondecke zwischen I-Stahlträgern, wobei das obere Teil des Trägers sichbar um 6cm übersteht.
Darüber bleiben noch 4cm für den weiteren Bodenaufbau bis zur alten Niveau.

(siehe Foto hier) http://www.sb-hosting.de/bau/Boden_2_OG.jpg

Dicke des Betons und genauen Trägerabstand habe ich gerade nicht, kann ich aber noch nachreichen. Gehe aber für die Frage erstmal davon aus, dass der Beton ausreichend dick dimensioniert ist und auch selber trägt. Das entfernte Parkett hat z.B. mit der Lattung komplett die Stahlträger überbrückt und lag nur auf dem Beton auf.

Wir wollen einen Holzboden verlegen, am liebsten Eichendielen die ca 2cm dick sind. Somit bleibt ja über dem Stahlträger nur 2cm zu Dämmung.
Da diese Stahlträger aber in der Etage drunter praktisch direkt unterm Putz enden und meines Wissens Stahl den Trittschall auch sehr gut weitergibt weiss ich nicht ob das reicht.

Mir schweben 3 Alternativen vor:

1.
Ausfüllen mit Mehabit bis auf 7cm über Beton d.h. 1 cm über Stahlträger,
1cm Verlege oder Trittschallplatten, dann Holzdielen.

oder

2.
die Lücken zwischen den Trägern mit Dämmplatten so auffüllen, dass 6cm über Beton eine ebene Fläche, bündig mit den Stahlträgern entsteht. Dann 2cm Trittschalldämmung (Vorschläge? Was ist z.B. mit Gebäudeschutzmatten, die hab ich bei einem Baustoffhändler gesehen am laufenden Meter, waren 1cm dick und fühlten sich wie Tartan an. Die Baumärkte verkaufen das glaube ich 1x1m als Matte für unter die Waschmaschine/Trockner) dann Holzdielen

oder 3.
gibts hier eine Lösung mit richtigem Fließestrich? So wie ich mir das vorstelle müsste mann ja alle Träger penibelst mit Dämmstreifen versehen/abkleben um dafür zu sorgen, dass der Estrich wirklich schwimmt und möglichst entkoppelt ist.
Andererseits reicht die Stärke ja nicht aus, wenn man z.B. wie nach Vorschlag 2 verfährt und dann ab Stahlträgerniveau erst mit dem schwimmenden Estrich anfängt. (2cm reichen dem doch nicht, oder).

Viele Dank für Eure Anregungen, hoffe ich war so präzise und eindeutig wie notwendig.

Besten Gruß
Thorsten





Hallo

von Meha gibts aber auch eine spezielle Schalldämmende Schüttung die hat nen höheres Raumgewicht Mehaphon nennt die sich.

Wäre es denn unmöglich 1-2cm höher aufzubauen?



Schalldämmung



Ich empfehle Ihnen folgenden Aufbau:
- Zementgebundene Liapor- Schüttung als Höhenausgleich
bis OK Stahlträger,
- 15 mm Fesco- Platten o.glw. zur Schalldämmung/Entkopplung,
- 25 mm Gußasphaltestrich,
- dämpfender Bodenbelag wie z.B.Teppichboden.

Viele Grüße



Wenn es Eichendielen werden sollen...



... dann wenn nötig Ausgleichsschüttung
darüber Holzweichfaserplatte zur Abdeckung (beides zusammen 4cm --> ich würde etwas mehr als 4cm anstreben)
dann 4cm GUTEX-Thermosafe Nut+Feder mit Verlegeleiste in der Laufrichtung von dem Träger.
Auf dem Träger eine 2cm Thermosafe.

-> Bei der Variante eins ist mir die Verlegeplatte mit 1cm zu schwach für eine massive Eichendiele.

-> Bei der Variante zwei fehlt mir die Idee, wie die Eichendiele bei fertiger Fußbodenhöhe von 4cm über Stahlträger noch eine Lagerung erhalten soll.

-> Bei der Variante drei frage ich mich, ob das sinnvoll ist. Selbst wenn es so wäre, müßte man dann die Eichendielen flächig verkleben. Fließestrich unter 5cm ist grenzwertig.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Danke schonmal...



Vielen Dank schon mal für die bisherigen Antworten.

Bei der Bodenhöhe würde ich sagen, kann ich maximal noch 1cm aufschlagen, aber dann geht es schon bergab in Küche und Bad sowie Treppenhaus.

Auch wenn es unter Schallschutzgesichtspunkten nicht optimal ist, habe ich mich auf Holzboden eingeschossen. Zum einen finde ich es sehr wohnwertsteigernd und anderseits habe ich es bei Teppich schon oft gesehen, das sich Mieter oder Freunde auf vorhandenen Teppichboden das billigste Laminat draufhauen (mehr oder weniger fachmännisch) und das ist dann mal so richtig laut.

Die beiden Schüttungsvarianten schaue ich mir auf jeden Fall an. Von Gußasphalt bin ich nicht so der Freund. Das alte Exemplar dass ich vor eine paar Tagen per Hand erst mit der Kreutzhacke zerhackt und dann 2 Etagen runtergeschleppt habe hat nach 40 Jahren doch immernoch ziemlich ausgedünstet. Und die damaliege Arbeitsweise beim Verlegen hat überall am Rand Schallbrücken verusacht.
Nehme an das wäre heute anders, aber die Schüttungsvarianten hätte den Vorteil, dass man selber auch was machen kann.

Eine Frage noch zur Gutex Lösung:
Sehe ich das richtig, dass die Gutex Platten also sowohl als Trittschalldämmung als auch als Verlegeplatte dienen?
Denn der Schall geht ja von der Diele dabei dann über 2cm Gutex direkt in den hervorragend leitenden Träger. Es sei denn Gutex ist wirklich so weich, dass es die Diele entkoppelt. Hört sich auf jeden Fall interessant an, werde ich mir anschauen. Ganz verstanden habe ich den Aufbau allerdings noch nicht, merke ich gerade beim Schreiben, denn wenn ich zwischen den Stahlträgern auf dem Beton erst Schüttung + Abdeckung aus Weichfaserplatte einbringe. Dann habe ich doch für eine Verlegeleiste gar keinen Platz mehr, wenn die nächste Schicht 4cm Gutex sein soll (damit wären wir dann ja auf 8cm, beim Träger kommen ab 6cm noch 2cm Gutex also haben wir ganzflächig auf 8cm Höhe eine Gutex Schicht auf der die Dielen angebracht werden können. (nehme an Verkleben ist die einzige Lösung, oder)

Besten Dank also nochmal, ich halte das Forum auf dem Laufenden, was daraus geworden ist und werde die nächsten Tage nochmal versuchen auch wegen dem Schallschutz an den beiden Haustrennwänden zu den Nachbarn einen Sachverständigen in Köln zu finden. (bin dankbar für Empfehlungen ;)

Besten Gruß
Thorsten



Verlegesystem GUTEX-Thermosafe N+F



Hallo Thorsten,

Die Verlegeleiste (= Lagerholz für die Dielen) ist in den Platten integriert. Nötige Infos kannst Du über

http://www.gutex.de/produkte/thermosafe-nf/index.html

abholen.

Die Verlegeleiste schwebt quasi in der Dämmplatte. Auf dem Eisenträger wäre auch so eine 2cm dicke Dämmplatte. Die Dielen sind dann wenigstens durch 2cm Holzweichfaserplatte von der der tragenden Substanz entkoppelt (bei Eisenträger).

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de