Richtiger Aufbau des Parkettbelags auf Bitumenestrich

01.06.2009



Ich möchte den Fußbodenbelag vollständig erneuern. Es handelt sich um eine EG-Wohnung. Mein Haus ist voll unterkellert. Der Keller ist nicht feucht und teilweise beheizt.

Der vorhande Deckenaufbau in den Wohnräumen: 1.) ca. 15 cm Stahlbeton, 2.) vermutlich ganz dünne Sandschüttung, 3.) getränkte papierartige Folie 4.)ca. 3 mm(bis 5 mm) grobe Naturfasermatte (sieht aus und fühlt sich so an wie eine Kokosmatte, 5.) ca. 3 cm Bitumenestrich.
Der vorhande Deckenaufbau in Küche und Bädern: 1.) ca. 15 cm Stahlbeton, 2.) Fliesen direkt in Mörtelbett

Fliesen und Bitumenestrich liegen niveaugleich.

Nun meine Frage: Die Wohnräume sollen komplett mit Parkett ausgelegt werden. Ich möchte darunter eine Dämmung gegen Raumschall und soweit wie möglich auch gegen die geringe Kälte aus dem Keller sicherstellen (vermeiden von Fußkälte). ist das so richtig und sinnvoll ? Wenn ja: Was ist der richtige Aufbau dafür ?

Die Höhe des Fliesenbelages in Küche und Bad wird dann darauf ausgerichtet (z. B. durch eine PCI-Platte mit entsprechender Höhe, die auf die alten Fliesen aufgeklebt werden).

Kann mir jemand helfen und mir sagen, wie der richtige Aufbau des Parkettbodens auf dem oben beschriebenen Bodenaufbau sein muss ?



Fußbodenaufbau



Wenn keine gravierenden Schäden oder Mängel vorhanden sind, haben Sie einen gut funktionierenden Fußbodenaufbau, dessen Abbruch überflüssig und teuer ist.
Wärmedämmung können Sie besser auf der kalten Seite, also der Kellerdecke, nachrüsten.

Viele Grüße





Sehr geehrter Herr Böttcher,

größere Schäden oder Mängel am Bitumenestrich (manche nennen diesen auch Gußasphalt??) konnte ich bisher glücklicherweise nicht entdecken. Allerdings habe ich die Konstruktion in den Wandanschlussbereichen noch nicht sehen können. Die Fußleisten abzunehmen, wollte ich bisher vermeiden. Vielleicht stecken dahinter noch Überraschungen.

Eine Isolierung der Kellerdecke "von unten" ist zweifellos die bessere Konstruktion. Allerdings habe ich die Restriktion, dass ich eine sehr zerklüftete Kellerdecke habe (das Haus wurde Anfang der 50er auf den Mauern eines teilweise zerstörten / ausgebombten Hauses wieder errichtet) mit konstruktionsbedingten Höhen der Stahlbetondecke von ca. min 15 cm bis ca. max 30 cm.

Zudem laufen sehr dicht unter der Decke die Heizungsrohre für die insgesamt drei großen Wohnungen in meinem Haus teilweise noch mit großen Rohrduchmessern und extrem dicker Isolierung aus Glaswolle und Gipsummantelung aus alten "Schwerkraftheizungszeiten" entlang.

Dadurch ist eine Deckenisolierung nur teilweise und wenn ja, dann nur mit dünnen Isolierplatten möglich. Würde ich die Heizungsrohre mit einpacken, würde die derzeit sehr schöne Deckenhöhe im Keller auf unter 2 m abgesenkt und die Nutzung der Kellerräume deutlich verschlechtern

Indsofern dachte ich an einen, wenn auch nicht wirklich befriedigenden, Kompromiss. Es kommt hinzu, dass ich der Meinung war , ggf. bewege ich mich aber dabei auf einem falschen Weg, dass eine Trittschalldämmunmg für die Raumschallverminderung sowieso wohnungsseitig auf den Asphalt aufgeklebt werden muss.

Wie sehen Sie das?

Insbesondere die Stärke dieser Unterlage unter das Parkett wäre wichtig. ich habe zwar eine Deckenhöhe von 3,50 m in den Wohnungen, jedoch müssen Türen abgeschnitten werden und eine Balkontüre in den Garten müsste ausgetauscht werden, da sie eine Bodenhöhe von zusätzlich maximal 2 cm erlaubt.

Grüße



Fußbodenaufbau



Ein ausreichender Schallschutz ist bei Gussasphalt durch den vorhandenen Aufbau bereits gegeben, auch eine gewisse Wärmedämmung. Überraschungen am Wandanschluß haben Sie nicht zu befürchten, am Einbau von Gußasphalt kann sich kein Heimwerker vegreifen.
Wenn ich Ihre Beschreibung der alten Schwerkraftheizung so lese:
Sie können sich schon ruhig mit dem Gedanken anfreunden, die Rohre und die Heizungsanlage in absehbarer Zeit auszutauschen. Dann hat sich das Problem mit den Rohren ohnehin erledigt.
Ansonsten ist es keine große Sache, im Zuge der Deckendämmung die Dämmung der Heizungsrohre mit zu erneuern.
Auch die eventuelle Neuverlegung der paar m Rohr unter der Decke kostet nicht die Welt.
Außerdem: Im Keller herumzuwerkeln ist immer einfacher und leichter als in einer Wohnung; Sie sparen nicht nur Geld, sondern Zeit und Nerven.

Viele Grüße



Fusswarmer Fussboden



"Die Wohnräume sollen komplett mit Parkett ausgelegt werden. Ich möchte darunter eine Dämmung gegen Raumschall und soweit wie möglich auch gegen die geringe Kälte aus dem Keller sicherstellen (vermeiden von Fußkälte)."

Nur 2 Punkte !

# Die Fusskälte kommt wenn eher durch das Material selbst. Sollte sich das Material schon so unangenehm anfühlen, wird dies im Winter Ihr Ärger. Nur eine Fussbodenheizung, dicke Socken oder ein Läufer bringt dann Abhilfe. Sie sollten beim Kauf also direkt darauf achten.

# Eine Dämmung unter dem Kellerboden zu installieren kann ich, selbst wenn es bei Ihnen möglich wäre, auch gar nicht
empfehlen. Einen wärmeren Fussboden bekommen sie dadurch nie und nimmer. Diese Arbeit ist aus meiner Sicht reine Zeitverschwendung und das Geld wäre besser anders angelegt, z.B. in einen dafür hochwertigeren Parkett.



Herzlichst
Alexander Zima



@ Alexander Zima



Es wird Ihnen schwerfallen, Ihre subjektiven Eindrücke irgendwie nachvollziehbar zu begründen.

@ Georg Pfeiffer

Da der Aufbau bereits entkoppelt ist, kann das Parkett direkt auf den Gußasphalt geklebt werden. Wählen Sie ein massives Stabparkett in 22mm Stärke, daran werden sich auch noch Ihre Kinder erfreuen, und Ölen Sie, statt zu lackieren. Geölte Flächen sind trittwärmer, und müssen auch kaum je geschliffen werden.

Die Isolierung der Kellerdecke, ggf. mit neuen Leitungen, wird wirklich der geringere Aufwand sein.

Sollte das jedoch aus irgendwelchen Gründen nicht zur Ausführung kommen sollen, könnte auch auf den Gußasphalt zunächst eine mineralische Dämmplatte (z.B. Oktaphone 9 von Kiesel) oder eine Korkplatte 10mm (Rohdichte wenigstens 0,4) geklebt werden, darauf verklebt das Parkett.

Grüße

Thomas



@Thomas



lass es besser mit der Kellerdämmung.
Frau Zima ist auf Kriegsfuß mit den " Pfuschplatten ".
Ich hab im Herbst einen Auftrag mit 60mm Planarock Plus dann stelle ich mal ein paar nette Bilder von der Anwendung rein.

Kellergrüße



20mm max. Aufbau ?



wegen der Balkontüre 20mm Aufbau, verbesserte Wärmedämmung, am besten 22 mm Stabparkett wegen der Enkel.., was ist mit der Vorbehandlung von Gußasphalt zum Parkettkleben, - Epoxydharz mit QuarzSand abgestreut, was ist mit der wohnbiologischen Beurteilung von Gußasphalt, ich bin der Meinung: Estrich raus, Aufbau ab Rohbetondecke mit Lagerhölzern, extl. Blindboden und dann Parkett oder Dielen. Damit sind einige Fallstricke fort.



@ Boris



Wer sich bei der Kellerdeckendämmung als Baubiologe austoben will, kann ja auch gern Lehmbauplatten abhängen, und das ganze mit Isofloc auspusten. Bei der Dämmung der neuen Heizrohre übertreibt man es nicht, dann wird sogar noch eine milde Fußbodentemperierung draus:-)

@ Karl Schmitz
Wie stehts mit einer fundierten wohnbiologischen Beurteilung eines Gußasphaltes zum Mitlesen für die Gemeinde? Ich würde sicher auch genau überlegen, ob ich Gußasphalt neu einbaue, und auch Alternativen prüfen. Wenn er aber schon da ist, sollte man vielleicht die Relation von Aufwand und Nutzen nicht aus den Augen verlieren.

@ Georg

Sind die 20mm die Gesamtaufbauhöhe über OK Gußasphalt einschließlich Parkett?

Grüße

Thomas



Richtiger Aufbau des Parkettbelags auf Bitumenestrich



Bezüglich der Aufbauhöhe möchte ich wie eingangs nochmal deutlich machen: den richtigen Aufbau und die sich daraus ergebende Aufbauhöhe suche ich ja gerade. Die 20 mm waren lediglich ein Hinweis im Hinblick auf den erforderlichen Austasch einer Balkontür aber keine Restriktion bzw. kein Grenzmaß.

Wenn ich die Tipps bisher richtig auf einen Nenner bringe, liege ich mit folgender Zusammnefassung richtig: Die Kellerdeckendämmung "von unten" inclusive der Heizungsrohre muss weiter verfolgt werden, ist aber eine separate und später anzugehende Maßnahme.

Die Herausnahme des Gußasphalts scheint nicht erforderlich zu sein, insbesondere, wenn man die Kosten-Nutzen-Relation betrachtet. Der Gesamtaufbau der Kellerdecke / EG-Fußboden einschließlich Gußasphalt scheint soweit in Ordnung zu sein.

Als Empfehlung schält sich heraus, auf den Gußasphalt entweder gar keine Unterlage oder, wenn ja Minaralstoffplatten oder Korkplatten aufzukleben (ca. 10 mm Stärke) und darauf dann das Parkett aufzubringen.

Unklar ist mir noch, ob das Parkett verklebt (Massivparkett oder Zweischicht-Parkett??) oder schwimmend (Dreischicht-Parkett mit Klick ?? ) verlegt werden sollte.

Welche Präferenz ist dazu vorhanden ??



Die wertbeständigste Variante...



ist die Verklebung eines massiven Stabparketts (größere Nutzschichtdicke, Keine Gefahr von aufgehenden Leimverbindungen). Selbstverständlich kann auch ein Zweischichtparkett oder ein Dreischichtparkett verklebt werden, oder ein Dreischichtparkett schwimmend verlegt. Die schwimmende Verlegung würde ich hier jedoch nicht empfehlen, Trittschall muß ja nicht beachtet werden, das Parkett wäre schlecht schleifbar und liegt weniger gut.

Im 2-oder Dreischichtbereich stünden allerdings auch Dielenformate zur Verfügung, somit erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten.

Grüße

Thomas



zuzm Gußaspahlt



hier kann man nachlesen:www.gisbau.de/service/expo/doku/GussasphaltManuell.pdf, es geht zwar um den Schutz/ oder auch fast unmöglichen Schutz vor Dämpfen bei der Verarbeitung, unter der Prämisse des Gesundheitsschutzes im Wohnbereich , mit zu erwartender niedriger Luftwechselrate möchte ich nicht auf Gussasphalt leben, und rate weiterhin zum Ausbau. Gussasphalt bleibt viskos, kann sich kriechend verschieben und hat den Scherkräften des Holzes u.U. nicht genug entgegenzusetzen( bei Massivparkett/ Massivdielen.)



zum Gußasphalt



Gilt die Einschätzung auch für einen Gußasphalt, der 1952 eingebaut wurde und seitdem liegt ? Ich besitze das Haus jetzt seit rund 4 Jahren und habe bisher keine Probleme erkennen können.



Naja,



mit einer wohnbiologischen oder baubiologischen Wertung des Ganzen hat das ja erstmal gar nichts zu tun.

Soweit dieser alte Gußasphalt überhaupt "müffeln" sollte, wird das von Grundierung und/ oder Kleber abgesperrt.

Das Kriechen an einer Grenzfläche gegen unbeheizt ist ja denn doch eher sehr unwahrscheinlich. Scherkräfte bei mit Nut/Feder verbundenem Parkett? Woher sollen die denn kommen?

Sicherlich böte der Ausbau auch die schöne Möglichkeit, die Aufbauhöhe für Massivdielen zu bekommen; aber hier /Neuverlegung Parkett geplant) sehe ich keinen Sinn in dieser Maßnahme.

Grüße

Thomas



Gussasphalt



Auf Grund seiner physiologischen Unbedenklichkeit wird Gußasphalt in Krankenhäusern, anderen öffentlichen Einrichtungen, Schulen usw.und bevorzugt in der Lebensmittelindustrie als Bodenbelag eingesetzt.
Ausgasungen können bei der Verarbeitung in geringen Mengen auftreten; durch die Absenkung der Verarbeitungstemperatur ist dies in den letzten Jahren drastisch verringert worden. Bei den im Wohnbereich bei der Nutzung üblichen Temperaturen gibt es keine Emissionen.
Ausgasungen von Kohlenwasserstoffen und deren Rückständen gibt es, wenn man sich eine Duftöllampe oder eine Kerze anzündet.
Als Bindemitel wird für Gussaspahalt Trinidad- Epure, ein Naturasphalt, oder Vakuumblasbitumen verwendet.

Viele Grüße



GE (Gussaspaltestrich)



Hat eigentlich schonmal jemand daran gedacht, zu prüfen, ob sich der GE überhaupt für die Verklebung von Massivparkett eignet?
Ist er ordentlich abgesandet ? Sind ausreichende Randdehnungsfugen vorhanden? Ist die Festigkeit ausreichend?
Stabparkett im klassischen Sinn stellt erhebliche Anforderungen an die Estrichgüte.

Stefan Procopius



Hier sind ganz einfach...



...die Grenzen eines Forums erreicht.

Letzlich ist das sowieso eine Arbeit für den Fachbetrieb, der seinen Prüfpflichten nachkommen muss.

Soweit ich das richtig verstanden habe, will der Bauherr seine Möglichkeiten hier eher theoretisch erörtern, als morgen schon zu Stab und Kleber zu greifen.

Grüße

Thomas



Gussaspaltestrich



Liebes Forum, werter Herr Böhme,

theoretisch ist da gar nichts. Ich bin derzeit in der ganz konkreten Diskussion und Abstimmung von Angeboten verschiedener Anbieter für den Parkettboden von ca. 140 qm und Fliesenboden von ca. 30 qm.

Ich habe das Forum befragt, weil ich Vorschläge erhielt (z. B. aufschrauben von Knauf Fertigteilestrich Brio auf den Gußasphalt), die mir z. T. nicht nachvollziehbar erscheinen (vorsichtig formuliert).

Ich bin durch das Forum ein ganzes Stück weiter gekommen. Mir erscheinen derzeit zwei Vorschläge schlüssig: 1.) 10 mm Hartfaserplatte unter scwimmendem Parkett oder 2.) 10 mm Korkunterlage und Zweischichtparkett verklebt.

Sehe ich das so richtig ?



Wir verstehen uns miß



Mit theoretisch meine ich, daß SIE wohl das Parkett nicht selbst verlegen.

Im übrigen riet ich als Vorzugsvariante zur Dämmung der Kellerdecke und zur Direktverklebung von (Stab)Parkett auf den Estrich.

Das zumindest ist die haltbarste und werthaltigste Variante.

Gutes Gelingen wünscht

Thomas



Dämmung der Kellerdecke überdenken !



Hallo Herr Pfeiffer,

da Sie die Kellerdämmung verschieben, würde ich an Ihrer Stelle die Zeit nutzen und den Wirkungsgrad einer zukünftigen Kellerdämmung feststellen. Schließlich muss der Kosten/Nutzen-Faktor berücksichtigt werden.

Beim Anlegen einer Dämmung unter der Kellerdecke wird der Boden dadurch nicht wärmer. (siehe Grafik). Hier spielen andere Kräfte eine Rolle.

Jedes Material verfügt mehr oder weniger über eine Eigendämmung. Bei Ihrem Boden kommt es innerhalb der Konstruktion bereits zu einer Überdämmung beider Temperaturverläufe. Die Kellertemperatur gelangt nicht nach oben, die Erdgeschosstemperatur nicht nach unten.

Der Boden ist dafür bereits zu dick und die Temperaturdifferenzen zu gering. Die Eigendämmung wäre erst bei Minusgraden des Kellers im zweistelligen Bereich nicht mehr ausreichend. Eine nachträgliche Dämmung, durch z.B. Mineralwolle, versteht sich hier nur noch als verlängerter Arm des Gesamten. Eine Erwärmung des Bodens erreichen Sie damit nicht.

Ich schlage nun vor, selbst Messung durch zu führen.

Finden Sie selbst raus, ob sich das dämmen Ihrer Kellerdecke lohnt oder nicht. Ganz gleich, was Ihnen Fachkräfte so raten.

Wenn Sie meinen Rat nicht berücksichtigen, dann läuft Ihre Dämminvestition in Gutglauben ab, nicht in Wissen. Dämmlinge ohne Wissen gibt es schon genug.


Herzlichst
Alexander Zima



Das sind zunächst....



...nur Behauptungen. Auch wenn das an einem konkreten Objekt ja vielleicht unter bestimmten Bedingungen mal so war, hat es keinen Verallgemeinerungswert.

Die einseitige Betrachtung der Oberflächentemperatur gibt zudem keine Hinweise auf den Wärmetransport (Wärmeverluste).

Pseudowissenschaftliche Grafiken können viele zusammenbasteln.

Da Sie ja über mehrere Räume verfügen, könnten Sie ja nunächst einen dämmen und schaun, was dabei herauskommt.

Grüße

Thomas