Fussboden, Wärmedämmung, Isolierung




Hallo,
mein Fachwerkhaus ohne Keller wird alle 2-4 Jahre vom Hochwasser heimgesucht. Auch sonst drückt wegen einer leichten Hanglage Oberfächenwasser durch den Fußboden.Im Erdgeschoss sind puröse Fliesen auf eine Art Estrich verlegt. Eine Betonbodendecke gibt es nicht. Vermutlich befindet sich unter dem Estrich ein Gemisch aus Lehm/Steine auf felsigen Untergrund.
Ich möchte den Boden wärmedämmen. Mir ist klar, daß ich den alten Boden heraus nehmen muß und sogar auch noch tiefer ausschachten muß.
Aber wie realisiere ich die Wärmedämmung und Isolierung? Einersteis darf eingedrungenes Hochwasser nicht in der Isolierung "stehen bleiben", andererseits soll der Boden von unten gegen Feuchtigkeit isoliert sein.
Ist Glasschaumgranulat mit/ohne Betonuntergrund geeignet?
Ich bin für jeden Vorschlag dankbar.
Grüße
Richard Kramer



Fußbodenaufbau Hochwasserbereich



Das mit der Dämmung ist recht kompliziert.
Zum ersten müssen Sie wassefestes Dämmmaterial verwenden.
Da bleibt nur Perimeterdämmung oder foamglas zur Wahl.
Denen macht Wasser, auch unter Druck stehendes, egal von oben oder unten nichts aus.
Da diese Materialien viel leichter als Wasser sind, werden Sie im Wasser aufschwimmen. Das müssen Sie durch Auflast, z.B. mit einem bewehrten Zementestrich, verhindern. Der Estrich sollte mindestens so dick wie die Dämmlage sein, besser ein paar cm mehr, da sich das Gewicht des Estrichs durch den Auftrieb verringert.
Gegen das anströmende Hangwasser sollten Sie vor dem Haus etwas unternehmen.

Viele Grüße



Ggf. in Verbindung...



...mit Gußasphalt: Unterbeton, foamglas mit Bitumenkleber aufgeklebt und Fugen verspachtelt, Gußasphalt?

Ich habe hier Elbhochwasserbesuch gehabt, danach den Kellerboden komplett erneuert. In meinem Fall wurde Styrodur mit Bitumen auf den Unterbau geklebt, dann kam Estrich. Die Variante mit dem Gußasphalt habe ich damals leider nicht konsequent geprüft. Da das Material kein Wasser aufnimmt, ist es sicher eine gute Alternative.

Grüße

Thomas



Fussbodenaufbau Hochwasserbereich



Vielen Dank für die Tips,
Gussasphalt mit foamglas scheint eine gute Lösung zu sein, da beide Materialien so gut wie kein Wasser aufnehmen Ich kann allerdings Kaum verhindern, daß sich bei Hochwasser die Leerräume in der Foamglasschicht mit Wasser füllen. Das Wasser muß in den Untergrund ablaufen können. Ich meine, dewegen sollte ich auf Unterbeton verzichten und stattdessen eine Kiesschüttung einbringen.
Der Aufbau wäre: Kiesschüttung- Glasschaumschotter-Gussasphalt-Fliesenkleber/Fliesen.
Spricht etwas gegen diesen Aufbau. Hat jemand Erfahrung damit? Wie stark sollten die Dämmschicht und der Gussasphalt sein?



Fußbodenaufbau



Foamglas kann man in Heißbitumen einschwimmen, also auf dem Unterbeton aufkleben, da läuft nichts in Zwischenräume.
Gußasphalt ist ein hervorragendes Baumaterial, aber als Auflast gegen Aufschwimmen sehr teuer. Er wird normalerweise in Schichtdicken zwischen 20 und 40 mm eingebaut. Bei diesen Schichtdicken müssen Sie sich darauf verlassen das die Klebeverbindung zwischen Unterbeton und foamglas hält.
Estrich ist billiger, er kann wasserundurchlässig und mit geringem Porenraum hergestellt werden. Die Oberfläche kann mit mineralischer Dichtschlämme undurchlässig eingestellt werden, außerdem werden wohl ohnehin Fliesen verlegt. Die Stirnseite der Fußbodenplatte, also die Fuge zum Mauerwerk sollte ohnehin wasserdicht geschlossen werden.


Viele Grüße



@ Richard



Gemeint war kein Glasschaumschotter, sondern -platten. Die lassen sich mit dem Untergrund bestens verkleben. Da das Ganze geschlossenporig ist, findet keine nennenswerte Wasseraufahme statt.

Grüße

Thomas



Klebeverbindung zwischen Foamglas und Unterbeton



Einige "Experten" raten von Bitumen in Innenräumen wegen schädlicher Ausgasung ab. Ich bin deswegen verunsichert und suche nach einer alternativen Klebemasse, mit der ich das foamglas auf den Unterbeton Kleben kann.
Kann ich auf das Kleben des Foamglases gänzlich verzichten, wenn der Estrich stark genug ausgebildet wird, und so das Aufschwimmen vermieden wird?
Ich bin auch nicht mehr sicher, ob Gußasphalt wegen des Bitumenanteils eine gute Idee ist. Herr Böttcher empiehlt einen wasserundurchlässigen Zementestrich. Können Sie mir sagen, mit welchem Mittel solch ein Estrich hergestellt wird? Ist er bezüglich der Wasserdichtigkeit (gegen Hochwasser) mit Gußasphalt vergleichbar?



Fußbodenaufbau Hochwasserbereich



Einige Ausführungen zum Bitumenkleber:
Solche Heißklebemassen gasen nur in geringem Maße beim Aufbringen aus, in kaltem Zustand praktisch nicht, es sind reine Schmelzklebstoffe. Es gibt auch kalt zu verarbeitende Bitumenmassen auf der Basis von Lösemitteln, die sollte man dafür nicht einsetzen. Für foamglas wird generell Heißbitumen verwendet.
Der Kleber wird unter dem gasdichten Foamglas und zusätzlich unter dem Estrich abgeschlossen, dazu kommen noch Fliesen.
Ein Ausgasen ist hier praktisch unmöglich.
Die PAK, die an einem warmen Sommertag durchs offene Fenster vom Weichdach des Nachbarn oder der Deckschicht des Straßenbelages einwandern verursachen bei Ihren Experten komischerweise wohl keine Bedenken. Selbst wenn der Heißkleber direkt unter dem Estrich liegen würde wären diese Emissionen nur ein Bruchteil der o.g. Quellen.
Man kann die Dämmung als Foamglasboards übrigens auch ohne Kleben und ohne Unterbeton direkt auf dem Planum ausbringen. Dann steht aber das Problem der Auflast, die am besten mit WU- Beton gelöst werden kann.

Viele Grüße
p.s. Was sagen Ihre "Experten" denn zum Gußasphalt?