Welchen Estrich verwenden???

29.07.2008



Hallo,
wir haben ein Holz100 Haus, alle (Holzständer-)Innenwände sind mit Lehm ausgemauert, die Lehmwände sind verputzt, die Bodenheizung verlegt, nun soll der Estrich folgen.
Nun habe ich verschieden Infos bekommen, die einen empfehlen Anhydritestrich, da dieser weniger Feuchtigkeit in den Bau bringt, die anderen sagen, diese macht zum Fließestrich keinen Unterschied, dieser soll besser Hohlräume ausfüllen und deshalb eine bessere Wärmeleitfähigkeit der Leitungen im Estrich bewirken.
Abgesehen von den höheren Kosten für den Anhydritestrich, welchr Erfahrungen wurden im Forum gemacht, bzw. was ist der praktikabelste Weg in punkto Estrich??

Besten Dank für Eure Hinweise!

mfg,

Oliver Maier



Estrich



Da habt Ihr einiges verwechselt.
Anhydritestrich ist ein Fließestrich, er bringt mehr Feuchtigkeit in den Bau als Zementestrich.
Zementestrich wird von der Konsistenz her steif bis erdfeucht eingebaut.
Wie gut die Wärmeübertragung funktioniert, hängt hauptsächlich von der Verlegeart der Heizungsrohre (unter oder im Estrich) und nicht von der Estrichsorte ab.
Es gibt übrigens neben Trockenestrich noch eine weitere Estrichart, der Gußasphalt. Der bringt garantiert keine Feuchtigkeit in den Bau, ist aber teurer als die anderen beiden Sorten.

Viele Grüße





Hallo Herr Maier,

die Fa. Thoma wirbt - wenn ich mich recht entsinne - damit, dass beim Bau keine Feuchtigkeit in das Gebäude gebracht wird. Holz100 heißt 100% Holz: Holzwände, Böden, usw., das ist aber wohl eher Geschmackssache.

Bei Fußbodenheizungen wird normalerweise zum Anhydritestrich gegriffen, wenn die Heizungsrohre im Estrich vergossen werden. Ausnahme: Keller und erdberührende Bauteile.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



welcher Estrich



Hallo,

die Fa. Thoma wirbt tatsächlich mit diesem Slogan, allerdings haben die Fußbodenheizung nur im EG auf der Bodenplatte, insofern reden wir von erdberührenden Bauteilen.
Ich schliesse aus den Antworten, dass bei mir wohl ein Zementestrich am meisten Sinn macht!
Die Leitungen sind auf einer Styroporlage mittels Noppen fixiert, so dass der Estrich die Rohre zu ca. dreiviertel umschliesst. Das Thema Gussasphalt habe ich eigentlich abgehakt, da dieser mit den zum Einsatz kommenden Kunststoffrohren nicht sehr verträglich sein soll..

mfg,

Maier



Wieso abhaken...



...Anhydritestrich mag Wasser nicht, also Feuchte Umgebung ist nicht das ware. Bei der Bodenplatte sollte man doch annehmen, daß sie "genug Abstand" zwischen der Erde und dem Estrich hält.

Gruß Patrick.





Hallo Herr Neika,

im Prinzip haben Sie da schon recht und es klappt ja auch in 99 von 100 Fällen. Als Planer ist man jedoch besser gehalten einen anhydrithwilligen Bauherrn schriftlich davon in Kenntnis zu setzten, dass in Kellern und erdberührten Bauteilen eigentlich Zementestrich vorgesehen werden muss.
Im Schadensfalle - und sei es später nur ein defektes oder falsch angeschlossenes Heizungsrohr - wird Sie sonst der eilig herbeigerufene Gutachter problemlos mit ins Boot derer setzen, die das Ganze bezahlen müssen. Nicht lustig.

@ Herrn Maier: Das gewählte Fußbodenheizungssystem muss ausdrücklich vom Hersteller für den gewählten Estrich ausgelegt sein.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer