Dampfbremse in einer Holzbalkendecke

28.01.2013



Hallo zusammen.
Oft gestellt und diskutiert wage ich es trotzdem und stelle eine weitere Frage zum Thema Aufbau einer Holzbalkendecke

Daten der Balkenlagen: Balken 20cm breit, 18 cm hoch
Abstand Mitte - Mitte ca. 85cm
maximale Spannweite 4,50m
Die Decken wurden bis auf die Balken komplett rückgebaut.
Balken sollen von unten ca. 6cm sichtbar sein.

folgender neuer Aufbau von unten nach oben ist geplant:

Decke EG zu OG
- Lehmputz auf Schilfrohrpuzträger
- Fichtebretter 30mm in den Stakennuten der Balken als
Einschub
- Rieselschutz
- Schüttung feuergetrockneter Splitt und Blähton
- Rauhspund 24mm
- Trittschall 20mm
- Estrichpapier
- Zementestrich 40mm
- Parkettboden verklebt

Decke OG zu DG:
- lehmputz auf Schilfrohrpuzträger
- Fichtebretter 30mm in den Stakennuten der Balken als
Einschub
- Rieselschutz
- Schüttung feuergetrockneter Splitt und Blähton
- Rauhspund 24mm
- Trittschall
- Korkbelag "Klick-System"

Als Bodenträger steht alternativ noch Fermacell - Zementtrockenestrich (auf Ausgleichschüttung über Rauspund)zur Diskusion.

Die Rahmenbedingungen:
Im EG ist die Küche- offen zu Essplatz und Wohnzimmer geplant,im OG über der Küche das Bad.
Das Dach ist mit 180mm Holzweichfaser Aufdach gedämmt, und soll als Spielwiese für die Kleinen dienen - zeitweise beheizt.
Zulassiges Deckeneigengewicht laut Statiker 200kg.

Meine Fragen:
1.)Denke ich brauche keine Dampfbremse als Riselschutz in den normalen Wohnräumen, wie siehts bei Küche und Bad aus?

2.) Rieselschutz oder wenn nötig Dampfbremse als Wanne zwischen oder über die Balken legen?

3.)Hohlräume zwischen den Balken möchte ich vermeiden. Wegen Schwingen der Decke und Schallschutz möchte ich nahe an die 200kg Eigengewicht gehen. Deshalb evtl. Splitt - Blähtongemisch zur Gewichtsoptimierung. Birgt dieser Mix Gefahren?

4.)Estrich ist zwar nicht Fachwerk - like, wird aber dennoch oft gemacht. Wie sieht das bauphysikalisch aus?
Ist Zementestrich nass oder Trockenstrich besser?

Hab im Forum stundenlang gestöbert, und viele ähnliche Aufbauten aber nicht den gleichen gefunden. Deshalb wäre ich - wieder einmal - zeitfindenden, nimmermüden und objektiven Antwortschreibern sehr dankbar!

Viele Grüße in die Runde
Karlheinz



Deckenaufbau



Zwischen beheizten Räumen benötigen Sie keine Dampfbremse. Ordentlich Lüften ist angesagt.
20 mm Trittschalldämmung ist zuviel bzw. zu hoch. Der Estrich sackt durch die Komprimierung ab. Im Bad kann das an den Dichtungen verheerende Schäden hervorrufen.
Von mir zum Aufbau noch folgende Alternativen:
Statt Rauhspund 2 Lagen OSB 15 mm vollflächig verklebt, mit versetzten Stößen und auf die Balken durchgeschraubt,
Statt Zementestrich Gußasphaltestrich,
Schüttung ohne Blähton, da hier Masse benötigt wird,
Statt Splitt besser gewaschenen Sand nehmen.

Viele Grüße



Deckenaufbau



Hallo Herr Böttcher.

Danke für die Antwort.

"Im Bad kann das an den Dichtungen verheerende Schäden hervorrufen" - muss ich hier noch irgendwelche Sondermaßnahmen bezüglich Abdichtung Estrich zu Rauspund/OSB vornehmen?
Statt Zementestrich Gußasphaltestrich - hab ich versucht, jedoch keinen Estrichleger in meiner näheren Umgebung gefunden. Welche Vorteile hat Gußasphalt gegenüber Zementestrich?
Zur Masse: Laut Statiker 200kg/qm Eigengewicht möglich. Splitt hat ca 1500 kg/qm , Sand ca. 1350kg/qm. Bei meiner Schütthöhe komm ich mit Splitt relativ gut hin, an Stellen an denen die Balken variieren hätt ichs durch Blähton korrigiert. Gibts außer der Masse bauphysikalische Bedenken?

Besten Dank für Ihren Einsatz.

an alle: Gibts noch andere Ansätze?

Grüße in die Runde



Deckeneinbau



Sand hat bessere schalldämmende Eigenschaften. Ansonsten ist der Unterschied nicht so arg groß- außer vielleicht im Preis.
Das mit den 200 kg/m² müssen Sie nicht bis aufs Gramm genau nehmen.
Gußasphalt wird von Tief- und Straßenbaubetrieben angeboten, nicht von Estrichlegern.
Vorteile: Geringere Schichtdicke, wasserdicht, kein Eintrag von Baufeuchte, besseres Laufgefühl, bessere Schalldämmung, sofort nach Einbau nach Abkühlung begehbar bzw. belegreif. Auf Wunsch kann er auch oberflächenfertig nachbehandelt werden. Zum Gußasphalt gehört auch der Unterbau, das sind Fescoplatten zur Schalldämmung bzw. zum Höhenausgleich und Wellpappe als Trennlage.

Viele Grüße



Gußasphalt



Hallo Herr Böttcher,

welche Dämmung kann denn unter Gußasphalt verwendet werden und wie hoch sind die üblichen Schichtdicken?

Ist ein solcher Estrich auch in Werkstätten verwendbar, wenn dort auf den Fliesen Maschinen stehen sollen?



Gußasphalt



Unter Asphaltestrich werden Platten aus Kokosfasern und Wellpappe als Trittschalldämmung und Thermoschutz (der Estrich wird mit ca. 160°C eingebaut) verlegt. Wärmedämmung geht darunter auch, entweder Weichholzfaserdämmung oder Foamglasplatten direkt unter Gußasphalt.
Auf Gußasphalt braucht man technisch gesehen keine Fliesen in einer Werkstatt.

Viele Grüße



Schichtdicken?



Hallo Herr Böttcher.
Bleibt noch die Frage nach den Schichtdicken.Wie dick wird Gußasphalt in der Regel eingebaut und wie dick müssen die entsprechenden Unterbauelemente sein?
Zur Dicke des Trittschalls unter dem Zementestrich wäre eine Angabe hilfreich. Die Estrichleger die ich kontaktiert habe gingen von besagten 20mm aus. Welche dicke und welches Material würden Sie hier empfehlen.

Nächtliche Grüße



Estrich



das war doppelt



Estrich



Gußasphalt im Wohnbereich wird mit ca. 25-30 mm Dicke eingebaut.
Trittschallplatten sind 10- 30 mm dick.
Kontaktieren Sie dafür keinen Estrichleger sondern einen Straßenbaubetrieb der eine Asphaltabteilung hat. Die liefern Ihnen ohnehin den Asphalt als Gesamtpaket, also mit Dämmung, Zwischenlage, Randstreifen usw.

Viele Grüße



Wieder mal besten Dank an Herrn Böttcher



Schön das Sie sich nach wie vor Zeit nehmen die Fragen hier im forum zu beantworten.
Eine hätte ich noch. Wie eben wird Gussasphalt beim Einbau und was muss ich unter oberflächenfertig nachbehandelt verstehen,bzw. welche Nachbehandlungen sind nötig?
Werd mich auf die Suche nach nem Straßenbaubetrieb machen und die Gussasphaltverlegung abklären. Dann werd ich mich entscheiden müssen.

Grüße meinerseits



Gußasphalt



Gußasphalt wird mit einer hohen Ebenheit und Oberflächengüte verbaut. Alle gängigen Beläge können aufgebracht werden.
Die Oberfläche kann durch Schleifen noch weiter verbessert werden so das sie ohne weiteren Belag genutzt werden kann.
Kontaktadressen:
www.thannhäuser-ulbricht.de
r.doerr@thannhäuser-ulbricht.de
www.asphaltroefe.de
kdressler@schiefner-schreiber.de

Viele Grüße



Gussasphalt



Die Bilder und Infos der Kontaktadressen sehen recht vielversprechend aus. Vor allem der fehlende Feuchteeintrag machen das ganze sehr interressant. Werde das ganze weiter verfolgen und bei den entsprechenden Firmen anfragen.

Vielen Dank und Grüße