Schaumglasschotter

04.07.2012



Hallo!

ich habe ein paar Fragen zu Schaumglasschotter....

Kann mir jemand eine Bezugsadresse nennen? Natürlich möglichst günstig! Lieb wäre mir auch Infos über etwas feinerer Schotter oder grobe Schüttung?

Gibt es einen Bodenaufbau mit Schaumglasschotter und Gussasphaltestrich (Asphaltterrazzo)? Wenn ja, wie dick sollte der Estrich min. sein? Ist eine Trennlage notwendig, und welches Material kann verwendet werden?

Gibt es Vorschläge für alternative Aufbauten?
Unsere Wunschoberfläche sind Fliesen, Sichtestrich oder Dekoestrich (Spachtelmasse).
Oder eben Asphaltterrazzo, der mir auf Gund von schneller Nutzung und fehlendem Anmachwasser fast am liebsten wäre.

Wir wollen unseren alten Heuboden zum Wohnzimmer ausbauen. Hierzu müssen wir etwa 15cm Höhenausgleich erreichen mit möglicst wenig Gewicht und möglichst robusten Oberfläche.
In den alten Plänen ist eine Deckennutzlast von 200kg/m² eingetragen.

Vielen Dank für alle Antworten die kommen!



Tscha, wo mann das



Zeug herkriegt: Da gibzs einen Trick: guuugeln!
ich hatte mal eine Baustelle, bei der schaumglasschotter als unterste Schicht reinkam, dann ein Geotextil, dann Perliteschüttung, darauf (schwimmend verlegt) Fermacell- fußbodenplatten. Der Rohfußboden hat einen Wasserschaden im Winter sehr gut bewältigt. Nach der Zwangstrocknung wurde eine Lattung verlegt( schwimmend),Holzfaserdämmung dazwischen,Douglasiendielen darauf.
Das war 2006. Etwaige Mängel wurden bisher nicht erkannt. Das hätte ich erfahren
Gruß
Ralph



Nadel im Heuhaufen



Hallo Dorothèe,

Jeder der schonmal nach Schaumglasschotter in fein gesucht hat weiß, daß "guuugeln" hier zwar net gemeint aber dennoch fast Hoffnungslos ist.

Das was Du suchst firmiert unter dem Namen Glasschaumgranulat. - Leicht, beständig und preislich durchaus attraktiv. - Die genauen Abstufungen hab ich jetzt nicht im Kopf gibts aber von grob bis fein. Normal wird das Zeug heute als Leichtzuschlagstoff für Mörtel aller Art verwendt. Hauptmarkt liegt in der Industrie. Als Privatanwender ist man da eher Exot.

Ich hab's in meinem Unterbau für ne FBH im Trockenbausystem drinnen, muß aber dazu sagen, daß ich wärend der Verarbeitung schon ein wenig in's Grübeln gekommen bin, wegen des unvermeidlichen Kratzens im Halz am Ende des Tages. Der nicht ganz zu vermeidende feine Staub wirkt wie Sandpapier in der Kehle! Also besser ordentlich Abdecken.

Glassgranulat bekommst Du z.B. von:

1. http://www.ecoglas.de/
2. http://www.liaver.com/

Bei mir ist es Ecoglas geworden. Auftragsabwicklung war TOP! Zahlung nach Lieferung und Transport war im Preis mit drin.


Alternativ zu Schaumglasschotter würde ich Dir Liapor empfehlen:

3. http://www.liapor.com/de/index.html

Ist aber wesentlich teurer. Auf deren Seiten findest Du noch nähere Infos zu möglichen Aufbauten. Ansonsten hier nochmal nachfragen.

Gruß aus Berlin,



GSS



Hallo Dorothee,
warum eigentlich GSS?
Habe ich Sie richtig verstanden das sich der neue Fußboden auf einer Holzbalkendecke befindet?

Viele Grüße



Nein keine Holzbalkendecke...



....es ist eine Hohlsteindecke.

Ich finde GSS ist ein interessanter Bausstoff und wenn alles so funktioniert wie ich mir das vorstelle eine ökologische Alternative zu Styrodur oder ähnlichem. Ich "stehe" sozusagen auf Recycling ;o)

Ich habe noch nicht nachgesehen, aber ich denke es ist auch leichter als Blähton? Ich kann mir auch vorstellen das nach dem Verdichten ein Felhltritt nicht gleich alle Richtarbeit zerstört.
Blähton war meine erste Wahl bevor ich mir Glasschaum etwas näher angesehen habe.

Da wir ja einen harten Bodenbelag als Nutzschicht anstreben möchte ich auch auf Balkengonstruktionen verzichten. Ursprünglich war mal ein Dielenboden geplant, aber wegen der Hunde und auch weil zu viel Holz mich einfach manchmal erdrückt, haben wir das ganze wieder gekippt.

Ja, über Knauf Aquapanel Floor habe ich auch schon nachgedacht...

Vielen Dank für die Antworten!!



warum nicht...



...
6er Lagerhölzer
dazwischen Liapor (da kenn ich in Südhessen eine günstige Bezugsquelle)
darauf 22er OSB
und dann 6,8cm Estrich
=15cm

Liapor kann auch als gebundene Schüttung eingebaut werden und ist dann in Grenzen belastbar. So könnte man u.U. auf die Lagerhölzer und die OSB Schicht verzichten.
Sind aber nur Heimwerker-Ideen!
Schaumglasgranulat wollte ich auch mal kaufen, hab aber die benötigte "Menge" nicht zu einem vernünftigen Preis bekommen. Liapor schon.

Gruß



GSS



Ist denn unter dem zukünftigen Wohnzimmer ein beheizter oder ein unbeheizter Raum?
Wie sieht denn die jetzige Oberfläche der "Hohlsteindecke"??? aus?
Ist da schon ein Ortbetonverguß aufgebracht worden?
Schauen die Obergurte von Trägern heraus?

Viele Grüße



Hallo..



ich vermute mal die Quelle ist in Gernsheim? Wie gesagt ich hatte mich damit auch schon befasst.

Mittlerweile habe ich auch mal nach den Dichten gegoo...

Glasschaum 130-170kg/m³ (ich gehe mal von unverdichtet aus)
Blähton 300-700kg/m³

Ja die Hohlteine sind mit Beton vergossen und es schaut nichts heraus. Es ist die Nutzschicht des Heubodens. Wenn ich mich recht erinnere beträgt die Gesamtdicke 15cm.
Die Räume darunter sind teilweise mäßig geheitzt und teilweise nur frosgeschützt (Heizungsraum, Wintergarten, Werkstatt,...)
Die Dämmeigenschaft wäre eigentlich nicht so wichtig?!
Den Höhenausgleich benötigen wir nur wegen einem Balken des Dachstuhls der mitten im Raum verläuft...



GSS



Hallo Dorothee,
so relativieren sich die Fragestellungen.
Ich sehe das so:
Eurer Problem ist eigentlich nicht woher Ihr günstig GSS findet sondern wie man den Balken wegkriegt.
Das ist aber nun ein völlig anderes Problem.
Man kann so ein Teil z.B. in einer Trennwand verstecken, einen Höhenversprung als gestalterisches Element in den Fußboden bei gleichzeitigem Belagwechsel einbauen oder den Balken einfach eliminieren und durch ein anderes, nicht störendes Bauteil ersetzen usw...
Nur wenn das absolut nicht machbar ist (etwas geht immer) und die Erhöhung der Oberfläche auch noch andere zwingende Gründe hat (die ich mir nicht vorstellen kann)dann wäre eine Auffüllung erforderlich.
Die genannten 15 cm Aufbauhöhe der Decke erscheinen mir für eine Montagedecke grenzwertig, es sei denn es wären Spannbetondeckenplatten. Sonst fallen mir nur Hohldielen zwischen TT- Trägern ein.
Gibt es keine genauere Bezeichnung wie Typ, Hersteller, Baualter? Wie wärs mit einem Foto der Decke und des Balkens?
Falls sich nichts aus den noch fehlenden Informationen ergibt dann empfehle ich einen Höhenausgleich mit Perlite und Styrodur von ca. 10 cm Höhe. Das sichert gleichzeitig eine gute Wärmedämmung und eine Montageebene für den Estrich. Der besteht entweder aus Kokosfaserplatten als Hitzeschutzlage, einer Wellpappe als Trennlage und ca. 30 mm Gußasphalt, nach Wunsch auch oberflächenfertig geschliffen. Alternativ gehen auch ca. 35 mm Anhydritestrich auf Trennlage (Folie).

viele Grüße

p.s. GSS wird als Gründungspolster im Bau von Flächengründungen wie Fundamentplatten eingesetzt, da sind seine spezifischen Eigenschaften am besten nutzbar.



Vielen Dank...



...für die Mühe.

Leider kommen die Vorschläge was den Balken (Zug) betrifft nicht in Frage. Es soll ein großer Raum (und soo gross ist er nicht) ohne Wände und Absätze werden. Zumal die letzte Treppenstufe (Beton) vom Durchbruch zum Wohnhaus schon auf diese Höhe angepasst wurde. Ja zur Not könnte man da wieder die Hälfte abstemmen...

Das Haus ist von 1926.

Von unten kann mann die einzelnen Hohlsteine (Ton) sehen, die Stoss an Stoss liegen. In die Lücken zwischen den Steinen die durch die Tapetzform ensteht sind von oben Amierungsstäbe gelegt und die ganze Decke von oben mit etwa 5cm Überdeckung mit Beton vergossen. Bei den 5cm Bin ich mir nicht sicher, aber ich weiss noch dass wir selbst gestaunt haben wie dünn die Decke insgesamt ist!
Auf jeden Fall kein Spannbeton und keine T-Träger...
Wenn ich an meinem Rechner bin kann ich nach Bildern suchen...auch vom Balken.
Ich möchte ja bewusst kein Styrodur und Anmachwasser verwenden. Das war ja der Grund warum ich hier nachgefragt habe.

Sicher habe ich auch die Einsatzgebiete von GSS beim gogglen mitbekommen, was ja nicht grundsätzlich ausschliest dass man mal andere Wege gehen darf. Natürlich nur wenn es funktioniert und Sinn macht. Was für eine Bodenplatte gut ist kann ja für einen Estrich nicht unbedingt schlecht sein.

Mir hat an der Grundidee am besten gefallen das es eben ein recyceltes Material ist was auf den ersten Blick meine kriterien erfüllt. Leicht, druckfest und ökologisch sinnvoll.
Hinzu kamm dann der Gussasphalt bei dem mir am besten gefällt das ich kein Anmachwasser (außer Schleifen) in die Wohnung (Lehm) bringe, er schnell nutzbar ist und ich keine weitere Arbeit mit Fliesen oder Spahtelmasse habe.
Alternativ hierzu steht noch ein Trockenestrich zur Diskusion, der eben wieder Fliesen oder Spachtelmasse braucht. Und für den wir auch mehr zeit brauchen.
Natürlich wäre das auch wesentlich günstiger.
Anhydritestrich haben wir auch schon öfter verarbeitet, käme also auch in Frage, wenn alles was "trocken" ist utopisch viel mehr kosten würde. Natürlich auch in Hinblick auf die Zeit und Abeit.
Ein Gussasphalt würde ja eine Firma übernehmen, alles andere würden wir in Eigenleistung machen.



GSS



Schade das Sie nicht bereit sind über den Balken nachzudenken (oder jemanden darüber nachdenken zu lassen).
Die Decke ist anscheinend eine schlaff bewehrte Hourdisdecke, 1926 gab es glaube ich noch keine Spannkeramikdecken. Ich vermute das Ihr Balken zur Lastverteilung verlegt wurde und mittels einer nachträglichen Durchstanzbewehrung oder einem Unterzug entfernt werden kann.
Was den Einsatz von Perlite und Styrodur betrifft:
Ich hoffe Sie benutzen keinen Kühlschrank, denn der ist auch mit Styropor gedämmt.
Objektive Gründe gibt es in ihrem Fall keine, auf Styrodur zu verzichten.
Wenn Sie es aus gefühlsmäßigen oder politischen Gründen tun wollen ist das auch kein Problem.
Entweder sie eliminieren den Balken oder Sie führen die Schüttung als gebundene Liaporschüttung oder eben mit GSS aus.

Viele Grüße





das war doppelt



Danke für dieTipps!



Ja manchmal kann ich etwas verbohrt sein.

Natürlich haben wir einen Kühlschrank (A++) und wir haben auch sonstig Dinge die man heute eben so hat.
Kommpromisse muss man im Leben eben manchal in Kauf nehem wenn man auf manche Dinge nicht verzichten möchte.
Aber man kann doch versuchen sein bestes zu geben wo es eben geht. Viele kleine Dinge sind finde ich beser als nichts...

http://images2.dhd.de/60945225_xl.jpg

So wie auf dem Link sehen die Steine der Decke aus, nur steht der abgebildete auf dem Kopf.

Ich habe auch noch etwas Zeit zum nachdenken. Warscheinlich geht es erst gegen Herbst los. Bis dahin werde ich evtl. ja noch etwas einsichtiger.

Ich werde vorallem auch mal eine Kosten-/Nutzenrechnung mit verschiedenen Alternativen machen....

Dennoch nehme ich weiterhin gerne Tipps und Erfahrungen entgegen!



Noch was zum Balken...



Auf dem Link ist die Art unseres Dachstuhls zu sehen.
Die untere Abbildung. Liegernder Dachstuhl...

http://www.elkage.de/src/bilder/original/PIC2777.jpg



GSS



Ja, das ist ein Hourdis.



Verdichtung



Hallo Dorothèe,

bist Du Dir darüber im Klaren, daß Du Glasschaumschotter und auch die feinkörnigere Variante (Glasschaumgranulat) entsprechend verdichten mußt (15-30%), um einen ausreichend tragfähigen Aufbau ohne spätere Setzungserscheinungen zu bekommen. Mir persönlich war das mit einer direkten Auflage eines Trockenestrichs auf das Granulat zu unsicher.

... wenn Dämmung nicht so wichtig ist, warum dann eigentlich nicht einfach nur einen Trockenestrich auf entsprechendem Unterbau Verlegen und dann wegen mir auch mit Gußasphalt (teuer)?

Gruß aus Berlin,



GSS



Bei einem stehenden Stuhl könnten die Polsterhölzer das Problem sein aber bei einem liegenden Stuhl gibt es keine störenden Hölzer. Aus diesem Grund wurde diese Tragwerksform entwickelt, freier, unverbauter Dachraum!
Wo soll denn da ein Balken sein?

Viele Grüße



Ich noch kurz:



Liapor: Nein, nicht in Gernsheim, Anschrift gerne per PN.

Zum Recycling Material GSS: Natürlich ist das Recycling aber mit entsprechendem Energieaufwand. Die alten Flaschen laufen weder alleine vom Container zum Ofen, noch wir der Ofen mit Luft und Liebe betrieben. Ich kenne die Energiebilanz für GSS nicht, aber auch hier ist welche von nöten, um das Produkt zu erzeugen.

Wenn man den Thread liest, könnte man den Eindruck bekommen, Sie wollen es unbedingt so machen, egal wie gut oder schlecht oder schlichtweg unnötig die Idee ist.

Ich persönlich würde nochmal prüfen, ob man den Balken nicht (wie schon vorgeschlagen) durch ein anderes stat. Element ersetzen kann und dann einen konventionellen Fußbodenaufbau ohne unnötige Aufbauhöhe umsetzen kann.

Grüße



Balken Bilder...



Die alten Bilder die ich gefunden habe zeigen den Balken nicht perfekt, aber man kann ja etwas kombinieren...

Unten im Bild sieht man den Balken der in der Mitte des Raumes verläuft...

Etwa dort wo die Falltür zu sehen ist, ist heute der Durchbruch mit Treppe zum Treppenhaus.
Man sieht das dort auch ein Balken liegt.

Hier wurde beim Betonieren der Treppe ein zusätzlich bewährtem U-Anker der Unter der eigentlichen Treppe verläuft gegossen und mit dem Balken verbunden, so dass im bereich des Durchgangs der Balken entfernt werden konnte.

So geht es in der Mitte leider nicht, da direkt unter dem Balken eine Wand steht.

Ich habe damals auch schon an Flachstahl oder Seil oder ähnliches gedacht...

Heute sieht es aber auch so aus dass bereits eineige Leitungen über den Boden verlegt wurden. Heizung, Solar, Strom,... das hatte ich schon fast vergessen...



Gebälk..



.. Blick nach oben...



Anschluss..



...des Balkens.

Leider etwas verdekt...



Noch eins...



...



Und..



..hier noch schnell die Decke von unten.

Man kann schön die einzelnen Steine sehen...



GSS



Das ist ein Zugglied, es bildet mit den beiden liegenden Stuhlsäulen ein Gespärr. Eigentlich charakteristisch für ein Sparrendach. Die Funktion ist die Außenwände vor dem Ausknicken zu schützen, indem die Grundpfette bzw. die Mauerlatte gegen seitliches Verschieben fixiert wird. Die drei Balken bilden ein unverschiebliches Dreieck, das Gespärr. Diese Funktion übernimmt jetzt die Hourdisdecke, die als starre Scheibe durch Reibung an die Außenwände gekoppelt ist.
Solche Mischformen entstanden zu dieser Zeit häufig da man mit dem neuen Baustoff Stahlbeton noch keine großen Erfahrungen sammeln konnte und lieber beim Prinzip: "Gürtel + Hosenträger" blieb.
Der Balken kann ohne weiteres gegen ein flaches Zugglied aus Stahl ausgetauscht oder rückgebaut werden. Dazu sollte man mit einem Statiker reden, denn es kommt auch noch auf die Auflagersituation der liegenden Stuhlsäulen an. Die müssten wahrscheinlich angepasst werden.

Viele Grüße



Danke...



... für die Infos und Tipps.
Ich weden noch ewas über alles nachdenken. ERst mal wir das Bad fertig gemacht...