Gummiunterlage für Holzbalkendecke

01.10.2014 NoGe



Hallo alle zusammen,

da ich leider in den weiten des Netzes keine konkrete Antwort auf meine Frage gefunden habe, hab ich mal hier angemeldet da die Beiträge meist sehr gut und aufschlußreich sind.

Ich habe ein Haus aus den 60er Jahren (kein Fachwerhaus, leider) und eine Frage zum Aufbau der Decke. Da ich das Dachgeschoss später ausbauen und vermieten möchte, will ich einen möglichst guten Schallschutz erreichen, um meine Nerven zu schützen ;)

Über den grundsätzlichen Aufbau der Decke habe ich nun schon sehr viel gelesen und soweit auch verstanden, dass ich Masse für (bzw. gegen) den Körperschall und etwas "poriges" gegen den Luftschall brauche.

Da die Balken bisher auf Dachpappe (auf Betonring) gelagert sind (was soweit ich gelesen habe schlecht für die Auflager ist) hatte ich mir überlegt die Balken auf sog. Breitriefengummimatten zu legen. Breitriefen deswegen, dass über die "Hohlriefen" Luft an das Holz kommt und dennoch die Last richtig auf den Beton abgetragen wird.

Daher meine Frage: Ist das sinnvoll oder sind da später auch Schäden am Auflager zu befürchten?

Zum besseren Verständnins habe ich mal eine Zeichnung meiner angedachten Balkenkonstruktion angehängt...

Weitere Frage: Reichen die zwei Schichten "Fichteprofilholz" (ehemalige Deckenverkleidung) an Festigkeit um die Last der Dämmung aufzunehmen?

Hier noch ein paar allgemeine Angaben zur Decke: Balkenmaße(hxb): 22x11cm, Spannweite:4,5m, Auflager:je20cm, Balkenabstand (Mitte-Mitte):60cm

So, ich hoffe das sind nicht zuviel (und nicht zuwenig) Informationen und irgendjemand kann mir da weiterhelfen

Danke und Gruß

Noah



Gummi, 12er OSB und 10er Profilholz für Deckenaufbau



Was die nötige Baugenehmigung für die Deckenausbildung vorschreibt wird hier nicht genannt. Wenn es aber mal im Dachboden eine eigenständige, fremdvermietete Wohnung werden soll, dann müsste so etwas vorhanden sein.

Die 12er OSB-Platten machen nur Sinn, wenn sie untereinander verklebt und auf die Balken verschraubt werden (ohne Gummi,Kork,o.ä. dazwischen) - Besser wäre, wenn gleich eine Platte mit 22er oder 24er Stärke gewählt wird.

Die 10er Profilbretter im Fehlboden müssen genauso flächig miteinander verbunden sein, sonst taugt das nicht. 2 x 10mm ist nich automatisch 20mm in der Statik, wenn die Schichten getrennt voneinander arbeiten können.

Gummi ist dicht und ich würde da eher etwas offenes wählen, da die Riefen nicht lange halten werden. Ich würde den Balkenkopf in einer 10mm starken Jutefilztasche ablegen. Der Jutefilz wird sich durch den Druck noch verdichten.

Die Dimension 22 x 11 für 450 Spannweite würde ich mir von einem Statiker noch mal rechnen lassen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Gut erkannt



Nervig in Wohneinheiten über einem ist im wesenlichen der Trittschall (oder Körperschall wie du ihn beschreibst). Das kann nur Masse ausgleichen oder minimieren. Böden mit leichten materialien wie Gummi oder Jutefilz, Holzweichfaser etc. zu entkoppeln bringt mathematisch gesehen einiges aber gefühlt bzw. wahrgenommen nichts. Es ist nach wie vor laut. Masse bedeutet Materialien von hoher Dichte wie z.B. Gehwegplatten, Betonestriche etc. zu verwenden. Dazu muss ein Statiker die Deckenkonstruktion berechnen und beurteilen hinsichtlich ob die Holzbalkendecke solche zusätzlichen Lasten aufnehmen kann. Alle Leichtbauvarianten sind Perlen vor die Säue zu werfen.



Holzbalkendecke



Die Deckenbalken anzuheben und die Unterlagen drunterzufummeln würde die Decke ernsthaft beschädigen, es ist außerdem sinnlos. Für die Schallübertragung gibt es eine Menge anderer Wege die zu beachten sind.
Ohne eine unterseitige Deckenbekleidung ist weder der Schallschutz noch der Brandschutz gesichert.



holzdecke



Vielen Dank erstmal für die Antworten,

die Deckenbalken anzuheben ist kein Problem, da ich die oben aufliegenden Pressspanplatten entfernt habe und somit die Balken frei auf dem Betonring aufliegen.

Also für mich nochmal zur Zusammenfassung: Die alte Dachpappe unter den Balkenköpfen sollte ich schon entfernen und dann durch den Jutefilz ersetzen? Den Filz dann auch nur als Auflager, oder kann/soll ich den gesamten Kopf damit einpacken?

Das Fichteprofilholz habe ich noch von der ehemaligen Deckenverkleidung übrig und hätte es halt so sinnvoll "verwertet". Sollte man da dann lieber 20mm Bretter kaufen, oder was wird als Blindboden normalerweise verwendet?

Danke weiterhin

Noah