Projekt Gulfhof

09.03.2015 Herr Ribbeck



Hallo,
meine name ist Steffen und wir wollen einen ostfriesischen Gulfhof kaufen und sanieren bzw. sanieren lassen.
Vielen gedenken wir selber zu machen, aber viele Arbeiten sollen/müssen auch von Fachfirmen ausgeführt werden.
Damit ich jedoch weiß, was ich fragen muss und worauf ich achten muss bei der Ausführung, möchte ich hier immer wieder Fragen stellen und hoffe auf die fachkundigen Beiträge.
Ein paar Eckdaten zum Hof.
Der Hof besteht aus einem Wohnteil, Ziegelbauweise und einem direkt anschließendem Scheunenteil. In diesem Teil gibt es zum Großteil noch keinen Boden, festgestampfter Lehm, Sand.
- Der ganze Hof steht auf Kleiboden / Marschboden. Was ist da in Bezug auf Fundamente zu beachten?
- Wie sollte da der Aufbau einer nachträglich gegossenen Bodenplatte sein? Die Bodenplatte wird nicht mit Maschinen oder Autos befahren, dient für Wohnzwecke und soll keine Fußbodenheizung bekommen.
- Das Wohnhaus hat leider einen sehr feuchten Keller. Mein Gedanke ist, die Fundamente gegen aufsteigende Feuchtigkeit abzusperren und den Keller a) zu verfüllen oder b) so zu lassen?
Ich halte von den Injektionsverfahren nicht so viel. Schlitz sägen und Platten einlegen oder Bleche eintreiben?!
Vielen Dank,
bste Grüße
Steffen



Friesenhof sanieren



Hallo Steffen
Welchen Bodenbelag willst du denn im Wohnraum haben?
Davon wäre der Unterbau abhängig.

Keller würde ich nicht verfüllen, da dadurch die Abtrocknung der Wände nach innen komplett unterbunden würde.
Besser wäre es für gute Durchlüftung zu sorgen, um die Abtrocknung zu verbessern, sodaß Feuchtigkeit in der Wand nicht so hoch aufsteigt.

Zusätzlich die Decke dämmen, damit der Boden nicht so stark auskühlt
(falls sich darüber ein Wohnraum befindet.)


Bleche etc in alte Wände eintreiben würde ich wegen möglicher Risse, Erschütterungen etc vermeiden- von den hohen Kosten ganz abgesehen.

Steigt die Feuchtigkeit denn überhaupt bis in die Wohnräume auf?

Jedoch dafür sorgen, daß die Sockel nicht zu stark von Spritzwasser durchfeuchtet werden.

Bei der Kellerlüftung dafür sorgen, daß keine warme Außenluft auf kalte Kellerwände trifft und dort kondensieren kann und dadurch Feuchtigkeit verursacht- Lüften also bei kälteren Außentemperaturen ( Winter, frühmorgens, später abends)

Feuchtigkeit kann evt auch durch salzhaltige Bausande gefördert werden- falls ihr nah beim Meer seid.

Mach doch Bilder vom Hof zur besseren Vorstellung
Wo befindet er sich und wann wurde er gebaut?

Andreas Teich



Keller und Boden



Hallo,
vielen Dank für die Antwort.
Wenn das "Eintreiben" Risiken birgt, bleibt noch das Sägeverfahren - noch teurer - oder Injektion. Bei der Injektion hab ich deutliche Bedenken.
Der Hof steht direkt am Wasser. Außerdem vermute ich auch, dass es durch die verwendetetn Materialien das Aufsteigen noch unterstützt.
Der Wohnraum darüber muss grundlegend saniert werden.
Wir befinden uns "noch" in der Besichtigungs Phase bzw. Vorkaufplanung. Eine eingehende Innenbesichtigung werde ich erst kommende Woche machen.
Damit ich jedoch schon vorbereitet bin auf die kommenden Aufgaben, mein Eintrag hier.

Zum Bodenaufbau. Als Belag soll es robust sein. Holzdiele. Da der Boden sandig, aber sehr trocken ist, könnte man doch auch ohne Beton auskommen.
Planum mit Kies 0-16, Feuchtigkeitssperre, Schüttung, Estrichplatten schwimmend, Bodenbelag?

Was ist davon zu halten?

Gruß und Danke Steffen



Friesenhof



Hallo Steffen
Bei salzhaltigen Baustoffen sind diese dauerhaft hygroskopisch.
Die Frage ist dabei wie sehr es stört bzw ob nur dadurch Schäden versacht werden.
Davon zu unterscheiden wäre ggf aufsteigende Feuchtigkeit, die andere Ursachen hat.
Wie hoch steigt sie auf und geschieht dies auch wenn innen geheizt wird und ggf die Abtrocknung behindernde Verkleidungen entfernt werden.
Bei längeren Leerständen ist immer eine höhere Feuchtigkeit vorhanden.

Läßt sich durch Drainage etwas verbessern und auf welcher Höhe könnte dies abfließen ohne Pumpen zu müssen?

Bei den Trockenlegungsverfahren bin ich skeptisch, ob sich das bei den Kosten rentiert.

Andere Verfahren müßte man untersuchen wenn der genaue Maueraufbau vorliegt- Injektionsverfahren ließen sich eher kostengünstig selbst durchführen- aber auf Eignung prüfen.

Zum Fußbodenaufbau würde ich versuchen, dies ohne Beton zu machen, d.h. wenn der Unterboden tragfähig ist auf diesen eine Folie als Feuchtigkeitssperre auflegen bis Oberkante Fußboden, dann partiell ein Schutzvlies, punktweise Betonplatten zur Lastverteilung und zum besseren Ausrichten, daruf Kanthölzer, dazwischen Dämmung-zB Zellulose, Hanf etc, darauf Holzdielen schrauben und ölen, u,U, unter die Dielen eine Dampfbremse.
U- Werte, Abstände, Materialverbrauch etc könnte ich ausrechnen, ansonsten auch genaue Materialangaben machen.

Bei stärker belasteteten Räumen würde ich Eiche nehmen.

Wenn du Bilder hast diese mit Plänen an meine angegebene emailadresse schicken u ggf nachfragen

Andreas Teich



… am Anfang … 



Hallo

Wie es vielen hier so geht … werden Sie noch in die unendlichen Tiefen der Baustoffe, Baukonstruktionen, Bausünden, Bauunterschiedlichemeinungenberatungenundsonstiges abtauchen und merken, dass es im Laufe der Zeit immer undurchsichtiger, verwirrender und immer weiter weg vom "einfachen Bauen" geht … 

Schon alleine die Wände und das Märchen oder die Fabel von den "aufsteigenden Feuchten" die es zu bekämpfen gilt … und das mit unterschiedlichsten Mitteln oder Mittelchen und mit diversen Möglichkeiten … der wohlmeinenden Handwerks- und Beraterzunft … 

DAS wird schwer … vor allem am Anfang … denn der ist leicht … vermeintlich … 

Ob man nun eine Bodenplatte braucht oder keine … oder warum oder wieso denn nicht oder schon … ein weiterer Streit- und Diskussionspunkt … 

Versuchen Sie das im Gesamtsystem zu erfassen und gehen Sie ehrlich mit Ihren Wünschen und Machbarkeiten um … dann suchen Sie sich einen Berater, der Ihnen passt und mit dem machen Sie es dann … wenn Sie versuchen hie und da irgendwelche Tipps oder Möglichkeiten erfassen und realisieren zu wollen … werden Sie vom hundertsten ins tausendste kommen und das Ganze wird nichts als ein Flick- oder Stückwerk … 

Definieren Sie auch VORHER was Ihnen wichtig ist … und suchen Sie dann sich IHREN Berater aus, der Ihnen am nächsten kommt … 

Gutes Gelingen und ein klares Auge … 

Florian Kurz