Was machen wir mit den Doppel-T-Trägern?

14.11.2011



Hallo,

wir haben unseren alten Balkon aufgrund von Baufälligkeit abreisen müssen und wollten zuerst einen franz. Balkon vor der Balkontür erstes OG anbringen - angepasst zum Haus. Das Haus steht unter Denkmalschutz.

Jetzt nach dem Abtragen des Balkons sind vier Doppel-T-Träger sichtbar. Der erste, auf dem Bild links ist stark angegriffen und muss weg. Her mit der Flex! :-) Die anderen drei sind stabil - nur verrostet, durch eindringendes Wasser in den Beton. Nun haben wir uns entschlossen, einen neuen Balkon anzubringen. Wir möchten drei Träger verwenden, in der Länge ca. 30 cm kürzen und obendrauf eine Platte aus Stahl, Edelstahl legen und wieder ein Geländer anbringen lassen. Der Doppel-T-Träger, der quer liegt, sowie die Stütze kommen weg. Die sind vom ehemaligen Vordach.

Nun die Frage: Wie behandele ich die Träger? Den Rost grob Abschleifen und dann mit Fertan (Rostumwandler aus dem Auto-Restaurationsbereich streichen), danach den Endanstrich aufbauen. Gibt es eine bessere Idee?

PS: Für alle Kritiker: Ja, die schlimmen Fenster kommen raus. Die neuen Holzfenster in zeitgenössischer Aufteilung sind auch schon da. :-)

Danke & Gruss aus LU!



Wissen Sie,



wie weit die Träger in der Betondecke verankert sind?
Ich glaube nicht, dass sie als Kragträger ausgelegt sind.
Der Querfträger unterstützt diese, wie es aussieht.
Also Finger weg von solchen Experimenten - Lebensgefahr!

Viele Grüße



Balkon



Vorab:
Man sollte auf jeden Fall nachschauen wie der Status der Verankerung der TT- Träger ist. Neben einer Betondecke kann auch eine Einspannung in einer Holzbalkendecke möglich sein. Schwachpunkt ist der Übergang Träger- Wand, speziell der Obergurt. Das sollte geprüft und ggf. nachgebessert werden.
Zum Neuaufbau des Balkons:
Grundsätzlich halte ich solche Balkone für wenig nutzbringend, Denkmalschutz hin oder her.
Wenn der Balkon hofseitig angeordnet und Teil einer zweigeschossigen Nutzungseinheit ist sollten Sie mit dem Denkmalschutz noch mal über den Verbleib diskutieren.
Ihre Idee mit einer Stahlplatte als Belag und freiliegenden Kragträgern halte ich für unausgereift. Im Winter haben Sie eine riesige Kühlfläche, die über die Träger Wärme aus der Decke und der Wand fortleitet. Ergebnis: Kondensat an den innenliegenden Trägerbereichen, mehr Korrosion, feuchter Deckenaufbau.
Vom Gewicht und der Handhabbarkeit bei der Montage will ich gar nicht erst anfangen.

Deshalb mein Vorschlag:
Entweder:
Abbruch der Träger und Rückbau der Balkontür zum Fenster oder:
denkmalgerechter Neuaufbau mit Betonplatte nach orginalem Vorbild.

Viele Grüße



Nachtrag:



Das Bild täuscht etwas, die Träger sind als auskragende Träger ausgebildet. Zwischen den Trägern und dem querverlaufenden Träger ist ein Abstand von ca. 3 cm. Es gibt keine Verbindung, keine Auflagerung.
Der querverlaufende Träger war nur zur Befestigung des Vordaches unter dem Balkon angebracht - das Vordach ist auf dem Bild schon abgebaut.

Der Balkon ist vom Denkmalamt zum Abriss freigegeben und ein Rückbau ist abgesprochen. Aber wir dachten: Jetzt wo er schon mal da ist... ich weiss, von grossem Nutzen ist er nicht. Gegebenenfalls flexen wir die Träger einfach ab.

Die Doppel-T-Träger sind ein einer Holzbalkendecke eingespannt.

Danke & Gruss aus LU!



Freitragend



Hallo Michael,

der Kommentar von Georg bezüglich Wärmebrücke ist nicht ohne! Wobei die Wärmebrücke als Betonplatte ausgeführt nicht unbedingt sehr viel kleiner wird.

Mal einen anderen Vorschlag! Warum den Balkon nicht als freitragende Konstruktion von Außen, also thermisch entkoppelt von der Gebäudehülle als Anbaubalkon, aus Holz oder Metall oder beidem ganz neu aufgebaut? Macht sicher was her und paßt dann auch zu den neuen Fenstern ... ;)

Gruß aus Berlin