Schimmel an der Wand

20.01.2009



Hallo, ich hoffe hier im richtigen Forum gelandet zu sein, auch wenn ich nicht in einem Fachwerkhaus wohne. Ich habe seit geraumer Zeit, gerade in den Wintermonaten Schimmel an der Wand, gerade im Bereich der Balkontür unten in der Ecke oder auch schon am Wohnzimmerfenster (ist so groß wie die Balkontür und sogar doppelflügel. Gleiches gilt für das schlafzimmer, auch hier habe ich ein großes Fenster (Balkontürformat) und schimmel, sowohl ober über die ganze länge, als auch unten in der ecke. Die Luftfeuchtigkeit beträgt in allen Räume ca. 50 - 65%, ich lüfte morgens und abends jeweils kurz. Jetzt das Problem. ich habe an unterschiedlichen stellen mit einem Infrarotthermometer die Oberflächentemperatur an diesen kritischen Stellen gemessen. Die Temperatur mitten im Raum an einem Regal gemessen beträgt 18 - 19°C und fällt auf bis zu 9°C, an den kältesten Stellen, wo auch der schimmel wächst. ist diese Temperaturdifferenz, bei einer Aussentemperatur von ca. -5°C bis 0°C noch ok? Sollte ich bei meinem Vermieter auf eine bessere Wärmedämmung bestehen? Das Haus ist gerade mal 10 Jahre alt, hat Doppelglasfenster mit "einfacher" Isolierung, soweit ich das als Laie beurteilen kann. Hat jemand von euch eine Idee?

Herzlichen Gruß,
Janosch

PS: Man hat vor gut 4 Wochen an den Problematischen Stellen die Tapete entfernt, mit einem schimmelmittel behandelt und dann mit Farbe darüber gestrichen. Vor 2 Wochen ist der Schimmel an der besonders kalten Ecke (9°C) wieder aufgetaucht



Kondensfeuchte



Hallo,
sie haben ein Kondensfeuchteproblem und das haengt auch mit schlechten Baustoffen an der Wand zusammen.
Ich empfehle die Dispersionsfarbe abzufraesen und einen Kalk-Oberputz aufzuziehen. Es gibt auch mittlerweile Kalksysteme die auch auf Dispersion funktionieren, wie Klimasan Mox.
Gruss N. Hoepfer



Ja, hier fällt



an den kalten Stellen Kondenswasser an. Mit einer Oberfläche aus Kalk lässt sich der Schimmelbefall reduzieren, das eigentliche Problem ist damit aber nicht beseitigt.
Wenn das Haus erst 10 Jahre alt ist und bei einer Raumtemperatur von 18-19 Grad die Oberflächentemperatur an den Aussenwänden nur noch 9 Grad beträgt, und das bereits bei Aussentemperaturen zwischen 0 und -10 Grad, liegen hier gravierende Baumängel im Bereich der Dämmung vor. Hier ist der Vermieter in der Pflicht.
MfG
dasMaurer



Erst Ursachenforschung dann Maßnahmen



Hallo Herr Rieger,

bei den Angegebenen Werten kann ein Kondenswasserausfall bereits bei 11-12° Oberflächentemperatur stattfinden. Vor irgendwelchen Maßnahmen muss erst einmal die Ursache abgestellt werden, so etwas dürfte eigentlich bei einem "jungen" Haus nicht passieren.

Ist das Haus gedämmt?
Ist die Raumtemperatur am Tags und in der Nacht gleich oder gibt es eine Nachtabsenkung o.ä?
Ist die RaumLuftTemperatur identisch mit der Oberflächentemperatur des Regals? Wo ist die Heizung installiert?
Wenn kurz gelüftet wird: Wie kurz ist kurz?

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Erst einmal Vorsicht,



das Problem muss man sich vor Ort ansehen, bevor man über bauliche Mängel reden kann. In welcher Etage liegt die Wohnung? In einem ähnlichen Fall behinderten Vorhänge bzw. Gardinen die Erwärmung der beschriebenen Leibungsflächen. Außerdem ist die Luftfeuchte mit 50-65 % etwas hoch.
Wo steht das Objekt?
Ich würde mir einen Baubiologen in die Wohnung holen. Dieser hat durch Messungen und viel Erfahrung die Möglichkeit die Ursachen zu erkunden und Lösungsvorschläge zu machen.





Hallo,

was der Biologe da soll, außer Schimmelproben zu bestimmen, weiß ich ja nicht. Aber der Fensterbauer ist mir verdächtig: Vor 10 Jahren galt doch schon die WSchVO und machte 8 cm Dämmung zum Mindeststandard, dahinter können innen keine 9 Grad auf der Wandmitte gemessen werden, es sei denn Sie stellen für mindestens 3 Tage jedes Heizen ein. ! Ich nehme mal an, gemessen wurde am Schimmel, also an der Fensterlaibung.
Dann wäre der Fensterrandbereich detailliert zu überpüfen:
- äußeres Kompriband ?
- äußere Verleistung ?
- innerer Dämmstoff ?
- korrekter Sitz der Fensterbänke ?
- innere Fensteranschlußfolie vorhanden und lückenlos
eingeputzt ?
- Sind Anputzleisten verwendet worden ?
- Ist eine äußere Überdämmung der Rahmen vorhanden ?
- Wie sieht die Faschendämmung aus ?

Haken Sie die kurze Liste mal ab und ich glaube, Sie werden schnell fündig.

Grüße vom Niederrhein





Wenn solch ein Problem auftritt, ist das sicher nicht schön. Dennoch muß man um die genaue Ursache herauszufinden den Schaden genau untersuchen.
Fest steht: das an den schadenstellen eine Temperatur erreicht ist, die dazu führt das in der Luft "gebundene" Wasser, als Kondensat ausfallen zu lassen. Der Schimmel der sich an diesen Stellen bildet, entsteht durch die verwendeten Tapeten, Anstriche, Leime usw.
Diese Materialien enthalten organische Bestandteile aus denen der Schimmel entsteht.
Eine Verwendung von mineralischen Anstrichen zB. Kalk oder Silikatfarben können diese Erscheinung verhindern.
Jedoch ist damit die Entstehung des Kondensatausfalles nicht behoben!
Die Ursache kann ewt. ein Bauschaden- oder fehler sein, aber auch der Benutzer kann dafür verantwortlich sein!



@Dietmar Beckmann



Baubiologen nehmen doch nicht nur Schimmelproben (aber auch!). Sie werden sicherlich all die Punkte, die in der Liste stehen kontrollieren. Ob das ein Laie kann, bin ich mir nicht so ganz sicher. Darüber hinaus werden sie auch weitere Möglichkeiten für einen Schimmelbefall abklopfen. Über verschiedene Messungen lassen sich Probleme mit Kondensat oder aufsteigender Feuchtigkeit voneinander trennen, versteckter Schimmel finden, Wärmebrücken feststellen usw ... Und die Art des Schimmels bestimmt den Aufwand bei der Sanierung, die der Baubiologe planen und überwachen kann.



Erst Ursachenforschung dann Maßnahmen



Hallo,

Wie Herr Rieger schon richtig geschrieben hat, gilt es zuerst die Ursache des Problems zu finden.

Um Schwachstellen zu finden kann man auch eine Wärmebildkamera einsetzen,
entweder von aussen um Wärmebrücken festzstellen oder von innen um ein Ausmaß der eventuellen Durchfeuchtung festzustellen.